In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Die Aufmerksamkeit der Märkte ist auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht und hier besonders auf die neu geschaffenen Stellen außerhalb der ...
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Die Aufmerksamkeit der Märkte ist auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht und hier besonders auf die neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm-Payrolls) gerichtet. Diese werden morgen, am Freitag den 08.03.2013, veröffentlicht. Analysten erwarten 160.000 neu geschaffene Stellen - nach 157.000 Stellen zuvor. Sprich, sie rechnen mit einem leichten Anstieg.

Die meisten Beobachter sehen im US-Arbeitsmarkt einer der zurzeit wichtigsten Indikatoren der US-Konjunkturdaten. Und das macht Sinn. Schließlich hat die Fed deutlich gemacht, die Zinsen erst dann anzuheben, wenn sich die Situation auf dem US-Arbeitsmarkt „substanziell“ verbessert hat.

Wie in der vergangenen Woche berichtet, ist nach dem letzten Fed-Protokoll die Sorge im Markt, dass es vielleicht doch schon früher, als bisher erwartet, zu Zinserhöhungen durch die Fed kommen und diese Sorge könnte sich bei einer Verbesserung der Situation auf dem US-Arbeitsmarkt deutlich erhöhen.

Insofern ist in den kommenden Wochen und Monaten jeweils eine genaue Analyse der Lage auf dem US-Arbeitsmarkt notwendig. Allerdings sind gerade auf dem US-Arbeitsmarkt Prognosen schwierig, wie die folgenden Zeilen belegen werden:

ADP-Daten überraschen positiv

Schon gestern wurden die von Automatic Data Processing (ADP) erfassten Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Diesem Report zufolge stieg die Zahl der neu geschaffenen Stellen um 198.000, nach einem Wert von 215.000 Stellen im Vormonat. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg von 170.000 Stellen gerechnet.

Die ADP-Daten werden von Analysten gerne als Vorlaufindikator für den US-Arbeitsmarktbericht genutzt. Ich habe hier im Steffens Daily allerdings schon häufig die Schwächen dieses Indikators beschrieben.

Grundsätzlich spiegeln sich die über mehrere Monate erkennbaren Trends, die sich bei den ADP-Daten abzeichnen, auch häufig bei den offiziellen US-Arbeitsmarktdaten. Was jedoch nicht funktioniert: von einem einzelnen ADP-Wert direkt auf den kommenden Wert des offiziellen Arbeitsmarktberichts zu schließen. 

Daraus folgt: Die Tatsache, dass die ADP-Daten gestern positiv überraschen konnten, lässt noch keinen Schluss darauf zu, dass auch die US-Arbeitsmarktdaten besser als erwartet ausfallen. Zumal der Wert zum Vormonat auch noch gesunken ist.

Dazu ein Blick auf das Diagramm:

 

Die Veränderung zum Vormonat ist in der oberen Skala zu erkennen. Und es gab nicht nur zum Vormonat eine Abschwächung des Anstiegs, sondern schon seit drei  Monaten. Und genau dieser Trend ist auch bei den offiziellen Daten zu erkennen. Dazu der Chart der Non-Farm-Payrolls (Teils des offiziellen US-Arbeitsmarktberichts):

 

Auch hier sehen wir seit zwei Veröffentlichungen eine eher abwärtsgerichtete Tendenz. Es ist also eigentlich wahrscheinlicher dass sich der Trend, der sich in der letzten Veröffentlichung bei den ADP-Daten fortgesetzt hat, auch beim offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag fortsetzt.

Die Analysten hingegen gehen davon aus, dass Non-Farm-Payrolls um 3.000 auf 160.000 Stellen anziehen werden. Die Frage ist, warum sie das tun? Ein möglicher Grund könnte die Entwicklung bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe sein, die heute veröffentlicht wurden.

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken überraschend

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist um 7.000 auf 340.000 gefallen. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg auf 350.000 gerechnet.

