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Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

es ist schon bemerkenswert: Da beschließt die EZB massive geldpolitische Lockerungsmaßnahmen (nach dem Motto: Nicht kleckern, sondern klotzen!) und gleichzeitig deutet sich in der Ukraine eine zarte Entspannung der Lage an. Und was machen die (europäischen) Märkte? Sie konsolidieren, statt nach diesen Vorlagen massiv durchzustarten. Verrückte Börsenwelt?

Nachrichten blieben ohne Wirkung auf die Märkte

Nicht unbedingt. Denn damit hat sich zum einen zunächst die Einschätzung aus der Verfallstagsanalyse zum DAX bestätigt (siehe Steffens Daily vom 08.09.2014), wonach eine Konsolidierung wahrscheinlicher war als ein sofortiger weiterer Anstieg. Zum anderen ist es ein guter Beleg dafür, dass Ereignisse und Nachrichten nur selten nachhaltig die Kurse beeinflussen. Wichtiger für die Börsen sind die Erwartungen, Befürchtungen, Hoffnungen oder Unsicherheiten der Marktteilnehmer. Aber in welche Richtung gehen diese momentan?

In den einschlägigen Finanzkommentaren wird dazu auf drei wichtige Ereignisse verwiesen, die in dieser Woche anstehen. Das sind neben dem schon erwähnten Verfallstag am Freitag die Fed-Sitzung bzw. die nachfolgende Pressekonferenz von Fed-Chefin Yellen am Mittwoch und das Unabhängigkeitsreferendum in Schottland am Donnerstag.

Die jüngste Konsolidierung der Aktienmärkte – vor allem in den USA – wird von den Analysten hauptsächlich mit Befürchtungen begründet, die Fed bzw. Frau Yellen könnten bereits beginnen, die Märkte auf eine baldige Zinserhöhung einzustimmen. Zur Begründung wird auf robuste Konjunkturdaten verwiesen, z.B. die starken US-Einzelhandelsumsätzen und ein unerwartet hohes Verbrauchervertrauen.

Die Angst vor der Fed ist unbegründet

Tatsächlich fielen die Konjunkturdaten aber eher gemischt aus, denn die Zuwächse im Einzelhandel bleiben trotz der jüngsten Verbesserung immer noch in einem seit 2011 intakten Abwärtstrend. Und dem überraschend besseren Verbrauchervertrauen stehen überraschend schlechtere Arbeitsmarktdaten gegenüber (siehe Steffens Daily vom 09.09.2014 und vom 11.09.2014). Eigentlich gibt es also keine Veranlassung für die Fed, bereits über Zinserhöhungen zu reden, zumal die Anleihekaufprogramme noch gar nicht vollständig beendet sind.

Die Konsolidierung der US-Aktienmärkte dürfte daher vor allem charttechnische und psychologische Gründe haben. Immerhin steht der S&P 500 vor der wichtigen 2.000-Punkte-Marke und der Dow Jones an seinem Allzeithoch. Für den Sprung darüber bräuchten die Anleger gewichtige Kaufgründe – und die fehlen ihnen offensichtlich derzeit.

Bezüglich des Unabhängigkeitsreferendums in Schottland stellt sich die Lage dagegen völlig anders dar. Bis Ende August lagen in Umfragen die Befürworter eines Verbleibs bei Großbritannien relativ klar vorne. Allerdings gab es stets eine recht große Gruppe von Unentschlossenen. Und in dieser gab es unlängst wohl eine Verschiebung, denn nach jüngsten Umfragen liegen nun erstmals die Befürworter der Unabhängigkeit vorn.

Das Schottland-Referendum ist brisanter

Das hat natürlich eine gewisse Brisanz. Denn viele Fragen im Zusammenhang mit einer möglichen Unabhängigkeit sind immer noch völlig ungeklärt. Das beginnt bei rein formalen Punkten, wie staats- und völkerrechtlichen Verträgen, geht aber bis hin zu konkreten Problemen wie der Frage, welche Währung Schottland künftig nutzen wird.

