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„Wie endet eigentlich eine solche Krise?“ Das war die Frage, die mir ein Kollege am Wochenende stellte. Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: „Unbemerkt…“

Es stimmt, schließlich gibt es niemanden, der das Ende der Krise ausruft: „So, jetzt ist die Krise vorbei, nun kauft Aktien, Leute!“ Nein, normalerweise gehen Krisen einfach so sang und klanglos vorbei.

Die Nachrichtenlage verbessert sich, während sich immer noch viele im Untergangsmodus befinden. Doch mit der Zeit, wenn immer weniger schlechte Nachrichten publiziert werden, gerät die Krise einfach in Vergessenheit – als hätte sie nie existiert. Die Themen, die vorher noch heiß diskutiert wurden, versinken in der Bedeutungslosigkeit. Denken Sie zum Beispiel einmal an das ganze, fast hysterische Theater um die Abwrackprämie und andere Maßnahmen zurück, als in Deutschland Rezessionssorgen umgingen. Das alles ist vergessen – neue Themen haben die alten verdrängt.

Wenn alle es merken

Das Problem ist nur, wenn wirklich die Masse begriffen hat, dass eine Krise zu Ende ist, stehen die Kursen an den Börsen bereits wieder kurz vor neuen Extremen.

Also bleibt die Frage, wie kann man sich als Anleger auf einen derart schleichenden Prozess einstellen? Zumal niemals sicher ist, ob eine Krise tatsächlich schon vorbei ist oder ob es sich nur um eine kleine zwischenzeitliche Beruhigung handelt.

Auch hier ist die Antwort lapidar und zunächst scheinbar unbefriedigend: „Gar nicht!“ Sie können Ihr Anlageverhalten weder auf ein Ende der Krise einstellen, noch auf eine Fortsetzung. Niemand weiß, was geschehen wird. Doch das hat auch sein Gutes.

Tatsächlich ist dieses Wissen um die Unsicherheit an den Börsen ein Vermögen wert. Denn nur wer das Risiko bei seinen Anlageentscheidungen berücksichtigt, also akzeptiert, dass er nicht wirklich weiß, was passieren wird, wird entsprechend vorsichtig agieren und dauerhaft von denen profitieren, die zu gierig sind.

 „Zu hohe Risiken“ sind nämlich der Hauptgrund für das finanzielle Desaster, das so viele Menschen an den Börsen erleben (dazu zählt auch eine nicht vorhandene Risikoabsicherung, zum Beispiel durch Stopps). Meiner Meinung nach ist der zweithäufigste Grund für finanzielle Desaster das krampfhafte oder sogar trotzige Festhalten an den eigenen Überzeugungen (z.B. bearish / bullish sowohl für den Markt, also auch für einzelne Aktien oder Rohstoffe).

Erst dann folgen:

-          Massive Selbstüberschätzung

-          Mangelnde Sachkenntnis

Und noch einen Punkt sollte man hinzufügen: Beratung durch nicht unabhängige Dritte, die ein hohes Eigeninteresse an dem Verkauf von bestimmte Produkten (z.B. wegen Provisionen) haben…

Geht die Seitwärtsbewegung im Gold weiter?

Wenn wir schon bei dem Thema „Überzeugungen“ sind, können wir uns direkt auch den Goldchart ansehen. Schließlich kochen bei keinem anderen Thema die Überzeugungen höher als bei Gold.

Gold hat zwar das Kursziel erreicht, ist aber auch um das zweite Target noch herumgelaufen, wenn auch knapp. Gerade prallt der Goldpreis an der roten Aufwärtstrendlinie von unten ab. Sollte er daran scheitern, könnte es sich bei der Bewegung der vergangenen Monate lediglich um ein Retest dieser Linie handeln.

Grundsätzlich hat der Goldpreis aber jetzt Platz bis knapp an die 1.800er Marke. Und erst hier wird sich dann entscheiden, ob die Seitwärtsbewegung weiter geht oder ob ein Ausbruch erfolgt. Ich gehe jedoch nach wie vor davon aus, dass sich die Seitwärtsbewegung (grünes Rechteck) fortsetzen wird.

Wenn die Targets nicht so richtig funktionieren

Was aber tun, wenn die Targets, so wie in diesem Fall, nicht so richtig funktionieren? Gewöhnlich schauen wir uns dann an, ob die Situation nicht mittlerweile charttechnisch ganz anders zu bewerten ist. Dazu wird der Chart nach der Target-Trend-Methode noch einmal komplett neu gezeichnet. Ein wesentliches Kriterium für die hohe Trefferquote der Targets ist schließlich, dass das Bild in der Vergangenheit belegt, dass die eingezeichneten Linien und Targets eine hohe Relevanz haben. Läuft also ein Chart aus dem Ruder, wie in diesem Fall (auch wenn es nur so leicht ist), sinkt die Prognosequalität erheblich!  In den kommenden Tagen werde ich somit prüfen, ob die aktuelle Version weiterhin Bestand hat und Ihnen das Ergebnis natürlich mitteilen. 

Und mit diesen Worten beantwortet sich auch eine Frage, die oft gestellt wird: Ja, es gibt auch viele Charts, die nicht mit der Target-Trend-Methode zufriedenstellend analysierbar sind. Wenn sich kein stimmiges Gesamtbild in der Vergangenheit findet, lässt man diesen Wert einfach außen vor. Schließlich geht es nicht darum, jeden Chart zu analysieren, sondern die Eintrittswahrscheinlichkeit für den kommenden Trade zu erhöhen. Und diese ist einfach am höchsten, wenn sich ein Wertpapier in der Vergangenheit perfekt an die verschiedenen Ebenen (oder Linien) der Target-Trend-Methode gehalten hat.

Viele Grüße

Jochen Steffens


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