In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Als die ersten Nachrichten zum Statement der Fed eintrudelten, dachte ich noch: Wow, die Fed macht die Geldschleusen weit, weit auf. Geht es den USA so ...
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Als die ersten Nachrichten zum Statement der Fed eintrudelten, dachte ich noch: Wow, die Fed macht die Geldschleusen weit, weit auf. Geht es den USA so schlecht, dass sie das tun MUSS? Ich war überrascht und, ehrlich gesagt, auch etwas schockiert. Schon war ich in Gedanken dabei, zu formulieren, dass Ben Bernanke nun der dritte große und klar erkennbare Fehler in seiner Amtszeit unterläuft. Aber das war nur der erste Eindruck. Was wirklich dahinter steckt, entdeckte ich erst etwas später.

Die zwei großen Fehler von Ben Bernanke

Einige von Ihnen werden sich vielleicht noch erinnern, dass ich die massiven Zinserhöhungen 2006 und 2007 durch Ben Bernanke als Antwort auf den Immobilienboom ab einem Zinsniveau von 4 Prozent heftig kritisierte und damals fragte warum die Fed dem Markt nicht etwas Luft gäbe, die bisherigen Zinserhöhungen erst einmal zu verdauen. Was dann folgte, ist Geschichte: Der US-Immobilienmarkt brach zusammen. Ohne Frage war diese massive Zinserhöhungsphase mitverantwortlich für die Heftigkeit des Immobiliencrashs.

Der zweite große Fehler war die überhastete Reaktion auf den Kursrutsch, der durch die Fehlspekulation der Société Générale verursacht war – hier zeigte Ben Bernanke meines Erachtens Nerven.

(Anm. d. Red. Um Diskussionen vorzubeugen: Inwiefern die vielen anderen Maßnahmen der Fed in den vergangenen Jahren schlussendlich auch falsch oder richtig gewesen sind, ist natürlich umstritten – auf diese Diskussion will ich mich heute nicht einlassen, aber bei diesen oben genannten Aktionen ist die Fehlerqualität vergleichsweise eindeutig.)

Aber ist das nun wirklich der dritte große Fehler?

Die Fed hat beschlossen, die Operation Twist bis zum Ende des Jahres fortzusetzen. Die Zinsen sollen nun noch bis Mitte 2015 auf dem aktuellen Niveau bleiben (vorher bis Ende 2014). Und die Fed beschloss den Kauf von Hypothekenpapieren in Höhe von 40 Milliarden Dollar je Monat ohne eine zeitliche Begrenzung für dieses Programm festzusetzen.

Folgendes ist wohl der eigentliche Plan der Fed: Zwar ist nun QE3 beschlossen, aber der zeitlich unbegrenzte Rückkauf bezieht sich lediglich auf Hypothekenpapiere und nicht auf Staatsanleihen! Er ist zudem auf monatlich 40 Mrd. Dollar beschränkt (wobei der Ausdruck „beschränkt“ es bei diesen Summen wohl nicht ganz trifft).

Als ich das las, wurde mir klar, was die Fed vor hat und der Plan ist vielleicht gar nicht so dumm.

Der US-Immobilienmarkt als Zugpferd für die Wirtschaft und den US-Arbeitsmarkt

Wie Sie hier im Steffens Daily in den vergangenen Wochen bereits mehrfach lesen konnten, zeigt der US-Immobilienmarkt erste klar erkennbare Anzeichen einer Erholung. Wie ich ebenfalls mehrfach geschrieben habe, ist der US-Immobilienmarkt ein wichtiges Zugpferd einer wirtschaftlichen Erholung. Schließlich sind an einem Hausbau, der Einrichtung und dem Verkauf eines Hauses sehr viele Bauunternehmen, Zulieferunternehmen, Rohstoffunternehmen, Handwerker, Makler, Juristen, Staatsbedienstete und andere beteiligt. Und diese breite wirtschaftliche Beteiligung bei der Erstellung einer Immobilie macht den Immobilienmarkt zu einem perfekten Motor für den wirtschaftlichen Aufschwung.

Aber nicht nur das, gerade in den vom Immobilienboom profitierenden Unternehmen waren viele der jetzt in den USA arbeitslos gemeldeten Menschen in Anstellung.

Die Fed und der Arbeitsmarkt

Die Fed weist in dem aktuellen Statement erneut explizit darauf hin, dass ihre Aufgabe auch darin besteht, maximale Beschäftigung zu gewährleisten. Und hier fehlt es ihr, wie sie es bereits auch zuvor angekündigt hat, an klar erkennbaren Erholungssignalen.

Wenn also die Fed nun, durch den Ankauf von Hypothekenpapieren, die Hypothekenzinsen weiter niedrig hält, und hier auch kein Ende setzt, könnte das dazu führen, dass die Erholung auf dem US-Immobilienmarkt weiter angefeuert wird. Dies wiederum könnte zu einer substanziellen Erholung der US-Wirtschaft und dann natürlich auch des US-Arbeitsmarktes führen.

Wenn sich Immobilienboom und Wirtschaft gegenseitig anfeuern

Vielleicht erinnern Sie noch, dass ich vor Wochen sinngemäß folgendes geschrieben hatte: Eine der Folgen der wirtschaftliche Erholung in den USA ist, dass nun auch, etwas zeitversetzt, der US-Immobilienmarkt anspringt. Jetzt kommt es darauf an, ob die Erholung des US-Immobilienmarkts ihrerseits wiederum stark genug ist, um die US-Wirtschaft aus den nun wieder erkennbaren rezessiven Tendenzen zu holen.

Und genau darum geht es der Fed. Sie will durch diese Maßnahmen sicherstellen, dass die Erholung im US-Immobilienmarkt nicht durch die wieder etwas schwächere Wirtschaft abgewürgt wird. Und das wird sie so lange tun (deswegen ist dieses Programm nicht zeitlich begrenzt worden), bis der US-Immobilienmarkt wieder die US-Wirtschaft antreibt und so vielleicht ein sich selbst erhaltender Prozess gegenseitiger Unterstützung zwischen Wirtschaftswachstum und Immobilienboom entsteht.

Und auf einmal macht alles Sinn!

Gut vorbereitet

Sie sehen, Sie sind hier im Steffens Daily durch die sehr frühzeitigen Thesen und Marktbeobachtungen immer gut über die Hintergründe informiert, so dass sich dann auch solche Entwicklungen leichter verstehen lassen. Denn erst mit den genannten Informationen aus den vergangenen Wochen und Monaten wird jetzt auch diese Aktion der Fed plötzlich sinnvoll und logisch.  

Ob sie schlussendlich aber funktioniert, werden wir erst in einigen Monaten erkennen. Bis dahin bleibt natürlich viel Zeit, die Gefahren und Chancen rauf und runter zu diskutieren.

Das Ende der Krise?

Zunächst hat jedenfalls der Dow deutlich und nachhaltig sein Jahreshoch nach oben gebrochen und rennt damit in Richtung Allzeithochs. Meiner Meinung nach werden wir an diesen Allzeithochs der US-Indizes S&P500 und Dow Jones erkennen, was die großen Jungs von diesem Plan halten. Werden die Allzeithochs überwunden, wäre dies auch ein Zeichen der Hoffnung, dass dieser Plan aufgeht. Und dann sollte man sich nicht gegen die Fed und die Märkte stellen.

Allerdings rücken die Fed-Aktivitäten nun erst einmal wieder in den Hintergrund. In den kommenden Wochen wird wohl zunächst der US-Präsidentschaftswahlkampf die Märkte bewegen. Dazu in der kommenden Woche mehr.

Viele Grüße

Jochen Steffens


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