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Inhaltsverzeichnis

Das Baby-Boomer Paradox

Eigentlich ist, wie von den meisten Analysten erwartet, nichts besonders Neues im Statement der Fed zu erkennen. Die Fed bekräftigte noch einmal, dass der Leitzins noch so lange bei 0 bis 0,25 Prozent gehalten werden soll, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken ist. Voraussetzung: Die US-Wirtschaft entwickelt sich wie von der Fed erwartet. Und so bleibt im Statement auch der Passus, dass nach wie vor Abwärtsrisiken bestehen.

Analysten gehen somit davon aus, dass die Fed frühestens Ende des Jahres das Volumen der aktuellen Anleihekäufe zurücknehmen wird. Mit einer Zinserhöhung wird sogar erst im Jahr 2015 gerechnet.

Also kann das Spiel weiter gehen, dass die Liquidität den Markt weiter nach oben treibt. Interessant ist, dass die Fed auch noch keine Blasenentwicklung im Aktienmarkt erkennt. Das wird sie auch nicht tun, wenn die Aktienmärkte weiter steigen und zwar aus folgenden Gründen.  

Die Baby-Boomer

In den vergangenen Jahren ist aufgrund der vielen Krisen und Sorgen ein wichtiger Aspekt wieder etwas in Vergessenheit geraten, von dem ich hier im Steffens Daily bereits berichtet hatte: 

Die Baby-Boomer-Generation in den USA sind die geburtenstarke Jahrgänge von 1945 bis 1964. Und diese Generation geht seit ca. 2012 in Rente und das noch knapp 20 Jahre lang. Es wird damit gerechnet, dass sich in dieser Zeit täglich 10.000 Baby-Boomer in den Ruhestand verabschieden.

Damit kommen auf die USA große Probleme zu. Da durch die Rente die Einkommen sinken, können Rentner nicht mehr so viel ausgeben. Das wird sich auf den Konsum auswirken, ein wichtiger Aspekt bei einer Wirtschaft, die stark abhängig von der Binnenkonjunktur ist.

Aber für uns ist ein anderer Punkt viel wichtiger:

Aktien als Rente

Viele dieser Baby-Boomer haben direkt oder indirekt über Rentenversicherungen/Fonds ihre Altersvorsorge in Aktien angelegt. Um von dieser Vorsorge leben zu können, müssen diese Aktien verkauft werden. Es wird also in den kommenden 20 Jahren kontinuierlich Geld aus den US-Aktienmärkten abgezogen. Und das könnte natürlich, so zumindest die vorherrschende Theorie, zu einem Problem für die Aktienmärkte werden.

Zu kurz gedacht: Das Paradoxon

Aber das ist zu kurz gedacht. Eigentlich, und das ist das Paradoxe an der Situation, werden diese oben genannten Faktoren zusammengenommen zu einer Rally führen.

Die Baby-Boomer-Generation musste in den vergangenen 13 Jahren bereits erhebliche Vermögensverluste hinnehmen. So ist der Aktienmarkt in dieser Zeit nicht, wie in den 20 Jahren zuvor, kontinuierlich weiter angestiegen. Auch die Immobilienpreise sind im Durchschnitt um mehr als 30 % eingebrochen.

Dieser Vermögensrückgang der Baby-Boomer müsste, um eine ausreichende Deckung ihrer der Altersvorsorge zu garantieren, kompensiert werden.

Das Problem ist der Fed bewusst, sie hat dazu umfangreiche Studien erstellen lassen. Sie wird demnach versuchen, gegenzusteuern. Ziel der Fed muss es sein, die Aktienmärkte anzutreiben. Ein steigender Aktienmarkt wird schließlich dazu führen, dass das in Aktien angelegte Rentenvermögen der Baby-Boomer wieder größer wird. Und nur so kann die Konsumneigung der Baby-Boomer stimuliert werden. Zudem werden die niedrigen Zinsen auch den Immobilienmarkt anheizen, so dass in den kommenden 15 bis 20 Jahre die Verluste der vergangenen Jahre wieder ausgeglichen werden können.

Und so ist zu erwarten, dass sie versuchen wird, die lockere Geldpolitik auch in den kommenden 15 bis 20 Jahren fortzuführen. Damit ist sicherlich nicht das aktuelle Zinsniveau von 0 – 0,25 Prozent gemeint. Die Zinsen werden wieder steigen, aber grundsätzlich sollte das Zinsniveau in einem niedrigen Bereich verbleiben, der sich stimulierend auf die US-Wirtschaft auswirkt (also im Bereich von zwei bis höchstens vier Prozent).

Der Deflationseffekt

Aber es wird noch viel verdrehter: Grundsätzlich würden langanhaltend niedrige Zinsen zu einer Inflation führen, so die klassische Schule der Volkswirtschaftslehre. Und Inflation wird die Fed vermeiden müssen. Aber sie ist in den kommenden Jahren in einer komfortablen Situation und das wird in den meisten Prognosen schlichtweg ignoriert:

Denn dabei sind zwei Punkte zu beachten:

Wenn die Baby-Boomer-Generation weniger konsumiert und wenn sie zudem aufgrund niedrigeren Einkommens auf die Preise achten müssen, wird es schwierig für die Unternehmen, ihre Produktpreise zu erhöhen. Dadurch wird der Konkurrenzkampf der Unternehmen angeheizt, ein Umstand, der sich dämpfend auf die Preise auswirkt.

