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Inhaltsverzeichnis

Fed liefert billiges Geld bis Ende 2014

Die Fed hat in ihrem gestrigen Statement im Anschluss an die FOMC-Sitzung angekündigt, ihre Niedrigzinspolitik nicht nur bis 2013, sondern sogar bis 2014 beizubehalten (ich habe Ihnen die deutsche Übersetzung des Statements weiter unten im Steffens Daily angefügt). Die Märkte reagierten auf diese Nachricht entsprechend positiv. Somit sind gestern sowohl der Nasdaq100 als heute auch der DAX über die wichtigen hier vorgestellten Widerstände gesprungen.

Ist das eine wirklich gute Nachricht?

Ich frage mich derweil, ob das wirklich eine gute Nachricht ist. Eine derart lange Ausdehnung der Niedrigzinspolitik belegt, wie sehr sich die USA bereits im Sumpf einer Deflation befindet. Offensichtlich erwartet die Fed in den kommenden drei Jahren trotz der weltweiten massiven Lockerung der Geldpolitik keine Inflation. Denn auf diese müsste sie (und würde sie auch) mit Zinserhöhungen reagieren. Einerseits, um ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen, auf die Preisstabilität zu achten (siehe auch das Statement weiter unten). Andererseits würde eine Niedrigzinspolitik bei einer wachsenden Inflation die Gefahr einer galoppierenden Inflation massiv erhöhen, und die Folgen einer ausufernden Inflation sind bei weitem verheerender als die Folgen einer Deflation.

Deflation ist kein gutes Umfeld

Deflation ist jedoch grundsätzlich kein besonders gutes Umfeld für Aktien, und das macht diese Nachricht so zweideutig. Einerseits ist es für die Märkte gut, dass so viel leichtes Geld zu haben ist und das auch noch ohne die Sorge, dass diese Party bald vorbei ist. Wir sehen ja bereits in Deutschland, dass selbst die skeptischen und eher ängstlichen deutschen Anleger ihr Geld mittlerweile vermehrt in den Aktienmarkt investieren.

Investitionen zurückstellen

Andererseits kann sich die Wirtschaft auch daran gewöhnen. Es entfällt nämlich der Zwang, jetzt noch schnell zu investieren, um die niedrigen Zinsen auszunutzen. Unternehmen könnten die Zeit nutzen und Investitionen zurückstellen, um bessere Chancen zu nutzen. Und auch dazu gibt es bereits einen Hinweis in dem Statement der Fed. Das Wachstum der Unternehmensinvestitionen sei nämlich zurückgegangen, heißt es in der Erklärung.

Dem Konsum fehlt die Rendite

Ein andere wichtiger Punkt ist, dass durch die niedrigen Zinsen und deren Folgen immer weniger Rendite erwirtschaftet wird. Und es ist gerade in den USA auch eben diese Rendite, die in den Wirtschaftskreislauf über den Konsum einfließt, z.B. über die großen Pensionsfonds des öffentlichen Dienstes und der Privatwirtschaft. Den Bürgern fehlt damit ein wichtiger Teil ihrer Einnahmen – auch das sollte nicht vergessen werden.

Und damit…

Und damit stellt sich die Frage, wie die Situation in den USA tatsächlich aussieht? Die Krise in Europa hat in den vergangenen Monaten von den Schwierigkeiten in den USA abgelenkt. Diese könnten bald wieder in den Vordergrund drängen. Doch bis jetzt scheinen die Märkte das noch zu ignorieren. Und so lange der Ausbruch in den jeweiligen Indizes Bestand hat, müssen wir uns auch keine Sorgen darum machen. Gefährlich wird es lediglich, wenn sich Fehlsignale bilden. Dazu die Charts:

DAX bricht mit Dynamik den Widerstand

Der DAX hat die 6.430er Marke und damit das erste Hoch nach dem Crash im vergangenen Jahr nach oben aufgelöst. Sie können in dem Chart sehr schön erkennen, wie der Kursverlauf zunächst mit dem Widerstand ringt, um jetzt nahezu befreit nach oben zu hüpfen.
Jetzt ist erst einmal viel Platz nach oben, denn der nächste wichtige Widerstand liegt erst bei 7.000 Punkten – in diesem Bereich findet sich dann auch die obere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals (grün).

