In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Thema des Tages ist das G-20-Treffen in Moskau. Ansonsten sind diese Treffen für Trader eher uninteressant, zu viel Politik und zu wenig Greifbares. ...
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Thema des Tages ist das G-20-Treffen in Moskau. Ansonsten sind diese Treffen für Trader eher uninteressant, zu viel Politik und zu wenig Greifbares. Aber in diesem Jahr gibt es eine "witzige" Diskussion um das Thema "Währungskrieg", die ich Ihnen nicht vorenthalten will.

Nach Angaben von Dow Jones Newswire hat EZB-Präsident Mario Draghi am Rande des G-20-Treffens in Moskau das "Geschwätz" über einen Währungskrieg verurteilt. Er nannte die in den vergangenen Wochen hochgekochte Diskussion "unangemessen und fruchtlos, auf alle Fälle kontraproduktiv".

Zuvor hatte sich bereits der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen zum Thema „Währungskrieg“ geäußert: "Das Gerede vom Währungskrieg ist weit, weit übertrieben. Ich mag den Begriff auch nicht, da es im Krieg nur Verlierer gibt", sagte Asmussen in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. (Anm. d. Red.: Dann passt doch der Begriff.)

Auch OECD-Generalsekretär Angel Gurria versuchte, die Wogen in dem Streit zu glätten: "Beim realen Wechselkurs befinden sich praktisch alle großen Währungen nahe ihres Gleichgewichts." Japans Ziel, die Deflation zu besiegen und Inflation zu erreichen, sei keine Manipulation des Wechselkurses, so der OECD Chef.

Es war eben die Aktion von Japan, die diese Diskussion um einen Währungskrieg erneut entfacht hatte. Ich hatte Sie hier im Steffens Daily davon unterrichtet.

Der russische Vize-Finanzminister Sergej Stortschak sagte: „Es gibt keinen Abwertungswettlauf, es gibt keinen Währungskrieg.“ Komisch nur, dass Russland seine Goldreserven massiv aufstockt.

Ganz anders sieht es hingegen Brasiliens Finanzminister Guido Mantega. Es befürchtet, dass die Konflikte zwischen den Exportländern zunehmen. Er zeigt sich darüber hinaus auch besorgt, dass es für einige Länder immer schwieriger wird, im Wettbewerb mit den Ländern zu bestehen, die ihre eigene Währung schwächen. Mantega findet sogar, dass der Währungskrieg intensiver geworden ist, da sich die Handelskonflikte verschärfen.

Die Bälle flach halten

Im Prinzip geht es bei den beschwichtigenden Aussagen lediglich darum, dass dieses Thema auf dem G-20-Treffen nicht allzu sehr hochkocht. Eben weil eine solche Diskussion tatsächlich kontraproduktiv wäre. Der Währungskrieg ist sicherlich nicht das eigentliche Problem der Industrienationen. Er ist vielmehr nur die Folge der vielschichtigen anderen Probleme der jeweiligen Staaten. Und so könnte eine Debatte über dieses Thema von den eigentlichen wichtigeren Themen ablenken. Und hier sind und bleiben die massive Überschuldung und die in der Krise erkennbar gewordenen Verwerfungen in der Finanzstruktur die Kernprobleme.

Keine Zweifel

Und es ist somit durchaus glaubhaft, wenn der EZBChef sagt, dass der Wechselkurs an sich kein politisches Ziel für die EZB ist. Es wird sich selbstredend niemand einen bestimmten Euro-Kurs auf die Fahnen schreiben. Auf der anderen Seite besteht aber auch kein Zweifel, dass ein schwacher Euro gerade den südlichen Ländern der Euro-Zone hilft.

Euro nicht überbewertet

Etwas krasser versuchen die Franzosen zu argumentieren: Ihrer Meinung nach sei der Euro nach dem vergangenen Anstieg überbewertet.  Doch, wie hier bereits vor einigen Tagen dargestellt, befindet sich der Euro mit einem Kurs von 1,33 Dollar in der Mitte der seit 2008 bestehenden Seitwärtsbewegung zwischen 1,20 und 1,50 Dollar. Es ist damit quasi zum Dollar „fair“ bewertet.

