In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Die Fed hält, wie allgemein schon erwartet, die Notenpresse unter Volldampf. Sie will ab Januar monatlich für 45 Mrd. Dollar Staatsanleihen kaufen ...
Börse - Intern ist ein börsentäglicher Newsletter vom Börsenprofi Sven Weisenhaus. Sollten Sie diesen kostenlosen Newsletter noch nicht beziehen, können Sie sich → hier anmelden.


Inhaltsverzeichnis

Keine Kugeln mehr im Revolver der Fed

Die Fed hält, wie allgemein schon erwartet, die Notenpresse unter Volldampf. Sie will ab Januar monatlich für 45 Mrd. Dollar Staatsanleihen kaufen. Diese Maßnahme ersetzt das bisherige Programm „Operation Twist“. Und natürlich wird auch der Ankauf von Immobilienpapieren in Höhe von 40 Milliarden Dollar pro Monat fortgeführt.  Beides war an den Finanzmärkten erwartet worden. Darüber hinaus setzen die Notenbanker konkrete Zielmarken für ihre Geldpolitik. So soll der Leitzins erst erhöht werden, wenn die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent fällt oder die Inflationserwartungen auf Sicht von ein bis zwei Jahren über 2,5 Prozent steigen.

Augenwischerei

Man fragt sich, was diese Ankündigung bringen soll. Es ist doch, angesichts der Tatsache, dass die Fed eine Deflationbekämpfungsstrategie fährt, sowieso klar, dass sie so lange nichts tut, bis die Inflation anzieht. Und genauso ist klar, dass sie handeln wird und muss, sobald die Inflationsrate „unerwarteterweise“ plötzlich und stark anziehen sollte. In diesem Moment würden die früheren Hinweise der Fed, dass die Zinsen bis Mitte 2015 niedrig bleiben, sofort hinfällig.

Fehlende Lösungen

Das Problem ist ein anderes: Der Maßnahmenrevolver der Fed ist leer geschossen. Die Leitzinsen können nicht weiter gesenkt werden, und mehr Anleihen zu kaufen, macht auch keinen Sinn.

Also werden lediglich neue Varianten der bisherigen Maßnahmen verkündet, denn andere Ideen gibt es nicht. Der Wirtschaftswissenschaft fehlen die Lösungen – sie hatte allerdings auch zu wenig Zeit und zu wenig Erfahrungswerte, um solche zu finden. 

Schließlich sind die Wirtschaftswissenschaftler bis vor kurzem noch davon ausgegangen, dass eine Deflation bei einer Fiat-Währung unmöglich sei. Die Wirtschaftswissenschaft wurde dann durch die Ereignisse in Japan nach dem Immobilien- und Aktienmarktcrash 1990 eines Besseren belehrt. Und selbst dann wurde noch lange Zeit behauptet, Japan sei eine Sondersituation.

Wie man nun an der Entwicklung in den USA erkennt, ist die Deflation in Japan wohl doch keine Sondersituation. Und damit befindet sich die Wirtschaftswissenschaft jetzt im „Versuchsstadium“. Das bedeutet, die Ökonomen haben das Phänomen noch nicht soweit verstanden, dass eine funktionale Lösung in Sicht wäre – wenn es diese überhaupt gibt. Leider arbeiten die Wissenschaftler oft erstaunlich langsam, was das Verstehen neuer ökonomischer Phänomene anbetrifft. Und selbst die 15-17 Jahre seit dem Offenbarwerden der Deflationsprobleme in Japan reichen da nicht aus.

