In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Sehr verehrte Leserinnen und Leser, am vorigen Montag stellte ich Ihnen an dieser Stelle eine Methode vor, mit der Sie selbst im Bereich möglicher ...
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Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

am vorigen Montag stellte ich Ihnen an dieser Stelle eine Methode vor, mit der Sie selbst im Bereich möglicher Markthochs und den darauffolgenden Baissephasen erfolgreich in den Markt einsteigen. Heute geht es um die Einstiegsstrategie in beginnenden und laufenden Haussephasen sowie um eine passende Ausstiegsstrategie.

Kurze Baissen, lange Rallys

Wir bleiben dabei immer noch bei maximal vier Teilpositionen des vorgesehenen Gesamtkapitals. Diese Aufteilung ist optimal, denn sie erlaubt einerseits einen relativ zügigen Ein- und Ausstieg, bietet andererseits aber genügend Reserven, um auch in anhaltende Auf- oder Abwärtstrends die Investitionsquote hinreichend gut steuern zu können.

Betrachten wir dazu nochmals den DAX-Chart der vergangenen Woche mit seinen Trendphasen.

DAX1

Quelle: MarketMaker, eigene Berechnungen

Die erste und einfachste Regel für den Einstieg in Baissephasen hatten wir bereits besprochen: Nachdem nach mindestens drei Verlustmonaten ein Monat mit Kursgewinnen aufgetreten ist (siehe rote „Treppchen“ im unteren Chartteil), steigen wir unmittelbar zu Beginn des fünften Monats mit einer Teilposition ein. Die entsprechenden Einstiegspunkte kennzeichnen die senkrechten Linien im Chart.

Allerdings sehen Sie, dass selbst ausgeprägte Baissephasen, wie zwischen 2000 und 2003, nur drei derartige Einstiegspunkte aufweisen - der Crash 2008/09 sogar nur zwei. In vielen Fällen schaffen wir es also mit dieser Taktik nicht, zu Beginn des nächsten Anstiegs voll investiert zu sein.

Kaufen, wenn die Kurse bereits steigen

Das ist aber kein Problem, denn mit einer zweiten, ebenso einfachen Regel investieren wir unsere verbleibenden Positionen während des folgenden Anstiegs. Zunächst muss der DAX nach mindestens einem Verlustmonat wieder angestiegen sein. Nach diesem Wiederanstieg muss der DAX-Kurs zudem über dem Kaufkurs unserer bis dahin letzten nach der Baisse-Regel gekauften Position liegen. Hier weichen wir also die Dreimonatsregel auf, aber dafür fordern wir, dass wir wenigstens mit einer Position bereits im Plus liegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Markt dann schon in einer neuen Anstiegsphase befindet, ist dadurch größer. Daher können wir entsprechend zügiger einsteigen.

Die ersten dieser Hausse-Einstiege in den Baissephasen nach 2000 bzw. 2007 sind im Chart oben durch grüne Punkte am DAX-Verlauf markiert. Während der erste dieser Punkte in 2002 bereits sehr frühzeitig auftrat, danach aber nochmals eine kräftige Abwärtsbewegung kam, lagen die Einstiege 2009 optimal. Aber selbst dieser vermeintlich „unglückliche“ Einstiegszeitpunkt 2002 war kein Beinbruch. Denn durch die folgende Abwärtsbewegung konnten die beiden verbleibenden Positionen zu entsprechend tieferen Kursen bei den folgenden Baisse-Einstiegen 2002 und 2003 (senkrechte Linien) erworben werden. Dadurch war man unmittelbar nach dem 2003er Tief bereits voll investiert und profitierte entsprechend von der folgenden Rally.

Wie Sie bereits beim Einstieg die Märkte schlagen

Dieser schrittweise Einstieg hat vor allem in Abwärtsphasen einen entscheidenden Vorteil. Betrachten wir dazu im Folgenden den Chart des gesamten schrittweisen Ein- und Ausstiegs (grüne Kurve) im Vergleich zum DAX (rote Kurve) seit 1996.

DAX2

Quelle: MarketMaker, eigene Berechnungen

Dabei interessiert uns zunächst die Baissephase 2001 bis 2003 (gelb markiert). Nachdem unsere Ausstiegsstrategie (auf die ich gleich noch zu sprechen komme) Mitte 2001 alle vier Teilpositionen verkauft hätte (siehe unterer Chartteil, der die detaillierten Ein- und Ausstiege mit den vier Teilpositionen im Zeitablauf zeigt), wären ab Ende 2001 die oben gezeigten drei Baisse- und ein Hausse-Einstieg zum Tragen gekommen.

