In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Wie kann man seine mentale Stärke beeinflussen, um erfolgreicher zu werden? ...
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Inhaltsverzeichnis

Der Beruf des Trades – ein Traumberuf?

Zunächst zum Markt: Der US-Markt geht seit gestern spürbar in eine eher abwartende Haltung über. Das hatte und hat etwas damit zu tun, dass heute der ISM-Index des Dienstleistungsgewerbes und das Beige-Book der Fed (der Konjunkturbericht der 12 regionalen Fed-Banken) und am Freitag der offizielle US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht werden. Aufgrund dieser Zögerlichkeit der US-Märkte kann sich auch der DAX nicht so recht entscheiden, ob er nun die 10.000er Marke überwinden will oder nicht.

Bevor ich auf den ISM-Dienstleistungsindex (weiter unten in der E-Mail unter „US-Konjunkturdaten“) eingehe, bleibt also Zeit, ein wenig über das Traden zu plaudern.

Der Börsen-Trader

Zunächst verbinden viele Menschen mit dem Begriff des Traders eher romantische Gedanken. Frei von Vorgesetzten und Arbeitszeiten kann ein Trader in die Märkte einfallen und wie ein Pirat seine Beute machen. Es hat etwas von einem modernen Hasardeuren, dem Glamour, schneller Reichtum und Freiheit winken. Jeder von uns hat zu Anfang seiner Börsenphase Fantasien gehabt, die in eine ähnliche Richtung gehen. Aber das ist nur Theorie, kommen wir zur Praxis eines Day- oder Swing-Traders.

Die beständige Unsicherheit

Ein Trader sitzt gut und gerne täglich 12 bis 14 Stunden vor seinen meist mehreren Monitoren und schaut sich die Kursentwicklung, die Charts und die Nachrichten an, die über die Ticker jagen. Er hat natürlich verschiedene Analyse- oder Tradingmethoden entwickelt, mit denen er versucht in dem Chaos der Daten gewinnträchtige Setups herauszufischen – keine Frage. Doch es bleibt das Problem bestehen, dass er sich - so gut er auch werden wird – dessen nie sicher sein kann. Er platziert seinen Trade und in diesem Moment kann eine unvorhergesehene Nachricht diesen sofort tief ins Minus schicken. Und ein Trader weiß das. Es ist ihm schließlich oft genug passiert. Und so hat er immer dieses unsichere Gefühl im Nacken, es könnte etwas Schlimmes passieren, wenn er einen Trade eingeht. Er muss andererseits aber auch hoch nervös bleiben, damit er schnell genug reagieren kann, wenn tatsächlich etwas geschieht.

Die Unfähigkeit, dem Markt fernzubleiben

Und damit sind wir beim nächsten Punkt: Aus zwei Gründen wollen viele Trader ihren Tradingdesk nicht verlassen: Zum einen haben sie das Gefühl (resultierend aus überbewerteten Erfahrungen, siehe unten), dass genau dann, wenn sie weggehen, die wirklich guten Chancen kommen. Zum anderen wollen sie ihre Positionen überwachen (trotz Stopps), weil sie wie gesagt, stets mit Rückschlägen rechnen. Und so werden viele Trader von ihren Monitoren quasi gefangen gehalten – ohne zu merken, dass sie sich in einer Art Gefängnis befinden. Die Lebenszeit zieht vorbei und der Börsenalltag absorbiert das Leben. Opfer sind oft Familien, Freunde und Bekannte.

Zwei Aspekte, die sich unheilvoll gegenseitig verstärken

Es sind demnach zwei wichtige Faktoren: Die stete Unsicherheit verbunden mit dem unguten Gefühl, etwas zu verpassen, wenn man sich anderen Dingen widmet, vermischen sich zu einem beständigen Stress. Tatsächlich ist diese sehr hohe Belastung unter anderem ein Grund dafür, warum so viele Menschen in der Finanzbranche einen Burn-out erleiden.

