In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Im April war der ZEW-Index noch um mehr als 12 Zähler eingebrochen. Heute wurde der Wert für Mai veröffentlicht. Es kam zum Vormonat jedoch ...
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Im April war der ZEW-Index noch um mehr als 12 Zähler eingebrochen. Heute wurde der Wert für Mai veröffentlicht. Es kam zum Vormonat jedoch lediglich zu einer ganz leichten Verbesserung von 0,1 Punkten.

"Trotz überwiegend positiver Konjunkturdaten für die deutsche Wirtschaft bewegt sich der ZEW-Index nicht von der Stelle. Ein Grund könnte darin liegen, dass die Konjunkturlage in der Eurozone weiterhin schlecht ist. Die Zinssenkung der EZB passt in dieses Bild", kommentiert ZEW-Präsident Prof. Dr. Clemens Fuest dieses Ergebnis. (Quelle: www.zew.de)

[Investoreninfo: „Die ZEW-Konjunkturerwartungen werden monatlich erhoben. An der Umfrage beteiligen sich bis zu 350 Finanzexperten. Der Indikator gibt die Differenz der positiven und negativen Erwartungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung (auf Sicht von sechs Monaten) in Deutschland wieder.“]

Der Kontraindikator

Sie wissen, wir nutzen den ZEW Index eher als Teil der Sentiment-Analyse und damit als Kontraindikator. Wenn bei 350 Finanzexperten die Stimmung im Keller ist, so ist das für uns ein Hinweis, dass Aktien bald wieder ein kaufenswertes Niveau haben. Auf der anderen Seite werden wir vorsichtig, wenn die Stimmung bei den Finanzexperten zu positiv wird.

Nun hatten wir im März ein (bisheriges) Stimmungshoch bei 48,5 Punkten. Normalerweise wird es erst kritisch, wenn der ZEW-Index Kursniveaus von 70 bis 80 Punkten erreicht. Aber werfen wir zur Verdeutlichung einmal einen Blick auf die Entwicklung des ZEW-Index im Vergleich zum DAX:

 

Im Januar 2000 wurde im ZEW-Index (blaue Linie) ein Spitzenwert bei 89,6 Punkten erreicht! Positiver kann die Stimmung kaum werden. Was folgte, ist Geschichte: ein dreijähriger Crash. Nach den Anschlägen des 11. Septembers kam es zu einer starken Zwischenrally. Mit dem Hoch dieser Rally kam es im März 2002 erneut zu hohen Werten von 71.2 Punkten. Und wieder wies der hohe Index auf weiter fallende Kurse hin, der Crash ging noch bis März 2003 weiter.

Dieses Niveau erreichte der ZEW-Index anschließend noch zwei Mal: Im Dezember 2003 leitete es einen längere Konsolidierung der Aktienkurse ein. Das nächste Mal veränderte sich das Bild. Während der ZEW-Index bereits im Januar 2006 ein Hoch erreichte, kam es im DAX erst deutlich zeitversetzt zu dem 2008er Crash.

Diese Divergenz zwischen Stimmung und Kursen ist auffällig. Die Experten waren offensichtlich bereits zwei Jahre vor dem eigentlichen Einbruch zunehmend skeptisch. Sie trauten der Rally nicht. Und auch im September 2009 gab es ein Stimmungshoch, das nicht direkt zu einem Crash führte. Es dauerte auch damals noch knapp 2 Jahre, in denen sich die Stimmung verschlechterte, bis dann die Schuldenkrise 2011 den nächsten Kurseinbruch einleite.

Wie ist diese Divergenz zu erklären?

Wahrscheinlich ist hier ein Effekt verantwortlich, der in der langanhaltenden Krisenzeit begründet liegt. Nach dem Schock des 2000er Crash haben im Jahr 2007 viele Finanzexperten den hohen Kursen bereits schon frühzeitig nicht mehr getraut (und dabei sicherlich viele Chancen verpasst). Das sieht man daran, dass bereits ab 2006 die Stimmung sank, während die Börsenkurse noch zwei Jahre weiter stiegen.

