In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Schweizer Nationalbank wirbelt die Märkte durcheinander ...
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Inhaltsverzeichnis

Schweizer Nationalbank treibt DAX im weiteren Verlauf auf über 10.000 Punkte

Es gibt Tage an den Börsen, da wundert man sich nur noch. Schauen Sie sich folgenden Chart an, der aussieht als ob die Kursversorgung temporär zusammengebrochen wäre:

 

Doch es gibt einen fundamentalen Grund für diesen Kurseinbruch: Die Schweizer Notenbank gibt völlig überraschend den vor mehr als drei Jahren beschlossenen Mindestkurs von 1,20 Schweizer Franken (CHF) auf und schon rasselt der Euro in einem Rutsch mehr als 30 Prozent ins Minus auf 0,8289 CHF (sprich der CHF steigt). 30 Prozent sind bei Devisen ganze Universen.

Als Gründe für das Ende der Preisbindung nannte die Schweizer Nationalbank (SNB), dass die Anbindung an den Euro in einer Zeit eingeführt wurde, als der Franken massiv überbewertet war und das bei gleichzeitig großer Verunsicherung an den Finanzmärkten. Die Überbewertung des Franken habe sich seitdem reduziert, auch wenn er weiterhin hoch bewertet bleibt. Zudem hätte sich die Schweizer Wirtschaft in den vergangenen Jahren auf die neue Situation einstellen können.

Trotzdem vermuten Analysten, dass die SNB heute nach dem Einbruch wiederum interveniert hat,  um einen zu starken Anstieg des Schweizer Frankens zu verhindern. Und so konnte sich der Euro dann im Bereich der Parität fangen.

Natürlich reagierte auch der Schweizer Aktienindex (SMI) auf diese Nachricht. Zwischenzeitlich lag der Index knapp 14 Prozent im Minus, erholte sich dann aber ebenfalls wieder etwas. Hintergrund dieses Einbruchs ist natürlich die Sorge, dass ein stark steigender Schweizer Franken die Schweizer Wirtschaft stärker belasten wird.

Auch der Euro und der DAX  reagierten

Gleichzeitig rutschte auch der Euro von der 1,179er Marke auf ein Tief von 1,157 Dollar und erholte sich anschließend wieder bis in den Bereich der 1,17er Marke. Aber auch der DAX reagiert, und diese Reaktion schauen wir uns im Chart an:

 

Der DAX brach zunächst ein, konnte sich aber erneut im Bereich der schwarzen Linie fangen (roter Pfeil). Nachdem er ein Tief bei 9.637 Punkten ausgebildet hatte, erholte er sich und startete dann den nächsten Angriff auf die 10.000er Marke.

Ich frage mich derweil, wie viele Leute heute sehr, sehr viel Geld verloren haben. Interessant wäre es auch zu wissen, wie viele vielleicht sehr ungünstig ausgestoppt worden sind und nun ohne Positionen zuschauen, wie der DAX erneut die 10.000er Marke zu bezwingen versucht.

Erst Schock und dann der Ausbruch?

Denn es geschieht tatsächlich häufiger, dass ein Index oder auch eine Aktie vor einem wichtigen Ausbruch (im DAX die 10.000er Marke) gerne noch einmal die Anleger schockiert. Die Kurse werden dann zunächst genau in die andere Richtung getrieben, so dass zum einen viele Stopps ausgelöst werden und zum anderen viele Anleger aus dem Markt gedrängt werden.  

Ich weiß bis heute nicht, ob eben dieser Schock dann die Initialzündung für den Ausbruch ist oder eine vorherige und frühe Positionierung auf einen möglichen Ausbruchsversuch die Gefahr erhöht, dass eine Nachricht eine schockartige Reaktion verursacht. Ich beschreibe folgend die zwei Hintergründe:

Schock verursacht Ausbruch

Das kann man verkürzt so erklären: Eine „schockierende“ Nachricht führt zu fallenden Kursen, so dass viele kurzfristig orientierte Trader aussteigen, Stopps ausgelöst werden und die Computerprogramme ebenfalls verkaufen. Hinzu kommen Anleger und Computerprogramme, die bei dieser Bewegung auf fallende Kurse setzen (Short), da wichtige Marken nach unten gebrochen werden.

Im Tief löst sich dann der Verkaufsdruck auf. Das heißt, dort herrscht dann ein massiver Mange an Verkäufern. Sofort erholt sich der Kurs, weil die Trader einsteigen, um auf eine Gegenbewegung zu wetten. Diese Kursreaktion wiederum führt dazu, dass die Shorties, die kurz zuvor eingestiegen sind, anfangen, ihre Gewinne zu sichern oder Verluste zu begrenzen. (Wenn man einen Short auflöst ist das mit einem Kauf gleichzusetzen.) Auch das treibt den Kurs weiter gen Norden.