Die mentale Zwickmühle

Aber das ist nicht alles. Der Trader ist noch mit einem anderen Problem konfrontiert und das hat mit der Art und Weise zu tun, wie Erfahrungen gespeichert werden. Der Mensch lernt am besten, wenn er eine Erfahrung mit einer Emotion koppelt – je stärker die Emotion, desto höher der Lerneffekt. Das gilt für gute ebenso wie für schlechte Erfahrungen. Das Gehirn geht dabei sehr pragmatisch vor: Es prüft nicht. Wenn der Mensch bei einer Erfahrung eine hohe Emotion erlebt, muss sie wichtig sein, also wird sie gut abgespeichert.

Nun ist es so, dass man als Trader öfters Fehltrades macht. Das ist eigentlich ganz normal. Aber man regt sich über die Verlusttrades meist deutlich heftiger auf, als sich über die Gewinntrades zu freuen. Das heißt, die Emotionen sind bei Verlusten stärker und so speichert das Gehirn diese auch besser ab.

Das allein ist schon wenig hilfreich. Aber selbst, wenn ein Trader gewinnt, kann er sich herrlich ärgern - weil er zu spät ein - oder zu früh ausgestiegen ist. Und so wird vom Gehirn selbst der Gewinntrade noch als „Fehlverhalten“ gespeichert und das entsprechend intensiv. Das führt dazu, dass ein Trader sich auf der emotionalen Ebene meist deutlich schlechter einschätzt, als er eigentlich ist (ganz unbewusst). 

Und diese Faktoren wiederum führen dazu, dass der Trader von den Börsen häufig mental zerrieben wird. Und das hat ähnliche Auswirkungen auf seine Psyche wie Mobbing, es ist wirklich vergleichbar. Stellen Sie sich vor, Sie würden bei einem Job von Ihrem Chef eigentlich nie gelobt. Wenn alles perfekt abläuft, gibt’s vielleicht ein dezentes Kopfnicken. Und selbst wenn Sie gut arbeiten, werden Sie bei dem kleinsten Anlass noch runtergemacht. Bei unvermeidbaren „Fehlern“ jedoch tobt Ihr Chef durchs Zimmer. Wer würde unter diesen Umständen noch Spaß an der Arbeit haben?

Das Verrückte daran ist nun, dass beim Trading Sie selbst dieser eklige Chef sind. Und deswegen kann man als Trader so schnell in eine mentale Schieflage geraten. Dabei zeigen alle Erfahrungen, dass - genau wie beim Sport - die mentale Verfassung beim Traden enorm wichtig ist, um zu gewinnen!

Nimmt man nun diese Punkte zusammen – hohe Unsicherheit, permanenter Leistungsdruck, hohe Wochenstundenzahl und das alles bei einer hohen mentalen Belastung – wird aus dem Traum vom freien Trader eher ein Alptraum, oder? Der Weg in die Depression scheint also vorgezeichnet.

Ein wirklich harter Job

Es ist leider tatsächlich so, dass Trader ein verdammt harter Job ist, den nur die wenigsten, die sich dort tummeln, so lange durchhalten, bis sie erfolgreich sind. Und nach dem oben Beschriebenen, wobei es sich lediglich um einen kleinen Teil der vorhandenen Probleme handelt, versteht man schon etwas mehr, warum mehr als 95 Prozent der Menschen, die vom Traden leben oder zumindest regelmäßige Einnahmen erzielen wollen, schlussendlich scheitern.

Dennoch wird über all diese Punkte so selten geschrieben– weil alle natürlich den Zauber und das glamouröse Licht der Börse aufrechterhalten wollen.

Wie kommt man aber aus der Falle raus?

Die Frage kann ich natürlich nur sehr kurz umschreiben – es wäre wahrscheinlich ein Thema für ein ganzes Buch.

