In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Im Nasdaq100 scheint sich eine große Top-Formation zu bilden, doch die Umsätze stimmen nicht... ...
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Da der DAX heute mehr oder weniger einschläft, können wir zum Abschluss dieser Woche noch einen Blick auf eine zwar sehr schöne, aber falsche Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS) im Nasdaq100 werfen.

Konsolidierungen und die Überinterpretation der Charttechnik

Die Konsolidierung, die wir seit Jahresanfang erleben, treibt wieder diese seltsamen Blüten. Ich hatte schon geschrieben, dass die Signalqualität in Seitwärtsbewegungen wie derzeit nachlässt. Es gibt aber noch ein anderes Phänomen: In Seitwärtsbewegungen entstehen oft charttechnische Formationen, die eine große Ähnlichkeit mit wichtigen Top-Formationen haben. Und diese Ähnlichkeit verführt viele Charttechniker dazu, mangels anderer Signale diese Formationen überzubewerten.

In dem nun folgenden Beispiel entsteht eine Art SKS-Formation im Nasdaq100. Sie wissen, ich weise immer wieder auf diese „falschen SKS“ hin, einfach um Sie vor falschen Prognosen und Entscheidungen zu schützen. Denn leider verbreiten sich solche „falschen Analysen“ mit entsprechend dramatischen Kurszielen gerne recht schnell im Netz.

Wenn Sie aber allein die Anzahl der „falschen SKSs“, die ich hier im Steffens Daily in den vergangenen Jahren enttarnt habe, mit der Anzahl der richtigen SKS-Formationen, die ich hier vorgestellt habe, vergleichen, fällt schon auf, wie überaus selten regelkonforme Schulter-Kopf-Schulter-Formationen ausgebildet werden. Die letzte wirklich eindeutige war bei Apple am bisherigen Allzeit-Hoch zu erkennen. Sie erinnern sich vielleicht, ich hatte daraufhin den Kurseinbruch bei Apple prognostiziert.

Eine schöne Formation ohne Boden

Hier haben wir wirklich nahezu alle Voraussetzungen, die das Herz eines Charttechnikers bei einer SKS als Top-Formation höher schlagen lassen, idealtypisch vorliegen:

Es liegt ein mehrjähriger Aufwärtstrend vor, der zur Formation hin an Dynamik zulegt. Dann entsteht eine linke Schulter bei 3.600 Punkten, mit einem folgenden Einbruch auf 3.400 Punkte, dem ein höheres Hoch bei über 3.700 Punkten folgt. Das ist der Kopf. Zum Schluss folgt ein erneuter Einbruch auf die 3.400-Punkte-Marke, und dann ein letzter, verzweifelter Angriff der Bullen, der aber auf dem Niveau der linken Schulter scheitert und damit die rechte Schulter ausbildet. Wenn jetzt das Niveau der beiden Tiefs, also die 3.400er Marke, noch nach unten gebrochen wird (die blaue Nackenlinie),  wäre die SKS beendet. Es bestünde dann eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse auf mindestens 3.100 Punkte fallen. Und 90-Prozent Wahrscheinlichkeit ist der höchste Wert, den Sie in der Charttechnik erreichen können!

Der Umsatz, es ist immer wieder der Umsatz

Aber es stimmt natürlich etwas nicht, sonst hätte ich nicht vor einer falschen SKS gesprochen, sondern würde vor einem stärkeren Einbruch und womöglich dem längeren Ende dieses Aufwärtstrends im Nasdasq100 warnen. Dazu schauen wir uns diese SKS genauer an:

Die Umsatzentwicklung passt nicht: In der linken Schulter sollte es zu einem erkennbaren Anstieg kommen. Das ist hier noch der Fall. Dann aber sollte es auch im Kopf zu einem Umsatzanstieg kommen. Und genau dieser Anstieg fehlt hier (siehe rote Linie). Und damit ist das Thema SKS auch in diesem Fall einfach hinfällig. Es ist keine. Egal wie schön der Rest der Formation auch aussehen mag.

Warum ist der Umsatz so wichtig?

Es gibt einen Grund, warum eine SKS eine Eintrittswahrscheinlichkeit von bis zu 90 Prozent auf ihr Kursziel hat, denn es wird eine ganz spezielle Börsensituation beschrieben, die entsteht, wenn in einer Euphorie-Phase starke Hände massiv (!) aussteigen.

Das Beispiel

Und das ginge, übertragen auf den Nasdaq100 P500, ungefähr so: Größere institutionelle Anleger würden zu dem Schluss kommen, dass der Index bei ca. 3.600 Punkten deutlich überbewertet wäre. Sie entscheiden sich auszusteigen. Aussteigen heißt, sie müssen eine riesige Summe zu diesem Kursniveau loswerden. Würden Sie das auf einmal tun, würde der Nasdaq100 um mehrere einhundert Punkte senkrecht einbrechen. Aber sie wollen ja einen möglichst hohen Verkaufskurs erhalten. Daher müssen sie also diese Position vorsichtig in eine bullishe Stimmung hinein verkaufen.

