In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Droh erneut ein Government Shutdown und welche Folgen hätte dies? ...
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Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

es ist Ende September und im Oktober beginnt in den USA das neue Finanzjahr des Staates. Wie schon häufig in den vergangenen Jahren muss der Staatshaushalt wieder auf den letzten Drücker verabschiedet werden. Politische Geplänkel – nicht zuletzt im Hinblick auf den bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampf in 2016 – könnten nun dazu führen, dass wie schon 2013 ein Government Shutdown droht, also eine Zahlungsunfähigkeit der US-Regierung.

Neue Machtspiele der US-Politik

Auslöser für den jüngsten Streit waren Verdachtsmomente, dass die Familienplanungsorganisation Planned Parenthood, ein Pendant zur deutschen Pro Familia, nach (erlaubten) Schwangerschaftsabbrüchen die entnommenen Föten für medizinische Forschungszwecke oder gar den Organhandel „vermarktet“. Da die Organisation bislang auch mit staatlichen Geldern unterstützt wird, fordern konservative Politiker und Bürger nun die Einstellung dieser Förderung.

Die oppositionellen Republikaner nutzen dabei ihre Mehrheit und somit Machtposition im Kongress, um wie schon 2011 (Anhebung der Schuldenobergrenze), 2012 (Fiskalklippe) und 2013 (Verabschiedung des Haushaltsplans 2013/14) der Regierung Paroli zu bieten. Während diese Machtkämpfe 2011 und 2012 jeweils zu einer Einigung in letzter Minute führten, eskalierte der Streit 2013 und führte zu dem damaligen Government Shutdown, der gut zwei Wochen dauerte.

Wie gesagt, der aktuelle Streit wird sicherlich auch durch den intensiver werdenden Präsidentschaftswahlkampf verstärkt, in dem sich insbesondere die Kandidaten der Republikaner profilieren wollen. Die spannende Frage, wie stark ein eventueller Shutdown auf die Börsen wirkt, ist dabei gar nicht so einfach zu beantworten, wie man meinen sollte. Mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle.

Politische Börsen haben kurze Beine

Zunächst gilt die Regel „Politische Börsen haben kurze Beine“. Diese Regel bestätigte sich zumindest in den Jahren 2011 und 2013, als die unmittelbaren Kursreaktionen bereits nach wenigen Tagen beendet waren (siehe blaue Rechtecke im folgenden Chart).

S&P 500, 2011-2013

2013 blieb zudem auch die knapp vierwöchige Kursreaktion selbst (-4,8 %) recht unauffällig, während die Kurse 2011 (nach der Bonitätsabstufung der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor’s) innerhalb von drei Wochen immerhin um mehr als 18 % nachgaben.

Während diese beiden Ereignisse vergleichsweise überraschend eintraten, zeichnete sich die Fiskalklippe 2012 hingegen lange vorher ab. Und so sackten die Kurse innerhalb einiger Monate nach und nach ab (siehe gelbes Rechteck), wobei auch hier der Rückgang selbst mit rund 11 % vergleichsweise moderat ausfiel.

Allerdings sind für die Börsen neben dem Ereignis selbst stets auch die Begleitumstände entscheidend. Das sind zum einen „harte“ Fakten, wie z.B. die die möglichen konjunkturellen Auswirkungen, zum anderen aber vor allem stimmungstechnische Faktoren.

Haushaltsstreit – drei Jahre in Folge

Die konjunkturellen Auswirkungen des (kurzen!) Government Shutdowns 2013 blieben sehr begrenzt. Es kam zwar zu Beeinträchtigungen in der Wirtschaft, z.B. weil vorübergehend Zahlungen an Lieferanten der Regierung ausblieben. Einige Rüstungsfirmen schickten außerdem einige ihrer Angestellten in den Zwangsurlaub und natürlich blieben Einnahmen bestimmter staatlicher Stellen, z.B. Eintrittsgelder staatlich betriebener Touristenattraktionen aus. Letztlich war aber die Wirkung im Bruttoinlandsprodukt (BIP) nicht messbar. Gleiches gilt für 2011, zumal es damals – abgesehen von der Bonitätsabstufung, die keine konkreten wirtschaftlichen Folgen hatte – „nur“ bei politischen Kontroversen blieb.

