In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Tja, so schnell kann es gehen. Statt eines kleinen, moderaten Rückgangs im DAX, wie man nach den Vorgaben aus den USA hätte erwarten können, ...
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Inhaltsverzeichnis

Wie Sie sich mit einem Trend anfreunden!

Tja, so schnell kann es gehen. Statt eines kleinen, moderaten Rückgangs im DAX, wie man nach den Vorgaben aus den USA hätte erwarten können, tauchte der deutsche Leitindex heute erst einmal kräftig ab. Das hing zum einen mit der Regierungskrise in Portugal zusammen, die bei den Anlegern wieder die Euro-Schuldenkrise in den Fokus rückte, aber auch mit schlechten Konjunkturdaten aus China. Hier sank der Einkaufsmanager-Index für den Dienstleistungssektor von 54,3 auf 53,9 Punkten. Auch die erneuten Querelen mit Griechenland waren natürlich nicht geeignet, positive Stimmung zu schaffen.

Und das sind sie wieder, die Untergangspropheten

Interessant finde ich, dass mit der Konsolidierung der vergangenen Wochen auch wieder die Katastrophen-Werbung drastisch zunimmt. Nein, damit ist nicht die Werbung für Katastrophen gemeint, sondern Werbung, die Katastrophenszenarien entwirft, um damit Angst zu erzeugen, welche die Leser schlussendlich in bestimmte Finanzprodukte treiben soll.

Sie wissen sicherlich, dass zum Beispiel bei Lifestyle-Produkten eine möglichst freizügige Werbung die Verkaufsquote erheblich steigern kann. Im Finanzsektor ist das anders, hier ist Angst das beliebteste „Argument“ der (oft auch unseriösen) Verkaufsstrategen.

Anleger sind grundsätzlich empfänglich für Angst

Da jeder, der Vermögen anlegt, natürlich auch auf Sicherheit achtet, sind Anleger grundsätzlich sehr empfänglich für alle möglichen Horror-Szenarien. Der Mensch neigt zudem grundsätzlich dazu, erst einmal die Risiken abzuklopfen, bevor er etwas tut. Und die diversen Untergangs- oder Katastrophen-Szenarien sind immer noch allzu gut vorstellbar und lassen daher viele ehemals „sichere“ Investments inzwischen sehr „riskant“ aussehen. Das nutzen Werbefachleute geschickt aus.

Das Problem ist nur, dass viele Menschen mit solchen Texten ihre eigenen Ängste bestätigt sehen und damit schnell verführt werden können, Dinge zu tun, die nicht wirklich gut für sie sind. Zum Beispiel vor einem Jahr ihr ganzes Vermögen in Gold anzulegen.

Ich kann immer nur davor warnen, sich an den Börsen von der Angst zu Handlungen verleiten  zu lassen. Panik ist der schlechteste Ratgeber, den es gibt – und zwar in nahezu allen Situationen.

Es gibt keine Sicherheit

Ich kann natürlich nicht versprechen, dass es keine Katastrophe geben wird. Ich kann auch nicht versprechen, dass wir 20 Jahre steigende Kurse vor uns haben, auch wenn ich das immer noch für das langfristig wahrscheinlichste Szenario halte. Ich weiß nicht einmal sicher, ob sich der aktuelle Einbruch nicht doch zu einem erneuten Crash auswächst. Aber ich muss das auch alles nicht „sicher“ wissen. Börse ist und bleibt ein Spiel mit den Wahrscheinlichkeiten, und nur Anfänger wollen Sicherheit. Und sie sind es oft auch, die hinter denen herlaufen, die behaupten, sicher zu wissen, was passieren wird.

Was tun?

Aber was tun, wenn die Schuldenkrise in der EU wieder hochzukochen droht? Alles verkaufen? Auf fallende Märkte setzen?