Aufgrund der bis 2003 weiter fallenden Kurse hätte ein Investor damit natürlich ebenfalls Verluste erlitten. Es war aber stets nur ein Teil des Gesamtvermögens investiert und der schrittweise weitere Einstieg senkte zudem – wie beim klassischen Sparplan – das durchschnittliche Einstiegsniveau. Dadurch war der Rückfall selbst nach dieser einfachen Strategie erheblich abgeschwächt. Von dem so erreichten deutlich höheren Ausgangsniveau ging es dann voll investiert in die Rally, die bis zum Schluss 2007 mitgemacht werden konnte.

Leichter Einstieg, schwerer Ausstieg

Natürlich ist klar, dass diese Vorteile durch eine falsche Ausstiegsstrategie rasch zunichte gemacht werden können. Und tatsächlich wird Ihnen jeder erfahrene Trader oder Investor bestätigen, dass es relativ einfach ist, passable Einstiege zu finden (z.B. mit einem „Sparplan“), aber weitaus schwieriger, die Ausstiege so zu wählen, dass sie einerseits einen laufenden Trend möglichst optimal ausnutzen, aber auch nicht zu spät in der folgenden Korrektur liegen, die – wie wir alle wissen – mitunter recht schnell und heftig ausfallen kann.

Die Ausstiegsstrategie, die wir schließlich gewählt haben, ist daher auch erheblich komplexer als die simplen Regeln für die beiden Einstiegsphasen. Das liegt vor allem daran, dass sie Optionen für einen Wiedereinstieg enthalten muss für den Fall, dass die Rally noch weitergeht. Im obersten Chart sehen Sie unter anderem, dass selbst in sehr reifen Rallys Baisse-Einstiegssignale vorkommen (z.B. 1998, 2000, 2006) nach denen der Anstieg weitergeht, wenn auch vergleichsweise kurz.

Die genauen Ausstiegsregeln nähmen an dieser Stelle zu viel Raum ein, daher hier nur so viel: In reifen Rallys kommt es in der Regel zu lang anhaltenden Anstiegen. Im DAX äußert sich das beispielsweise dadurch, dass es zu sechs oder mehr Gewinnmonaten in Folge kommt (siehe grüne „Treppchen“ im ersten Chart, die bis zur blau gestrichelten Linie reichen). Das ist ein erstes Warnsignal, nachdem die Positionsreduzierung beginnt, wenn es zu fallenden Kursen kommt. Bleibt dieses Signal aus, wie es z.B. im Jahr 2000 der Fall war, dann ist das Unterschreiten des vorherigen Allzeithochs das entscheidende Warnsignal.

Wenige Regeln, eine erfolgreiche Strategie!

Insgesamt ist es mit weniger als zwei Handvoll Regeln möglich, eine langfristige Einstiegsstrategie aufzubauen, die durchaus eine merkliche Outperformance zum DAX erzielt. Das gelingt weniger durch einen stärkeren Anstieg in Rallyphasen (denn stärker als der DAX kann auch das vollinvestierte Portfolio nicht steigen), sondern durch Vermeiden der stärksten Rückschläge in den Baissephasen.

Im obigen Chart ist dies während des Crashs 2008/09 sowie während des Einbruchs 2011 besonders klar erkennbar. In beiden Zeiträumen war das Portfolio nur teilweise und mitunter sogar überhaupt nicht investiert (siehe „Investitionsstufen“ im unteren Chartteil). Es ist natürlich klar, dass Kursrückschläge sich nur begrenzt auswirken, wenn eben nicht das gesamte Kapital im Feuer steht. Dieser Vorteil der Verlustvermeidung wird in den Anstiegsphasen weiter ausgebaut, selbst, wenn durch den schrittweisen und vorsichtigen Einstieg ein Teil der Rally-Performance unter Umständen verpasst wird.

Fazit

Im Steffens Daily wurde es schon mehrfach angesprochen: Längerfristige Anleger fahren mit einer schrittweisen Strategie für den Ein und Ausstieg am besten, auch wenn dabei die „idealen“ Ein- und Ausstiegspunkte in der Regel nicht getroffen werden. Der Vorteil dieser Vorgehensweise liegt darin, dass in den kritischen Börsenphasen, also während der Kursrückgänge, der Investitionsgrad soweit gesenkt ist, dass die unvermeidlichen Rückschläge die erzielten Gewinne nicht nachhaltig gefährden.

Die so erreichte Outperformance bleibt auch dann bestehen, wenn am Beginn sehr starker Haussephasen oder am Ende einer reifen Rally einige Prozentpunkte an Performance durch einen geringeren Investitionsgrad nicht ausgereizt werden. Das Bestechende an einer solchen Strategie ist aber vor allem, dass sie Anlegern die Möglichkeit bietet, in jeder Marktphase damit zu beginnen. Das schrittweise Vorgehen sorgt nämlich dafür, dass auch ein ungünstiges Timing, also die anfängliche Wahl der „falschen“ Einstiegspunkte (z.B. nahe eines Hochs), ohne gravierende Auswirkungen bleibt.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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