Hinzu kommt, dass Schottland wirtschaftlich sehr stark von der Finanzindustrie abhängig ist. Schottlands Hauptstadt Edinburgh ist der fünftgrößte Finanzplatz der Welt. Hier haben neben Banken und Versicherungen vor allem große Fondsgesellschaften ihren Sitz.

So entstehen viele Unwägbarkeiten, die eventuell auch Risiken für die Märkte bergen. Welche das sind und wie weit diese gehen, das wird breit diskutiert. Es ist allerdings müßig, ohne eine höchst aufwändige und tiefergehende Analyse der Gegebenheiten anzustellen, darüber zu spekulieren. Und so stellen wir uns auch in dieser Situation, wie gewohnt, einfach „hinter“ die Märkte.

Zwingt Schottland das Pfund in die Knie?

 Die entscheidende Frage für uns lautet also: Wie schätzen die Börsianer diese Risiken ein. Diese Frage lässt sich mit Hilfe der Charts inzwischen recht gut beantworten.

Das Britische Pfund beispielsweise ist gegenüber dem Dollar seit Juli deutlich gefallen (siehe folgender Chart):

GBPUSD

Quelle: MarketMaker

Dieser Rückfall beschleunigte sich Anfang September, als die oben erwähnten Umfragen eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein Unabhängigkeitsvotum signalisierten (siehe Pfeil). Allerdings ist diese Möglichkeit damit wohl weitgehend in den Währungskursen eingepreist.

Gelassene Reaktionen am Aktienmarkt

Die Reaktion am Aktienmarkt war weitaus weniger markant. Um das zu verdeutlichen, habe ich Ihnen im folgenden Chart den relativen Verlauf des britischen Leitindex FTSE 100 und der Royal Bank of Scotland (RBS) sowie der Lloyds Bank seit Anfang Juli dargestellt, und zwar im Vergleich zum großen Europa-Index STOXX 600. (Beide Banken haben ihren Hauptsitz in Schottland und wären daher von eine Unabhängigkeit voraussichtlich am stärksten betroffen.)

GB

Quelle: MarketMaker

Es ist deutlich zu erkennen, dass sich bis Mitte/Ende August sowohl der britische Markt (dicke blaue Kurve) als auch die beiden Bank-Aktien tendenziell besser als der gesamteuropäische Markt entwickelten (die Kurven stiegen in diesem Zeitraum). Bei der RBS gab es zudem nach den Quartalsergebnissen einen deutlichen Kurssprung nach oben.

Erst mit den neuen Umfragewerten zum Referendum kehrte sich diese Tendenz vorübergehend um (fallende Kurven ab 01.09.). Inzwischen holen die Kurse aber wieder erkennbar auf.

Fazit

Aus Sicht der Börsen erscheinen daher die Risiken aus dem Schottland-Referendum überschaubar zu sein. Das bedeutet allerdings nicht, dass ein solches Votum die Märkte völlig unberührt lässt. Stärkere Ausschläge sind bei einem entsprechenden Ausgang in jedem Fall möglich. Und die zeitliche Nähe zum Verfallstag dürfte diese zusätzlich verstärken.

Die konkreten Auswirkungen einer schottischen Unabhängigkeit – auch für die Börsen – dürften aber ohnehin erst später erkennbar werden, wenn entsprechende Details geklärt bzw. absehbar sind. Dann werden gegebenenfalls auch die Börsenkurse wieder reagieren. Dennoch sollten Sie in den kommenden Tagen eher vorsichtiger reagieren, denn das Potenzial für Rückschläge ist zweifellos vorhanden.

Im Fall einer "Erleichterungsrally" hingegen könnten die Kurse natürlich nach oben ausbrechen und die bisherigen Aufwärtstrends fortsetzen. Dann ist allerdings immer noch genug Zeit, um auf diesen Zug aufzuspringen.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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