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Inhaltsverzeichnis

Ein modernes Kasperltheater und das bullishste Szenario

Börsennachrichten ähneln mittlerweile einem modernen Kasperltheater. Heute gab es wieder ein schönes Beispiel dazu:

Der Kurs des DAX stieg – die  Einigung über die Griechenlandhilfe soll beflügelt haben. Doch der DAX kletterte im Tagesverlauf nicht weiter, sondern kam sogar leicht zurück – prompt musste eine neue Erklärung her, und da wurde spontan wieder die fiskalische Klippe in den USA bemüht, die nun nach der Einigung wieder in den Fokus der Anleger gerückt sein soll.

Klären wir den Sachverhalt auf: Wenn die Börsen auf eine Einigung spekulierten, dann haben sie das natürlich bereits vorher getan. Wenn man schon die Einigung als Grund für eine Reaktion der Börsen hernehmen wollte, dann müsste man den Anstieg des DAX bis heute als Hinweis werten. Denn was tun die Kurse, wenn Anleger auf etwas spekulieren und dieses Ereignis dann eintritt? Genau, sie fallen und zwar aus dem einfachen Grunde, weil die Spekulation in dem Moment ein Ende gefunden hat – die Spekulanten, die darauf gewettet hatten, steigen wieder aus. Deswegen heißt die bekannte Börsenweisheit: Kaufe die Gerüchte, verkaufe die Tatsachen. In diesem Fall hätte man also die Gerüchte, dass es zu einer Einigung kommt, kaufen und die Einigung dann zum Ausstieg nutzen müssen.

Es ist daher überhaupt nicht verwunderlich, dass die Kurse mit dem Eintritt des Ereignisses auch wieder etwas zurückkommen – die Verkäufe belasten. Diesen Kursrückgang dann plötzlich wieder  mit den jetzt wieder ins Bewusstsein gerückten Sorgen um die Fiskalklippe zu begründen, nachdem man zuvor die Einigung als Grund für den Anstieg genannt hat, ist, wie soll man es nett formulieren - etwas ungeschickt argumentiert.

Sie müssen selber denken

Entschuldigen Sie, dass ich das so krass beschreibe. Mir geht es in keiner Weise darum, die Schreiber solcher Nachrichten zu kritisieren – es steckt ja keine böse Absicht dahinter. Ich möchte auch nicht jede einzelne Kursbewegung des Tages kommentieren müssen. Da käme dann sicherlich auch viel Blödsinn und manchmal Widersprüchliches bei heraus, da bin ich sicher. Mir geht es darum, dass Sie hinter die Kulissen schauen - dass Sie verstehen, dass selbst die Journalisten der großen Börsenmedien lediglich Menschen sind. Menschen, die mal mehr und mal weniger Erfahrung mit dem Börsenalltag haben. Und oft sind es Texte von Journalisten, die Sie lesen, keine Texte von Tradern. Und Journalisten verlieren nicht bei jedem Fehler schmerzhaft Geld. Und nur der Schmerz des Verlustes motiviert, schnell viel zu lernen und zwar ausschließlich die Fakten, die auch Ergebnisse erzielen. Der Schmerz ist ein verdammt guter Lehrmeister an den Börsen.

Ein seltsam kumulatives Problem

Aber wir haben es in den Börsen- und Wirtschaftsmedien im Moment auch mit einer Vielzahl, sich teilweise gegenseitig verstärkenden Probleme zu tun, die auf der Qualität der Nachrichten lasten. Die Medienkrise trifft besonders auch die Wirtschaftspresse, weil die Zielgruppen – private Investoren und Kleinanleger – sich mit Unlust abwenden. Nach drei Crashs und den entsprechenden herben Verlusten, 12 Jahren Krise samt negativer Berichterstattung sowie etlichen verpassten Gelegenheiten ist das auch kein Wunder.

Folglich sinkt auch die Zahl der Unternehmen, die bereit sind, Geld für Werbung in diesen Medien auszugeben. Einfach weil diese Werbung mangels Zielgruppen nicht mehr funktioniert.

Das erkennt man unter anderem daran, dass darauf angewiesene Medien, wie die Financial Times Deutschland (FTD), Börse-Online, Impuls etc. einstellt und/oder verkaufen werden sollen.

Bereits zuvor, wenn die Werbeeinnahmen nach und nach sinken, wird gespart. Das heißt immer weniger und zum Teil auch weniger qualifiziertere (damit preiswertere) Leute arbeiten in diesem Umfeld. Und damit sinkt natürlich auch die Qualität der Nachrichten - dafür die Journalisten verantwortlich zu machen, wäre sicherlich der falsche Ansatz.

Der Teufelskreis 

Aber die sinkende Qualität führt wiederum dazu, dass die verbleibenden Anleger immer unzufriedener werden, weil die Informationen oft zu den falschen Entscheidungen führen. Anleger, die keinen Erfolg haben, werden sich aber irgendwann wieder von der Börse entfernen. Ein Teufelskreis.

