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Inhaltsverzeichnis

Wichtige Zeichen für 2012

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

in der vergangenen Woche meldete das Traditionsunternehmen Manroland Insolvenz an, und der Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) kündigte den Abbau eines Viertels (!) seiner weltweiten Belegschaft an. Die betroffenen Beschäftigten interessieren nun vor allem die weiteren Perspektiven – insbesondere ihre persönlichen. Dem außenstehenden Beobachter stellt sich darüber hinaus die Frage nach den (Hinter-)Gründen. Und für den Anleger sind diese Fälle ein wichtiges Zeichen, welche Richtung, Wirtschaft und Börsen möglicherweise im kommenden Jahr nehmen. Schließlich ist Manroland die größte Unternehmenspleite seit dem Untergang von Arcandor im Jahr 2009...

Zwei schlechte Nachrichten und eine Parallele

Im Falle Manroland, einem Hersteller von Druckmaschinen, hauptsächlich für Zeitungen, scheint die Sache klar: Die Printmedienbranche sieht ihre Märkte seit Jahren schrumpfen, und darunter leidet auch die Druckmaschinenbranche, die sich daher seit längerem mit chronischen Überkapazitäten herumschlägt. Offenbar blieb jetzt der erste Anbieter auf der Strecke.

Nicht ganz so offensichtlich ist die Lage im Falle NSN. Ausrüstungen für Mobilfunk- und Datennetze, wie sie NSN liefert, sind schließlich weiter gefragt. Der Datenverkehr steigt nämlich durch moderne Endgeräte wie Smartphone und Tablet-PCs noch kräftig an. Neue, schnellere Übertragungsstandards machen auch in den kommenden Jahren weitere Milliardeninvestitionen der Betreiber nötig. Hierbei hat NSN durchaus einiges zu bieten. Dieser drastische Schritt erscheint also zunächst unmotiviert.

Es gibt jedoch eine wichtige Parallele zwischen beiden Fällen, die erklärt, warum Manroland ausgerechnet jetzt in die Insolvenz schlittert und NSN gerade jetzt zum Rotstift greift: Beide Branchen sind extrem kapitalintensiv, und die Geldgeber werden derzeit wieder erheblich zurückhaltender.

Überkapazitäten und schlechte Ertragslage in der Druckbranche

Die beiden Eigentümer von Manroland, MAN und Allianz, hätten ihre Beteiligung am liebsten schon längst abgestoßen. Die erwähnte schlechte Branchensituation und die jüngste Krise verhinderten dies jedoch. Nachdem nun erneut Verhandlungen mit einem potenziellen Investor scheiterten und auch die Banken die Kreditschrauben anzogen, wären weitere Nachschüsse in Millionenhöhe nötig geworden. Eine frühere Kapitalspritze von 200 Millionen Euro wurde während der vergangenen zwei Jahre aufgezehrt, zumal das Unternehmen zuletzt 2008 einen Gewinn auswies.

Für MAN gehört Manroland längst nicht mehr zum Kerngeschäft. MAN-Aufsichtsratschef Piech will außerdem aus MAN und Scania unter dem Dach von VW eine LKW-Allianz schmieden. Da passt ein Klotz am Bein wie Manroland überhaupt nicht ins Konzept. Für die Allianz war Manroland eine simple Kapitalbeteiligung – die aber letztlich nur Geld kostete. Sollte im kommenden Jahr die Wirtschaft tatsächlich schwächeln, werden beide Konzerne ihr wertvolles Kapital an anderer Stelle dringender benötigen. Also wurde bei Manroland die Notbremse gezogen.

Aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist die Situation bei NSN kaum anders als bei Manroland, auch wenn die Branchenaussichten besser sind. Die Eigentümer – hier Siemens und Nokia – haben in dieses Joint Venture ebenfalls Unternehmensbereiche ausgelagert, die für sie nicht mehr zum Kerngeschäft gehören, aber potenziell auf eigenen Füßen stehen können.

Gute Aussichten, aber hoher Kapitalbedarf bei Netzwerkausrüstern

Das hat das Management des 2007 gegründeten Unternehmens jedoch noch nicht geschafft. Erschwerend wirkt dabei, dass auch eher unprofitable Randbereiche in NSN gesteckt wurden, wie z.B. das Siemens-Festnetzgeschäft. So musste NSN allein in den vergangenen beiden Jahren über 2 Mrd. € Verlust verbuchen.

