In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Sie erinnern sich sicherlich noch, Mitte 2011 hatte ich beim Gold vor einer Blase gewarnt. Hintergrund dieser Annahme war nicht nur die Tatsache, dass zu ...
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Sie erinnern sich sicherlich noch, Mitte 2011 hatte ich beim Gold vor einer Blase gewarnt. Hintergrund dieser Annahme war nicht nur die Tatsache, dass zu diesem Zeitpunkt ein gewisser Goldfanatismus zu erkennen war. Die Massenmedien waren voll von Artikeln zum Thema „Gold“, und auch der „Party-Indikator“ schlug an - mit anderen Worten, ich wurde mehrfach auf verschiedenen Partys und bei entsprechenden Gelegenheiten interessiert auf das Thema Gold angesprochen. Beides ist meist ein Zeichen dafür, dass sich eine Anlageklasse in einer Euphorie/Blase befindet und damit Zeichen des nahen Endes einer Rally.

Auf Inflation gesetzt und Deflation erlebt

Nein, es gab auch noch einen anderen Aspekt: Die meisten Anleger, gerade in den USA, hatten Sorge vor einer Inflation. Hintergrund dieser Sorge war, dass die US-Notenbank die Zinsen auf null gesenkt hatte. Vielleicht erinnern Sie sich noch: ich hatte damals schon darauf hingewiesen, dass die Gefahr einer Deflation wesentlich höher als die Gefahr einer Inflation sei, und tatsächlich zeigten sich seitdem eher deflationäre als inflationäre Tendenzen. Da die meisten Anleger in Sorge vor einer Inflation Gold gekauft hatten, es aber eher zu einer Deflation gekommen war, fehlte sozusagen die fundamentale Grundlage für diese Goldrally. Genau das führte schließlich dazu, dass diese übertriebene Rallye ihr Ende fand.

Das Paradoxon

Der Einbruch des Goldpreises in den vergangenen Tagen wird damit begründet, dass die Fed nun ein Ende der Anleihekäufe in Aussicht stellt und in zwei Jahren sogar die Zinsen anheben will. Damit sinken, so die Begründung der Analysten, die ohnehin nicht vorhandenen Inflationsrisiken weiter und das wiederum hätte zu den Verkäufen beim Gold geführt.

Immer auf der anderen Seite…

Und Sie kennen mich, auch hier vertrete ich wieder eine ganz andere Meinung:

Einer der Gründe, warum die Inflation in den vergangenen Jahren trotz der extrem niedrigen Zinsen nicht angestiegen ist, ist die Tatsache, dass wichtige Grundvoraussetzungen einer Inflation nicht vorhanden waren. (Das Folgende habe ich damals zwar alles schon ausführlich beschrieben, aber hier noch einmal in Kurzform, um die Grundlagen abzustecken).

Inflation entsteht, wenn

Normalerweise entsteht eine Inflation dann, wenn Beschäftigte mehr Geld verdienen, dieses auch ausgeben, so dass die Unternehmen ihre Preise erhöhen können, also mehr verdienen, und damit wiederum höhere Löhne zahlen können. Man nennt dies auch die Lohn-Preis-Spirale. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit in den USA und der Rezession war eine solche Spirale jedoch nicht möglich.

Weitere Gründe für eine Inflation können eine extreme Verknappung des Angebots oder der angebotenen Gütern sein. Das war zum Beispiel nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland der Fall. Der Krieg und die Militärmaschinerie hatten viele Waren und Güter ver- und gebraucht, so dass diese der Masse nicht mehr zur Verfügung standen. Diese extreme Verknappung von Gütern führte dazu, dass hohe Preise für die wenigen verbliebenen Güter bezahlt wurden. Und das war letztendlich die Zündschnur für die berüchtigte Hyperinflation. Aber auch eine solche Angebotsverknappung war in den USA nicht zu erkennen, sondern vielmehr ein Überangebot an Waren durch die importierten Billigprodukte aus China.

