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Inflation, Deflation, Gold und Zinsen

Ausgabe vom 19.02.2015

Zwei Themen beschäftigen heute den Markt: Zunächst hat Griechenland den Antrag auf Verlängerung der Hilfsprogramme nun doch gestellt. Die Märkte drehten daraufhin deutlich ins Plus. Allerdings konnte der DAX trotzdem nicht nachhaltig die 11.000er Marke überwinden. Später kam die Meldung, dass Deutschland den Antrag so nicht akzeptieren will, der DAX rauschte wieder abwärts.

Das andere Thema war das Sitzungsprotokoll der Fed, das gestern veröffentlicht wurde:

Die Fed scheint etwas Sorge zu haben, dass eine zu starke oder frühe Anhebung der US-Leitzinsen die Erholung der US-Wirtschaft zu sehr beeinträchtigen könnte. Das zumindest geht aus dem Protokoll der Notenbanksitzung hervor.  Fed-Chefin Janet Yellen bestätigte, dass es auf der Zinssitzung im März zu keiner Zinserhöhung kommen werde. Analysten sind nach diesem Protokoll der Ansicht, dass es wahrscheinlich auch im Juni noch nicht zu einer solchen Zinswende kommt.  

Doch nicht nur die eigene Konjunkturentwicklung macht den US-Notenbankern Sorge, sondern auch mögliche Einflüsse einer sich ausweitenden Wachstumsschwäche in China sowie der Ukraine-Krise. Besonders ersteres könnte sich negativ auf das US-Wirtschaftswachstum auswirken. Insgesamt sieht es so aus, als würde die Fed eher zu zögerlich vorgehen. Das könnte zu einer interessanten Investmentchance führen:

Die verrückte Welt der Börse oder die Masse, die immer falsch liegt

Erinnern Sie sich: Beim letzten Mal, als nach der Lehman-Brothers-Pleite und den dann folgenden massiven Zinssenkungen die Inflationsgefahr das Hauptthema in den Medien war, konnten Sie hier im Steffens Daily lesen, dass es gar keine Inflationsgefahren gäbe, sondern vielmehr eine Deflation droht. Und obwohl die fundamentale Grundlage für eine Inflation fehlte, stiegen viele Anleger in Gold ein, um sich vor der Inflation zu schützen. (Aus Sicht der US-Anleger machte das bei einem fallenden Dollar auch Sinn, aber darum geht es hier nicht). Was geschah? Es kam eben doch zu der Deflation. Und das hatte Folgen: Der Goldpreis brach von knapp 2.000 Dollar auf 1.200 Dollar ein und zahlreiche Anleger verloren viel Geld.

Warum schreibe ich das? Einfach aus dem Grund, weil das Bild sich jetzt zu drehen beginnt. Wir sehen, dass die Fed zögerlich ist, die Zinsen zu schnell anzuheben. Und damit öffnet sie einer möglichen Inflation die Tür. Wenn nun Gold doch ein Inflationsschutz ist, müsste man eigentlich Gold kaufen, da die Börsen ja Entwicklungen vorweg nehmen.

Aber Vorsicht, noch ist es nicht soweit. Im Moment wird in den Medien weiterhin das Thema Deflation gespielt. Gold zeigt, wie gestern beschrieben, nach einer Zwischenrally weiterhin Schwäche. Und das ist auch logisch. Steigende Zinsen in den USA werden zunächst den Dollar stützen – Gold wird in Dollar gehandelt, also belasten steigenden Zinsen den Goldpreis – noch.

Was sich jetzt niemand vorstellen kann

Wenn aber die Fed zu lange zögert und das starke Wirtschaftswachstum zu einer Lohn-Preis-Spirale führt, wird es gefährlich. Denn die USA ist extrem abhängig von der Binnennachfrage. Steigende Löhne werden also die Konsumbereitschaft erhöhen, was zu weiter steigenden Löhnen führen kann. Startet dieser Kreislauf, dann ergibt sich tatsächlich ein Inflationsszenario.

Es ist genau das gleiche wie bei der Goldpreisrally nur umgekehrt: Während die fundamentalen Hintergründe sich während des Kursanstiegs immer weiter aushöhlten, da sich immer mehr eine Deflation abzeichnete, stieg Gold steil weiter. Doch irgendwann setzte sich der fundamentale Hintergrund durch, Gold brach ein.

Im Moment dreht sich der Prozess um: Während Gold weiter fällt, wachsen die Inflationsgefahren und irgendwann wird der Goldpreis darauf reagieren und steigen. Das wahrscheinlich zu einem Zeitpunkt, wenn Gold ganz vom Einkaufszettel der Anleger verschwunden ist. Das ist auch der Grund, warum ich denke, dass Gold erst noch einmal dreistellig notieren wird.

Erste Reaktionen

Bei der genaueren Betrachtung und Analyse des Goldpreises ist bereits jetzt zu erkennen, dass sich erste Anzeichen der Stärke ergeben (siehe gestrige Analyse). Wie gestern beschrieben, reichen diese noch nicht, um wirklich bullishe Signale zu generieren. Aber sie fallen auf.

Ich denke, dass hier bereits sehr früh starke Hände ganz vorsichtig anfangen, sich zu positionieren. Und diese starken Hände werden alles tun, um eben mit diesem Einstieg keine bullishen Signale auszulösen. Dieser Prozess kann also durchaus noch einige Zeit (ich rede hier von Monaten oder sogar Jahren) dauern. Aber, wie immer im Steffens Daily, möchte ich Sie schon sehr früh darauf aufmerksam machen.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens


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