In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Das Kursziel im DAX lautet jetzt 9.000 Punkten, allerdings gibt es noch eine Hoffnung für die Bullen. ...
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Inhaltsverzeichnis

Wie weit geht die Konsolidierung im DAX?

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die heute den DAX belasten. Einerseits kam eine Meldung aus Portugal, nach der die führende Bank Portugals, die Banco Espírito Santo (BES), im ersten Halbjahr 2014 einen Rekordverlust von 3,57 Milliarden Euro erlitten hat. Der hohe Fehlbetrag sei auf "außerordentliche Faktoren" zurückzuführen, wie die Bank mitteilte. Wertminderungen und Rückstellungen für Schadensmöglichkeiten hätten allein mit 4,25 Milliarden Euro belastet. Zudem kündigte sie eine Kapitalerhöhung an, und auch der Verkauf von Geschäftsteilen der Bank wird geprüft.

Damit kommen natürlich gleich erneute Sorgen auf, dass die Schulden- und Bankenkrise in Europa wieder aufflammen könnte. So gesehen reagierte der DAX am Morgen eigentlich noch sehr moderat, mit einem Minus von ca. einem Prozent bis zum Mittag.

US-Wirtschaft wächst und Fed verändert ihren Inflationsausblick

Zumal es noch weitere wichtige Aspekte gibt. Das US-Bruttoinlandsprodukt hat im zweiten Quartal um stattliche vier  Prozent zugelegt, wie gestern schon vermeldet wurde. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg um drei Prozent gerechnet.

Für diesen Anstieg sind sicherlich unter anderem auch Nachholeffekte nach dem strengen Winter in den USA verantwortlich, aber er belegt trotzdem ein anständiges Wachstum der US-Wirtschaft. An sich eine gute Nachricht, zumindest vordergründig betrachtet. Aber ein „zu“ starkes Wachstum der Wirtschaft lässt bei Anlegern die Sorge entstehen, dass die Fed ihre Straffung der Geldpolitik doch früher forcieren könnte, als bisher angenommen. In diesem Zusammenhang sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die Fed erst dann weitere Schritte zur Straffung der Geldpolitik einleiten muss, wenn das Wirtschaftswachstum auch zu einem Anstieg der Inflation führt. Und genau dazu hat die Fed in ihrem gestrigen Statement zur Zinssitzung etwas Entscheidendes verändert: Hieß es bisher noch, die Inflation notiert langfristig unter dem Ziel von zwei Prozent, heißt es nun, sie habe sich dem Ziel schon etwas genähert. Und das ist der entscheidende Punkt, der für eine langsame Normalisierung spricht, welche die Fed eben zu restriktiveren Maßnahmen bewegen wird. Aber, und das sollte man nicht vergessen, wir reden hier noch (!) von Nuancen!

Solche Nachrichten treffen im Moment einen Markt, der sowieso schon unter den schwachen Sommerumsätzen leidet - ein weiterer Faktor. Und so kam es dann auch erst mit Eröffnung der US-Indizes zu weiterem Verkaufsdruck im DAX, was ein Hinweis darauf ist, dass die Nachrichten aus den USA höher gewichtet werden.

Das halbleervolle Glas

Wie drückte es ein Trader heute Morgen treffend aus: Man hat im Moment das Gefühl, von allen Seiten prasseln die negativen Nachrichten auf den Markt. Wie lange hält der Markt dem noch stand?

Aber man könnte das Ganze auch anders sehen: Der Markt hält sich, insbesondere in den USA, trotz dieser schlechten Nachrichten geopolitischer und ökonomischer Art erstaunlich gut. Das Glas ist eben immer halbvoll oder halbleer, so wie man es sehen will.

Mir liegen beide Ansichten nicht. Ich kann immer nur wieder den Tipp geben: Versuchen Sie nicht herauszufinden, welche Theorien richtig sind, oder wohin sich der Markt bewegen wird, sondern passen Sie ihr Depots an die Situation an. Agieren Sie also nicht, sondern reagieren Sie! Das ist viel erfolgsversprechender. Niemand weiß, was morgen oder am Wochenende an unvorhergesehenen Dingen passieren wird.

Wie schon beschrieben, sollte man seine Positionen bei fallenden Märkten sukzessive verringern und sie dann bei entsprechenden Umkehrsignalen wieder aufbauen. Käme es zu einem Crash, sollte man dann, wenn der Markt sich wieder beruhigt, Positionen vorsichtig wieder aufbauen. Aber eine Rally oder einen Crash vorhersehen zu wollen, führt in den meisten Fällen zu einer brutal falschen Positionierung. Glauben Sie mir, daran sind schon viele Trader zugrunde gegangen!

