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Nach der positiven Entwicklung der vergangenen Handelstage kommt die Gegenbewegung nach den jüngsten Kursverlusten nun wieder etwas ins Stocken - der DAX schließt heute mit einem Minus von 1,01 % bei 6732,03 Punkten.

Jetzt müssen Sie sehr genau aufpassen. Sollte es das schon gewesen sein, wäre das ein bearishes Zeichen – die Gegenbewegung wäre dann eher schwächlich verlaufen. Auf der anderen Seite darf man natürlich einen schwachen Tag nach mehreren guten Tagen nicht überbewerten.

In den Medien wird als Grund für den Rückgang die Auktion spanischer Anleihen, die am Donnerstag durchgeführt werden wird, genannt. Die Anleger seien in eine abwartende Haltung übergegangen. Wenn aber Spanien seine zwei und zehnjährigen Anleihen ähnlich gut platzieren kann wie gestern, sollte die Rally eigentlich weitergehen.

Nordkorea mit dem Rücken an der Wand

Aber es gibt noch ein weiteres Thema, welches unter Umständen die Börsen heute belastet hat oder in Zukunft belasten könnte: Nordkorea hat den USA mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht, nachdem die USA im Anschluss an den missglückten Raketenstart ihre Nahrungsmittelhilfen für das Land eingestellt hat.

Der Abbruch der Hilfsmaßnahmen seitens der USA wird von der nordkoreanischen Regierung als Rechtfertigung angesehen, ihrerseits verbal zurückzuschlagen. So sollen die USA für alle sich nun ergebenden Konsequenzen zu Verantwortung gezogen werden, war aus Nordkorea zu hören. Zudem wurde verlautbart, dass sich das Land nicht mehr an eine Vereinbarungen mit den Vereinigten Staaten vom Februar gebunden fühlt. Hierbei ging es um die Aussetzung der Atomwaffentest und der Anreicherung von Uran. Nordkorea teilt außerdem mit, dass es an den Raketentests festhalten wolle.

Gegen Mittag lief die Meldung über die Ticker, dass das nordkoreanische Oberkommando gemeldet habe, man sei bereit für den Krieg mit Südkorea.

Ein neuer Machthaber

Normalerweise würde ich mir keine Sorgen machen. Schließlich kennen wir dieses Verbal-Geplänkel seit Jahren. Nordkorea versucht durch Androhungen, eine bessere Verhandlungsposition zu erzielen. Doch die aktuelle Situation stellt sich etwas verändert dar. Der seit Ende letzten Jahres eingesetzte neue Machthaber Nordkoreas, Kim Jong-un, gerade mal knapp 30 Jahre alt, ist schwierig einzuschätzen, da wenig über ihn bekannt ist. Es besteht die Gefahr, dass Kim Jong-un sich profilieren muss, um seine Macht im Land zu festigen. Die ins Meer gestürzte Rakete ist dabei sicherlich kein guter Anfang gewesen und könnte ihn auch innenpolitisch unter Druck setzen.

Zumal sich mittlerweile auch der Verbündete China offensichtlich verärgert über den Raketenstart zeigt und im Weltsicherheitsrat sogar eine Erklärung unterstützte, die den Raketenstart scharf verurteilt und als ernsthaften Verstoß gegen UN-Resolutionen wertet.

Wenn nun auch noch China Druck ausübt, steht Nordkorea mit dem Rücken an der Wand. Sollte Kim Jong-un nachgeben, wäre das schon die zweite große "Niederlage". Niemand weiß also, wie der neue Machthaber auf den zunehmenden Druck von außen reagiert. Daraus resultiert ein erhöhtes Gefahrenpotenzial.

Für die Börsen ist das relevant, da ein Krieg mit Südkorea, als einer der wichtigsten asiatischen Wirtschaftsregionen,  sofort auch massive Auswirkungen auf die weltwirtschaftliche Entwicklung hätte. Und so kann bereits eine weitere Eskalation die Börsen belasten. Wir sollten diese Entwicklungen im Moment auf jeden Fall genauer im Auge behalten.

DAX kämpft mit steilem Aufwärtstrend

Charttechnisch wird die aktuelle Situation im DAX besonders am folgenden Chart deutlich:

Hier sieht man, wie der DAX mit der unteren Aufwärtstrendlinie des steileren (blauen) Aufwärtstrends kämpft, die er im Zusammenhang mit der Konsolidierung bereits gebrochen hatte. Diese hat er nun bereits mehrere Malevon unten getestet. Das belegt die Relevanz dieser Linie. Damit geht es bei der weiteren Entwicklung um die Frage, ob der DAX wieder in den Trend zurückfindet oder ob es nur ein Pullback an diese Linie ist. Ersteres wäre bullish, zweiteres eher bearish. Im Moment besteht noch die Gefahr, dass es lediglich ein Test des gebrochenen Trendkanals ist und anschließend eine zweite Abwärtsbewegung bis zur unteren Linie des breiteren, grünen Trendkanals folgt.

Viele Grüße

Jochen Steffens

 


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