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Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

die Fed-Sitzung in der vergangenen Woche, genauer das danach veröffentlichte Statement, war ein echtes Lehrstück in Notenbankpolitik. Das scheint bislang allerdings noch nicht so recht in den Köpfen der Analysten und Anleger angekommen zu sein. Dennoch ergeben sich daraus in den kommenden Wochen und Monaten hervorragender Chancen an den Märkten.

Das eherne Prinzip der Notenbankpolitik

Aber der Reihe nach. Um zu verstehen, was in der vergangenen Woche wirklich geschah, müssen wir uns zunächst an das eherne Prinzip jeglicher erfolgreicher und glaubwürdiger Notenbankpolitik erinnern: Eine Notenbank ist in jeder Hinsicht unabhängig.

Das wird immer wieder vergessen, denn natürlich versuchen alle möglichen Kräfte – Banken, Märkte, Politik –Einfluss oder Druck auf die Notenbanken auszuüben, wenn auch zumeist indirekt. Mitunter scheint das zu funktionieren, aber grundsätzlich ist die Notenbank völlig frei in ihrer Entscheidung, ob sie diese Beeinflussungsversuche bei ihrer Entscheidung berücksichtigt oder nicht.

Die Fed ist darüber hinaus trotz immer wieder geäußerter Kritik seit Jahrzehnten sehr freimütig, die wichtigsten Einflüsse auf ihre Entscheidung zu benennen - auch wenn das mitunter etwas verklausuliert geschieht. So nannte sie beispielsweise im September zwei klare Gründe für ihre Entscheidung, warum sie die Verringerung der Anleihekäufe verschob: Erstens das gestiegene Zinsniveau und seine negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft, insbesondere den Immobilienmarkt. Und zweitens die (zu) schwachen Konjunkturindikatoren, insbesondere die Arbeitsmarktentwicklung.

Was die Fed alles nicht gesagt hat

Aufgrund dieser Offenheit – die übrigens unter Ben Bernanke eher noch zugenommen hat – gilt auch der Umkehrschluss: Was die Fed auch nicht ansatzweise in ihrem Statement erwähnt, hat bei ihrer Entscheidungsfindung auch keine Rolle gespielt und ist für sie damit nicht (mehr) relevant.

Da das aktuelle Statement gegenüber dem vom September in weiten Teilen unverändert geblieben ist und vor allem durch die Passagen auffällt, die weggelassen wurden, ist folgende Schlussfolgerung naheliegend: Das Wichtigste am Statement vom Oktober ist das, was die Fed nicht gesagt hat!

Und das sind im Wesentlichen drei Punkte:

  1. Die Fed erwähnt nicht (mehr) das hohe Renditeniveau und dessen Gefahren, z.B. für den Immobilienmarkt.
  2. Die Fed sagt kein Wort zum Shutdown in den USA.
  3. Die Fed macht keine Bemerkung zu den bevorstehenden neuerlichen Haushaltsstreitigkeiten im US-Parlament, die für Februar 2014 programmiert sind.

Klare Absage der Fed an das Politiktheater in den USA

Der erste Punkt ist offensichtlich, denn seit der Entscheidung vom September ging das zuvor deutlich gestiegene Zinsniveau merklich zurück. Die Zinsen sind also für die Fed kein Hinderungsgrund, ihren Ausstieg zu verschieben.

Gleiches gilt damit auch für das politische Theater um den US-Haushalt. Die Fed lässt sich davon nicht beeindrucken und demonstriert damit klar ihre Unabhängigkeit. Nun zeigten sich einige Beobachter darüber verwundert, denn es ist zweifellos so, dass insbesondere der Shutdown negative wirtschaftliche Effekte haben dürfte. Die Frage ist nur, wie groß diese sind. Will die Fed diese Negativeffekte ebenfalls ignorieren?

Nein, denn die Fed belässt die übliche Formel im Statement, nach der sie „die eingehenden Informationen über die wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen [eingehend beobachten]“ wird. Wenn also der Shutdown irgendwelche negativen Auswirkungen hat, werden sich diese in den Daten niederschlagen und die Fed wird entsprechend reagieren.

Back to the Roots

Damit schlägt die Fed ein neues Kapitel ihrer Politik nach der Krise auf. Sie ist offenbar fest entschlossen, zum normalen „Geschäft“, also zur Steuerung der Geldpolitik anhand ökonomischer Kennwerte, zurückzukehren. Das ist prinzipiell eine gute Nachricht, vor allem für die Märkte, denn dadurch wird der bisherige starke Einfluss politischer Entscheidungen zurückgedrängt.

Was bedeutet aber nun diese Rückkehr zum „Business as usual“ für die bisherige lockere Geldpolitik und damit die offenbar so wichtige Liquidität für die Märkte? Klar ist: Die Fed wird ihre Anleihekäufe zurückfahren. Das bedeutet einerseits einen bevorstehenden Liquiditätsentzug für die Märkte und eröffnet damit durchaus Belastungspotenzial für die Kurse.

Keine Angst vorm Fed-Ausstieg!

Andererseits ist durch das klare Bekenntnis der Fed zur ökonomischen Vernunft auch sichergestellt, dass diese Liquiditätsrückführung nur im Einklang mit der Verbesserung der Wirtschaftslage erfolgt. (Das ist nichts Neues, denn das betont die Fed schon seit Monaten. Es ist nur mit anderen Nicht-Worten formuliert.)

Eine sich erholende Wirtschaft ist aber für die Aktien der Unternehmen mindestens genauso gut wie eine überschäumende Liquidität, eher sogar besser, weil sie eine bessere Bewertung an den  Märkten erlaubt. Und hierin liegt auch die Crux der Situation. Es gibt Hinweise, dass die jüngsten Kurssteigerungen der tatsächlichen Bewertung der meisten Aktien davongelaufen sind. Damit besteht ein gewisses Korrekturpotenzial.

Wenn aber die Fed „irgendwann“ mit ihrem Ausstieg beginnt, können die Anleger sicher sein, dass die Wirtschaft auf einem guten Erholungspfad ist. Eine Korrektur vor oder kurz nach dem Beginn des Fed-Ausstiegs ist eine ideale Kaufgelegenheit!

Die harten Fakten sind nun wieder entscheidend

Bleibt nur noch die Frage, wann die Fed mit ihrem Ausstieg beginnen wird. Unmittelbar nach der Fed-Sitzung gaben diverse Experten ihre Einschätzung darüber zum Besten. Dabei tendierten die Aussagen nun wieder zu einem früheren Termin, also im Dezember oder Januar. Dabei stützten sich die Autoren auf einige Nuancen im Fed-Statement, aus denen man eine verbesserte Konjunktureinschätzung durch die Fed herauslesen könnte.

Aber genau genommen ist das Kaffeesatzleserei. Denn aus dem zuvor Gesagten sollte klar geworden sein: Die „harten Fakten“ werden entscheidend sein, und über diese kann man allenfalls spekulieren. Aber den nächsten Hinweis werden wir bald bekommen, und zwar bereits am Freitag. Dann erscheint der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober (wegen diverser Nachwehen des Shutdowns eine Woche später als üblich).

Und bis dahin wird die Charttechnik die Börsen bewegen. Spannend ist dabei vor allem die Frage, was in der Zwischenzeit aus den diversen Warnzeichen in den Indizes geworden ist. Aber dazu mehr in den kommenden Tagen in Ihrem Steffens Daily.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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