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Inhaltsverzeichnis

Die Regulierung und der Hochfrequenzhandel

Ich bin tendenziell kein Freund von Regulierungen der Börsen. Das liegt daran, dass ich Menschen einfach nicht zutraue, die hochkomplexen Zusammenhänge der Wirtschaft und Börsen in einem ausreichenden Maße zu überblicken, so dass sie wenigstens näherungsweise abschätzen können, was sie mit diversen Vorschriften, Geboten und Verboten langfristig anrichten. Es gibt unzählige Beispiele für gut gemeinte Regulierungen, die schlussendlich das Gegenteil bewirkten.

Doch in manchen Bereichen darf man das Geschehen tatsächlich nicht einfach dem Markt überlassen, da einige der sich selbst regulierende Prozesse zu lange dauern und zu viele „Opfer“ fordern würden, bevor der Ausgleich geschaffen wäre (man denke an die Bankenkrise).

Kurz: Ganz ohne Regulierung geht es offenbar und bedauerlicherweise nicht.

Die Selbstüberschätzung als Hauptproblem

Eine wirklich hohe Kunst wäre es jedoch bereits, zu entscheiden, wo Regulierung Sinn macht und wo nicht. Es ginge also eher um eine differenzierte Betrachtung anstelle eines einfachen „mehr Regulierung“

Doch selbst bei der Frage, wann ein Eingriff sinnvoll ist, scheitert der menschliche Verstand. Er hat es aber auch nicht leicht. Nicht nur, dass die Welt so unfassbar komplex geworden ist, nein, er kämpft zudem mit einer ganz besonders eigenartigen Charaktereigenschaft des Menschen, die alle hehren Ansätze, ein funktionierendes System zu finden, schlichtweg im Keim erstickt

Ein Meer von Experten

Denn eins ist auf jeden Fall sicher: Jeder von uns ist aus seiner eigenen Sicht ohne Zweifel in der Lage, die Welt zu einer besseren zu machen, wenn man ihn nur ließe. Es ist eben dieser grandiose Hang zur Selbstüberschätzung, an der die Menschheit krankt. Jeder ist ein Spezialist, jeder weiß, wie man es besser machen könnte und falls nicht, weiß man zumindest, was alle anderen so unglaublich falsch machen.

Munter drauf losreagiert

Und so wird weiter und überzeugt vom eigenen Handeln munter drauf los reguliert, obwohl in Wirklichkeit keiner der Beteiligten weiß, ob das, was da beschlossen, verboten, verändert, gefordert wird, auch tatsächlich langfristig funktionieren wird.  Im Prinzip ist Wirtschaft, Politik und Börse also lediglich eine Art gigantisches Experiment.

Aber hat der Mensch überhaupt eine andere Möglichkeit, also genauso zu arbeiten?

Nichts ist wirklich sicher

Sie sehen, selbst das was ich hier schreibe, ist nicht einmal frei von diskussionswürdigen Ansätzen. Aber dieses Mal geht es mir nicht um die Tatsache, dass man dann am besten tradet, wenn man den plärrenden Verstand im Zaum hält und sich von seinen Überzeugungen lossagt.

Regulierung des Hochfrequenzhandels

Nein, der eigentliche Aufhänger dieses kleinen Exkurses war tatsächlich, dass das Europaparlament gegen den Hochfrequenzhandel vorgehen will.

Was ist Hochfrequenzhandel?

Von Hochfrequenzhandel spricht man, wenn mit Hilfe von sehr schnellen Computern, die meist eine enge Anbindung an die Börsensysteme haben, eine hohe Anzahl von Orders mit kurzer Haltezeit aufgegeben werden. Hier geht es mittlerweile um Bruchteile von Sekunden. Ziel ist es, kleinste Vorteile auszunutzen. Der Ertrag dieser einzelnen Transaktionen ist dabei eher niedrig, aber in der Summe kommen Milliardenbeträge zustande.

In Verruf ist dieser Hochfrequenzhandel im Zusammenhang von einigen Blitz-Crashs gekommen, die angeblich (gesichert ist das nicht) durch den Hochfrequenzhandel ausgelöst wurden. 

Viele Meinungen

Und natürlich gehen auch bei diesem Thema die Meinungen der Experten weit auseinander. Die einen sagen, der Hochfrequenzhandel würde Umsatz bringen und den Handel ausgleichen, andere sehen darin den Grund für alles Schlechte, das in den vergangenen Jahren geschehen ist.

Ohne allzu sehr ins Detail gehen zu wollen, gibt es drei Kernpunkte:

Gleichheit vor dem Handel

Ein Problem des Hochfrequenzhandels ist, dass Börsenteilnehmer durch den Einsatz von sehr teurer Technologie übervorteilt werden – sprich es entsteht ein Ungleichgewicht. Ein Markt funktioniert aber nur dann effizient, wenn alle, zumindest theoretisch, die gleichen Voraussetzungen haben.

(Anm. d. Red.: Aber unter uns, das Ungleichgewicht bestand eigentlich immer. Früher hatten die Banken oft einen erheblichen zeitlichen Informationsvorsprung. Dieser Vorteil ist durch das Internet sehr stark geschrumpft. Jetzt versuchen sie es eben mit Technologie.)

Manipulationsmöglichkeiten

Die Gefahren des Hochfrequenzhandels liegen einerseits darin, dass der Markt auf eine ungesunde Weise durch diesen Handel manipuliert wird. So ist es durchaus üblich, eine hohe Anzahl von Scheinorders bis hin zu Scheinkäufen zu tätigen, um Wertpapiere in eine Richtung zu manipulieren.

Systemimmanente Risiken

Auf der anderen Seite entscheiden aber keine Menschen mehr und das könnte zu systemimmanenten Schieflagen führen. Dann nämlich, wenn die Systeme zu vieler Hochfrequenzhändler sich plötzlich auf ungesunder Art und Weise gleich schalten (und das wird irgendwann einmal passieren, da sich die Parameter immer weiter annähern). Schlimmstenfalls wären dann die Hochfrequenzhändler plötzlich alle pleite. Okay, das wäre eine schöne Form der Selbstregulation - aber es bleiben die Systemrisiken, denn es sind schließlich die Banken, die dieses Spiel spielen.

Also will hier die Politik frühzeitig eingreifen, um nicht erneut, wie schon bei den Kreditderviaten erst nach dem Eintritt der Krise reagieren zu müssen.

Die EU will Händler dazu verpflichten, Orders mindestens 0,5 Sekunden lang halten zu müssen. Außerdem sollen sie ihre Algorithmen offen legen und für nicht ausgeführte Orders Gebühren zahlen (Stichwort Manipulation).

Die Ansätze erscheinen zumindest sinnvoll, denn sie setzen am Kern des Hochfrequenzhandels an – aber ob sie wirklich helfen die oben genannten Probleme zu bekämpfen und welche Auswirkungen diese Regularien haben, werden wir erst in einigen Jahren wissen.

Viele Grüße

Jochen Steffens


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Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist um 3.000 auf 382.000 gesunken. Analysten hatten im Schnitt mit einem Wert von 370.000 Anträgen gerechnet. Auch der Vier-Wochen-Schnitt stieg weiter an, und zwar um 2.000 auf 377.750.

Weiterhin sind die Erstanträge auf einem viel zu hohem Niveau. Auch das ist wohl einer der Gründe für die Entscheidung der Fed.


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