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Kurzer Hinweis: Gestern erschien kein Steffens Daily, da sich mein Aufenthalt im Wartezimmer eines Arztes für einen harmlosen Kontrolltermin durch direkt mehrere aufeinanderfolgende Notfälle erheblich (!) in die Länge zog. Sie kennen so etwas vielleicht…

Das Standardargument

Ich schrieb heute schon im Wochenupdate des Premium-Traders, dass uns der Begriff „fiskalische Klippe“ (fiscal cliff) in den kommenden Wochen überall im Zusammenhang mit Aktienanalysen und wirtschaftlichen Prognosen begegnen wird. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird jeder Kurseinbruch an den US-Börsen, für den es keine andere naheliegende Erklärung gibt, eben mit dieser fiskalischen Klippe begründet werden. Nicht etwa, weil das der wirkliche Grund ist. Nein, wohl eher, weil es ein einfacher Grund ist, der jedem einleuchtet.

Die Qualität dieser Begründung lässt sich allerdings durch eine einfache Umkehrung beleuchten:

Wie sind denn früher die Kurse zurückgekommen, als es noch keine fiskalische Klippe gab? Ach ja, ich erinnere mich, dann waren es „Gewinnmitnahmen“  (etwas augenzwinkernder Zynismus am Rande sei gestattet).

Das Problem bei solchen Pauschalargumenten ist, dass sie nie ganz von der Hand zu weisen sind, aber auch nie wirklich eine befriedigende Antwort geben.

Komplexität wird unterschätzt

Aber es ist nun einmal nicht zu vermeiden: Börsenkurse steigen, Börsenkurse fallen. Oft findet man Gründe, hin und wieder sind diese Gründe auch tatsächlich für den Kursrückgang (oder Anstieg) verantwortlich. Doch Fakt ist, dass auch vieles einfach Rauschen ist – eine kurze Reaktion der menschlichen Psyche auf vorangegangene Kursentwicklungen sowie und ein Mix aus Nachrichten und Gerüchten. Grundsätzlich sind die Ursachen der meisten normalen Kursrücksetzer wohl zu komplex, um sie klar beschreiben zu können. Und so bleibt es in Ermangelung tatsächlicher Gründe oft bei solchen Standardantworten. Schließlich wird kaum jemand schreiben: So wirklich genau weiß niemand, warum die Kurse heute zurückgegangen sind. Die meisten Leser wollen einfach Antworten. Als Trader und Spekulant ist es jedoch wichtig, zu unterscheiden, welche Nachrichten wirklich kursbewegend sind und was lediglich Füllstoff der Medien ist.

Märkte zeigen noch keine Angst

Ich gehe zudem davon aus, dass die US-Märkte, sofern sie tatsächlich Angst vor der fiskalischen Klippe hätten, schon viel deutlicher zurückgefallen wären. Schließlich hätte es erhebliche Auswirkungen auf die US-Wirtschaft, wenn sich Republikaner und Demokraten nicht einigen, die zugrundeliegenden Gesetze zu entschärfen. In so einer Situation würden gerade größere Fonds, ungern investiert sein. Fonds, die nicht einfach verkaufen können, ohne den Markt erheblich zu beeinflussen. Kurz, wenn diese Fonds davon ausgingen, dass die Einigung nicht stattfindet, würden sie bereits jetzt aussteigen und dann sähe die Charts in den USA ganz anders aus. Aber gut, was nicht ist, kann ja noch kommen.

Selbst die Rating-Agentur Standard & Poor's geht davon aus, dass die Politiker beider Parteien in den USA eine Lösung für den Haushalt finden werden. Sie stuft die Gefahr, dass ein Kompromiss nicht zustande kommt, mit lediglich 15 Prozent Wahrscheinlichkeit ein.

