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Inhaltsverzeichnis

Eine Zigarettenstummel-Spekulation für Hartgesottene

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

vor genau zwei Wochen war es ein kleiner Aufreger in der Finanzpresse, als die Commerzbank Put-Optionsscheine emittierte, die faktisch auf die eigene Pleite wetteten: Bei einem Basispreis von 1 Euro würde die Aktie der zweitgrößten Privatbank Deutschlands im „Erfolgsfall“ zu einem Pennystock verkommen sein.

Dennoch hat der Aktienkurs nach unten bestenfalls ein Potenzial von „nur“ 100 %, nach oben sind es hingegen etliche hundert Prozent – schließlich stand der Kurs im September 2009 noch bei 7 €, und vor der Finanzkrise waren es sogar einmal 30 €! Das ergibt eine ideale Gelegenheit für hartgesottene Spekulanten!

Neuer Stress für die Commerzbank

Aber die Frage nach der möglichen Zukunft der Commerzbank ist natürlich berechtigt, zumal es in der vergangenen Woche weitere Hiobsbotschaften gab: Da war zum einen die Ankündigung der Ratingagentur Standard & Poor’s, europäische Banken aus den 15 Euro-Ländern, deren Einstufung S&P demnächst überprüfen will, ebenfalls stärker unter die Lupe zu nehmen. Für die Deutsche Bank senkte S&P bereits den Ausblick von „stabil“ auf „negativ“. Anderen Banken, darunter auch der Commerzbank, droht im Zuge dieser Prüfung also womöglich sogar eine Herabstufung.

Zum anderen ergab ein erneuter Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA, dass die Commerzbank weitere 5,3 Mrd. € benötigt, um die verschärften Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen, die sich aus der Zuspitzung der Schuldenkrise in Euroland ergeben.

In Zeiten, in denen hunderte oder gar tausende Milliarden in Rettungspakete fließen, klingen 5 Milliarden beinahe unerheblich. Bei einem ausgewiesenen Eigenkapital per 3. Quartal 2011 von 24,1 Mrd. € entsprechen 5,3 Mrd. € immerhin einem Aufschlag von 22 % - also wahrlich kein Pappenstiel!

5 Milliarden Euro sind (doch) kein Pappenstiel!

Gut, jetzt gibt es bei den Banken hochkomplexe Rechnungen, was man im Zweifelsfall noch alles hinzurechnen darf, damit die von der EBA geforderte sogenannte „Core-Tier-1-Quote“ erfüllt wird. Das soll uns hier gar nicht im Detail interessieren. Nehmen wir einfach nur die Zahlen, mit denen die Commerzbank selbst in ihrer Stellungnahme zu dem Stresstest operiert:

Danach plante der Vorstand bisher, bis zum 30. Juni 2012 (dem Stichtag, zu dem die neuen Anforderungen erfüllt sein müssen), das Risiko in der Bilanz um 30 Mrd. € zu reduzieren, was zusätzliches Eigenkapital in Höhe von 2,7 Mrd. € freisetzen würde.

Die neuen Zahlen erhöhen die Anforderungen um fast 100 %, so dass die Commerzbank ihr Risiko demnach um 59 statt der bisher vorgesehenen 30 Mrd. Euro verringern müsste. Das entspricht jedoch mehr als 11 % ihrer gesamten aktuellen Risikopositionen von 526 Mrd. € (Quelle: Geschäftsbericht 3. Quartal 2011) – eine Größenordnung, die nicht so ohne Weiteres kurzfristig am Markt zu positionieren ist!

Von den Schwierigkeiten, an Eigenkapital zu kommen

Diese 59 Mrd. € entsprächen außerdem ziemlich genau der Gesamtsumme an Staatsanleihen, welche die Commerzbank derzeit im Portfolio hat. Diese intern zum Bereich „Public Finance“ gehörenden Wertpapiere will die Commerzbank zwar nach eigenen Angaben reduzieren, aber um gerade einmal 14 %, und das auch erst bis 2014!

Etwas Entlastung könnte freilich der Verkauf der Tochter Eurohypo bringen, wodurch auf einen Schlag 15 Mrd. € an Risiko aus den Büchern verschwinden würden. Dummerweise ist ausgerechnet dieser Bereich, den die Commerzbank 2005 / 2006 unter großem Jubel übernommen hatte, zu einem großen Teil dafür verantwortlich, dass die Commerzbank den jüngsten Stresstest nicht bestand! Ein Verkauf dürfte entsprechend schwierig werden...

Ein anderer großer Bereich, die Kredite an Firmenkunden, ist in den vergangenen Quartalen bereits stark geschrumpft: Von Mitte 2010 bis Mitte 2011 sank das an Unternehmen vergebene Kreditvolumen um über ein Zehntel von 142 auf 126 Mrd. Euro. Im vergangenen Quartal gab es erstmalig wieder einen kleinen Anstieg. Auch hier scheint also die Grenze für einen gesunden Schrumpfungsprozess erreicht, zumal die Commerzbank bei einer weiteren Reduzierung ihren Anspruch als „Mittelstandsbank“ aufgeben würde. Das wäre sicherlich auch nicht im Interesse des Staates, der immer noch einen Anteil von 25 % plus eine Aktie an der Commerzbank hält...

Das Pulver „Kapitalerhöhung“ ist verschossen

Bliebe eine Kapitalerhöhung. Allerdings hat Vorstandschef Martin Blessing auch dieses Mittel bereits ausgereizt, als er sich im ersten Halbjahr dieses Jahres entschloss, in zwei Tranchen die stillen Einlagen des deutschen Bankenrettungsfonds Soffin von insgesamt 16,2 Mrd. € weitgehend abzutragen und dafür in zwei Tranchen insgesamt 11 Mrd. € frisches Kapital besorgte.

