In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Es wird viel vom Wissensvorsprung institutioneller Anleger oder sogar Insiderwissen geredet. Dies gehört zu den wirklich leidigen Themen an den ...
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Es wird viel vom Wissensvorsprung institutioneller Anleger oder sogar Insiderwissen geredet. Dies gehört zu den wirklich leidigen Themen an den Börsen, ist aber keineswegs ein neues Phänomen. Allerdings war dieser zeitliche Wissensvorsprung der institutionellen Anleger früher weitaus größer als heute. Die Einführung des Internets hat dazu geführt, dass viele Nachrichten in nahezu Echtzeit eine sehr große Masse von Interessierten erreichen. Teilweise sind heute sogar einige Trader über Twitter und andere Kanäle bei politischen Ereignissen in fernen Ländern früher informiert als eben diese institutionellen Anleger.

Die Reaktion der institutionellen Anleger

Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass sich die institutionellen Anleger neue Dinge einfallen lassen mussten, um noch einen geldwerten Vorsprung vor den „Privaten“ zu haben. Und viele dieser Maßnahmen nutzen genau das Medium, das zum Abbau des zeitlichen Wissensvorsprungs geführt hat: den Computer. Bekanntestes Beispiel dafür dürfte der Hochfrequenzhandel sein.

 Gut zahlende Kunden bevorzugt

Aber das betrifft auch weniger spektakuläre Bereiche. So wurde bereits im April bekannt, dass der Medienkonzern Thomson Reuters Kunden gegen eine Gebühr von 5.000 Dollar je Monat plus eine Verbindungsgebühr von 1.000 Dollar einen zeitlichen Vorsprung von zwei Sekunden bei der Veröffentlichung des von Thomson Reuters vermarkteten Konsumklima-Index der Universität Michigan gewährt hat.  

Nun ist es sowieso schon so, dass Reuters diese Daten bereits um 9:55 Uhr (US-Ostküstenzeit) an seine Kunden verschickt, also 5 Minuten vor der offiziellen Veröffentlichung auf der eigenen Internetseite. Das macht vielleicht in einem Punkt Sinn, da verschiedenen Nachrichtenagenturen die Daten weiterverarbeiten müssen, um sie dann pünktlich um 10:00 Uhr zu veröffentlichen. Aber natürlich profitieren davon auch Händler, die diese Daten bereits vorher zur Verfügung haben.

Nur zwei Sekunden

Einigen zahlenden Kunden wurde aber nun selbst zu diesen vorab veröffentlichten Daten ein Vorsprung von zwei Sekunden verschafft. Dieser reicht aus, um die erheblichen Gebühren wieder einzuspielen. Gerade im Hochfrequenzhandel sind zwei Sekunden eine halbe Ewigkeit. In diesem Zusammenhang wurde dann außerdem bekannt, dass auch noch weitere Anbieter von  Konjunkturdaten zahlungskräftigen Anlegern einen ähnlichen zeitlichen Vorteil verschafft haben. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft aufgrund des Verdachts des Insider-Handels. Wie heute bekannt wurde, hat Reuters daraufhin dieses Prozedere eingestellt. Gut so.

Es geht, wie auch schon generell bei dem Problemkreis „Hochfrequenzhandel“ um die Frage, ob dieses Ausnutzen von Informationsungleichgewichten durch eine privilegierte Gruppe von Anleger nicht gegen die Grundsätze des fairen und gleichen Handels verstoße.

Nicht wirklich neu, aber interessant

Als Trader dürfte Ihnen schon längere Zeit aufgefallen sein, dass es bei einigen Konjunkturdaten häufiger zu Bewegungen vor der offiziellen Veröffentlichung der Daten kommt. Dies betrifft hauptsächlich Daten, die während des regulären Handels in den USA veröffentlich werden und nicht von offizieller Seite herausgegeben werden.

So neu ist diese Information demnach eigentlich nicht.

Das wirklich Interessante an dieser Nachricht ist aber etwas anderes: Der Kampf um einen zeitlichen Vorsprung hat sich offensichtlich auf wenige Sekunden oder sogar Bruchteile von Sekunden verkürzt.

Verglichen mit der Situation vor 15 Jahren ist das ein erheblicher Vorteil für Sie als Anleger, sofern Sie nicht im ultrakurzfristigen Bereich tätig sind. Und zwar aus folgendem Grund: Je kürzer der Zeitvorteil ist, desto geringer werden die Bewegungen ausfallen, die in diesem Zeithorizont möglich sind. Sie werden dann zu einer Fluktuationen im Tageschart, die tatsächlich nur noch für sehr kurzfristig ausgerichtete Trader erheblich sind. Während also die computergestützten, kurzfristig agierenden Handelssystem und die Hochfrequenztrader immer weiter hochrüsten müssen, um in diesem Markt überhaupt bestehen zu können, kann der normale Trader sich auf die etwas größeren Impulse konzentrieren.

Ich behaupte sogar, dass dieser ganze computergesteuerte Handel (neben den oben genannten Bedenken und den bekannten Gefahren) auch Vorteile hat. Meines Erachtens macht er die Börse vorhersehbarer, weil die Entscheidungen der - wie soll ich es formulieren - “irrational“ agierende Menschen immer weniger an den Kursentwicklungen beteiligt sind.

Kurzupdate zum DAX

Zum Schluss noch ein kurzes Update zum DAX:

Der DAX hat sich heute dann wieder in Richtung seines ehemaligen Allzeithochs bei 8.151 Punkten gestreckt, dieses Niveau aber nicht mehr ganz erreicht.

Er hält sich damit aber ungefähr an die hier vor wenigen Tagen vorgestellte Prognoselinie (rot gestrichelte Linie). Er sollte das ehemalige Jahreshoch aber in den kommenden Tagen wenigstens kurz überwinden, ansonsten kann es noch zu einer zweiten, dynamischen Abwärtswelle kommen.

Grundsätzlich halten wir uns aber nach wie vor im Bereich der blau gestrichelten Mittelinie bei 7.930 Punkten auf und damit weiterhin in einem Bereich, in dem kurzfristige, aber auch längerfristige Prognosen kaum möglich sind.

Nach wie vor bleibt es also für den längerfristigen Anleger dabei: Bei Kursen unter 7.447 Punkten wird es deutlich bearisher. Bullisher wird es erst wieder, wenn der DAX die 8.413-Punkte-Marke zurückerobert.

Viele Grüße

Jochen Steffens

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