In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Ja, das ist Börse - ein Wesen, das sich nur ungern in die Karten schauen lässt. Und wieder einmal zeigt sich, dass man absolut emotionslos bleiben ...
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Ja, das ist Börse - ein Wesen, das sich nur ungern in die Karten schauen lässt. Und wieder einmal zeigt sich, dass man absolut emotionslos bleiben muss, wenn man versucht, dieses Wesen zu verstehen und zu bezwingen.

Sie erinnern sich: Ich hatte in der vergangenen Woche darauf hingewiesen, dass die Target-Trend-Methode erste Warnsignale ausbildete (aber das entscheidende Verkaufssignal war eben noch nicht generiert worden). Heute nun ist der DAX wieder über die wichtige 8.413er Marke gestiegen – dieses Mal mit einem Gap Up (Kurslücke nach oben). Die Signifikanz dieses Niveaus ist damit erneut bewiesen worden. Zugleich ist damit der Kurs wieder in das obere Rechteck zurückgekehrt, was auf eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung hinweist. Waren die Warnsignale also umsonst? Ja und Nein.

Sie dürfen sich niemals auf Ihre oder meine Prognosen versteifen. Es sind immer nur Wahrscheinlichkeiten, und mit einem neuen Tag können die Welt und folglich alle Prognosen wieder ganz anders aussehen.

Zudem sind diese Analysen um ein Vielfaches umfangreicher, als ich es hier im Steffens Daily darzustellen vermag. Ich gebe Ihnen meistens nur die Quintessenz dessen wieder, was wir hier so alles zusammentragen. Dazu heute einmal ein Beispiel, das uns im weiteren Verlauf zum DAX-Chart führt. Doch zuvor, um das anschließend Geschriebene besser zu verstehen, müssen wir uns der wunderbaren Welt der Gaps, der Kurslücken in einem Chart widmen. Wenn Sie sich damit auskennen, können Sie direkt weiter unten unter "Eine Menge Gaps im DAX" weiterlesen.

Die wunderbare Welt der Gaps

Wir  können nach der klassischen Charttechnik zwischen drei wichtigen Arten von Gaps in einem Trend unterscheiden. Ich beschreiben diese anhand und in Reihenfolge des folgenden Diagramms eines idealtypischen Kursverlaufs. Die Kurslücken (Gaps) sind als blaue Rechtecke gekennzeichnet.

Die Erschöpfungslücke

Nach einem langen Abwärtstrend erscheint die „Erschöpfungslücke“ (Exhausting-Gap). Es zeigt den Resignationspunkt der Masse an. Die Nerven der Anleger reißen, und viele wollen, vielleicht durch die eine entscheidende Nachricht zu viel, einfach nur noch verkaufen. Auf der anderen Seite sind potentielle Käufer quasi nicht mehr vorhanden, weil auch bei den Bullen Resignation eingesetzt hat. Die Kurse starten aufgrund fehlender Käufer am kommenden Tag weitaus tiefer als am Vortag. Dieses Gap leitet gerne den Sell-Off, den panikartigen und unter hohen Umsätzen stattfindenden finalen Ausverkauf der Aktien ein.

Die Ausbruchslücke

Später, gegebenenfalls nach einer längeren Beruhigunsphase, kommt es zur „Ausbruchslücke“ (Breakaway-Gap). Die Kurse stiegen zunächst vorsichtig und die ersten Anleger realisieren, dass sie vielleicht genau am Tief verkauft haben. Andere erkennen, dass Aktien stark überverkauft sind und wollen einsteigen. Gleichzeitig sind alle diejenigen, die aussteigen wollten, in der Panik ausgestiegen. Wer noch Aktien hält hofft mit den steigenden Kursen auf noch bessere Ausstiegskurse. Somit fehlt es plötzlich an potenziellen Verkäufern. Das führt dazu, dass die Kurse in der Nähe des jüngsten Tiefs deutlich höher starten, als sie am Vortag geschlossen hatten.

Wenn also die Kurse nach einem Gap unter sehr hohen Umsätzen stark einbrechen und es später zu einem Ausbruchs-Gap kommt, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass eine nachhaltige Trendumkehr erfolgt ist.

