In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: vorab noch einmal der Hinweis in eigener Sache: Der Steffens Daily geht ab morgen bis zum 5. April in die Osterferien. Jochen Steffens ist allerdings nich ...
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vorab noch einmal der Hinweis in eigener Sache: Der Steffens Daily geht ab morgen bis zum 5. April in die Osterferien. Jochen Steffens ist allerdings nicht ganz weg von den Börsen, schließlich laufen auch die Börsenbriefe der Stockstreet GmbH weiter. Sofern also etwas wirklich Dramatisches geschehen sollte, werden Sie ein Sonderupdate erhalten. Aber Sie kennen ja die Börsen - nichts wird hier so heiß gegessen, wie es zuvor in den Medien gekocht wird. Und nun zum aktuellen Marktkommentar:


 

Seit Mitte März scheint die Krise wieder zurück zu sein. Zumindest was Zypern, die Medien und damit die Öffentlichkeit betrifft. Doch die Börsen blieben bislang erstaunlich gelassen. Ob das auch so bleibt – selbst wenn nun zunächst eine Lösung der akuten Zypern-Krise vereinbart wurde?

Zypern eröffnet eine neue Dimension

In jedem Fall erreicht die Schuldenkrise in Europa mit der Zypern-Rettung eine neue Dimension. Nicht nur, dass nun erstmals die Bürger und Bankkunden über eine Zwangsabgabe direkt an den Kosten der Rettung beteiligt wurden. Die harte Haltung im Vorfeld – z.B. mit dem Ultimatum der EZB – rückt auch die Aussage von EZB-Präsident Draghi, den Euro unbedingt retten zu wollen, in ein völlig neues Licht. Euro-Rettung ja, aber notfalls nicht mehr jedes Euroland, könnte ab sofort die Interpretation lauten. Und wenn, dann nur mit sofortiger und direkter Beteiligung aller...

Ob dahinter tatsächlich ein Kalkül steckt, und ob die anderen Krisenländer dies auch als „Warnschuss“ verstehen, bleibt abzuwarten. Viel wichtiger ist, ob und wie die Märkte auf diese Möglichkeit reagieren. Immerhin konnten sich die Investoren nach dem Beschluss der EZB, auch unbegrenzt Staatsanleihen der Krisenländer zu kaufen, in relativer Sicherheit wiegen. Nach einem solchen Warnschuss müssten die Börsianer das gestiegene Risiko entsprechend einpreisen.

Noch sind die Anleger unschlüssig

Soweit es die Währungsmärkte betrifft, sind die Anleger offenbar noch unschlüssig in der Bewertung der Ergebnisse. Am EUR/USD-Chart ist diese Unsicherheit sehr gut ablesbar:

EURUSD 

Am Freitag, als die Verhandlungspartner noch auf eine rasche Einigung am Wochenende zuzustreben schienen, stieg der Euro deutlich an (grüner Pfeil), nachdem er zuvor noch in einer schmalen Zone seitwärts lief (blaues Rechteck).

Am Montag kurz nach Mitternacht, als immer noch keine Lösung ausgehandelt war, sackte der Euro wieder ab (rote Ellipse). Kurz darauf, nachdem die Einigung erzielt war, gab es einen kräftigen Sprung nach oben über die 1,30-USD-Marke (grüne Ellipse). Mit Beginn der regulären Handelszeit an den europäischen Börsen fiel der Euro jedoch wieder recht deutlich zurück (roter Pfeil).

Die Devisenmärkte haben bisher also eher eine negative Meinung zu dieser Aktion. Aber vermutlich werden wieder erst die kommenden Tage genaueren Aufschluss geben, wie die Anleger die neue Situation tatsächlich einschätzen.

Setzt der DAX nun zum Befreiungsschlag an?

Und was ist mit den Aktienmärkten? Hier ergibt sich auch ohne das Zypern-Problem inzwischen eine kritische Lage (siehe folgender DAX-Chart):

DAX 

Der seit Juni 2012 anhaltende Trend im DAX zwängt sich seit geraumer Zeit in eine Keilformation. Ein Ausbruchversuch nach oben (gelbe Ellipse) ist unlängst gescheitert. Gelingt nach der Zypern-Rettung nun nicht kurzfristig der Befreiungsschlag, dürfte der Trend wohl bald gebrochen werden. Dann geben erst wieder die Unterstützungsniveaus um 7.500 Punkte bzw. unterhalb von 7.000 Punkten ausreichend Halt.

Eine günstige Gelegenheit für Sie

Nachdem der DAX vor kurzem noch bei 8.000 Punkten stand und Kurs auf sein Allzeithoch nahm, hört sich ein Niveau von 7.000 Punkten für einige Anleger sicherlich wie ein herber Rückschlag an. Das ist es aber keineswegs!

In einer gesunden Rally sind Kursrückgänge von 50 % des vorherigen Anstiegs durchaus üblich. Von Juni 2012 bis März 2013 stieg der DAX von seinem Tief bei gut 5.900 Punkten bis auf fast 8.075 Punkte (gestrichelte waagerechte Linien). Gibt er nun die besagten 50 % davon vorübergehend wieder ab, stünde er ziemlich genau bei 7.000 Punkten.

Das wäre also kein Beinbruch, sondern eine vergleichsweise unspektakuläre Korrektur. Gleichzeitig ergäbe sich auf diesem Niveau eine gute (nachträgliche) Einstiegsgelegenheit für eine bevorstehende „Jahrhundert-Rally“ (siehe u.a. Steffens Daily vom 21.03.2013). Also bleiben Sie gelassen...

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert
www.stockstreet.de

PS: Übrigens haben wir bereits in unserem Jahresausblick auf die Möglichkeit eines solchen neuerlichen, krisenbedingten Rückschlags hingewiesen. Und natürlich auch die Chancen ausgelotet, die sich dann bieten. Unseren Jahresausblick 2013 finden Sie hier.


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