Nun gut, das heißt noch nichts. Aber selbst zum brasilianischen Real, also der Währung des Finanzministers, der sogar eine Verschärfung des Währungskriegs erkennen will, ist der Euro nicht auf Extremniveau, sondern notiert aktuell ebenfalls irgendwo in der langjährigen Mitte. Dazu der EUR/BRL Chart von 1998 bis heute:

 

Wenn die Franzosen also von einer Überbewertung sprechen, zielen sie damit wieder auf einen schwächeren Euro ab. Da jedoch schwer zu begründen ist, warum der Euro im Moment überbewertet sein soll, geht es hier schlussendlich doch wieder um einen (verbalen) Währungskrieg.

Ein direktes Eingreifen der Staaten wird allerdings nicht funktionieren. Solche direkten Eingriffe würden die Situation nur eskalieren lassen. Bleibt die EZB, die zwar, wie sie betont, kein Kursniveau anstrebt, aber natürlich mit der lockeren Geldpolitik weitermachen wird.

Ob also auf dem G20-Gipfel irgendetwas Sinnvolles im Zusammenhang mit dem offiziell nicht existenten, aber durchaus erkennbaren Währungskrieg beschlossen werden wird, ist mehr als fraglich. Und so werden die beteiligten Länder weiterhin alles tun, um ihre Währung schwach zu halten, mit der Folge, dass wahrscheinlich immer mehr Länder in dieses Spiel einsteigen, so wie unlängst Japan.

Der chinesische Yuan als zweite Weltwährung

Das genaue Gegenteil macht China – hier wird sogar um die vorsichtige, also für die heimische Industrie verträgliche Aufwertung des Yuan gerungen. Und das hat natürlich Folgen. Während der Dollar aufgrund der expansiven Geldpolitik in den USA immer mehr in Frage gestellt wird, wächst die Bedeutung des chinesischen Yuan gerade im Handel in Asien. Eine starke Währung ist für Händler immer wichtig, da sie so keine Währungsverluste befürchten müssen.

Aber das ist nicht der einzige Grund. Im südwestpazifischen Raum soll zudem die größte Freihandelszone der Welt entstehen, die in etwa ein Drittel der Menschheit umfasst. Beteiligt sind neben China und Japan, Südkorea, Indien, Australien, Neuseeland sowie die zehn Mitglieder der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean. Nicht beteiligt ist die USA, die darauf sofort reagierte und nun die Verhandlung über ein Freihandelsabkommen mit der EU forcieren wollen.

Und auch das ist nichts weiter als ein Währungskrieg, lediglich auf anderer Ebene. In diesem „Streit“ geht es in erster Linie natürlich um die wirtschaftliche Vormachtstellung in der Welt. Das hat aber verständlicherweise auch Einfluss darauf, welche Währung als Weltwährung akzeptiert wird.

Der Euro hingegen, bei dem es lange Zeit so aussah, als könne er eine zweite Weltwährung werden, verliert natürlich aufgrund der Schuldenkrise ebenfalls wieder an Bedeutung.   

Fazit: Trotz der viele beschwichtigenden Aussagen zum Währungskrieg auf dem G20-Treffen wird dieser weiter gehen. Doch die Abwertung der Währungen ist nur die eine Seite der Medaille, langfristig geht es um die Frage, welche Währung den weltweiten Handel dominieren wird. Und hier besteht durchaus die Gefahr, dass die USA aufgrund ihrer aktuellen Geld-und Schuldenpolitik plötzlich ins Hintertreffen geraten. Es bleibt dabei: Dieser Kampf um die Schwächung der eigenen Währung hat langfristig gesehen keine Gewinner, sondern nur Verlierer.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

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