In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Befindet sich der DAX bereits in einer Blase? ...
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Inhaltsverzeichnis

Rally, Übertreibung, Blase – was macht der DAX?

Kaum gerät der DAX so langsam in eine kleine Übertreibungsphase, liest man die erstaunlichsten Dinge. Wir befänden uns bereits in einer Blase, die Gefahr einer „irrationalen Übertreibung“ sei groß, es seien Panikkäufe zu beobachten, ja sogar ein Vergleich mit dem sagenhaften Anstieg der VW-Aktie im Jahr 2008 wird bemüht.

Man muss sehr genau unterscheiden, zwischen einer gesunden Rally, einer kleiner Übertreibungsphase in einem gesunden Aufwärtstrend, einer wirklichen Übertreibungsphase, die meist am Ende einer Rally auftaucht und einer Blase, die eben eine „irrationale Übertreibung“ darstellt. Aktuell befinden wir uns meines Erachtens in einer Rallyphase und in dieser erleben wir eine kleine Übertreibung. Mehr ist es noch nicht.

Sind die Bewertungsmaßstäbe außer Kraft gesetzt?

Im Moment behaupten aber vor allem die sonst eher konservativen und sehr auf Fundamentaldaten ausgerichtete Analysten, dass wir uns bereits in einer Blase befinden. Muss man da nicht aufhorchen? Der Hintergrund ist, dass nach ihren Bewertungsmaßstäben die Aktienbewertungen schon sehr hoch sind. Und das ist auch korrekt.

Die Sondersituation niedriger Zinsen

Doch es gibt ein klitzekleines Problem dabei: Aufgrund der extrem niedrigen Zinsen und der dadurch bedingten fehlenden Alternative „Anleihen“ kann man diese herkömmlichen Bewertungsmaßstäbe nicht mehr anwenden. Durch die Niedrigzinspolitik der Notenbanken weltweit verschieben sich die Bewertungen. Um es mal stark vereinfach auszudrücken: Eine Aktie, die bei einem Leitzins von sechs Prozent als teuer gilt, ist bei einem Zinssatz von quasi null vergleichsweise preiswert. Würden aber die Zinsen bald wieder auf sechs Prozent steigen, dann wandelt sich dieses Label „preiswert“ sofort wieder in „teuer“ um.

Da wir aber nicht davon ausgehen können, dass die Zinsen in absehbarer Zeit auf sechs Prozent steigen, müsste man zumindest für diese Zeit das Bewertungssystem für Aktien anpassen. Das Problem ist nur: Es gibt keine „historischen“ Vergleichsmöglichkeiten und deswegen ist dies nahezu unmöglich. Und so kann man lediglich festhalten: Die gewohnten Bewertungsmethoden greifen zurzeit nicht. Und das wird so lange bleiben, bis die Zinsen wieder deutlicher steigen.  

Wichtiger selbstkritischer Einwand

Allerdings bleibt natürlich ein kleines mulmiges Gefühl. Mir ist sehr bewusst, dass immer dann, wenn insbesondere in den breiten Medien irgendetwas davon zu lesen war, dass nun alte Bewertungssysteme bei Aktien nicht mehr gelten (erinnern Sie sich an die Dotcom- Blase), ein Crash nicht mehr weit war. Bisher glaube ich aber, dass diese Begründung der niedrigen Zinsen im Verhältnis zu der Bewertung von Aktien ein durchaus plausibles Argument ist. Aber das ist etwas dünn, also müssen weitere Hinweise her:

Die nackten Tatsachen

Kommen wir zu den Tatsachen und machen wir es uns hier zunächst einfach. Dazu ein Blick auf die bekannte Analyse des Euro-Charts:

 

Der Euro ist von 1,40 Dollar im Mai vergangenen Jahres auf jetzt ca. 1,06 Dollar gefallen. Das ist ein Einbruch von 25 Prozent. In der gleichen Zeit ist der DAX von 9.800  auf jetzt 11.800 Punkten gestiegen, also um knapp 20 Prozent.

Wenn Sie sich nun vorstellen, dass die Gewinne und die Umsätze der deutschen DAX-Unternehmen lediglich gleich geblieben wären, und der Kurs einer Aktie den „realen“ Wert eine Aktie wiedergeben würde, dann müsste der DAX, um den Einbruch des Euros wieder gutzumachen, tatsächlich so stark ansteigen. Etwas besser erkennt man das, wenn man sich den DAX aus Sicht eine ausländischen Anlegers anschaut. Werfen wir dazu einen Blick auf den DAX in Dollar umgerechnet (hier als DAX-Future, da bei Tradesignal die Umrechnung im „normalen“ DAX nicht angeboten wird):

 

In diesem Chart würde kein Mensch von einer Blase oder einer irrationalen Übertreibung reden. Nicht einmal die Hochs im Juni wurden erreicht. Man könnte somit den gesamten Anstieg des DAX seit Anfang des Jahres auf den fallenden Euro schieben.

Die Schere, die wieder zusammengeht

Ein weiterer Hinweis ist die Schere zu den US-Indizes, die der DAX gerade schließt, nachdem er 2014 ein Jahr lang eine deutliche Underperformance zu diesen aufwies (siehe auch Steffens Daily vom Dienstag). Auch das belegt eher, dass es sich bei der Entwicklung des DAX nicht um eine maßlose Übertreibung handelt, sondern eher um ein „Aufholen“ zu den US-Indizes.

Mangelndes Interesse der Massen

Und ein noch ein Punkt passt nicht so recht ins das Bild einer Blase: Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hat ermittelt, dass die Zahl die Aktionäre in Deutschland weiter rückläufig ist. Demnach sank die Zahl der Aktionäre im Jahr 2014 um rund 400.000 auf jetzt 4,1 Millionen. Das sind 6,4 Prozent der Bevölkerung. Auch hier sind wir also noch weit von einer Blase entfernt.

Fazit:

Die Hinweise sprechen also lediglich dafür, dass wir uns in einer starken Rally befinden, die gerade in eine kleine Übertreibungsphase übergegangen ist, der nun eine Konsolidierung folgen könnte. Wenn das geschieht, sollte man im Anschluss eigentlich von weiter steigenden Kursen ausgehen, da die Rahmendaten „niedrige Zinsen, niedriger Euro, niedriger Ölpreis und eine robuste Wirtschaft“ unterstützen.

Erst wenn der DAX sehr stark weiter steigt und sich gleichzeitig der Euro fangen sollte, würden wir in eine Übertreibungsphase übergehen. Von einer wirklichen Blase würde ich tatsächlich erst ausgehen, wenn der DAX innerhalb der kommenden zwei Jahre auf 17.000 bis 20.000 Punkte steigt.

Viele Grüße

Jochen Steffens

PS Wir sehen, dass der DAX gerade mit der Mittellinie bei 11.794 Punkten kämpft. Damit wird diese Linie, die es nur nach der Target-Trend-Methode gibt, schön bestätigt.


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US-Konjunkturdaten

In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 36.000 auf 289.000 Anträge gefallen. Analysten hatten nur einen Rückgang auf 305.000 vorhergesagt. Dabei soll es keine speziellen Faktoren gegeben haben, welche diese Daten beeinflusst hätten. Der Wert für den gleitenden Vierwochenschnitt fiel um 3.750 auf 302.250.

Der starke Aufwärtstrend bei den Erstanträgen wurde zunächst wieder unterbrochen. Trotzdem stellen wir noch eine Aufwärtsbewegung fest, da auch die tieferen Werte ansteigen. Das muss weiter beobachtet werden.

 


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