In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Forex Broker durch Bewegung des Schweizer Franken pleite ...
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Der Schritt der Schweizer Nationalbank, die Bindung an den Euro aufzugeben, hat dramatische Folgen. Der britische Broker Alpari UK musste Insolvenz anmelden, und selbst ein Broker in Neuseeland, Global Brokers, stellt den Betrieb ein. Weltweit sind weitere Forex-Broker in Schieflage geraten – es kann sogar sein, dass das noch wesentlich größere Wellen schlägt. Selbst der größte US-Forex-Broker FXCM hat durch den starken Anstieg des Schweizer Franken Verluste in Höhe von bis zu 225 Millionen Dollar erlitten und ist damit wohl ebenfalls in Schwierigkeiten geraten. Dazu die Kursentwicklung der börsennotierten FXCM:

Vorbörslich war die an der NYSE gelistete Aktie hier in Frankfurt knapp 90 Prozent im Minus – man konnte in FFM noch handeln – dann wurde sie zum Handelsbeginn in den USA vom Handel ausgesetzt.

Der Margin Call

Doch wieso sind diese Forex-Broker in Schieflage geraten?

Bei Börsentermingeschäften (Futures, Devisentermingeschäften, etc) wird nicht die gesamte Wertsumme des zugrundeliegenden Index/Devisenpaares hinterlegt. Das wäre auch kaum möglich, da man ansonsten gigantische Summen aufbringen müsste, um handeln zu können (Dazu ein aktuell sehr einfach zu rechnendes Beispiel: Im DAX-Future, in dem ein Punkt 25 Euro entspricht, müsste man zurzeit 10.000 Punkte * 25 Euro = 250.000 Euro aufbringen, um nur einen Kontrakt zu handeln! Bei vier Kontrakten bräuchte man danach schon eine Millionenen Euro).

Um das Problem zu umgehen, wurde die Margin (Sicherheitsspanne) erfunden. Die Margin ist eine Summe X, die jeder hinterlegen muss, um an einem Börsentermingeschäft teilzunehmen. Beim DAX-Futures sind das um die 13.000 Euro. Diese 13.000 Euro ist die „Spanne“, in der ein gekaufter Kontrakt ins Minus laufen kann.  Oder anders ausgedrückt: Gerät die noch nicht realisierte Position ins Minus, deckt die hinterlegte Summe diese Verluste zunächst ab. Gerät sie jedoch so sehr ins Minus, dass die Gefahr besteht, dass das hinterlegte Kapital nicht ausreicht, fragt der Broker entweder nach, ob der Anleger Geld nachschießen will, oder, was mittlerweile verbreiteter ist, die Position wird zwangsliquidiert, d.h. vom Broker automatisch geschlossen. Damit will der Broker sich, aber natürlich auch den Kunden absichern.

Wenn der Risikopuffer versagt

Nun stieg der Schweizer Franken nach der Ankündigung der Nationalbank nahezu augenblicklich um ca. 20 Prozent, und das ist, wie ich gestern schon schrieb, im Devisenmarkt ein gigantischer Sprung.

Das ging so schnell, dass dieser Schutzmechanismus nicht mehr funktionierte, weil die Position nicht rechtzeitig liquidiert werden konnte. Und jetzt stehen riesige Verluste in den Büchern. Im Prinzip haften natürlich die Kunden, denn diese haben eine Nachschusspflicht und müssen bei dem Broker ihre aufgelaufenen Verluste ausgleichen.

Das Problem ist aber, dass die entstandenen Verluste erst einmal direkt an den Broker weitergegeben werden und dieser die Forderung eigentlich sofort erfüllen muss. Bei den Kunden, bei denen die Margin weg ist, muss der Broker das restliche Geld erst einfordern und das kann bekanntlich dauern.

