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Inhaltsverzeichnis

Börse, Emotionen und warum die meisten Trader scheitern…

Börse ist für viele Menschen ein sehr emotional bestimmtes Thema. Zudem geht es um Geld und da reagieren sowieso viele Menschen gerne etwas seltsam. Interessanterweise betrifft das durchaus auch ansonsten sehr rationale und vernünftige Menschen. Das mag verwunderlich sein, doch denken Sie einfach daran, was die Goldräusche des 19. Jahrhunderts mit den Menschen gemacht haben. Das Verhalten vieler vom Goldfieber befallener Menschen hatte etwas Pathologisches.

Und Börse hat immer entfernt auch etwas mit einem Goldrausch zu tun. Es besteht schließlich die (in Wahrheit eher theoretische) Möglichkeit, sehr schnell reich zu werden. Und so machen sich viele Glücksritter auf, Trader zu werden, bewaffnet mit viel Hoffnung und einem gesunden Maß an Selbstüberschätzung. Natürlich reicht es, sich ein wenig Wissen aus der schnellen Literatur anzueignen. Und warum üben oder gar Vorsicht walten lassen? Nein, schnell das zumeist geringe Kapital in hoch gehebelte Scheine oder CFDs investiert – ohne auch nur ansatzweise zu begreifen, wie wenig man von den Gesetzen der Börse weiß.

Im Goldrausch war es nicht anders – die Menschen wussten nicht viel vom Gold schürfen, aber der Ruf des schnellen Reichtums verdrehte vielen den Kopf.

Und das ist nicht einmal die einzige Gemeinsamkeit. Tatsächlich war es auch bei den Goldfunden oft so, dass nur sehr wenige reich geworden sind. Die meisten standen nach so einem Goldrausch ärmer da als vorher. Und genauso verhält es sich oft mit den Tradern. Wenn Sie sich mit den Brokern unterhalten und diese hinter vorgehaltener Hand zugeben, wie die Realität aussieht – dann ist das, was sie da zu hören bekommen, erschreckend: Weit über 90 Prozent der Konten, die als Traderkonten eröffnet werden und deren Besitzer mit hohen Hebeln, CFDs oder Futures handeln, sind innerhalb von wenigen Monaten (!) ruiniert. Einige können sich mehr als ein Jahr halten. Aber nur extrem wenige Konten machen unter dem Strich wirklich Gewinn.

Aber warum ist das so?

Die Selbstüberschätzung

Einer der Gründe ist ohne Frage die typisch männliche Selbstüberschätzung (Frauen gehen meistens ganz anders und vorsichtiger vor und sind deswegen oft früher erfolgreich). Man braucht schon etliche Jahre, um die Funktionsweise der Börse auch nur ansatzweise zu verstehen. Und selbst als erfahrener Trader ist es schwer, mit sehr hohen Hebeln langfristig erfolgreich zu handeln – sofern man diese ausschließlich nutzt.

Die meisten Anfänger denken aber, die Börse hätte gerade auf sie gewartet und der Aktienmarkt sei nichts anderes als ein goldenes Füllhorn, das sie mit nie nachlassendem Reichtum überschütten werde. Viele sind darüber hinaus felsenfest davon überzeugt, dass sie über ein gesundes Maß an mehr Intelligenz als die vielen anderen armen Idioten, die an der Börse herumvegetieren, verfügen.

Leider ist Börse keineswegs ein Füllhorn und leider sind die Trader, die langfristig überleben, meist alles andere als arme, unterbelichtete Idioten. Sie verfügen zudem oft auch noch über langjährige Erfahrung. Tatsächlich ist also der Anfänger selbst zumeist der größte Idiot – und das meine ich keineswegs verächtlich, schließlich war es bei mir nicht anders.

Die falschen Anlagemittel

Der zweite Grund ist eben die Auswahl des falschen Anlagemittels. Drücken wir es mal einfach aus: Wer nicht mit normalen Aktien nachhaltig Gewinn machen kann, wird es erst recht nicht mit höheren Hebeln oder anderen Derivaten schaffen.

Und falls zu wenig Geld vorhanden ist, um erst einmal mit Aktien anzufangen, dann sollte man es lieber direkt lassen. Entschuldigen Sie diese harten Worte, aber die Quote derjenigen, die mit einem zu niedrigen Anfangskapital starten und schließlich alles verlieren, strebt gegen 100 %. Man braucht schon mindestens 30.000 – 50.000 Euro Kapital, um das Traden zu erlernen. Um vom Traden  leben zu können, sollten Sie über ein Vielfaches verfügen.

Die Emotionen

Aber selbst wenn man diese Hürde meistert, bleibt eine übrig, die nur die wenigsten überwinden. Die größte Herausforderung für einen Trader sind die Emotionen. Gerade wem Geld sehr wichtig ist, neigt im Zusammenhang mit den üblichen Kurskapriolen dazu, emotional zu agieren. Aber Emotionen trüben den Verstand und das zum Teil erheblich!

Emotional aufgeregte Trader machen die meisten und die ruinösesten Fehler. Erst nachdem ein solcher Trade vorbei ist, fällt dann auf, wie man besser hätte reagieren sollen. Vielleicht kennen Sie das.

Anleger, die diese Emotionen nicht in den Griff bekommen, gehören oft anhaltend zu den Verlierern. Es ist tatsächlich so, wie viele andere erfolgreiche Börsianer es bereits beschrieben haben: Je gleichgültiger einem die Gewinne werden, desto häufiger und größer werden sie. Je mehr Emotionen, Hoffnung, Verzweiflung, Gier, Angst und andere Gefühle an einem Trade kleben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er fehl geht.

Die Kunst des Tradens hat somit sehr viel mit Selbstreflexion und dem Beherrschen von Emotionen jedweder Art zu tun. Schade also, dass die meisten Börsenteilnehmer sich viel mehr mit dem Wissen um die neuesten Tradingtools, -techniken und –systemen beschäftigen als mit ihrer eigenen Psyche. Dabei wäre das der viel einfachere Weg zum Erfolg.

Aber so ist sie, unsere Miss Börse - bei ihr funktioniert immer das, was die Masse eben nicht macht – und zwar in nahezu allen Belangen.

Viele Grüße

Jochen Steffens


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Die Industrieproduktion in den USA steigt gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent, nachdem einem Minus von 0,7 Prozent zuvor. Analysten hatten mit einem Anstieg von nur 0,2 Prozent gerechnet. Die Kapazitätsauslastung stieg um 0,7 Prozentpunkte auf 78,4 Prozent. Analysten hatte hier mit 77,9 Prozent gerechnet.

Die guten Daten sind aber hauptsächlich auf die Auswirkungen des Hurrikan Sandys zurückzuführen.


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