Das einzige Argument, das die Inflationsbefürworter anführen konnten, war demnach die extreme Ausweitung der Geldmenge. Allerdings kam diese Geldmenge nicht in der Wirtschaft an, sie wurde durch die Kreditmarktklemme im Zusammenhang mit der Bankenkrise in den USA quasi komplett abgeschöpft.

Und damit zu der langfristigen Prognose für Gold

Das Verrückte ist, dass diejenigen, die jetzt aufgrund scheinbar sinkender Inflationsgefahren Gold verkaufen, wieder falsch liegen. Denn die Fed wird die Zinsen erst dann anheben, wenn die US Wirtschaft in einem ausreichend gesunden Maße wächst. Wie oben beschrieben, war eines der Probleme, dass eine Inflation verhindert hat, die Rezession der US-Wirtschaft.

Sollte das Wirtschaftswachstum anziehen, werden die Arbeitgeber mehr Arbeitnehmer einstellen müssen, und dann wird sich auch der US-Arbeitsmarkt wieder verbessern. Geschieht das, werden wieder viel mehr Menschen mehr Geld haben, um zu konsumieren. Wenn wieder mehr konsumiert wird, dann werden gerade in der vom Binnenkonsum abhängigen US-Wirtschaft sicherlich auch wieder die Preise steigen. Mit steigenden Preisen können auch wieder höhere Löhne bezahlt werden.

Und genau das ist die Grundkonstellation, die zu einer Inflation führen kann. Zwar wird die Fed entsprechend reagieren und die Zinsen anheben, aber die Gefahr ist groß, dass die Fed aufgrund der schwierigen Gesamtsituation dies relativ spät tun wird. Und somit ist die Wahrscheinlichkeit vergleichsweise hoch, dass wir in ein zwei oder vielleicht drei Jahren doch einen erheblichen Anstieg der Inflation in den USA sehen werden.

Der Grund, Gold zu kaufen

Wenn also Inflation ein Grund für den Goldpreisanstieg war, müsste der Goldpreis irgendwann in nächster Zeit wieder anziehen. Aber, es ist das gleiche wie in der Blase: Zunächst einmal tun die Anleger das Falsche, und das tun sie so lange, bis einer gewissen Menge von Anlegern klar wird, dass die Grundlage ihrer Anlageentscheidung nicht stimmt. Und so ist nicht auszuschließen, dass wir tatsächlich noch einen weiteren Abverkauf im Gold sehen. Auch ist es durchaus möglich, dass Gold unter die 1.000-Dollar-Marke fällt und wir dann eine Übertreibung bei fallenden Kursen sehen. Und das so lange, bis der Markt aufgrund harter Fakten erkennt, dass eine Inflation vor der Tür steht oder bereits einen Schritt durch diese gemacht hat.

Und somit haben wir nun zwei Kaufgründe für den Fall, dass Gold unter die 1000-Dollar-Marke fällt und es vielleicht in diesem Zusammenhang sogar zu einem starken Abverkauf kommen sollte. Allerdings sollten Sie dann nicht mit einer Rally rechnen, die Gold über die alten Hochs treibt. Es wird wahrscheinlich nur zu einer beachtlichen Gegenbewegung kommen.

Die 1000-Dollar-Marke entspräche zudem ungefähr einer 50-Prozent-Normalkorrektur der gesamten Aufwärtsbewegung seit dem Jahr 2001.

Noch kann ich Ihnen nicht sagen, wann der Goldpreis eine neue Rally startet. Es ist schließlich wieder einmal eine sehr frühe Analyse zu einer Entwicklung, die vielleicht sogar noch ein bis zwei Jahre braucht.  Aber ich habe das Gefühl, das zu diesem Zeitpunkt viele Analysten zum Ausstieg aus Gold raten werden…

Handeln Sie also weiterhin hübsch antizyklisch!

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens


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