Keine andere Wahl

Ob die Maßnahmen der Fed nun wirklich helfen, können wir somit noch nicht beurteilen. Uns fehlen die historischen Vergleichsmöglichkeiten. Ein Problem, das, wie gesagt, auch die Fed hat. Letztlich wird die Zukunft zeigen, was geschieht, und uns allen bleibt keine andere Wahl als abzuwarten. Spekuliert wird natürlich viel, in die eine oder andere Richtung. Aber hier besteht die große Gefahr, dass man sich vergaloppiert. Seien Sie also vorsichtig, wenn sie scheinbar überzeugende Meinungen zu diesem Thema hören. Gerade die einfachen Thesen sind oft nicht hilfreich. Wie schon am Dienstag geschrieben: Überzeugungen sind eher hinderlich für den eigenen Börsenerfolg!

Markt bleibt ohne klare Richtung

Nach der Veröffentlichung der Fed ist bis jetzt keine klare Richtung an den US-Märkten zu erkennen. Da nichts wirklich Unerwartetes geschehen ist, hatte der Markt die Fed-Veröffentlichung bereits eingepreist. Nichts ist älter als die Nachricht von gestern. Und so sucht sich der Markt neue Themen, auf die er, wie gewohnt, hysterisch reagieren kann.

Der DAX rutschte heute zunächst ins Minus. Aber das kann auch mit anderen Faktoren zusammenhängen. Wie gestern geschrieben: Es gibt ein gewisses Interesse, den DAX zum Verfall kommende Woche Freitag bei unter 7.600 Punkten zu halten. Ob die Stillhalter das schaffen, ist angesichts der hohen Dynamik der vergangenen Tage zumindest fraglich.  

Apple ohne große Topformation!

Und damit zu einem letzten Update des bekannten Prognosecharts von Apple:

Sie sehen, dass Apple sich nicht ganz an die rote Prognoselinie gehalten hat. Die mögliche rechte Schulter der großen Schulter-Kopf-Schulter-Formation (rote Buchstaben SKS) ist nicht mehr richtig ausgebildet worden, sie ist quasi zuvor verhungert. Aber, und das mag Ihnen nun vielleicht etwas paradox erscheinen, das ist aus Sicht der Apple-Bullen eher positiv zu werten.

Denn damit ist die Gefahr einer großen Topformation zunächst gebannt, unter anderem auch, weil die Umsatzentwicklung nicht zu einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation passt. Daraus ergibt sich jedoch leider keine eindeutige Prognose. Es bedeutet lediglich, dass jetzt wieder alles möglich ist: weiter fallende Kurse, aber auch wieder steigende Kurse. Im Moment befindet sich Apple klar in einer Seitwärtsbewegung – und die kann sowohl trendbestätigend sein als auch das Ende des Trends einleiten.

Manchmal ist es einfach so

Ich weiß, es klingt immer unbefriedigend, wenn ich hier schreibe, dass man keine klare Prognose treffen kann. Doch das ist leider häufiger in einem Chart der Fall, als man angesichts der vielen Chartanalysen im Netz glauben möchte – zumindest, wenn man der klassischen Charttechnik folgt. Als Anleger ist es jedoch wichtig zu wissen, dass dies häufiger vorkommt. So kann man ein Übertraden des Marktes verhindern.

Auch wenn keine klare Prognosen möglich sind, so gibt es zumindest grobe Tendenzen: Kurzfristig sollten die Kurse nicht mehr unter die 500-Dollar-Marke fallen. Dann wäre mit einem weiteren Abwärtsrutsch in den Bereich 440-460 Dollar zu rechnen. Allerdings ist hier die Gefahr von Fehlsignalen hoch. Wirklich bullisher wird es hingegen erst wieder, wenn die alten Allzeithochs bei 700 Dollar nach oben überwunden werden. Diese Marke ist aber vom aktuellen Kurs noch über 30 Prozent entfernt. Dazwischen herrscht : Rauschen!

Und genau wie ein Trader, der in einem Chart keine relevanten Formationen mehr erkennt, sich dem nächsten Chart zuwenden wird, werden wir uns aus diesem Grund auch erst einmal von dem Apple-Chart verabschieden.