US-Arbeitsmarktbericht

Bevor wir abschließend einen Blick auf den DAX-Chart werfen, um uns einen kleinen Einblick in die aktuelle Situation zu verschaffen, noch ein Blick nach vorn. Ein entscheidender Faktor der kommenden Tage werden die US-Konjunkturdaten sein, die am Freitag veröffentlicht werden. Neben dem wichtigen ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes (16.00 Uhr MESZ) wird auch der offizielle US-Arbeitsmarktbericht (14.30 Uhr MESZ) veröffentlicht. Für diesen liegen die Prognosen bei 300.000 neu geschaffenen Stellen, nach 284.000 zuvor.

Und damit wird es wieder sehr kompliziert. Da die guten BIP-Daten die Anleger verwirrt haben könnten, wäre ein schlechterer Arbeitsmarktbericht nun unter Umständen wieder beruhigender für die Anleger. Sollten die aber schon tendenziell hohen Erwartungen noch übertroffen werden, könnte es kritischer für die Märkte werden.

Und da insbesondere die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe in den vergangenen Wochen schon darauf hingedeutet haben, dass sich der US-Arbeitsmarkt inzwischen spürbarer erholt, sind bessere Zahlen nicht unwahrscheinlich. Darauf sollten Sie achten.

DAX bricht Mittellinie

Und zum Abschluss, wie oben angekündigt, habe ich Ihnen den aktuellen DAX-Chart nach klassischer Charttechnik analysiert. Die roten Konsolidierungslinien der Target-Trend-Methode habe ich zusätzlich eingefügt, weil sie für die aktuelle Konsolidierung von großer Bedeutung sind.

Der DAX hat heute dann doch die Mittellinie des aktuellen Aufwärtstrendkanals unterschritten. In den vergangenen Monaten hatte der DAX sich immer in der oberen Hälfte des Aufwärtstrends aufgehalten. Insoweit ist das ein bearishes Signal.

Das würde nur aufgehoben, wenn im DAX heute ein Tief ausgebildet wird und die Kurse anschließend oder morgen im Zusammenhang mit den US-Konjunkturdaten wieder etwas dynamischer steigen sollten. Wie gesagt, im Sommer gibt es viele Fehlsignale.

Kommt es jedoch zu weiter fallenden Kursen, unter Umständen auch nach einem Retest der Mittellinie, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch noch die untere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals erreicht wird.

Noch eine Linie im Weg

Aber es gibt noch eine kleine Hoffnung für die Bullen. Wie Sie sehen können, gibt es noch eine wichtige Trendlinie im DAX (dicke schwarze Linie). Das ist die Begrenzung des alten breiten und flachen Aufwärtstrends, der sich zunächst nach dem 2008/9er Crash ausgebildet hatte und bei dem im Moment nur noch die obere Linien eine Bedeutung hat:

 

Schaut man sich die Entwicklung seit Oktober 2013 an, kämpft der DAX im Prinzip seit damals mit dieser oberen Linie, die seit dem Anstieg darüber zuletzt eine Unterstützungslinie darstellte. Und so muss man diese Linie auch jetzt noch sehr ernst nehmen. An dieser Stelle wäre eine Gegenbewegung möglich, die den Ausbruch von Ende Oktober 2013 ein weiteres Mal bestätigen würde.

Wenn das nicht geschieht, dann ist, wie schon vor kurzem beschrieben, die untere Linie des grünen Aufwärtstrendkanals bei ca. 9.000 Punkten das nächste übergeordnete Kursziel. Hier muss man dann erneut analysieren, wie sich der DAX weiter entwickelt.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

www.stockstreet.de


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US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe

Heute, am Donnerstag, wurden die aktuellen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe vermeldet. Diese sind wieder angestiegen und zwar auf 302.000 nach zuvor 279.000 Anträgen. Analysten hatten mit 301.000 gerechnet.

                                

Aus der heutigen Veröffentlichung ist damit leider wenig abzuleiten, da sie in den Erwartungen lag. Wären sie auch noch einmal so schwach wie in der Vorwoche ausgefallen, immerhin ein 14-Jahres-Tief, wäre das schon ein Hinweis auf auch bessere Zahlen im US-Arbeitsmarktbericht gewesen. So bleibt es offen. Morgen könnte es also spannend werden.


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