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Inhaltsverzeichnis

Der Tiefpunkt einer großen Rezession?

Es gab heute einen interessanten Artikel auf www.manager-magazin.de mit der Überschrift: „US-Firmen plagen sich mit Gewinnschwund.“ Der Text wird eingeleitet mit: „Das lässt nichts Gutes erwarten…“.

Brisanter Gewinnschwund

Es geht in dem Artikel zunächst darum, dass die US-Unternehmen unter einem „brisanten Gewinnschwund“ leiden. Von den 500 Unternehmen des S&P500 haben bisher lediglich noch 59 Prozent die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen – das sei der geringste Prozentsatz seit 10 Jahren. Dabei sollen die Analystenerwartungen bereits im Vorfeld der Veröffentlichungen gezielt gedämpft worden sein.  Darüber hinaus gebe es in der vierten Woche der laufenden US-Bilanzsaison mehr Firmen, die ihren Ausblick senken, als solche, die ihre Erwartungen nach oben korrigieren, und das passiere schon das zweite Quartal hintereinander.

Die große Rezession

So weit, so gut, und dann las ich den Satz, der mich aufhorchen ließ: Eine solche Serie habe es zuletzt am Tiefpunkt der großen Rezession gegeben.

Nun, normalerweise starten große Rallys genau am Tiefpunkt einer großen Rezession, dann nämlich, wenn die Stimmung am allerniedrigsten ist und auch die Unternehmensgewinne ihr Tief erreichen. Es fragt sich also, wie negativ diese Nachricht aus Sicht eines Börsianers ist.

Unternehmen sind auch skeptisch

Zu der düsteren Stimmung passen weitere Punkte in diesem Artikel: So zitiert der Artikel eine Umfrage des Firmenberaters PricewaterhouseCoopers unter 1258 Firmenchefs, nach der lediglich nur noch 40 Prozent sehr zuversichtlich seien, dass der Umsatz ihres Unternehmens 2012 wachsen werde. Vor einem Jahr seien es noch knapp 50 % gewesen. Gut, hier in Deutschland ist eine solche Skepsis wahrscheinlich Normalität, aber für die zwanghaft optimistischen Business-Amerikaner sind das Werte, die einem Kollaps des amerikanischen Unternehmerselbstwertgefühls gleichkommen.

Niedrige Umsätze

Doch noch interessanter ist eine andere Analyse des Artikels. Obwohl der S&P500 Index in den ersten vier Wochen des Jahres den besten Start seit 1989 hingelegt habe, blieben die Umsätze niedrig. Das sei ein Hinweis darauf, dass die Anleger sehr skeptisch seien. Mit 6,7 Mrd. gehandelten Aktien je Tag sähen wir die geringsten Umsätze seit 2008 und das bei einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) des S&P500 von 13,7 – der historische Schnitt liege bei 16,4. Das Resumee des Autors: "Die Anleger trauen diesen Kursen nicht […] sie boykottieren die Rally."

So fangen Aufwärtsbewegungen an

Und das ist ein weiterer Punkt: Entgegen der meisten Bücher über klassische Charttechnik, bei denen offensichtlich viele von irgendjemand abgeschrieben haben, der diese Information nicht genauer überprüft hat, sind die Umsätze am Anfang einer Rally meistens eher niedrig. Und das ist auch logisch, wenn eine Rally mitten in der Krisenzeit startet. Schließlich traut in dem wirtschaftlichen Umfeld einer Krise wirklich niemand mehr den Märkten. Also kaufen nur die sehr starken und erfahrenen Hände. Und auch die nur, weil sie möglicherweise weiter einbrechende Kurse durchhalten können.

Denn woher soll man wissen, dass tatsächlich schon das Tal der Tränen in einer Rezession erreicht ist? Und die Sorge, dass es doch noch mal tiefer geht, ist sicherlich auch in der aktuellen Situation mehr als berechtigt.

Aber wenn es der Boden sein sollte, dann wären die niedrigen Umsätze typisch. Erst im zweiten Teil einer Rally, dann, wenn immer mehr Anleger zuversichtlicher werden, steigen auch die Umsätze an. Am Hoch einer Rally sind die Umsätze zumeist am höchsten. Einzige Ausnahme: Crash – dann, wenn alle gleichzeitig verkaufen wollen. In solche Phasen gibt es extreme Umsatzspitzen, die aber nur auf vergleichbar kurze Zeiträume beschränkt sind. Oft genug zeigen diese Umsatzspitzen auch das Ende einer Abwärtsbewegung an. Aufpassen muss man also lediglich, sowohl im Hoch als auch im Tief, wenn hohe Umsätze auftauchen.

Eine Börsen-Interpretation

Fasst man also die Aussagen dieses Artikels zusammen und wendet sie auf die Börse an (was vielleicht nicht die Intention des Autors war), muss man zu dem Schluss kommen, dass auch diese Hinweise eher für eine Fortführung der Rally als für einen Zusammenbruch sprechen. 

Die Frage des Timing

Und obwohl diese Hinweise eher bullish sind, gibt es mit dieser Art der Analyse grundsätzlich ein Timing-Problem. Mit solchen Argumenten gelingt nur selten ein perfekter Einstieg. Eine Stimmung oder die wirtschaftliche Situation kann lange schlecht bleiben und immer auch noch viel schlechter werden. Trades auf solche Setups werden oft viel zu früh eingegangen. Und das ist auch der Grund, warum nur starke Hände solche Märkte kaufen. Es ist die Zeit der langfristigen Investoren, die genügend Geld im Rücken haben, um dennoch bei weiter fallenden Kursen einfach unbeeindruckt ihre Positionsgröße zu erhöhen.

Und gerade aktuell sind die Märkte, wie schon beschrieben, stark überkauft. Das Risiko, dass eine Konsolidierung urplötzlich einsetzt, bleibt damit aus kurzfristiger Sicht sehr hoch.

DAX versucht einen Retest

Der DAX ist heute, nach dem gestrigen Test des Widerstandes, wieder angestiegen. Allerdings fehlt hier noch die Dynamik. Man erkennt nun sehr deutlich, welche Schwierigkeiten dieser Widerstand (jetzt Unterstützung) macht. Wünschenswert wäre eine dynamische Aufwärtsentwicklung, dann wäre das bullishe Signal des Ausbruchs klarer. So besteht immer noch die Gefahr, dass er doch nachhaltiger unter die Unterstützung bei 6.430 Punkten fällt. Mal schauen, wie lange er noch mit dieser Marke kämpft. Aber auch hier gilt: Je länger, desto weniger bullish wird das Bild und desto höher wird die Gefahr des Fehlsignals.

Viele Grüße

Jochen Steffens


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US-Konjunkturdaten

Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex ist im Januar auf saisonbereinigt 60,2 gesunken. Analysten hatten den Index bei 62,3 erwartet, nach 62,2 zuvor.

Werte über 50 Punkte deuten auf eine Expansion des verarbeitenden Gewerbes in der Region hin, Werte unter 50 auf eine Kontraktion.

Das Verbrauchervertrauen des Conference Board ist im Januar von zuvor 64,8 Punkten auf nunmehr 61,1 Punkte gefallen. Dieser Wert lag deutlich unter den Erwartungen der Analysten, die 68,40 Punkten prognostiziert haten. Als Grund wird unter anderem der erneute Anstieg der Benzinpreise genannt.

 


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