Viele Grüße 

Ihr

Jochen Steffens

www.stockstreet.de


Die Börsenbriefe von Stockstreet

Die gut abgestimmte Palette unserer Börsenbriefe reicht von der Investment Strategie für langfristig orientierte Investoren, über die Aktien-Perlen und den Premium Trader, bis hin zum Allstar Trader für schnelle Gewinne. Der sehr spekulative Hebel XXL und die täglichen Chartanalysen des Target Trend Spezial runden das Angebot ab.

Testen Sie unser Angebot!


US-Konjunkturdaten

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel um 29.000 auf 343.000. Analysten hatten lediglich einen Rückgang auf 367.000 prognostiziert. Der Wert für den gleitenden Vierwochendurchschnitt sank auf 381.500.

Deutlich erkennt man nun den Einfluss von Hurrikan Sandy. Die Zahlen sind insgesamt damit immer noch nicht aussagekräftig.

Der US-Einzelhandelsumsatz ist im November wie erwartet um 0,3 Prozent gestiegen, nach einem Minus von 0,3 Prozent zuvor.

Die US-Erzeugerpreise sind im November um 0,8 Prozent gesunken. Analysten hatten mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet, nach einem Minus von 0,4 Prozent zuvor. Auf Jahressicht gab es allerdings einen Anstieg um 1,5 Prozent.

Wenn bei steigenden Umsätzen die Preise sinken, ist das nach wie vor ein Hinweis auf deflationäre Tendenzen. Viel Sorgen um ein Anziehen der Inflation muss sich die Fed noch nicht machen.

Die US-Lagerbestände sind im Oktober wie erwartet um +0,4 Prozent auf einen Wert von 1,62 Billionen US-Dollar angestiegen, nach einem Plus von +0,7 Prozent zuvor.

Die höheren Lagerbestände sind bei steigenden Umsätze positiv zu werten.


Anmeldung zum kostenlosen Newsletter "Börse - Intern"

  • Kostenloser Tagesbericht vom Börsenprofi Sven Weisenhaus.
  • Börsentäglich nach Börsenschluss direkt zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Newsletter "Börse - Intern" ab der nächsten Ausgabe.

Anmeldung zum kostenlosen Rohstoffdienst

  • Die ganze Welt der Rohstoffe in einem Newsletter.
  • Mehrmals pro Woche direkt per E-Mail kostenlosen zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Rohstoffdienst ab der nächsten Ausgabe.

Alle Angebote von Stockstreet.de

  • Logo Steffes Daily
  • Logo Der Rohstoffdienst
  • Logo Premium-Trader
  • Logo Hebel-XXL
  • Logo Investment-Strategie
  • Logo Aktien-Perlen
  • Logo Allstar-Trader
  • Logo Target-Trend-Spezial

Allstar-Trader

Das erwartet Sie

Allstar-Trader Cover

Vom Traden leben!

Aktien, Rohstoffe & Devisen
erfolgreich handeln!

von Bernd Raschkowski

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Investment-Strategie

Das erwartet Sie

Investment-Strategie Cover

Ihr langfristig orientierter Börsendienst
für Vermögen und Wohlstand!

Die Strategie für Ihre Geldanlage!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Premium-Trader

Das erwartet Sie

Premium-Trader Cover

Erfolgreich Traden mit der
revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Michael Jansen

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Target-Trend-Spezial

Das erwartet Sie

Target-Trend-Spezial Cover

Tägliche Chartanalysen nach
der revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Sven Weisenhaus

Jetzt informieren und Beispiele lesen!

Aktien-Perlen

Das erwartet Sie

Aktien-Perlen Cover

Der Börsendienst für die unentdeckten
Chancen an den Börsen der Welt!

Die Spreu vom Weizen trennen!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Hebel-XXL

Das erwartet Sie

Hebel-XXL Cover

Zocken aus Leidenschaft!

Begleiten Sie uns in
das Casino der Hebelprodukte!

von Michael Jansen

Jetzt informieren und kostenlos testen!