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Inhaltsverzeichnis

Der Dax zwischen Nachrichten und Charttechnik

Hinweis: Der nächste Steffens Daily erscheint erst am Dienstag, den 4. Okt. 2011.

Sehr lustig. Nach der 5%-Rally im DAX war zu lesen, dass die Anleger nun Vertrauen in die Rettungsmaßnahmen erlangt hätten. Gestern kam es zu leichten Kursabschlägen, und schon sollen die Anleger dieses Vertrauen wieder verloren haben. Heute schafft es der Euro-Rettungsschirm durch den deutschen Bundestag, die Kurse steigen wieder, und warum? Na, weil es ja jetzt offiziell mit der Rettung ist. Klingt ein wenig wirr, oder?

Zwanghafte Argumentation

Okay, dazu muss man wohl wissen, wie solche Meldungen gemacht werden. Da müssen einfach sehr schnell irgendwelche Gründe her, und natürlich ist es nicht leicht, sich ständig etwas aus den Finger zu saugen. Aber die Wahrheit ist auch viel komplexer und sicher nicht in ein oder zwei Sätzen einer kurzen Börsen-Information zum Marktgeschehen abzuhandeln.

Aber neben den Nachrichten, die sicherlich einen Einfluss haben, spielt auch das typische Verhalten der verschiedenen Marktteilnehmer eine entscheidende Rolle.

Eine idealisierte Darstellung

Nehmen wir doch mal das Beispiel des DAX-Verlaufs in den vergangenen Tagen und erschaffen ein idealisiertes Bild der Geschehnisse aus Sicht der verschiedenen Anlegergruppen, nur um deutlich zu machen, wie solche Kursbewegungen entstehen.

Eine grobe Unterteilung der verschiedenen Marktteilnehmer

Zunächst müssen wir die verschiedenen Gruppen der Marktteilnehmer näher eingrenzen. Hier gibt es die langfristigen Anleger, die kurzfristig orientierten Trader und die Day-Trader.

Diese Gruppen lassen sich jeweils noch einmal in zwei Gruppen unterteilen: Die einen setzen auf steigende Kurse (Long-Trader) und die anderen auf fallende Kurse (Short-Trader).

 

Wir gehen davon aus, dass viele langfristige und institutionelle Anleger den DAX bei 5.000 Punkten kaufenswert fanden. Das führte dazu, dass an der 5.000-Punkte-Marke ein erhöhtes Kaufinteresse aufkam. Zudem sind die Kurse im August nicht mehr so dynamisch gefallen. Die Verkaufsbereitschaft sank also – und so konnte die Nachfrage (Käufer) das Angebot (Verkäufer) übersteigen, so dass die Preise, sprich der Kurs des DAX, wieder anzogen.

Der Kaufdruck nimmt zu

Zu den langfristigen Investoren, die im Bereich der 5.000-Punkte-Marke einstiegen, gesellten sich außerdem die Short-Trader, die zumindest einen Teil ihrer im Crash aufgebauten Short-Position hier glattstellten. Um eine Short-Position aufzulösen, kauft man die geliehenen und zuvor verkauften Aktien wieder zurück. Eine Short-Position, die glattgestellt wird, erhöht demnach den „Kauf-“druck.

Die 5.000er Marke hält

Dieser Kaufdruck an der 5.000er Marke führte dazu, dass der DAX zwei Mal an der 5.000er Marke abprallte. Dieser zweimalige Test zeigte, dass an dieser Marke ein erhebliches Kaufinteresse bestand. Das ist so offensichtlich, dass viele kurzfristig ausgerichtete Shorties nervös wurden. Sie hatten Angst, dass ihre Gewinne wegschmelzen, und stiegen teilweise aus (kauften also). Gleichzeitig gingen bereits auch viele kurzfristig orientierte Trader long. So entstand eine erhebliche Aufwärtsdynamik.

Die Short-Squeeze

Mit steigenden Kursen und entsprechend guten Nachrichten wurden besonders die Shorties immer nervöser. Damit begann ein Kreislauf. Die Shorties lösten ihre Positionen auf, um Gewinne zu sichern. Das führte zu steigenden Kursen, die wiederum weitere Shorties dazu brachten, ihre Positionen glattzustellen.

Diese Entwicklung wird als Short-Squeeze bezeichnet.  Aber das ist nicht alles, denn zusätzlich stiegen natürlich auch immer mehr langfristig und kurzfristig orientierte Trader auf der Long-Seite ein und unterstützten diesen Kursanstieg. Besonders deutlich konnte man diese Short-Squeeze bei den Banktiteln sehen, die teilweise zweistellig angestiegen sind.

Fehlender Verkaufsdruck

Auf der anderen Seite sind die Short ausgerichteten Anleger durch den neuerlichen Anstieg verunsichert und bauen keine neuen Positionen mehr auf. Sie warten, bis sich die Hysterie gelegt hat. Auch Anleger, die verkaufen wollten, werden bei steigenden Kursen erst einmal abwarten, wie weit die Erholung geht. Sie wollten ja zu möglichst guten Kursen raus.

Es war also nicht nur der starke Kaufdruck, sondern auch der sinkende Verkaufsdruck, der dann einen Anstieg von 5 % im DAX möglich machte.

