In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Es bleibt amüsant: In den gleichen Medien, die am Dienstag nach der Italien-Wahl noch die warnenden Horror-Meldungen veröffentlicht haben, ist nun ...
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Inhaltsverzeichnis

Viel Lärm um nichts!

Es bleibt amüsant: In den gleichen Medien, die am Dienstag nach der Italien-Wahl noch die warnenden Horror-Meldungen veröffentlicht haben, ist nun zu lesen, dass es ja bekannt sei: Politische Nachrichten haben kurze Beine (sind also von kurzzeitiger Auswirkung auf die Börse). Ein grundsätzlich richtiger Ansatz, und natürlich wäre es schön gewesen, diese Erkenntnis in eben diesen Medien schon am Dienstag gelesen zu haben, aber geschenkt. Doch selbst dieser Spruch, in der Sache sicherlich richtig, passt nicht zur aktuellen Situation. Schließlich haben wir gerade erst die längste Phase politischer Börsen, die diesen Satz quasi persiflierte, hinter uns – wenn wir nicht sogar noch mitten drin stecken!

Der Lerneffekt

Sie erinnern sich, ich hatte am Dienstag zur Wahl in Italien geschrieben, dass die Anleger sich doch freuen sollen, weil die Wahl den Euro wieder erheblich unter Druck gebracht hat. Und hinzugefügt, dass ich damit rechne, dass die Wahl schnell vergessen sei. Das ist nun eingetreten, wie Sie selbst an der Entwicklung im DAX (und dem Euro) sehen können. Ich schreibe das erneut nicht, um darzustellen, dass ich Recht hatte – dieses Ego-Spielchen bringt mir nichts.

Mir geht es wirklich darum, darzustellen, wie sehr die Börsen-Medien im Mainstream-Gefühl des Marktes gefangen sind. Die Journalisten, welche die Texte schreiben, sind genauso emotional unterwegs, wie die vielen Trader, die mit ihren Nasen dicht an den Bildschirmen kleben und bei der kleinsten Bewegung in größere Hektik verfallen.

Der Höhepunkt der Distanzlosigkeit

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich früher genauso emotional gehandelt habe. Den Hochpunkt dieser hysterischen Marktverbundenheit erreichte in den Anfängen meiner Trader-Karriere, als der DAX nach einer längeren Phase lustlosen Handels 20 oder 30 Pünktchen ins Minus rauschte. Auf meinem sehr kurzfristigen Intraday-Tick-Chart sah dies wie ein ziemlich heftiger Crash aus. In heller Aufregung suchte ich im Netz und bei meinen Traderkollegen nach Antworten für diesen Einbruch. Ein Kollege erwiderte lapidar: „Hey, was ist denn los? Es ist doch nichts passiert!“, und fuhr lachend fort: „Lass doch die Tickcharts sein und schalt einfach mal einen Zeithorizont höher!“. Er kannte das Phänomen. Als ich auf den Stunden- und Tageschart wechselte, wurde mir die plötzlich die Absurdität meines Handelns bewusst. Auf dem Tageschart war dieser Kursrückgang kaum mehr zu erkennen. Ich hatte völlig überreagiert.

Dieses Ereignis hat sich tief in mein Hirn gebrannt. Ich war offensichtlich zu nahe am täglichen Börsengeschehen. Es war der Wendepunkt, der nach vielen weiteren Monaten der Distanzierung zu den Ergebnissen führte, die Sie jetzt, Jahre später, hier im Steffens Daily immer wieder lesen. Und zwar vor allem, wenn ich bei stark emotionalen Ereignissen zur Besonnenheit aufrufe.

Besonnenheit: keine leichte Aufgabe

Eine Besonnenheit, die aber ohne jede Frage schwer zu erreichen und noch schwerer zu erhalten ist. Zu groß ist die Einladung, auf die Einflüsterungen der falschen Propheten oder auf die emotional ansteckenden Äußerungen von anderen zu reagieren, die ebenfalls in dieser Börsenemotionalität gefangen sind. Besonders wenn dies Journalisten sind, die ihre Texte in ansonsten eher seriösen Medien veröffentlichen.