 

Interessanterweise ist der gemeinhin aussagekräftigere Vierwochendurchschnitt damit auf den niedrigsten Stand seit März 2008 gefallen (grüne Linie). Und diese Tendenz war bereits in den vergangenen Wochen zu erkennen (ein Hinweis zum Verständnis: die Erstanträge werden wöchentlich, die oben genannten Arbeitsmarktdaten monatlich veröffentlicht). Die Entwicklung der Erstanträge in den vergangenen Wochen seit der letzten Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts ist demnach sicherlich einer der Gründe, warum sich die Analysten zuversichtlich zeigen.

Was haben die Erstanträge mit den neu geschaffenen Stellen zu tun?

Hintergrund für die Annahme ist folgender: Die Analysten gehen davon ausgehen, dass bei weniger als 400.000 Erstanträgen pro Woche per Saldo neue Stellen geschaffen werden. Je mehr sich der Wert also von dieser 400.000er Marke nach unten entfernt, desto mehr Stellen könnten es sein.

Fazit: Die Entwicklung der Erstanträge spricht eher für eine Zunahme der neu geschaffenen Stellen und steht damit im Widerspruch zur Entwicklung bei den ADP-Daten.

Arbeitgeber kündigen Stellenstreichungen an

Ein weiterer belastender Punkt sollte in diesem Zusammenhang auch noch erwähnt werden: So steigen nach Daten der Arbeitsvermittlung Challenger, Gray & Christmas (Chicago) die von US-Unternehmern geplanten Stellenstreichungen im Februar um satte 37 Prozent auf 55.356. Und selbst im Jahresvergleich liegt die Zahl der geplanten Stellenstreichungen immerhin noch 7.000 Stellen höher. Diese Zahlen passen wiederum zu dem Abwärtstrend bei den neu geschaffenen Stellen (ADP und Non-Farm-Payrolls).

Fazit

Fasst man diese Informationen zusammen, so ergibt sich folgendes Bild: Grundsätzlich muss am Freitag mit einer Fortführung des Abwärtstrends bei den neu geschaffenen Stellen gerechnet werden. Die jüngste Entwicklung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe könnte aber stützend wirken. Die Analysten gehen lediglich von einem sehr leichten Anstieg zum Vormonat von 3.000 Stellen aus, was angesichts der widersprüchlichen Daten nicht abwegig ist. Meiner Meinung nach ist aber dennoch die Wahrscheinlichkeit etwas höher, dass es zu einer leichten Enttäuschung kommt. Angesichts dieser Datenlage versteht man auch die lustlose und unentschlossene Entwicklung der US-Indizes vor diesen Zahlen.

Wie reagieren die Märkte

Aus Sicht der Märkte wird es damit komplex:

Wie oben geschrieben, würde ein sich deutlich verbessernder US-Arbeitsmarkt die Sorge vor steigenden Zinsen erhöhen und damit zu fallenden Kursen führen.

Wenn sich nun am Freitag eine deutliche Verbesserung auf dem US-Arbeitsmarkt zeigt, könnte sich dieser Umstand nach ersten positiven Marktreaktionen letztlich belastend auswirken. Das höhere Risiko steigender Zinsen würde im weiteren Verlauf des Handelstages eingepreist werden.

Genauso heißt das jedoch im Umkehrschluss: Bei einer Enttäuschung, also wenn die Zahlen schlechter ausfallen, könnte sich der Markt nach der ersten Enttäuschungsreaktion schnell wieder stabilisieren.

Unter dem Strich bedeutet das, dass die Arbeitsmarktdaten, so sehr sie aufgrund der oben genannten Zusammenhänge zurzeit im Fokus der Anleger stehen, mit großer Wahrscheinlichkeit nach den ersten Marktreaktionen doch zu einem Non-Event werden. Zumindest wenn die Daten nicht extrem in die eine oder andere Richtung überraschen.

Für Daytrader können sich nach dieser Analyse trotzdem, je nach Datenlage, interessante Einstiegsmöglichkeiten für einen kleinen Trade nach den ersten Reaktionen ergeben.

Viele Grüße

Jochen Steffens

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