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Inhaltsverzeichnis

DAX scheitert erneut an 7.000er Marke

Der Dax hat einen neuen Anlauf an die 7.000er Marke gestartet und ist….

ersteinmal wieder gescheitert. Das heutige Hoch lag bei 6967,14 Punkten. Doch ab 16.00 Uhr kamen die Märkte aus einem Grund, der auf den ersten Blick etwas um die Ecke gedacht scheint, unter Druck:

Zunächst wurde um 15.45 Uhr der Chicagoer-Einkaufsmanagerindex veröffentlicht, der auf 64 Punkte stark anstieg und damit so hoch notiert, wie seit April 2011 nicht mehr.

Da dieser Index gerne als Vorlaufindikator für den ISM-Index gesehen wird, gehen die Analysten nun davon aus, dass auch beim ISM-Index eine positive Entwicklung zu erkennen ist. Der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes wird morgen um 16.00 Uhr MEZ veröffentlicht. Von den Analysten wird bisher, ähnlich wie zuvor beim Chicagoer Index, lediglich mit einem moderaten Anstieg zum Vormonat gerechnet.

Fed um Inflation besorgt?

Doch wirklich reagiert hat der Markt auf Äußerungen von Fed-Chef Ben Bernanke in einer Anhörung vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses: Die Verbesserung der Situation auf dem US-Arbeitsmarkt scheint die Fed zu beunruhigen. Entsprechend werde sie die weitere Entwicklung genau beobachten, sagte Ben Bernanke.

Sinkt die Arbeitslosigkeit in den USA weiter, wird sich das auf den Endverbrauch und damit auf den Konsum auswirken. Und das könnte wiederum Einfluss auf die Inflation nehmen. Bislang geht die Fed noch davon aus, dass die Inflation sich in diesem Jahr in einer Spanne zwischen 1,4 und 1,8 Prozent aufhalten wird. Das liegt unter dem Ziel der Fed von 2 Prozent. Ein Absinken der Arbeitslosenquote mit entsprechend steigender Konsumneigung der Verbraucher könnte die Inflation schüren, und eine anziehende Inflation würde die Fed in Bedrängnis bringen. Immerhin will sie die Zinsen bis 2014 niedrig halten, auch das bestätigte Ben Bernanke erneut.

Hohe Energiepreise haben auch einen langfristigen Effekt

Die Inflationssorgen muss man auch in einem anderen Kontext analysieren: Die steigenden Ölpreise werden die Inflation anheizen. Zwar wies Ben Bernanke darauf hin, dass der Anstieg der Energiepreise die Inflation nur kurzfristig beeinträchtigen werde, aber das ist nur teilweise richtig. Sollten die Energiepreise über lange Zeit hoch bleiben, werden die Produzenten irgendwann gezwungen, die Preise an die Verbraucher weiterzugeben. Schließlich geht es um Kosten der Produktion selbst, aber auch um die Kosten des Transports von Waren, wie auch von Grundstoffen und deren Herstellung.

Kein QE3 in Sicht

Doch der eigentliche Grund, warum die Märkte auf diese Meldungen zunächst negativ reagierten, ist ein anderer. Beides, der starke Chicagoer Einkaufsmanager Index und die Aussagen von Ben Bernanke, weist auf eine Verbesserung der Wirtschaftslage wie auch auf eine Erhöhung der Inflationsgefahr hin. Und das bedeutet, dass es eben nicht, wie einige Analysten in den USA erwarten, zu einer weiteren geldpolitischen Lockerung (QE3) kommen wird. Und das ist es, worauf die Märkte reagierten.

Wobei man natürlich darauf hinweisen muss, dass die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Lockerung in der aktuellen Situation sowieso eigentlich extrem niedrig gewesen ist.

DAX scheitert erneut

Und so ergibt sich ein Bild im DAX, das Sorgen macht. Das erneute Scheitern an der 7.000er Marke kann, sofern wir morgen weitere Kursrückgänge sehen, dann schlussendlich eine Konsolidierung einleiten.

Hier im DAX könnte sich nun eine kleine Top-Formation in Form einer Art Doppeltop herausbilden, dann müsste sich der Chartverlauf zum Anstieg annähernd symmetrisch weiterentwickeln (diese Variante ist im Chart als rot gestrichelte Linien eingezeichnet). Mindestvoraussetzung dafür ist aber zunächst, dass die vergangenen Zwischentiefs bei 6.733/43 nach unten gebrochen werden. Ein Ausbruch über die 7.000er Marke würde dieses Szenario sofort zunichtemachen. Auch eine längere Fortführung der Seitwärtsbewegung unterhalb dieser Marke wäre tendenziell bullish. Die Chancen für die jeweiligen Szenarien sind zurzeit noch vergleichsweise ausgewogen.

Edelmetalle unter Druck

Interessanterweise sind durch die oben beschriebene Situation auch die Edelmetallpreise stark unter Druck gekommen. Silber ist damit (etwas ungenau) an dem Gap gescheitert (siehe Steffens Daily von gestern) und testet gerade schon wieder die Abwärtstrendlinie von oben. Sollte der Kurs, wie auch schon gestern als eines der möglichen Szenarien erwähnt, sogar wieder nachhaltig in den Abwärtstrend zurückfallen, würde sich das bullishe Signal sofort auflösen. So schnell kann es gehen – verrückt.

Viele Grüße

Jochen Steffens


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