Nein, das ist wenig sinnvoll. Es kann im Ausnahmefall zwar mal richtig sein, aber unter dem Strich und auf lange Zeit gesehen, werden Sie mit solchen übertriebenen Aktionen lediglich Geld verlieren, denn Sie lassen sich vom Mainstream Ihre Meinung diktieren.

Bleiben Sie sachlich, traden Sie das, was Sie sehen und halten Sie nicht an Ihren eigenen Prognosen fest, wenn der Markt etwas anderes macht. Und dann bleiben nur noch die Wahrscheinlichkeiten.

Was ist zu sehen?

Dazu ein Chart:

Wenn Sie sich absolut wertneutral – also ohne das Wissen von den Nachrichten, die den DAX heute in den Keller geschickt haben – diesen DAX-Chart anschauen, würden Sie dann auf fallende Kurse setzen? Nein, natürlich nicht. Im DAX existiert ein sehr klarer Aufwärtstrendkanal, der auch noch durch innere Trendlinien in seiner Dynamik bestätigt wird. Wir können auch keinen überproportional starken Anstieg beim Umsatz erkennen, der auf ein Hoch hinweisen würde. Auch eine bestätigte Topformation ist noch nicht zu erkennen.

Mit anderen Worten: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse weiter steigen, ist nach wie vor höher als für fallende Kurse. Dementsprechend wird der erfahrene Trader mit seinem Gesamtdepot insgesamt auf der Long-Seite bleiben. Erst wenn dieser Aufwärtstrend verlassen wird und sich weitere negative Signale ausbilden, darf man überhaupt erst anfangen, sich Gedanken darüber zu machen, auf fallende Kurse zu setzen. Zu beachten ist dabei übrigens auch, dass anfangs starke Aufwärtstrends mit der Zeit meist in flachere übergehen. Bei einem Trendbruch kann es sich demnach auch lediglich um eine Trendabschwächung handeln.

Wahrscheinlichkeiten, Konsolidierungen und Warnzeichen

Nun könnte der übereifrige Trader, der sich diesen Chart ansieht, auf eine wirklich geniale Idee kommen. Wäre es nicht möglich, eine Outperformance zu erzielen, indem er die Aufwärtsbewegungen durch Long-Trades mitnimmt und bei den Konsolidierungen auf die Short-Seite wechselt?

An sich ein schöne Idee, die nur einen unbedeutend kleinen Haken hat: Ich persönlich kenne keinen, dem das dauerhaft gelungen ist. Und ich kennen viele Trader und Börsenbriefautoren.

Doch das liegt nicht an der Unfähigkeit der Trader, nein, es gibt einen ganz anderen Grund:

In einem Aufwärtstrend treten Konsolidierungen häufig sehr plötzlich ein, sind danach aber auch oft viel früher zu Ende, als man es denken würde oder es sich in den Charts abzeichnet. Hinzu kommt: In einem Aufwärtstrend kann man sich auf der Long-Seite mehr Fehler erlauben, da die grundsätzliche Aufwärtsdynamik einige Fehler ausgleicht. Auf der Short-Seite dürfen Sie keinen Fehler machen, da der Aufwärtstrend Ihnen ansonsten sofort Geld vom Konto zieht.

Perfektes Timing in einem tendenziell chaotischen Umfeld

Kurz: Sie müssten schon ein absolut perfektes Timing haben, um beide Seiten in einem Trend abzugreifen. Nur ist die Börse für ein perfektes Timing zu „chaotisch“. Abgesehen von einigen spektakulären Einzelerfolgen führt diese Strategie also dazu, dass Sie sich einen guten Teil der Performance im Aufwärtstrend durch die Short-Positionen wieder zunichtemachen.

Wie tradet man einen solchen Trend, um eine Outperformance zu erzielen?

