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Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

nun also auch Solarworld. Nach den spektakulären Pleiten oder Beinahe-Pleiten von Centrotherm, Q-Cells, Solon, Conergy und Solar Millennium (alle aus Deutschland) sowie SpectraWatt, Evergreen Solar und Solyndra (alle USA) kommt nun auch das einstige Vorzeigeunternehmen der Branche endgültig unter die Räder.

Warren Buffett beflügelte die Hoffnungen der Solaranleger

Ende Januar schockte das Unternehmen die Anleger mit der Mitteilung, dass „gravierende Einschnitte bei den Verbindlichkeiten der Gesellschaft [...] notwendig sind.“ Im Klartext: Den Gläubigern droht ein Schuldenschnitt. Griechenland lässt grüßen.

Dabei keimte erst Anfang des Jahres so etwas wie Hoffnung auf. Damals sorgte die Meldung für Schlagzeilen, dass Star-Investor „[Warren] Buffett über seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway das 579 Megawatt starke Antelope-Valley-Projekt des US-Unternehmens SunPower [kauft].“ (Zitat „Die Welt“-Online-Ausgabe).

Das gab den Solaraktien einen lange nicht gesehenen Schub. Die Aktie von Solarworld beispielsweise zog in den Tagen darauf um bis zu 77 % an, nachdem sie im November und Dezember bereits als Penny-Stock notierte (Allzeithoch fünf Jahre zuvor: 48,80 €). Erste Kommentatoren sprachen bereits von einem möglichen Wendepunkt für die Solarindustrie und gaben den zuletzt arg gebeutelten Solaranlegern ein wenig neue Hoffnung.

Diverse Alarmzeichen für die Solarkrise bei Solarworld

Statt eines Wendepunkts erreicht die „Solarkrise“ mit der Hiobsbotschaft von Solarworld nun erst einmal einen neuen Tiefpunkt. Für die Aktionäre und Gläubiger von Solarworld hätte dieser allerdings seit Mitte 2010 absehbar sein können.

SVW-Zahlen Quelle: Unternehmensangaben (alle Beträge in Mio. Euro)

Seit damals ging nämlich der operative Cash Flow (gelbes „Gebirge“), also das Geld, das ein Unternehmen aus seiner eigentlichen Tätigkeit einnimmt, stark zurück und wurde schließlich negativ (Linie 1). Solarworld verbrannte also Geld. Der Umsatz (blaue Kurve) brach ein, dann auch der Gewinn (grünes „Gebirge“) –  bis es zu Verlusten kam. Schließlich sank auch das Eigenkapital (rote Kurve, Linie 2), das danach schmolz wie Butter auf einem Solarpaneel. Spätestens ab dann ging es an die Substanz und ums Überleben.

Ob und wie Solarworld diese Substanzvernichtung stoppen kann, müssen die Verhandlungen der kommenden Monate zeigen. Bank- und Branchenkenner halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass die Sanierung des Unternehmens der Gründer und langjährige Chef Frank Asbeck leiten wird. Dazu sind ihm in den vergangenen Jahren einfach zu viele Fehlschläge passiert (siehe die obigen Zahlen). Und auch Asbecks soeben abgeschlossener privater Kauf des „Gottschalk-Schlosses“ Marienfels bei Remagen irritiert. Mitarbeiter, Gläubiger und Anleger haben das bereits Zeichen als Zeichen gewertet, wie Asbeck derzeit seine Prioritäten setzt. Das dient nicht der nötigen Vertrauensbildung.

Buffett als Indikator für die Solarindustrie?

Aber ist nun der eingangs erwähnte Schritt von Warren Buffett geeigneter, das fast schon verlorene Vertrauen in die Solarindustrie wiederherzustellen?

Leider auch nicht, denn dieser „Buffett-Indikator“ taugt hier nichts. Erstens dürfte Buffett kaum direkt an dem Geschäft beteiligt gewesen sein. (Der Käufer war eine Tochter-Tochter-Firma von Buffetts Holding Berkshire Hathaway.) Zweitens war das bereits der dritte Deal dieser Art seit Dezember 2011.

Und drittens steigt „Buffett“ damit auch nicht in die Solarbranche ein. Sondern betreibt mit allen Projekten das ziemlich langweilige Geschäft der Stromerzeugung, nur dass dieser diesmal aus Sonnenkollektoren kommt. Für Buffetts Unternehmen ist nun einmal Cash King (warum, das zeigt Solarworld – siehe oben – sehr eindringlich!). Und Energieversorger gehören nun einmal zu den Cash Cows par excellance.

Der einzige Anhaltspunkt für die Anleger in diesem Geschäft ist, dass die Krise in der Solarindustrie die Investitionskosten sehr stark gedrückt hat. Damit sind solche Megaprojekte in der kalifornischen Wüste oder an anderen geeigneten Standorten inzwischen derart rentabel, dass sie Buffetts Qualitätskriterien erfüllen. Letztlich profitiert Warren Buffett also von dem Konkurrenzkampf von Firmen wie Solarworld und Co.

Buffett rettet Solarworld nicht

Für Solarworld-Anleger ist dies jedoch kein Hoffnungsschimmer. Im Gegenteil: Die Paneele für die Buffett-Projekte liefert garantiert nicht Solarworld – da haben nämlich die entsprechenden US-Hersteller ihre Hand drauf, die diese Projekte auch initiiert haben. Und die simple Tatsache, dass „Buffett“ gekauft hat, sagt kaum etwas aus – der Meister irrt sich nach eigenem Bekunden ja auch hin und wieder.

Aufschlussreicher ist, zu welchen Konditionen er kaufte. Dazu die folgende Gegenüberstellung:

Buffetts Solarprojekte Quellen: Presseberichte nach Angaben der beteiligten Unternehmen

Während „Buffett“ für das erste Projekt im Dezember 2011 noch gut 6 Mio. Dollar pro Megawatt (MW) ausgeben musste (allerdings nur für einen 49%-Anteil), waren die folgenden Projekte als Alleininvestor schon deutlich attraktiver: Hier lag der Preis nur noch bei rund 4 Mio. Dollar pro MW.

Was ist besser als der Buffett-Indikator?

Das kann auf einen Boden hinweisen, muss aber nicht. Überhaupt ist dieser „Buffett-Indikator“ (Wann kauft Warren was?) etwas unhandlich. Er tritt einfach zu selten auf. Anleger mit Interesse für die Solarbranche können sich zwar an ähnlichen Projekten orientieren, die dann sicherlich ohne „Buffetts“ Beteiligung durchgezogen werden.

Einfacher ist allerdings, Sie orientieren sich weiterhin an den guten alten Unternehmenszahlen. Einige Anregungen habe ich Ihnen hier ja gegeben. Momentan ist es jedoch so, dass faktisch alle Hersteller seit Monaten kräftige Verluste einfahren, selbst die billigen Chinesen. Die Solarindustrie steht also bestenfalls vor dem Anfang einer Bodenbildung. Zeit, die Sache in Ruhe zu beobachten, dürften Sie also noch haben...

 

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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