Im September 2009 waren diese Finanzexperten schon wesentlich früher verunsichert, die Stimmung erreichte nicht mal mehr das Hoch aus dem Jahr 2006. Doch auch hier stiegen die DAX-Kurse zunächst weiter an, bis die Schuldenkrise 2011 den jüngsten größeren Crash auslöste.  

Die sinkenden Stimmungshochs der vergangenen Jahre sind ein eindeutiges Indiz für die zunehmende Unsicherheit der Finanzexperten. Man könnte es vereinfacht so ausdrücken: Die Analysten kriegen immer früher Höhenangst, wenn sie es mit steigenden Kursen zu tun haben. Aber das ist schließlich auch verständlich. Der Mensch lernt aus seinen Erfahrungen. Mit den vielen Jahren Krisenzeiten und Crashs im Nacken sind die eigenen Einschätzungen einfach mit Misstrauen und Verunsicherung durchsetzt. Und so erklärt sich eben diese Abwärtsbewegung in den Bewegungshochs des ZEW-Index (sieh rote Linie). Sie ist eben Folge dieser Entwicklung.

Was können wir aus alledem folgern?

Durch die Auswirkung der Krisen auf die Psyche der Analysten ist der ZEW-Index als Kontraindikator zurzeit mit Vorsicht zu genießen. Es kommt zu einer zeitlichen Verzerrung. Die aktuellen Werte des ZEW sind demnach kein Hinweis auf ein baldiges Ende der Rally. Nicht einmal dann, wenn es in den kommenden Monaten zu weiter fallende Werte kommen sollte. Schließlich dauerte es nach den Stimmungshochs der vergangenen Jahre fast zwei Jahre, bis das Hoch an den Aktienmärkten ausgebildet wurde. 

Allerdings darf man diese Analyse nicht umdrehen: Die aktuelle Entwicklung des ZEW-Index ist für sich genommen keineswegs ein Hinweis darauf, dass die Rally noch weiter geht. Der ZEW-Index kann als Kontraindikator bei Extremwerten lediglich vor einer Trendumkehr warnen, funktioniert jedoch bei normalen Werte nicht oder kaum trendbestätigend. Das ist ein wichtiger Punkt.

Nachtrag

Interessant wird es, wenn Sie sich die Tiefs des ZEW-Index in den Jahre 2000-2006 anschauen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten Finanzexperten 15 Jahre Rally und wenige Jahre Crash hinter sich. Das Vertrauen in Aktien war zu diesem Zeitpunkt demnach trotz des großen Einbruchs noch nicht extrem gestört. Und so entwickelte sich in dieser Zeit ein Aufwärtstrend der Bewegungstiefs (grüne Linie). Ich kann mich noch gut erinnern, dass bereits 2002 alte Börsenhasen zum Kaufen rieten und viele der älteren Spekulanten an bald wieder langanhaltend steigende Kurse glaubten.

Erst der Bruch dieser grünen Trendlinie im Jahr 2006 ist interessanterweise das Signal, dass die Krise in das Bewusstsein der Analysten vorgedrungen war. Offensichtlich brauchte es seine Zeit, bis der 2003er-Crash und seine Folgen auf die Wirtschaft verarbeitet und vom Mainstreambewusstsein adaptiert wurde. Auch hier gerieten die Analysten in Höhenangst.

Vielleicht ist es nun genau umgekehrt: Erst wenn die rote Abwärtstrendlinie nach oben gebrochen wird, wird auch das Bewusstsein über das Ende der Krisenzeit zu den Analysten vordringen. Das wäre dann sicherlich ein kleiner Hinweis auf eine langanhaltende Rally, schließlich müssten dann all die Skeptiker noch einsteigen. Aber das ist, ohne Frage, nur eine vage Theorie – die Sie nicht überbewerten sollten und die deswegen nur als Nachtrag hier auftaucht.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

www.stockstreet.de


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