Aber es gibt natürlich trotzdem Möglichkeiten, den DAX zu schlagen und sich gleichzeitig gegen höhere Kursverluste abzusichern. Sie erinnern sich vielleicht, ich hatte hier bereits frühzeitig von mehreren Warnsignalen im DAX  gesprochen. Im Premium-Trader haben wir daraufhin viele Gewinne nahe den jeweiligen Hochs realisiert, zumal der Markt zu diesem Zeitpunkt auch überkauft war. Da wir nach dem Ausbruch über das Jahreshoch nicht komplett aussteigen wollten, sind wir mit Beginn der Konsolidierung bei fallenden Kursen aus weiteren Werten ausgestiegen und sehen nun mit einer sehr niedrigen Investitionsquote den weiteren Ereignissen gelassen entgegen. Sollte es also zu einem stärkeren Einbruch kommen, geschieht nicht viel in unserem Depot. Schlimmstenfalls würden wir die wenigen verbliebenen Positionen zumeist um den Kaufkurs herum verkaufen. Bleibt der Trend jedoch erhalten und steigen die Kurse wieder (wobei sie neue Kaufsignale generieren), erhöhen wir nach und nach die Investitionsquote.

Die drei wichtigen Punkte sind also:  

Dadurch, dass wir bei Warnsignalen lediglich die Investitionsquote verringern, geraten wir auch nicht in Bedrängnis, wenn der Markt trotz dieser Signale weiter steigt. Sollte aus der Konsolidierung doch noch ein stärkerer Einbruch entstehen, sind wir stark unterinvestiert dabei. Und dadurch, dass wir „oben“ ausgestiegen sind, können wir „unten“ mit mehr Geld wieder einsteigen.

Und das ist meines Erachtens der einzige Weg, wie man mit Warnsignalen, Wahrscheinlichkeiten und weiteren Analyseergebnissen umgeht. Er bestimmt, wie man die Investitionsquote der Long ausgerichteten Positionen an die Wahrscheinlichkeiten anpasst. So tradet man den Trend und macht ihn zu seinem Freund. (Das Gleiche gilt umgekehrt für klar erkennbare Abwärtstrends).

Gelassenheit

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie mit dieser Strategie wesentlich gelassener bleiben und dadurch auch nicht mehr so anfällig für Werbung sind, die Sie in die für andere gewinnbringende Panik treiben will. Mit dieser Strategie können Sie den gesamten Einflüsterungen des Marktes und sogar den Crashs gelassen gegenübertreten. Und das ist nicht nur leeres Gerede, wir haben mit genau diese Strategie in den vergangenen Jahren seit 2005 den Premium-Trader sehr erfolgreich und ohne größere Verluste durch all diese Crashs und Unsicherheiten des Marktes geführt.

Wenn Sie hingegen der Panik gefolgt wären, hätten Sie große Verluste erlitten. Panik ist einfach ein schlechter Ratgeber, gerade in Krisenzeiten…

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

www.stockstreet.de

PS: Zum Schluss hat sich der DAX doch wieder stark erholt und notiert nur noch 1 % im Minus. Hintergrund hierfür sind unter anderem die guten ADP-Daten. Dazu mehr unter den US-Konjunkturdaten


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US-Konjunkturdaten

Der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing Inc (ADP) veröffentlichte heute den ADP-Bericht. Demnach wurden im Mai 188.000 Stellen geschaffen. Analysten hatten lediglich mit 160.000 gerechnet, nach 134.000 Stellen zuvor.

Nun habe ich hier oft genug deutlich gemacht, dass die ADP-Daten als direkter Vorlaufindikator für den US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wird, nichts taugen. Hier erwarten Analysten ebenfalls 160.000 Stellen. Trotzdem verhalf diese Nachricht den US-Indizes ins Plus. Allerdings ist es fraglich, ob ein wirklich guter Arbeitsmarktbericht am Freitag nicht die Märkte belasten wird, da damit die Wahrscheinlichkeit für ein schnelleres Ende der Anleihekäufe durch die Fed steigt.


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