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Wann hebt die Fed die Zinsen an?

Wann hebt die Fed die Zinsen an?
von Jochen Steffens

Eine der wichtigsten Fragen, die wahrscheinlich im Laufe des Jahres 2011 in den Wirtschaftsmedien breit diskutiert werden wird, lautet: Wann wird die Fed die Zinsen wieder anheben?

Diese Frage ist von fundamentaler Bedeutung für die Märkte. Denn ein Blick auf die historische Entwicklung der Aktienkurse bei steigenden Leitzinsen belegt, dass steigende Zinsen eine Gefahr für eine Rally darstellen:

In diesem Chart sind die Phasen, in denen die US-Leitzinsen (blaue Linie) angestiegen sind, rot hinterlegt. Wie man unschwer erkennen kann, hat sich der Dow Jones (schwarze Linie) in diesen Zeiten tendenziell eher seitwärts bewegt.
Auf die aktuelle Situation übertragen bedeutet dies, dass die Rally so lange weiter laufen wird, bis die Leitzinsen in den USA erhöht werden. Sobald das geschieht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Märkte seitwärts laufen, erheblich an. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass die Märkte bei zu hohen Zinsen in eine stärkere Konsolidierung übergehen (siehe zum Beispiel die Entwicklungen in den Jahren 2000 und 2007/8).

Dieser Zusammenhang zwischen steigenden Zinsen und der Kursentwicklung ist derart augenfällig, dass er in institutionellen Kreisen hinreichend bekannt sein dürfte. Das ist der Grund, warum die Frage, wann die Fed die Zinsen wieder anheben wird, von entscheidender Bedeutung für die Dauer der aktuellen Aufwärtsbewegung ist.

Früher war alles einfacher

Bis zu dem großen Crash im Jahr 2000 war es eigentlich ganz einfach: Die Fed startete Zinserhöhungen immer dann, wenn der ISM-Index die 55 Punkte Marke nachhaltig überwand:


Die roten Punkte zeigen an, wann der Anstieg der Zinsen mit dem Überwinden der 55 Punkte-Marke zusammenfiel. Eine deutliche Regelmäßigkeit ist zu erkennen.
Im Jahr 2004 war es jedoch anders (blauer Kreis). Hier hat die Fed nicht einmal reagiert, als der ISM-Index die 60 Punkte Marke erreichte. Diese deutliche Verspätung hing natürlich mit dem Ausmaß des 2000er Crashs (2000-2003) zusammen. Die Fed hatte in dieser Zeit die Sorge, dass ein zu frühes Anheben der Zinsen die gerade gestartete Erholung der US-Wirtschaft wieder abwürgen könnte.

Das gleiche Problem wie vor sechs Jahren

Und auch zurzeit sehen wir noch keine Reaktion der Fed, obwohl der ISM-Index die 55er Marke erneut überwunden hat. Diese aktuelle Vorsicht hängt natürlich wieder mit der Dramatik der Finanzmarktkrise zusammen. Gerade der sehr schwache US-Arbeitsmarkt dürfte der US-Notenbank noch Sorgen bereiten. Wieder wird die Fed also die gesamtwirtschaftliche Situation in ihre Analysen einbeziehen, der ISM-Index als Signalgeber wird ignoriert. Leider wird damit die Antwort auf die Frage, wann die Fed die Zinsen anheben wird, erheblich erschwert.

Historische Vergleiche wenig sinnvoll

Die aktuelle Krise wird, ähnlich wie der 2000er Crash, als Sonderfall eingestuft, so dass auch ein Blick auf historische Vergleiche wenig Sinn macht. (Ein Vergleich mit dem großen Crash von 1929 würde zu falschen Ergebnissen führen. Die Fed hat nach der heute vorherrschender Meinung der Volkswirte seinerzeit viele Fehler gemacht hat, die heute so nicht mehr passieren würden.)

Deflation, Inflation und Erzeugerpreise

Eine andere Entwicklung könnte aber die richtigen Hinweise liefern. Nach wie vor ist das Ziel der Fed die Bekämpfung der deflationären Einflüsse in den USA.
Und so sollten wir einen Blick auf die Entwicklung der Preise in den USA werfen. Hier ist ein Blick auf die Entwicklung der Erzeugerpreise sinnvoll, da diese als Vorlaufindikator für die Verbraucherpreise dienen und lediglich die Produktion in den USA bewerten, also importierte Güter ausklammern.

Eigentlich bewegen sich die Erzeugerpreise seit der Zeit der Niedrigzinspolitik in Folge des 2000er Crashs in einem engen und steilen Aufwärtstrend (siehe Chart). Durch den Boom der letzten Jahre vor dem Finanzmarktcrash gab es zwar einen kurzen, dynamischen Ausbruch, der jedoch im Zusammenhang mit diesem Crash wieder abgebaut wurde.

Mittlerweile ist gut zu erkennen, dass dieser Aufwärtstrend trotz Krisen und Crach nach wie vor intakt ist. Damit sind aus Sicht der Erzeugerpreisentwicklung die deflationären Tendenzen erst einmal gebannt. Dieser Eindruck würde besonders dann bestätigt, wenn ein nachhaltiger Ausbruch des Erzeugerpreisindex über das letzte Übertreibungshoch (siehe rote Linie) stattfindet.

Die eher inflationäre Entwicklung der Erzeugerpreise wird mittlerweile auch von einigen anderen US-Konjunkturdaten unterstützt. Sollten sich diese Signale bestätigen, wäre das ein Hinweis darauf, dass die Fed recht bald gezwungen wäre, die Zinsen anzuheben, um ein Überschießen der Inflation zu verhindern. Sobald die Inflationshinweise deutlicher werden, würden auch die Stimmen in der US-Notenbank, die Zinserhöhungen befürworten, wieder lauter werden.

Fazit

Die Entwicklung der Preise gibt die ersten Hinweise darauf, dass das Ende der Nullzinspolitik vielleicht schon in diesem Jahr eingeleitet wird. Da jedoch die Arbeitslosigkeit in den USA noch sehr hoch ist und das Wirtschaftswachstum gleichzeitig vergleichsweise schwach, kann es sein, dass die ersten inflationären Tendenzen noch eine Weile von der Fed ignoriert werden. Geht die Entwicklung der Preise jedoch dynamisch weiter, wird die US-Notenbank reagieren müssen. Denn eine galoppierende Inflation ist ähnlich zerstörerisch wie eine Deflation. Da die Fed die Zinsen nicht in einem Schwung deutlich anheben kann, muss sie bereits reagieren, wenn die Preisentwicklung für alle erkennbar eine Inflation anzeigt. Rechnen Sie also noch in diesem Jahr (wahrscheinlich erst Ende dieses Jahres) mit ersten Zinserhöhungen in dessen Folge die Rally in eine Seitwärtsbewegung übergeht.
 

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