Kein Grund zur Panik

Sie sehen, dass es keinen Sinn machte, zu früh auf die hier in den vergangenen Tagen vorgestellten bearishen Signale zu reagieren. Wie ich geschrieben hatte: Bleiben Sie noch gelassen und warten Sie ab, was in den kommenden Tagen passiert. Und tatsächlich, dieser Ausbruch hat die geäußerten Sorgen erst einmal wieder zerstreut. Trotzdem war es richtig, die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

Die vergangenen Tage sind damit ein schönes Beispiel dafür gewesen, wie man mit der klassischen Charttechnik umgehen sollte – nämlich gelassen.

Jetzt, nach dem der Ausbruch eindeutig ist, können Sie, zumindest wenn Sie auf der Long-Seite investiert sind, wieder etwas entspannen. Zwar kann es nach dem Ausbruch jederzeit zu einem Test dieser 6.430er Marke von oben kommen, aber das wäre nur normal.

Fehlsignal

Lediglich wenn die Kurse wieder nachhaltig unter diese Linie fallen sollten, müssen Sie erneut vorsichtig werden. Dann hätten wir ein klassisches Fehlsignal und dies wäre ein sehr deutliches Warnzeichen. Oft genug haben nämlich Fehlsignale stärkere Konsolidierungen eingeleitet.

Nasdaq100: Höchster Kurs seit 2001

Und zum Schluss, weil es so beeindruckend ist, der Nasdaq100-Chart:


 
Der Nasdaq100 hat mit dem aktuellen Ausbruch und nach der Eskalation der Euro-Krise jetzt die höchsten Kurse seit dem 08.02.2001, also seit knapp 11 Jahren, ausgebildet! Angesichts der weltweiten Krisenstimmung ist das schon ein höchst beachtliches Ereignis, was eigentlich so überhaupt nicht zu den Untergangsszenarien passt…

Viele Grüße

Jochen Steffens

PS: Ich freue mich, heute einige von Ihnen bei unserem Trader-Treffen zu treffen und bin selbst schon sehr auf den Vortrag gespannt.


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US-Konjunkturdaten

Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe steigt um 21.000 auf 377.000. Analysten hatten allerdings einen noch größeren Anstieg um 23.000 vorhergesagt. Der Wert für den gleitenden Vierwochendurchschnitt sinkt auf 377.500.

So lange die Zahlen unter 400.000 notieren, bleibt die positive Tendenz bestehen. Trotzdem kann man hier natürlich bisher nur von einer zarten Erholung sprechen.

Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter stieg gegenüber dem Vormonat um 3,0 Prozent. Analysten hatten nur mit einem Anstieg um 2,0 Prozent gerechnet, nach revidiert 4,3 Prozent zuvor. Der Ordereingang ohne den Transportbereich stieg um 2,1 Prozent. Die Auftragseingänge ohne Rüstungsgüter kletterten um 5,5 Prozent. 
 
Der Index der Frühindikatoren für die Entwicklung der US-Wirtschaft stieg im Dezember um 0,4 Prozent auf einen Stand von 94,3 Punkte. Analysten hatten mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechne, nach 0,2 Prozent Anstieg zuvor.

Die Entwicklung der Frühindikatoren belegen die Einschätzung der Fed, dass die US-Wirtschaft moderat wachsen werde.

Die Zahl der Verkäufe neuer Häuser ist im Dezember 2011 um 2,2 Prozent auf 307.000 Häuser gesunken. Analysten hatten einen Zuwachs auf 320.000 erwartet, nach revidiert 314.000 zuvor.

Das ist alles immer noch weit unter der Normalität (ca. 750.000) und die wieder sinkenden Zahlen bestätigen nicht die zunächst positiven Nachrichten vom US-Immobilienmarkt der anderen Daten.


Übersetzung Fed-Statement

Die Informationen, die seit dem Treffen des Offenmarktausschusses im Dezember eingegangen sind, weisen darauf hin, dass die US-Wirtschaft ungeachtet der Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums mäßig gewachsen ist. Während die Indikatoren auf eine Verbesserung der allgemeinen Arbeitsmarklage hindeuten, bleibt die Arbeitslosenrate erhöht. Die Ausgaben der privaten Haushalte haben sich weiter verbessert, das Investitionswachstum der Unternehmen hat sich jedoch verlangsamt und der Immobiliensektor bleibt unter Druck. Die Inflation ist in den vergangenen Monaten etwas zurückgegangen und die längerfristigen Inflationserwartungen sind stabil geblieben.