Die Fortsetzungslücke

Das dritte, nicht weniger wichtige Gap ist das sogenannten „Fortsetzungslücke“ (Runaway-Gap). Es ist zwar deutlich seltener als die anderen Gaps, gibt aber vergleichsweise verlässlich die Mitte eine Trendbewegung an.  Es entsteht (meist bei eher umsatzschwachen Aktien), wenn die Kurse steigen und steigen und die Masse auf einmal auf eine solche Aktie aufmerksam wird. Die Verkäuferschicht dünnt aus. Es ist also als ein gutes Prognosewerkzeug und wird somit gerne auch als Measuring Gap (Bemessende-Lücke) bezeichnet. Allerdings nur dann, wenn es nicht vergleichsweise schnell wieder geschlossen wird.

Die Erschöpfungslücke am Top

Denn in diesem Fall könnte es sich nämlich um die sogenannte „Erschöpfungslücke“ (Exhausting Gap)in einem Aufwärtstrend handeln. Diese tritt nach längerer Aufwärtsbewegung gerne am Top auf und ist damit das Pendant zur Erschöpfungslücke im Sell Off eines Abwärtstrends (siehe oben). Das ist dann ein Hinweis für eine Übertreibungsphase, in der aufgrund der Euphorie die Verkäufer fehlen.

Die Unterscheidung zwischen Fortsetzunglücke und Erschöpfungslücke ist am Umsatz möglich. Eine Fortsetzungslücke hat in der Regel nicht die Umsatzspitzen wie die anderen Gaps.

Die Ausbruchslücke am Top

Und dann folgt gegenenfalls, genauso wie im Tief, wieder der Ausbruch in die andere Richtung mit einer neuen Kurslücke. Wenn diese Ausbruchslücke auch noch unter die bisher dominante Abwärtstrendlinie erfolgt, steigt die Wahrscheinlichkeit für stark fallende Kurse erheblich an.

Und danach beginnt das Spiel von vorne.

Eine Menge Gaps im DAX

Kommen wir also zum DAX. Um die Kurslücken, um die es heute geht, deutlicher zu machen, müssen wir zum Stunden-Chart des DAX wechseln. Das wiederum zeigt aber, dass wir uns mit den Prognosen nun im kurzfristigen Bereich befinden. 

Sie sehen, zunächst hat sich eine Erschöpfungslücke nach oben gebildet, allerdings ein sehr kleine. Ob diese wirklich relevant ist, auch weil sie sofort wieder geschlossen wurde, sei dahingestellt – nehmen wir es aber einmal an.

Anschließend kam es nach dem Hoch zu einer Ausbruchslücke nach unten, idealtypisch gleichzeitig mit einem Trendbruch. Das unterstützte die in der vorigen Woche genannten Warnsignale.  Heute kam es mit einem erneuten Aufwärts-Gap bisher nur zu einem Schließen dieser Ausbruchslücke. Das ist nicht ungewöhnlich. Gaps werden häufig wieder geschlossen.

Das bedeutet: Trotz des Anstiegs bisher bleiben die Warnsignale intakt – noch! Sollte es nämlich nach dem Gapschluss von heute nun doch wieder zu weiteren Kursverlusten kommen und sogar das heutige Tief wieder unterboten werden, wäre dies der idealtypische Verlauf eines Tops - wie oben beschrieben. Allerdings halten wir uns im Stundenchart auf. Dieses Top sollte also lediglich eine Konsolidierung und nicht unbedingt eine nachhaltige Trendumkehr einleiten!

Dieses Szenario ist jedoch sofort wieder hinfällig, wenn die Kurse nun einfach weiter steigen. Spätestens wenn der DAX über das vergangene Bewegungshoch bei 8.558 Punkten klettert, ist er nicht nur wieder zurück in das Rechteck gelaufen und hat somit die Warnsignale der Target-Trend-Methode negiert, er hat dann auch noch die Warnsignale der klassischen Charttechnik aufgelöst. Auch das ist möglich, schließlich waren es bisher nur Warnsignale. Die entscheidenden Verkaufssignale blieben bisher aus.

Und das wäre dann übrigens auch ein schönes Beispiel dafür, warum ich immer wieder schreibe, dass man selbst bei vermeintlich klaren Signalen nicht gegen derart starke Trends traden soll!

Viele Grüße

Jochen Steffens


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