Wenn dieses Umfeld noch ein bis drei oder sogar fünf Jahre anhält, und das ist nicht mal unwahrscheinlich, dann werden wir noch von weiteren Pleiten im Bereich „Börsen- und Wirtschaftsmedien“ zu hören bekommen.

Absurdität

Ich finde es schade, fast schon absurd, weil dies gerade in einer Zeit geschieht, in der Aktien die preiswerteste Anlage überhaupt sind – sie laufen schließlich seit 15 Jahren seitwärts. Alle anderen Anlageklassen sind derweil teilweise extrem gestiegen: Immobilien sind mittlerweile sogar in Deutschland als teuer einzustufen (insbesondere da das Bevölkerungswachstum rückläufig ist), Anleihen sind absurd teuer, hier zahlen manche Anleger sogar Geld, um dem Staat Geld zu leihen – noch teurer geht nicht. Und Bargeld ist auch „teuer“ – die enorme Geldmengenausweitung birgt die Gefahr, dass Geld seinen Wert weiter abbaut.

Im Vergleich sind Aktien tatsächlich die billigste Anlage, die es zurzeit gibt. Also eigentlich müssten das Thema Aktien heiß begehrt sein. Aber, denken Sie zurück, die meisten Menschen interessierten sich für Aktien, als diese die mit Abstand teuerste Anlageklasse waren: Im Jahr 2000. Damals hätten Sie niemanden mit Anleihen begeistern können.

Dass die Aktien im Vergleich so billig sind heißt natürlich nicht, dass sie nicht auch noch mal viel billiger angeboten werden könnten. Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass man sich in 10 oder 15 Jahren noch einmal die Kurse von heute wünschen würde. Schließlich ist es eines der wenigen, in Stein gemeißelten Gesetze der Börse, dass die erfahrenen und die institutionellen Anleger dazu neigen, wenn auch teilweise mit erheblicher Verzögerung, von teuer auf billig umzuschichten.

Wenn Sie also mich fragen, welche dieser genannten Anlageklassen in zehn Jahren die beste Performance erzielt haben wird, dann setze ich auf Aktien.

Das große Bild

Und damit abschließend zum DAX, passenderweise mit einem Bullen-Szenario:

Der DAX ist in den vergangenen Tagen wieder in Richtung der wichtigen 7.500er Marke gelaufen. In diesem Bereich befindet sich quasi der letzte große Widerstand vor dem Allzeithoch bei 8.151 Punkten. Es ist also kein Wunder, dass sich er dort schwertut, zumal der DAX dort vor der Euro-Staatsschuldenkrise sein Hoch ausgebildet hat. Im Prinzip läuft damit der Kampf um diese Marke seit knapp zwei Jahren. Deswegen könnte es sein, dass anschließend die 8.150er Marke auch nicht so stark umkämpft sein wird.

Gehen wir damit einmal vom bullishsten Szenario aus: Sollte der DAX diesen Widerstand tatsächlich überwinden, steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass er vergleichsweise direkt bis an die 9.000-Punkte-Marke steigt. Allerdings sollte nach dem Ausbruch recht schnell eine stärkere Aufwärtsdynamik zu erkennen sein.

Die 9.000-Punkte-Marke als Ziel erklärt sich wie folgt: Aufeinanderfolgende, durch eine Konsolidierung getrennte Aufwärtsbewegung haben sehr oft die gleiche Spanne (im linearen Chart). In diesem Fall ist das die Spanne des Anstiegs 2009 bis 2011 (linkes blaues Rechteck), die an das Tief 2011 gelegt (rechtes blaues Rechteck) das Kursziel 9.000 Punkte ergibt. Anschließend würde dann mit einem Retest der Allzeithochs von oben zu rechnen sein.

Ich bin gespannt, wie die Masse darauf reagiert, wenn der DAX tatsächlich sein mittlerweile zwölf Jahre relevantes Kursniveau von 8.150 Punkten nachhaltig nach oben verlassen sollte…

Aber wie gesagt, dass ist das bullishste aller Szenarien – und vielleicht auch der Weg des größten Schmerzes für die Anleger…

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

www.stockstreet.de


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US-Konjunkturdaten

Das Verbrauchervertrauen des Conference Board ist im November mit 73,7 Punktenauf auf das höchste Niveau seit Februar 2008 gestiegen, nach 73,1 Punkten zuvor. Analysten hatten lediglich mit 73,00 Punkten gerechnet.

Wir sehen eine deutliche Verbesserung. Aber wir befinden uns immer noch deutlich unter der 90-Punkte-Marke, die als Markte für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum gilt. So gesehen noch kein Grund zu Besorgnis. Aber steigendes Vertrauen der Verbraucher lässt natürlich ein wichtiges Argument für steigende Kurse, nämlich die schlechte Stimmung, wegfallen.

 


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