Als erstes muss man sich eben diese Prozesse verdeutlichen. In einem zweiten Schritt muss man sie verinnerlichen. Und das allein ist schon ein mühsamer Weg. Schauen Sie sich dazu immer wieder an, wie Sie als Chef mit Ihnen als Trader umgehen und werden Sie ein guter Chef für sich selbst.

Du kannst keine Fehler machen

Im Weiteren geht es darum, das, was an den Börsen mit den eigenen Trades geschieht, nicht auf sich selbst zu beziehen. Dazu halte ich mir ständig einen Satz vor Augen, den man in diesem Zusammenhang erst allmählich wirklich versteht: Du kannst keine Fehler machen!

Schließlich weiß niemand, was in den kommenden Sekunden am Markt geschieht. Die Gesamtstrategie kann zwar suboptimal geeignet sein, um Gewinne zu erwirtschaften, dann muss man diese sicherlich verbessern. Aber beim einzelnen Trade gilt: Du kannst keine Fehler machen!

Stärken Sie Ihre positiven Erfahrungen, schwächen Sie die negativen

Ich hatte oben geschrieben: Alle Erfahrungen zeigen, dass genau wie beim Sport die mentale Verfassung beim Traden enorm wichtig ist, um zu gewinnen! Um die mentale Verfassung nicht zusätzlich zu schwächen, sollte man sich bewusst damit beschäftigen, wie man auf Gewinntrades und wie man auf Verlusttrades reagiert. Sie sollten alles tun, um die Emotionen bei einem Verlusttrade nach unten zu bringen und die Emotionen bei einem Gewinntrade zu steigern!

Bei Verlusttrades gilt beispielsweise: Gleichmäßig durchatmen, lächeln und möglichst schnell weiter mit dem Alltag fortfahren, so als wäre nichts gewesen (das tun die meisten übrigens bei Gewinntrades). Dann wird auch das Gehirn diesem Ereignis wenig Bedeutung beimessen.

Bei Gewinnen, und mag der Gewinn noch so klein sein, sollten Sie dagegen ihre Freude freien Lauf lassen: Aufspringen, tanzen, jauchzen, die Faust in die Luft strecken, es irgendjemanden erzählen, es twittern, auf Facebook posten, was weiß ich. All das hilft dem Gehirn, diese positive Reaktion intensiver abzuspeichern. Und dann verbessert sich nicht nur ihre mentale Verfassung, sondern sie machen ihrem Unterbewussten auch noch deutlich, was sie eigentlich wollen: Gewinnen! Und nur dann wird es auch entsprechend handeln.

Realistische Einschätzung

Insgesamt muss man sich schlussendlich noch klar machen, dass Traden ein komplizierter, langwieriger Weg ist, da man schließlich versucht, zu den wenigen Prozent der Besten einer großen Gruppe zu gehören. Das heißt, man muss viel lernen. Rückschläge sind dabei ganz normal auf diesem Weg. Sie sind aber eigentlich nur Herausforderungen, um noch besser zu werden. Und schließlich lernt man viel, wenn man diese Herausforderungen überwindet. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg des Erfolges.

Ich kann im Rahmen eines Newsletter natürlich nur sehr kurz und oberflächlich auf die vielschichtigen Faktoren der mentalen Stärke beim Traden eingehen. Aber ich wollte Ihnen auch nur einen kleinen Einstieg verschaffen - den Rest müssen sowieso Sie selbst erledigen.

Dabei wünsche ich Ihnen aber von ganzem Herzen viel Erfolg.

Viele Grüße

Jochen Steffens


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US-Konjunkturdaten

Der ISM-Dienstleistungsindex im November ist überraschend auf 59,3 Punkte angestiegen. Analysten hatten nur einen Anstieg auf 57,6 erwartet, nach 57,1 zuvor.

 

Da die Dienstleister ca. 80 Prozent der US-Wirtschaft ausmachen, ist dies ein positives Zeichen dafür, dass die US-Wirtschaft weiter wächst. Gleichzeitig erhöht das natürlich auch die Gefahr von früheren Zinserhöhungen in den USA.


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