Ob eine dritte Kapitalerhöhung überhaupt auf ausreichend Interesse bei den Investoren stößt, steht derzeit in den Sternen, abgesehen davon, dass damit die Anteile der Altaktionäre weiter verwässert würden und die Aktie damit unweigerlich zum Pennystock würde.

Derzeit streiten sich die Analysten, ob es der Commerzbank gelingt, die Kapitalanforderungen zu erfüllen oder nicht. Zweifellos wird das ein schweres Stück Arbeit, auch wenn sich die Finanz-, Schulden- oder Eurokrise nicht weiter verschärft.

Die eingangs genannte Wette auf den weiteren Kursverfall der Commerzbank-Aktie, könnte sich also als hellsichtig erweisen: Es fehlt nämlich nicht viel, und Deutschlands zweitgrößte Privatbank befindet sich bald auf dem Weg zur Pleite. Das zeigt inzwischen auch der Kursverlauf nach der Target-Trend-Methode (siehe Chart):

CoBk 

Unter dem Tief von 2009...

Als eine der ganz wenigen Banken aus dem „Kern-Euroland“ notiert die Aktie unter ihrem Tiefstkurs von 2009 (grüne Linie). Das betrifft sonst vor allem griechische und italienische Banken und einige spanische Institute. Die Seitwärtsbewegung, die sich unterhalb von 2 € ausbildete (rotes Rechteck) wurde nach einem gescheiterten Rückkehrversuch in der vergangenen Woche endgültig nach unten verlassen. Damit trat der Kurs gleichzeitig in das unterste blaue Rechteck ein.

Nach der Target-Trend-Methode ist in einem solchen Fall ein Kursrückgang bis an die Unterkante dieses Rechtecks zu erwarten. Das Pikante daran ist im Fall der Commerzbank, dass diese Unterkante faktisch bei null verläuft (dicke rote Linie)...

Eine Pleite wird der Staat als Miteigentümer natürlich nicht zulassen. Vermutlich würde zur Rettung der Bank notfalls eine Kapitalerhöhung aus Staatsmitteln finanziert werden, was quasi einer Verstaatlichung entspricht. In diesem Fall hätte der Staat zudem ein zusätzliches Finanzinstitut neben Sparkassen und KfW, die bei einer weiteren Zuspitzung der Krise die Wirtschaft mit Kapital versorgen könnten.

Bei welchem Kurs ist eine Firma pleite?

Eine Verstaatlichung hätte jedoch für die privaten Aktionäre den gleichen Effekt wie eine Pleite (siehe HRE). Da niemand weiß, wann bzw. bei welchem Kurs es zu dem einen oder dem anderen Szenario kommt, ist eine Spekulation auf weitere Kursverluste – z.B. über die erwähnten Optionsscheine – mit einigen Risiken verbunden.

Interessanter erscheint daher eine Spekulation auf die überraschende Rettung der Bank!

Sicherlich, es spricht – wie erläutert – fast alles dagegen. Dennoch: Das Risiko ist begrenzt (auf den Kapitaleinsatz), während die Chancen im besten Fall gigantisch sind. Große Spekulanten, wie André Kostolany, aber auch Warren Buffett sind unter anderem mit solchen Deals groß geworden!

Zigarrenstummel-Investition und Zocker-Wette

Buffett nannte das einmal treffend den „,Zigarrenstummel-Ansatz‘ für Investitionen“: Wenn man billig genug einstiegt, bringt einem selbst eine nur vorübergehende Hoffnungsphase vor dem endgültigen Exitus des Unternehmens unter Umständen noch einen einträglichen Gewinn (wie der letzte Zug aus einem weggeworfenen Zigarettenstummel). So stieg beispielsweise der Commerzbank-Kurs vom Tief am 23.11. bis zum jüngsten Zwischenhoch am 2.12. um immerhin 25 %!

André Kostolany war da hartgesottener. Er betrachtete solche Pleitekandidaten als Spielgelegenheit bzw. Wette: Entweder die Pleite kommt tatsächlich, dann ist der Einsatz futsch – oder die Firma rappelt sich wieder auf, dann wird er irgendwann vervielfacht!

Ein solcher „Zockeransatz“ dürfte nun auch bald für die Commerzbank-Aktie attraktiv sein: Schlimmer kann es vor einer endgültigen Pleite fast nicht werden! Und auch die hohen Umsätze seit dem Sturz unter 4 € deuten an, dass hier inzwischen vor allem die Zocker am Werk sind...

Was Sie beim Spekulieren unbedingt beachten sollten!

Wenn Sie einen solchen “heißen Riemen“ fahren wollen, dann sollten Sie natürlich einige Punkte bedenken: Setzen Sie nur Geld ein, auf das Sie wirklich mit einem Lächeln verzichten können. Damit Sie dennoch die gewünschten großen Erträge aus diesem Investment, äh, dieser Wette ziehen können, wählen Sie ein hinreichend gehebeltes Derivat (möglichst nicht von der Commerzbank, natürlich!). Und damit Sie der Hebel bei starken Volatilitäten nicht vor der Entscheidung „zerreißt“, wählen Sie eventuelle Verfallsbedingungen des Derivats in jeder Hinsicht möglichst extrem großzügig.

Und dann kommt das Wichtigste! Wenn die Order ausgeführt ist, dann schreiben Sie das Geld gedanklich ab und vergessen Sie das Ganze am besten. Wenn es eine Entscheidung gibt – welche auch immer – dann erfahren Sie es sowieso aus der Tagesschau...

Viel Erfolg!

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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