Aber es sind nicht nur die anderen, vor denen man sich schützen muss. Es sind auch die Themen, die immer wieder neu, immer wieder höchst dramatisch und kritisch erscheinen. Selbst nach meinen knapp 15 Jahren Börsenerfahrung als Trader gibt es immer noch Ereignisse, die zumindest für kurze Zeit meine Besonnenheit gefährden. Auch das kann ich gerne zugeben. Ich bin schließlich keine Maschine.

Doch umso wichtiger ist es, immer wieder die eigenen Emotionen zu hinterfragen, sich immer wieder kritisch mit seinen Ängsten und mit seiner Gier auseinanderzusetzen und sofort distanzierend zu reagieren, wenn man bemerkt, dass Emotionen hochkochen.

Und dann erreicht man irgendwann den entscheidenden Punkt: Der DAX bricht nach der Wahl in Italien ein, man erschrickt ein wenig, der Blick sieht aber auch den Einbruch im Euro - einige Gedanken rasen durch den Kopf  - und ein Lächeln erscheint auf den Lippen.

Die Situation bleibt trotz allem gefährlich

Doch genauso ist es auf der anderen Seite: Nur, weil es nun zwei gute Tage nach der Wahl in Italien gegeben hat, heißt das nicht, dass die Börsenwelt nun rosarot ist. Mit dem politischen Patt in Italien ist sicherlich ein Risikofaktor mehr im Markt – einer unter vielen. Und das ist auch noch das aktuelle Problem: Es gibt immer noch sehr viele Risikofaktoren. Das darf man nicht vergessen. Und immer noch sind die Allzeithochs im Dow Jones und im S&P500 nicht überwunden. Immer noch kann es zu schärferen Kursrücksetzern kommen!

Der erste Teil einer Rally hangelt sich zwar grundsätzlich an einer Mauer der Angst entlang, aber gerade in den Anfangsphasen einer Rally nach einer großen Krise (die wir ohne Zweifel erlebt haben), ist die Gefahr, dass es immer mal wieder zu schärferen Kursrückschlägen kommt, durchaus hoch.

Sie müssen also sowohl auf der einen Seite sehr besonnen reagieren und dürfen sich nicht von der Markthysterie anstecken lassen. Auf der anderen Seite müssen Sie aber natürlich auch weiterhin vorsichtig agieren, und dürfen sich ebenfalls nicht von einer eventueller Euphorie übermannen lassen.

Zoomen wir auch jetzt einmal in einen höheren Zeithorizont

Erinnern Sie sich an die vielen Emotionen, welche die Anleger in den vergangenen Wochen seit Mitte Dezember bewegt haben? Die Nachrichten zur Fiskalklippen, der Schuldenobergrenze, die Situation in Spanien und Zypern bis hin zur Wahl in Italien. Werfen Sie dann einen Blick auf den DAX: Sie werden erkennen, dass wir unterm Strich seit dem 11.Dezember.2013 wieder einmal nur einen weiteren Tag in der seit 53 Handelstagen andauernden Seitwärtsbewegung erleben. Dazu der Chart:

 

Und da wird wohl auch dem Letzten die hohe Absurdität der höchst emotionalen Berichterstattung mit all ihren Folgen für das eigene Anlageverhalten bewusst!

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

www.stockstreet.de


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US-Konjunkturdaten

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank um 22.000 auf 344.000. Analysten hatten dagegen mir einem Anstieg auf 365.000 gerechnet. Der gleitende Vierwochendurchschnitt sank um 6.750 auf 355.000.

Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex stieg im Vergleich zum Vormonat von 55,6 Punkten auf 56,8 Zähler. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 54 Punkte erwartet. Auch hier ist eine leichte Verbesserung zu erkennen.

Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im vierten Quartal um 0,1 Prozent gestiegen. In der ersten Veröffentlichung war ein Rückgang von 0,1 Prozent gemeldet worden. Analysten hatten für die zweite Veröffentlichung mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent gerechnet. Als Grund für das schwache Wirtschftswachstum wurde der starke Rückgang der öffentlichen Ausgaben genannt.


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