2012 hingegen gab es durchaus konkrete wirtschaftliche Nebenwirkungen. Im Vorfeld der Fiskalklippe zum Jahresende hielten sich die US-Unternehmen z.B. monatelang mit Investitionen stark zurück. Damals schrammten die USA im zweiten Halbjahr nur knapp an einer Rezession vorbei. Folglich gingen auch die Börsianer in Deckung.

Allerdings blieben die Kursrückgänge 2012 und 2013 trotz allem recht unspektakulär. Verantwortlich dafür dürfte die relativ gelassene Stimmung an den Börsen gewesen sein. Natürlich gab es auch damals diverse Sorgen und Ängste, z.B. die Eurokrise. Aber nachdem die Kurse 2012 nach dem „Horrorjahr“ 2011 mit Erdbeben und Tsunami in Japan, der Eskalation der Euro-Schuldenkrise und eben dem Haushaltsstreit in den USA trotzdem neue Hochs markiert hatten und der Bullenmarkt auch trotz aller sonstigen Belastungen  einfach anhielt, konnten auch die anhaltenden Haushaltstreitigkeiten in den USA den Märkten nicht mehr viel anhaben – zumal sie mit der Zeit ja ein alter Hut waren.

Angespannte Stimmung droht die Börsen zu kippen

Von einer derart gelassenen Stimmung sind wir derzeit aber weit entfernt. Jetzt machen sehr konkrete Konjunktursorgen (China!) die Runde und die Fed hat mit ihrer Entscheidung, die Zinsen nun doch nicht anzuheben, diesen Befürchtungen sogar neue Nahrung gegeben. Außerdem liegen die Nerven bei den Anlegern nach den Kursrückgängen der Vorwochen inzwischen blank.

Leider entschärft selbst die jüngste Stabilisierung der Kurse in den USA die Situation nicht. Dazu der aktuelle Chart des S&P 500:

S&P 500, 2015

Zwar führte der Bruch des vermeintlichen Bear-Keils (grau) bisher (noch!) nicht zu dem zu erwartenden dynamischen Abverkauf, der typischerweise die zweite Abwärtswelle einleitet. Man könnte sogar versucht sein, eine neue Aufwärtstendenz zu erkennen (parallele obere und untere blaue Linien).

Noch sind wir in der Gegenbewegung

Aber dabei handelt es sich weiterhin nur um die Gegenbewegung des Kursrutsches vom August. Diese konnte mit dem Zwischenhoch vom September nur gut 62 % des vorangegangenen Rückfalls wettmachen. Damit bleibt der S&P 500 noch im Bärenmodus (siehe auch Steffens Daily vom 27.08.2015), vor allem da der Kurs danach wieder zurückfiel und damit de facto auch an der runden 2.000er Marke (rote Linie) scheiterte.

Die parallelen blauen Linien stellen also eine Bären-„Flagge“ dar. Der Bruch der unteren blauen Linie könnte damit immer noch zum Start der nächsten Abwärtswelle führen. Aber insbesondere ein Rückfall unter die Tiefs vom August dürfte die Anleger noch stärker aus ihren Positionen treiben. Und dieses Tief ist mit dem Rücksetzer der Vorwoche wieder in bedrohliche Nähe gekommen (nur noch 3,45 % Abstand vom aktuellen Kursniveau aus).

Wann sich die Lage entspannen könnte

Letztlich ist es natürlich egal, wodurch ein solcher Rückfall ausgelöst wird. So ist nach Einschätzung von Beobachtern der Government Shutdown in den USA wieder etwas unwahrscheinlicher geworden, nachdem Oppositionsführer Boehner am Freitag seinen Rücktritt angekündigt hat. Aber völlig gebannt ist diese Gefahr dadurch natürlich nicht. Und selbst wenn doch, dann können aus China und anderswo oder von der demnächst beginnenden Quartalsberichtssaison neue schlechte Nachrichten eintreffen, die den nächsten Abwärtsschub auslösen.

Erst wenn – im Fall eines Rückfalls – die Kurse am August-Tief nach oben drehen und so einen ersten belastbaren Boden bilden bzw. nachhaltig über die 2.000er Marke oder besser noch über das September-Hoch steigen, dürfte vorerst das Schlimmste überstanden sein. Und dann bestehen gute Aussichten auf eine Jahresendrally und damit einen versöhnlichen Jahresausklang an den Börsen.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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