Sie warten also, bis die 3.600er Marke erreicht wird und fangen an, Positionen zu veräußern. Der plötzliche Verkaufsdruck führt dazu, dass der Kurs fällt. Die linke Schulter bildet sich und zwar unter erhöhtem Umsatz. Im Bereich der 3.400-Punkte-Marke pausieren sie ihre Verkäufe, da ansonsten die Gefahr bestünde, dass zu viele andere Anleger auch noch Angst bekommen und die Kurse schnell weiter fallen.

In dem Moment, wo dieser Verkaufsdruck aufhört, schießen die Kurse wieder nach oben. Wir befinden uns ja in einer euphorischen Phase. Das heißt, viele warten auf Einstiegskurse. Die institutionellen Anleger wissen: Wenn die 3.600er Marke nun deutlich nach oben gebrochen wird, werden neue Käufer auftauchen. Schließlich ist ein neues Allzeithoch bullish zu werten. Das warten sie ab, um anschließend wieder neue Positionen zu verkaufen - erst vorsichtig und dann immer intensiver. Der neuerliche Anstieg wird dadurch zunächst abgebremst und dann folgen wieder fallende Kurse. Da hier abermals große Verkäufe den Anstieg abwürgen, müsste sich das in einem klar ersichtlichen Umsatzanstieg im Kopf der SKS widerspiegeln. Und dieser fehlt beim Nasdaq100 völlig. Man kann daraus schließen, dass mit Überwindung der 3.600er Marke kein größerer Verkäufer mehr vorhanden war.

Mal idealtypisch weitergedacht

Aber gehen wir einmal die idealtypische Entwicklung weiter durch: Durch den neuerlichen Verkaufsdruck bricht der Kurs erneut ein. Damit hat sich der Kopf der SKS ausgebildet. Der Verkäufer wird wieder im Bereich der 3.400 Marke seien Verkäufe stoppen und hoffen, dass sich die Kurse erneut etwas fangen. Und tatsächlich erholt sich der Kurs. Aber dieses Mal sind die Anleger schon etwas verunsichert. Der Verkäufer startet seine Verkäufe erneut, weil er ebenfalls weiß, dass jetzt der Markt etwas mitgekriegt hat (nicht aufgrund des Chartbildes, sondern weil der Markt einfach nicht weiter steigt). In der rechten Schulter muss deswegen der Umsatz nicht mehr ansteigen, der immer noch anhaltende Verkaufsdruck wird aber auch bei geringem Umsatz dazu führen, dass die 3.400er Marke nach unten gebrochen wird. In diesem Moment wird auch der institutionelle Anleger den Rest seiner Position zügig auf den Markt werfen, es kommt zu dem typischen dynamischen Kurseinbruch der auf eine vollendete SKS folgt.

Die anderen Varianten

Wenn der Verkäufer zu irgendeinem Zeitpunkt vorher seine Position bereits losgeworden ist, dann wird sein Verkauf zwar eine Unsicherheit im Markt erzeugen, aber die Kurse werden sich wieder erholen. Und das wiederum zeigt sich an der Umsatzentwicklung, die in diesem Fall eben nicht idealtypisch verläuft. In diesem Fall sind solche SKS-ähnlichen Formationen meist nichts anderes als seitwärtsgerichtet Konsolidierungen in einem größeren Aufwärtstrend.

Nur wenn der Verkäufer zufällig genau dann seine Position losgeworden ist, wenn die Nackenlinie gebrochen wird, kann es sein, dass nach dem Bruch dieser Linie die Kurse doch wieder steigen. Das sind sozusagen die verbleibenden zehn Prozent Wahrscheinlichkeit…. Es gibt eben keine 100-Prozent-Trefferquote.

Fazit: Die so schöne Formation im Nasdaq100 ist keine SKS. Das bedeutet, es gibt nach wie vor noch keine deutlicheren Signale für den weiteren Verlauf der Märkte. Wie bei jeder Konsolidierung in einem Aufwärtstrend ist die Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse leicht höher als für fallende. Trotzdem ist beides möglich. Bearisher wird es auch ohne das Vorliegen eine SKS, wenn die 3.400er Marke nach unten bricht.

Wir müssen also abwarten, wie sich die Indizes an ihren markanten Widerständen weiter verhalten.

Viele Grüße und ein schönen Muttertag

Ihr

Jochen Steffens

www.stockstreet.de

 


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