Hinzu kommt: In der kapital- und entwicklungsintensiven Netzwerkbranche ist eine gewisse kritische Größe notwendig, um ganz vorne mitspielen zu können. Trotz eines Umsatzes von 12,6 Mrd. € in 2010 hängt NSN den Branchengrößen Ericsson (Schweden) und Alcatel-Lucent (Frankreich / USA) deutlich hinterher. Von unten hingegen machen die stark aufholenden chinesischen Wettbewerber Huawei (Chinas größter Telekomausrüster) und ZTE Druck und punkten dabei vor allem über den Preis. Auf einen Preiskampf kann sich aber NSN nicht einlassen, das würde die Verluste nur noch vergrößern.

Auch die NSN-Eigentümer werden ihr Kapital, insbesondere in einer erneuten Rezession, an anderer Stelle dringender benötigen. Das gilt derzeit vor allem für Nokia. Also erfolgt jetzt bei NSN der kontrollierte Rückzug. Laut internen Unternehmensinformationen haben Nokia und Siemens „zum letzten Mal“ Kapital zur Verfügung gestellt, in der Erwartung „dass diese Investition einen Ertrag liefert“.

Kein kurzfristiger Turnaround-Kandidat

NSN wird kurzfristig kaum der vollständige Turnaround gelingen, um dieses Ziel zu erreichen. Auch „Gesundsparen“ ist eigentlich kein probates Mittel, um in dieser Branche nachhaltig festen Boden unter den Füßen zu bekommen. Die jetzt beschlossene (erneute) Entlassungswelle erscheint auf den ersten Blick also etwas hilflos.

Betrachtet man jedoch die Branchenentwicklung der vergangenen Jahre, erkennt man andere Perspektiven: So fusionierten 2006 der französische Konzern Alcatel und sein US-Konkurrent Lucent. Der kanadische Netzwerkausrüster Nortel, der 2007 nur etwa halb so viel Umsatz machte wie NSN, musste 2009 Insolvenz anmelden. Die Konsolidierung unter den Netzwerkunternehmen ist also in vollem Gange.

Eine mögliche Option für Nokia und Siemens, um aus diesem Geschäft bald mit einem Ertrag und frischem Kapital herauszukommen, ist also der baldige Verkauf des Joint Ventures. Die genannten chinesischen Konkurrenten könnten sich sicherlich für ein solches Geschäft erwärmen...

Dann macht nämlich auch der aktuelle strikte Sparkurs Sinn: Die Firma wird aufgehübscht für potenzielle Interessenten, und mögliche Altlasten werden konsequent aussortiert.

Was diese Fälle für Ihre Anlagestrategie bedeuten

Scheinbar sind solche Entwicklungen für Sie als Anleger nur Nebenkriegsschauplätze, zumal sie die Börsen allenfalls indirekt beeinflussen. Das ist jedoch zu kurz gedacht. Wenn große Unternehmen die Geduld mit solchen Randbeteiligungen verlieren und sie in eher schwierigen wirtschaftlichen Phasen kompromisslos abstoßen, dann ist das auch für Sie als Börsianer ein wichtiges Zeichen!

Denn es zeigt, dass den Unternehmen die kurzfristige Kapital- oder Liquiditätsbeschaffung momentan wichtiger ist, als das letzte Renditepünktchen einer solchen Investition. Wie bei Manroland wird unter Umständen sogar ein Verlust realisiert!

Das kann ein Zeichen für die individuelle Schwäche des Mutterunternehmens sein, was in den diskutierten Fällen eher nicht der Fall ist. Es ist aber ein wichtiger Hinweis darauf, dass die Konzerne rauere Zeiten erwarten, in denen sie lieber Cash in der Kasse als zweifelhafte Investitionen am Hals haben.

Achten Sie also auch weiterhin auf solche Entwicklungen, insbesondere wenn die Zahl der Fälle steigt. Machen Sie es dann den Unternehmen nach, und trennen auch Sie sich rechtzeitig von unrentablen und zweifelhaften Investments. Akzeptieren Sie dabei unter Umständen auch einen Verlust – damit dieser später nicht noch größer wird. Die bevorstehenden, hoffentlich ruhigen Feiertage in diesem Monat sind stets eine gute Gelegenheit, um solche Entscheidungen zu treffen. Viel Erfolg!

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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