Wenn also die aufgelaufenen Verluste die Kapitaldecke des Brokers übersteigen und das geschieht schnell bei den hohen Hebeln, die im Forex-Bereich üblich sind, kann der Broker nur noch Insolvenz anmelden. Selbst wenn die Kapitaldecke ausreicht, kann es noch sein, dass diese dann nicht mehr den regulatorischen/behördlichen Anforderungen genügt. Im Insolvenzverfahren werden dann allerdings die bestehenden Forderungen gegenüber den Kunden eingezogen. Die Kunden kommen also trotz der Insolvenz des Anbieters nicht drumherum, ihre Verluste auszugleichen. Und diese Verwerfungen im Devisenmarkt wird einige ruiniert haben. Das heißt, dass auch hier nicht alles verlorene Geld vom Insolvenzverwalter eingebracht werden kann. Zumal dieses Verfahren Monate bis Jahre dauern kann (zum Beispiel, wenn die Forderungen per Gerichtsbeschluss eingeklagt werden müssen).

In den kommenden Tagen werden wir noch viel mehr darüber hören, wer alles wieviel Geld verloren hat. Insbesondere da es auch Broker gibt, die Stopps garantieren. Aber auch andere Institute werden von den Devisenturbulenzen betroffen sein. Gerade hat die Deutsche Bank gemeldet, dass sie 150 Mio. Euro durch den Anstieg verloren hat.

Der schwarze Schwan

Es ist eben das, was schon so viele Broker, Fonds und Banken und andere ruiniert hat: An den Börsen kann immer alles passieren und auf jeden Fall schon mal das Unerwartete - das, womit niemand rechnet. Und zwar genau das, was somit auch nicht in den Risikoprofilen verzeichnet ist.

Und das habe ich auch schon so vielen Tradern erzählt: Der erste Blick muss IMMER auf das Risiko gehen. Und dort muss genau überlegt werden, was schlimmstenfalls geschehen kann. Man sollte dann davon ausgehen, dass das auch irgendwann einmal geschieht! Nur so kann man die Risiken einschätzen. Die meisten Anleger gehen viel zu blauäugig mit ihren Investments um. Firmen können urplötzlich Insolvenz anmelden, externe Faktoren können zu Kursreaktionen führen, die es noch nie zuvor gegeben hat, etc.

Öl könnte Boden ausbilden

Und dazu passt eben auch der Ölpreis, der von 160 Dollar auf 46 Dollar eingebrochen ist, damit hatte auch niemand gerechnet. Doch jetzt könnte sich ein Boden ausbilden, werfen wir daher zum Abschluss also noch einen Blick auf den Ölpreis:

Zu erkennen ist, dass die 50er Marke gerissen wurde und Öl noch auf 46,31 Dollar zurückging. Doch dann kam keine weitere Abwärtsdynamik mehr auf. Wie ich geschrieben hatte, es kann sein, dass er kurz noch durch die 50er Marke übertreibt und sogar noch bis 40 Dollar runter geht. Die Übertreibung war da, ging nicht so weit, stattdessen teste der Ölpreis erneut die 50er Marke. Auch ein erneuter Abverkauf gestern führte nicht zu neuen tieferen Tiefs. Das sind erste zarte (!) Hinweise, dass sich jetzt ein Boden ausbildet und sich der Ölpreis tatsächlich dann auch mittelfristig bei der 50-Dollar-Marke fängt.

Und da auch Gold und Silber anziehen, und Öl und Gold sich öfters parallel entwickeln, sind das weitere Hinweise, dass es womöglich ein Boden beim Öl gibt.

Wie tradet man so etwas?

Bleiben Sie hier bei den Wahrscheinlichkeiten. Sie haben nun eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Boden ausbildet. Man könnte also als kurzfristig orientierter Trader eine kleine Long-Position aufbauen, die man mit einem dichten Stopp, zum Beispiel unter dem bisherigen Tief bei 46,31 Dollar absichert. Wenn man verliert, hat man einen kleinen Verlust, der nicht wehtun sollte und wartet den nächsten Bodenversuch eine Ebene tiefer ab. Mehren sich aber die bullishen Hinweise, baut man diese Position vorsichtig und an den dann steigenden Wahrscheinlichkeiten ausgerichtet weiter aus. Der Stopp wird dann irgendwann auf Kaufkurs nachgezogen und dann muss nur noch diese unbedeutende Kleinigkeit gelingen, den perfekten Ausstieg zu schaffen.

Viele Grüße

Jochen Steffens

PS: Und natürlich noch folgende Meldung: Der DAX hat heute tatsächlich ein neues Allzeithoch ausgebildet. Dazu kommende Woche mehr in Ihrem Steffens Daily!


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