In Übereinstimmung mit dem gesetzlichen Auftrag will der Ausschuss maximale Beschäftigung und Preisstabilität fördern. Der Ausschuss erwartet, dass sich das Wirtschaftswachstum in den kommenden Quartalen weiter mäßig entwickelt und rechnet daher damit, dass die Arbeitslosenrate nur langsam auf das Niveau fällt, welches der Ausschuss mit seinem [oben genannten] Doppel-Mandat vereinbaren kann. Die Belastungen in den globalen Finanzmärkten bergen nach wie vor erhebliche Abwärtsrisiken für die wirtschaftlichen Aussichten. Der Ausschuss rechnet ebenfalls damit, dass die Inflation in den kommenden Quartelen auf oder unter dem Level bleibt, dass mit dem Doppel-Mandat zu vereinbaren ist.

Um eine stärkere wirtschaftliche Erholung zu unterstützen und um sicherzustellen, dass die Inflation weiterhin auf dem Niveau bleibt, das dem Doppel-Mandat entspricht, erwartet der Ausschuss die Beibehaltung des stark akkommodierenden geldpolitischen Kurses. Dazu beschloss der Ausschuss heute das Zielband für den Leitzins bei 0 bis 1/4 Prozent zu halten und geht derzeit davon aus, dass die wirtschaftlichen Bedingungen, einschließlich der niedrigen Ressourcenauslastung und einer gedämpfte Inflationsaussicht auf mittlere Sicht, das außergewöhnlich niedrige Leitzinsniveau mindestens bis Ende 2014 rechtfertigen.

Der Ausschuss beschloss ferner, wie im September angekündigt, mit dem Programm, die durchschnittliche Laufzeit ihrer Bestände an Wertpapieren zu erhöhen, fortzufahren. Der Ausschuss behält seine derzeitige Politik bei, Tilgungszahlungen aus dem Bestand von öffentlichen Anleihen und hypothekenbesicherten Papieren von US-Körperschaften in [neue] öffentliche hypothekenbesicherten Papieren zu reinvestieren sowie auslaufende Staatsanleihen bei den Auktionen zu erneuern. Der Ausschuss wird regelmäßig die Größe und Zusammensetzung der Wertpapierbestände überprüfen und ist bereit, deren Größe so anzupassen, wie es für die Förderung einer stärkeren wirtschaftlichen Erholung in einem Umfeld der Preisstabilität angemessen erscheint.

Originaltext:

Information received since the Federal Open Market Committee met in December suggests that the economy has been expanding moderately, notwithstanding some slowing in global growth. While indicators point to some further improvement in overall labor market conditions, the unemployment rate remains elevated. Household spending has continued to advance, but growth in business fixed investment has slowed, and the housing sector remains depressed. Inflation has been subdued in recent months, and longer-term inflation expectations have remained stable.


Consistent with its statutory mandate, the Committee seeks to foster maximum employment and price stability. The Committee expects economic growth over coming quarters to be modest and consequently anticipates that the unemployment rate will decline only gradually toward levels that the Committee judges to be consistent with its dual mandate. Strains in global financial markets continue to pose significant downside risks to the economic outlook. The Committee also anticipates that over coming quarters, inflation will run at levels at or below those consistent with the Committee's dual mandate.


To support a stronger economic recovery and to help ensure that inflation, over time, is at levels consistent with the dual mandate, the Committee expects to maintain a highly accommodative stance for monetary policy.  In particular, the Committee decided today to keep the target range for the federal funds rate at 0 to 1/4 percent and currently anticipates that economic conditions--including low rates of resource utilization and a subdued outlook for inflation over the medium run--are likely to warrant exceptionally low levels for the federal funds rate at least through late 2014.


The Committee also decided to continue its program to extend the average maturity of its holdings of securities as announced in September. The Committee is maintaining its existing policies of reinvesting principal payments from its holdings of agency debt and agency mortgage-backed securities in agency mortgage-backed securities and of rolling over maturing Treasury securities at auction. The Committee will regularly review the size and composition of its securities holdings and is prepared to adjust those holdings as appropriate to promote a stronger economic recovery in a context of price stability.


Quelle: http://www.federalreserve.gov


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