Die Konsolidierung

Die Kurse sprangen somit an die 5.650er Marke. Am Ende einer solchen Short-Squeeze waren die „nervösen“ Anleger natürlich entweder long ein- oder short ausgestiegen. Somit ließ der Kaufdruck erst einmal nach. Jetzt müssen also die besonnenen Anleger folgen, dazu gleich mehr.

Gleichzeitig befindet sich hier ein großer Widerstand. Wiederholt hat der DAX mit dieser Marke gekämpft. Das heißt, hier überlegten sich viele Menschen genauer, ob sie nun noch einsteigen sollen oder nicht.

Doch nicht nur der Kaufdruck sank. Denn gleichzeitig nutzten einige Anleger nun die bessere Kurse, um noch aus ihren Positionen auszusteigen (siehe oben). Andere wieder wollten nochmals short in den Markt. Das bedeutet, auch der Verkaufsdruck steigt und die Dynamik lässt nach. Es setzt logischerweise eine Konsolidierung ein, die nichts mit der Nachrichtenlage zu tun haben muss, sondern einfach struktureller Natur ist!

Jetzt wird es spannend

Und jetzt wird es spannend. Denn sowohl das Ausmaß dieser Konsolidierung als auch der weitere Verlauf verraten viel über den Zustand der Märkte.

War es lediglich eine Short-Squeeze und fehlt nun das echte (langfristige) Kaufinteresse, werden die Kurse schnell wieder in sich zusammenbrechen. Meistens folgt dann ein neues Tief, weil die gerade eingestiegenen Trader schnell wieder aussteigen und zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen.

Kommt es aber nach der Konsolidierung zu einem neuen Bewegungshoch und steigen dann die Kurse unter langsam anziehenden Umsätzen weiter und dynamisch an, ist dies ein Zeichen dafür, dass neue Käufer in den Markt drängen. Das wiederum ist bullish zu werten.

Zum DAX

Auf den DAX angewendet lautet die Frage also: Sind nach der Short-Squeeze auch noch bei einem Kurslevel von 5.650 Punkten ausreichend langfristig orientierte Anleger an einem Einstieg interessiert? Und ist die Masse dieser Käufe ausreichend, um den entstehenden Verkaufsdruck zu kompensieren?

Wenn ja, dann wird die 5.650er Marke nachhaltig gebrochen, was viele kurzfristig orientierte Trader als Einstiegsignal nutzen werden und weitere Shorties in ihre Stopps zwingt. Die Aufwärtsbewegung kann dann dynamisch weiter gehen. In diesem Fall wäre auch die Bodenformation, von der ich am Dienstag geredet habe, abgeschlossen.

Kommt es zu keinen Anschlusskäufen, sondern weitet sich die Konsolidierung aus, wird die Bodenformation nicht bestätigt. Dann wächst die Gefahr, dass beim dritten Anlauf auch die 5.000er Marke fällt.

Das alles entspricht genau der charttechnischen Prognose vom Dienstag, nur aus einer ganz anderen Sicht heraus.  

Der Hintergrund der Charttechnik

Und so verstehen Sie, warum und wie die Charttechnik funktioniert. Es sind nicht einfach willkürliche Linien und Formationen, sondern diese Linien und Formation bilden ein bestimmtes Verhalten der Anleger ab, das wiederum bei der Frage nach dem wirklichen Zustand des Marktes wichtige Erkenntnisse zulässt.

Sie sehen, viele der Kursbewegungen haben zwar mit der Nachrichtenlage und der fundamentalen Situation zu tun, aber eigentlich kommt es daraufhin nur zu immer wiederkehrenden Handlungsmustern der Akteure, so wie hier beschrieben. Und auf diese Art und Weise können Sie anhand der Ereignisse vergleichsweise viel über die tatsächliche Situation der Märkte ableiten. Dieses Verständnis über das Wechselspiel zwischen den verschiedenen Anlegergruppen und den Long- und Short-Tradern kann Ihnen demnach viele Fehlinterpretationen ersparen.

Aber, um auf den Anfang zurückzukommen: Solche ausführlichen Erläuterungen habe nichts in einem kurzen Marktkommentar zu suchen. Das ist der Grund, warum diese seltsamen, sich oft sogar widersprechenden Begründungen in den Börsennachrichten auftauchen.

Viele Grüße

Jochen Steffens


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US-Konjunkturdaten

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank um 37.000 auf 391.000. Analysten hatten lediglich einen Rückgang um 3.000 vorhergesagt. Der Wert für den gleitenden Vierwochendurchschnitt liegt damit bei 417.000.  

Noch ist es eine Eintagsfliege, schauen wir, ob die Erstanträge sich nachhaltig unterhalb der 400.000 Marke stabilisieren können. Das wäre ohne Frage ein sehr gutes Zeichen für eine nachhaltigere Erholung des US-Arbeitsmarktes. Allerdings kann man erst bei Werten unter 350.000 oder sogar 300.000 Anträgen von einem nachhaltigen Wachstum auf dem US-Arbeitsmarkt reden.

Das US-Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal nach endgültiger Schätzung um 1,3 Prozent (annualisiert) gestiegen. Analysten hatten im Konsens mit einem Anstieg um 1,2 Prozent gerechnet, nach einem Wert von +1,0 Prozent zuvor.


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