Fiskalische Klippe, eine Erläuterung

Aber wenn wir schon so viel mit diesem Begriff konfrontiert werden, hier einmal eine Beschreibung, um was es eigentlich geht:

Begriff

In den USA wird mit dem Begriff „fiscal cliff“ (in Deutschland meist als „fiskalische Klippe“, „Fiskalklippe“ oder Steuerklippe bezeichnet) die Wirkung einer Reihe von Gesetzen bezeichnet, die zum Jahreswechsel 2012/13 zu starken Steuererhöhungen bei gleichzeitigen Ausgabenkürzungen im US-Haushalt führen werden. Beides soll im Jahr 2013 und den folgenden Jahren zu einer Verringerung des Haushaltsdefizits führen. Der Begriff selbst wurde erst Ende Februar 2012 vom Vorsitzenden der US-Notenbank, Ben Bernanke, eingeführt. Maßgeblicher Hintergrund ist der am 2. August 2011 durch den US-Kongress verabschiedete Budget Control Act. Dieser entstand durch die Pattsituation zwischen Demokraten

 

und Republikanern im Kongress. Eigentlich könnte man zusammenfassend sagen, dass die durch die Pattsituation nicht lösbaren Probleme auf einen späteren Zeitpunkt, nämlich nach der US-Wahl 2012, vertagt wurden.

Auswirkungen auf den Staatshaushalt und die Wirtschaft

Das Verringern des US-Haushaltsdefizits wäre grundsätzlich wünschenswert. Das Problem ist allerdings, dass diese fiskalische Klippe zu einem Zeitpunkt wirksam wird, in der sich die USA erst zaghaft und langsam aus einer tiefergreifenden Rezession in Folge der Immobilien- und Finanzmarktkrise erholen. Es gilt als relativ sicher, dass die USA, sofern diese Gesetze nicht abgeändert werden, erneut in eine schwere Rezession zurückfallen.

Die Auswirkungen sind gigantisch: So soll das Haushaltsdefizit des Jahres 2013 um bis zu 50 % gesenkt werden. In den kommenden 10 Jahren soll das Defizit der USA um bis zu 70 % verringert werden. Das soll unter anderem durch  eine 19,63prozentige Erhöhung der Steuereinnahmen bei einer gleichzeitigen Senkung der Ausgaben um 0,25 % erreicht werden.

Betroffen sind eine ganze Reihe von Gesetzen und Regelungen. Zunächst sollen Steuererleichterungen wegfallen, die noch unter Präsident Bush beschlossen, aber von Obama in seiner ersten Amtszeit verlängert wurden. Auch die Einkommenssteuerschwelle soll nach unten, auf das Niveau von 2000, verschoben werden.

Außerdem fallen die während der Krise zeitlich verlängerte Arbeitslosenunterstützung und die damals beschlossenen Kürzungen bei den Sozialversicherungsbeiträgen weg. Letztere sollen nun wieder stärker steigen. Auch eine Art „Sozialsteuer“ zur Finanzierung von Obamas neuem Gesundheitsprogramm und seiner Bildungsinitiative sollen dann greifen.

Darüber hinaus würden alle Ausgabenprogramme der Regierung von entsprechenden Kürzungen betroffen sein. Dabei sind wichtige innenpolitische Programme, wie zum Beispiel Sozialversicherungen (Social Security), die Pensionen für Bundesbeamte (Federal Pensions) und Unterstützungen für Veteranen (veteran’s benefits) von den Ausgabenkürzungen ausgenommen.

Ein klar definierter Startzeitpunkt

Ohne eine Einigung im Kongress, die Präsident Obama natürlich anstrebt, werden diese Gesetze automatisch am 01.01.2013 in Kraft treten. Sogar eine rückwirkende Änderung (die Einkommenssteuerschwelle) wäre dann fällig.

Auswirkung auf die Börse

Hier kann man es sich einfach machen: Wenn sich eine schnelle Einigung ergeben wird, kann es zu einer kleinen Rally kommen. Aber danach werden die US-Börsen schnell zum Alltagsgeschäft übergehen. Sollte es allerdings wider Erwarten nicht zu einer Einigung kommen, könnten die Börsen nachhaltiger zurückgehen. So gesehen wird es also spannend. Wir hier bei Stockstreet.de gehen jedoch davon aus, dass die Einigung kommen wird.

Viele Grüße 

Ihr

Jochen Steffens

www.stockstreet.de


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