Die grundsätzlich sinkende Konsumbereitschaft im Alter ist einer der Faktoren, die als Grund für die lange, bis heute anhaltende, Deflationsphase in Japan nach dem Platzen der großen Aktien- und Immobilienblase 1990 genannt wird. Ein ähnliches Szenario könnte also auch den USA drohen. 

Und gerade diese Deflationstreiber ermöglichen es der Fed, das „Übersteuern“ der Geldpolitik durch niedrige Zinsen und Anleihenkäufe fortzusetzen!

Der Effekt der Geldschwemme

Trotzdem wird sich die lockere Geldpolitik irgendwo auswirken. Da sie es nicht in der Wirtschaft kann, wird es zu einer Assetpreis-Inflation kommen. Das heißt, der Aktienmarkt und andere Anlageklassen (z.B. Rohstoffe) werden weiter boomen und selbst der US-Immobilienmarkt wird sich erholen. Und das Verrückte daran wird wahrscheinlich sein, dass das in den kommenden Jahren aus oben genannten Gründen bei niedrigem Wirtschaftswachstum geschehen wird.

Fazit: Nicht nur aufgrund der Krisenszenarien, sondern auch aufgrund der besonderen Situation der Baby-Boomer-Generation in den USA, wird die Fed die lockere Geldpolitik beibehalten müssen. Die Inflationsgefahren sind dabei, wie oben beschrieben, vergleichsweise gering. Da die Baby-Boomer noch knapp 20 Jahre in Rente gehen, können wir damit rechnen, dass es vielleicht sogar noch 15 bis 20 Jahre eine stimulierende Geldpolitik geben wird.

Und das spricht eben für eine Rally in den kommenden Jahren. Und lesen Sie jetzt noch einmal die Steffens Dailys vom 12. Und 13. März  2013: ("Die 1000-Prozent-Rally kommt, nur wann", "Das Unvorstellbare vorstellen")

Ich weiß, dass dies alles nicht konform mit der Meinung der meisten anderen Analysten geht. Aber das sollte uns nicht davon abhalten, in diese Richtung zu denken. Die Wahrheit liegt schließlich oft genug weitab der Mainstream-Meinungen.

Ich möchte auch unbedingt noch einmal darauf hinweisen, dass es zuvor durchaus noch zu größeren Verwerfungen an den Märkten kommen kann. Das ist eine sehr langfristige Prognose und auch in den größten Rallys der vergangenen 100 Jahren hat es immer wieder scharfe Einbrüche gegeben!

Eine Inflationsgefahr existiert

Ein kleines Problem gibt es aber doch bei dieser Betrachtung. Dadurch, dass nun täglich 10.000 Menschen aus dem Arbeitsleben ausscheiden, hat die USA eigentlich kein wirkliches Arbeitslosenproblem – zumindest auf längere Sicht gesehen. Im Moment sind ohne Frage noch genügend Arbeitslose vorhanden, um diesen Verlust an Arbeitskräften zu kompensieren – aber das könnte sich in einigen Jahren geändert haben.

Das Problem dabei ist die Lohn-Preis-Spirale. Wenn sich der US-Arbeitsmarkt erholt, werden auch die Löhne wieder steigen. Wenn mehr Menschen höhere Löhne erhalten, können Sie mehr ausgeben. Das führt aufgrund steigender Nachfrage zu höheren Preisen. Wenn die Preise steigen, verdienen die Unternehmen mehr Geld und können höhere Löhne zahlen. Der Kreislauf ist rund.

Die Fed sollte also versuchen, die Wirtschaft nicht zu schnell wachsen zu lassen. Aber auch das passt in das Gesamtbild: steigende Aktienkurse bei niedriger Inflation und niedrigem Wirtschaftswachstum.

Wenn der Fed dieser Coup gelingt, dann werden die meisten Analysten sehr, sehr lange nicht verstehen, warum die Kurse immer weiter steigen, wenn doch die US-Wirtschaft nur so langsam wächst und warum die Fed, sofern die Wirtschaft doch stärker zu wachsen beginnt, dieses zarte Pflänzchen Wachstum schnell wieder abwürgt.

Viele Grüße

Jochen Steffens

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US-Konjunkturdaten

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist um 2.000 auf 336.000 angestiegen. Analysten hatten allerdings einen Anstieg auf 340.000 prognostiziert. Für die Vorwoche wurde die Zahl der Erstanträge auf 334.000 von zuvor 332.000 nach oben revidiert. Der Wert für den gleitenden Vierwochendurchschnitt liegt bei 339.750.

Die Zahl der Verkäufe bestehender Häuser stieg im Februaru m 0,8 Prozent auf einen Jahreswert von 4,98 Millionen. Das ist der höchste Wert seit über drei Jahren. Analysten hatten allerdings mit einem Plus von 1,6 Prozent gerechnet. Der Immobilienmarkt erholt sich weiter - das wird sich positiv auf das Wirtschaftswachstum in den USA auswirken. 


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