In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: RWE ist um 90 Prozent seit dem Hoch eingebrochen, kann man sich die Aktie nun ohne Bedenken langfristig ins Depot legen? ...
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Alles wartet auf die Fed. Und dazu ist alles schon gesagt. So kann ich etwas tun, was ich sonst sehr selten im Steffens Daily mache, ich gehe auf eine bzw. auf zwei Einzelaktien ein: Die Versorger E.On und RWE.

Diese sind in den vergangenen Tagen erheblich unter Druck gekommen. „Der Spiegel“ hatte berichtet, dass den beiden Versorgern sowie Vattenfall und EnBW möglicherweise Rückstellungen in Höhe von 30 Mrd. Euro im Zusammenhang mit dem Atomausstieg fehlen. Diese Summe soll das Ergebnis eines Gutachtens im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums gewesen sein. Zwar sollen die bisherigen Rückstellungen in Höhe von 39 Mrd. ausreichen, die Atomkraftwerke zurückzubauen, aber für die Endlagerung des Atommülls würde zusätzlich noch diese zusätzliche Summe benötigt. Das Bundeswirtschaftsministerium wies etwas später diesen Bericht zurück, die Zahlen in Höhe von 30 Mrd. Euro seien völlig unrealistisch. Trotzdem reagierten die Aktien mit weiteren Kursverlusten, nachdem die Aktien seit Mitte August sowieso schon stark verloren haben.

50 Prozent Verlust in zwei Monaten, 90 Prozent seit dem Hoch

RWE stand zum Beispiel am 20.07.15 noch bei 20 Euro und sank nach der Nachricht am 15.09.2015 bis auf 10,18 Euro im Tief. Das ist ein Verlust von 50 Prozent in nur zwei Monaten. Vom Hoch bei 102,54 Euro am 07.01.2008 hat die Aktie damit sogar 90 Prozent in sieben Jahren verloren.

Nachkauf? Nur bei Indizes!

Die Versorger sind übrigens ein weiteres schönes Beispiel dafür, warum man, sofern man die Nachkaufstrategie verfolgt, nicht in Einzelaktien, sondern immer nur in Indizes investieren darf! Schlimmer ist aber, dass die Versorger früher als DIE krisenfeste Aktien galten, schließlich wird Strom und Gas immer gebraucht, eben auch in Krisenzeiten. Es waren zudem die klassischen Witwen- und Waisen- bzw. Dividenden-Aktien. Ich möchte nicht wissen, wie viele der risikoaversen Anleger, diese früher einmal ach so sicheren Aktien noch immer im Depot haben. Das ist natürlich auch nicht gut für die Aktienkultur in Deutschland.

Diese beiden Aktien sind aber auch ein Beleg dafür, dass Sie, sofern Sie sich nicht täglich mit den Börsen beschäftigen und zudem in der Lage sind, schnelle Entscheidungen konsequent umzusetzen, ebenfalls eher Märkte als  Einzelaktien kaufen sollten. Der DAX hat schließlich in diesem Jahr im Gegensatz zu diesen beiden Werten ein neues Allzeithoch ausgebildet.

Interessante Kaufgelegenheit?

Auf die Idee, diese Aktien zu besprechen, bin ich gekommen, da ein Leser fragte, wie es denn charttechnisch mit den Aktien aussehe, ob sie denn nicht langsam interessant wären.

Insolvenzchart

Ganz ehrlich, eigentlich sind die Kursbilder bei E.On und RWE klassische „Insolvenzcharts“. Sie müssen sich dabei einfach klarmachen, dass – wenn eine Aktie in wenigen Jahren 90 Prozent ihres Wertes verliert -, das Gründe hat – und zwar gute Gründe. Ich gehe zwar jetzt noch nicht davon aus, dass einer der beiden DAX-Werte Insolvenz anmeldet, aber das Risiko ist durch diesen Kursverlust stark erhöht. Das sollte Sie wissen, bevor Sie in solche Aktien investieren.

Eigentlich ähnelt dieser RWE-Chart einem Insolvenz-Chart

Zudem möchte ich nicht wissen, wie viele Trader, Zocker und Spekulanten sich an dieser Aktie bereits die Finger verbrannt haben. Ich kenne keinen Trader, der nicht wenigstens einen Versuch gestartet hat, in einen der beiden Aktien zu investieren und damit Verluste gemacht hat. Und das ist einfach typisch.

Eine Psycho-Komponente

Dem liegt ein klassischer Fehlgedanke zugrunde, nämlich: Jetzt ist die Aktie bereits so weit gefallen, jetzt kann es doch gar nicht weiter runter gehen. Es kann! Es kann immer! Es ist eine typisch menschliche Art des Denkens, da der Mensch immer nur in Grenzen (Räume) denken kann. Jetzt ist eben fast das untere Ende des Raumes erreicht, jetzt muss die Aktie doch wieder steigen. Es gibt in Charts aber kein wirkliches Unten - prozentual gesehen kann eine Aktie (rein theoretisch) über Jahre jeden Tag um 50 Prozent fallen.