Da nun aber die Verkäuferseite durch den starken Abverkauf ausgedünnt ist, ziehen die Kurse selbst bei geringem Kaufinteresse massiv an, so dass oft der Einbruch relativ schnell wieder ausgeglichen ist. Daraufhin denken wiederum andere Anleger, dass der Abverkauf vielleicht das falsche Signal war und kaufen Positionen zurück. Jetzt reagieren auch die Computerprogramme, weil wieder Kaufsignale generiert werden. Zu diesem Zeitpunkt springen dann auch die letzten Shorties raus, die noch nicht zurückgekauft hatten, weil ihre Verluste sich ausweiten. Schlussendlich interpretieren immer mehr Anleger den schnellen Rückkauf des Abverkaufs als bullishes Zeichen und steigen ebenfalls ein. Aufgrund des zunehmenden Kaufdrucks steigen die Kurse dynamisch weiter. Und schon ist ein wichtiger Widerstand nach oben gebrochen.

Die andere Variante: Die zu frühe Positionierung auf einen Ausbruchsversuch initiiert einen schockartigen Kurseinbruch

Etwas anders gelagert ist diese Version: Im Hintergrund positionieren sich Anleger auf einen Ausbruch, mit dem sie nach ihren mittel- bis längerfristigen Prognosen rechnen. Trotzdem sind viele nervös, da sie eingestiegen sind, bevor das entscheidende Signal, eben der Ausbruch, stattgefunden hat. Das wird auch vielen kleineren Anlegern so gehen, insbesondere nach eine so langen Seitwärtsbewegung. Mit anderen Worten: Es befinden sich viele nervöse Aktienbesitzer am Markt. Nun kommt eine potenziell belastende Nachricht, und die oben beschriebene Verkaufskaskade startet. Wären nicht so viele Anleger bereits zu früh auf einen Ausbruch gewettet, würde dieser Kurseinbruch wesentlich schwächer ausfallen. Und tatsächlich, man kann sich fragen, warum der DAX fällt, wenn die SNB die Bindung aufgibt – mir fallen dazu nicht so wirklich Gründe ein.

Und so können solche schockverursachten Kurseinbrüche in der Intensität, wie wir sie im DAX heute gesehen haben, eben durch zittrige Positionierungen auf einen Ausbruch mitverursacht sein.

Wahrscheinlich waren es heute beide Faktoren zusammen, wobei ich grundsätzlich den erstgenannten Verlauf bei den meisten dieser Fehlsignale als Hauptgrund ansehen würde.

Was nun, sprach der DAX?

Der DAX konnte im weiteren Verlauf die 10.000er Marke überwinden und das könnte tatsächlich die Initialzündung sein, um auch das Allzeithoch nachhaltig zu brechen. Doch dazu muss man noch folgendes wissen: Mittlerweile zeigt sich eine klare Outperformance des DAX zu den US-Indizes:

 

Und zwar existiert diese Stärke seit dem 12.01.2015, wie man hier im kurzfristigen Chart erkennt (Rot : S&P500 / schwarz : DAX). Sie sehen, ich habe Sie nicht nur in den vergangenen Tagen bereits sehr frühzeitig auf diese Stärke hingewiesen, sondern bereits Ende 2014 geschrieben, dass das bald geschehen könne (siehe zum Beispiel den Steffens Daily vom 18.November).

Es wird nun spannend, ob die Stärke weitergeht und wie lange sie anhält. Aber es ist ein Zeichen dafür, dass wahrscheinlich US-Investoren ebenfalls die Korrekturgefahren in den US-Indizes sehen und denken, dass der Euro vielleicht im Bereich um die 1,20 Dollar einen Boden ausbilden wird. Diese verkaufen also die US-Indizes und steigen auf den DAX ein.

Gut, es sind erste klarere Hinweise, aber natürlich fehlt noch die Bestätigung für einen nachhaltigen Ausbruch über die 10.000er Marke. Dazu dann mehr in den kommenden Tagen.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

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US-Konjunkturdaten

In den USA stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 19.000 auf 316.000 Anträge. Analysten hatten einen Anstieg auf 295.000 erwartet, nach 297.000 zuvor.

Nun ist die Frage, wie dieser Anstieg zu bewerten ist. Im Januar werden oft die Arbeitskräfte entlassen, die von den Unternehmen für das Weihnachtsgeschäft zuvor angestellt wurden. Es sind zwar sainsonbereinigte Daten, allerdings ist eine perfekte Saisonbereinigung kompliziert. Der Wert für den gleitenden Vierwochendurchschnitt stieg um 6.750 auf 298.000.

Die US-Erzeugerpreise sind im Dezember um 0,3 Prozent zurückgegangen. Analysten hatten mit einem Rückgang um 0,4 Prozent gerechnet. Die Kernrate, ohne die Preise von Nahrungsmitteln und Energie, stieg hingegen um 0,3 Prozent. Hier hatten Analysten mit einem Anstieg von nur 0,1 Prozent gerechnet. Auf Jahressicht erhöhten sich die Erzeugerpreise um 1,1 (Vormonat: 1,4) Prozent.

Der Grund für den Rückgang sind die Energieerzeugerpreise, die um 6,6 Prozent nachgegeben haben.

Wie gestern geschrieben, wirken sich die sinkende Ölpreise bisher noch nicht auf die Kernraten aus.


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