Das Problem bei einem Long-Trade auf solche Aktien ist, dass er ein ganz schlechtes Chance- / Risiko- Verhältnis hat. Die Aktie macht seit sieben Jahren nichts anderes, als zu fallen. Sie setzen mit einer Long-Position gegen einen überaus starken Trend. Auch das sollte man sich klar machen, wenn man hier versucht aufzuspringen. Wären Sie hingegen mit dem Trend gegangen, hätten also auf fallende Kurse gesetzt, hätten Sie in den vergangenen Jahren viel Gewinn erwirtschaften können!

Depot-Harakiri

Aber es ist logisch, dass nach diesem Ausverkauf der vergangenen Tage, und das war es tatsächlich, das Interesse der Trader steigt. Solch ein Ausverkauf nutzen viele Trader, um kurze und schnelle Gewinn zu machen. Wenn Sie also die Risiken kennen, können Sie an markanten Marken einen Einstieg versuchen, immer mit dem Finger auf dem Verkaufen-Button. Denn bei Trades gegen den Trend dürfen Sie niemals hoffen oder glauben. Sie müssen vorher (!) eindeutig festlegen, wo Sie aussteigen werden und diesen Ausstieg auch konsequent umsetzen. Alles andere ist Depot-Harakiri.

Die Target-Trend-Methode im Extrem

Gut, ich habe oben als Beispiel mal den RWE-Chart mit der Target-Trend-Methode vorgestellt. Das hat keinen besonderen Grund, er war aus charttechnischer Sicht einfach etwas klarer als der E.On-Chart.

Sie sehen hier sehr schön, wie die Target-Trend-Methode auch in solchen Situation sehr gut funktioniert. Die Rechtecke beschreiben nahezu perfekt den Kursverfall (das Ursprungsrechteck stammt aus den Jahren 1998 bis 2002). Und selbst nach dem Einbruch der vergangenen Tage kommt der Kurs im Bereich der aktuellen Rechteckuntergrenze bei 10,297 Euro zum Stehen. Hier hätte man zum Beispiel einen kleinen Trade wagen können. Insbesondere mit dem Hintergedanken: „Ausverkauf“ und psychologisch relevante Marke. Und wie ich gerade sehe, steigt die Aktie heute auch schon zweistellig.

Es wäre aber ein kleiner Trade gewesen, da es ansonsten wenige Hinweise auf einen kurzfristigen Boden gibt/gab. Besser wäre es, wenn sich eine starke Umkehrformation ausbilden würde, doch davon ist zurzeit noch nichts zu sehen. Und natürlich, wenn die 10.00 Euro Marke auch noch fallen sollte, werden die Kurse mit hoher Wahrscheinlichkeit noch einmal deutlich abwärts rutschen. Dann kann man bei der nächsten Rechteckkante, also bei ca. 7,50 Euro einen erneuten Versuch starten und so weiter.

Warum so kompliziert?

Deutlich einfacher wäre es aber eindeutig gewesen, in Trendrichtung auf fallende Kurse zu traden – wenn Sie sich die Rechtecke anschauen. Stellen Sie sich einfach vor, Sie wären bei jedem Bruch der Rechteckbegrenzung Short gegangen. Das Ergebnis: ein paar kleine Fehltrades und einige große Gewinntrades.

Und ist die Aktie nun interessant?

Wenn Sie mich also fragen, ob die Aktie mittlerweile interessant ist, muss meine Antwort lauten:

Nach so einem Ausverkauf kann man als erfahrener Trader mal versuchen, eine Gegenbewegung mitzunehmen – wie man sieht hätte das sogar funktioniert. Aber insgesamt, ohne eine klare Bodenformation, sollte man solchen Aktien fernbleiben, denn Sie wissen nicht, ob nach einer kurzen Erholung die starke Abwärtsbewegung doch noch weiter geht. Da gibt es einfach bessere Aktien mit einem besseren Chance-Risiko Verhältnis.

Und langfristig? Wo sie doch so preiswert ist?

Sie meinen, die Aktie müsste langfristig steigen? Mindestens einer der beiden Kandidaten wird überleben. Also investiert man in beide Aktien und hat dann irgendwann dicke Gewinne im Depot?

Klar, das ist sicherlich möglich – aber es kann eben auch ganz anders kommen. Wer sagt Ihnen, dass die Aktien nicht doch noch um weitere 50 Prozent fallen und anschließend viele Jahre brauchen werden, um wieder das aktuelle Kursniveau zu erreichen? Auf lange Sicht und unter dem Strich ist es immer besser, langfristig in Stärke zu investieren als in Schwäche. Aber ich weiß nicht, was mit den Versorgern geschehen wird. Ich sehe nur Charts und Chance-Risiko-Verhältnisse. Das ist alles. Aus meinem Blickwinkel ist das besser, als sich auf Vermutungen zu verlassen.

Denken Sie immer daran: An den Börsen ist alles möglich, auch das Gegenteil der Vernunft! E.On und RWE waren die vergangenen Jahre schon sehr gute Beispiele dafür!

Viele Grüße

Jochen Steffens


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