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Inhaltsverzeichnis

Stahlhersteller in der Preisklemme

Verehrte Leserinnen und Leser,

in meinem Beitrag vom vergangenen Montag ging es um die Rückschlüsse, die Sie als Anleger aus der aktuellen Entwicklung wichtiger Rohstoffpreise, z.B. Kupfer und Stahl, für die Konjunktur und damit die Entwicklung der Unternehmen und Aktienkurse ziehen können.

Marktpolitik hat viele Facetten

Bezüglich der Diskrepanz zwischen den anhaltend hohen Stahlpreisen einerseits und der unterdurchschnittlichen Aktienperformance der Stahlhersteller andererseits schrieb ich, dass dies marktpolitische Gründe hätte. Einige Leser baten mich darum, dies etwas näher zu erläutern.

„Marktpolitik“ verbinden die meisten Menschen mit Lobbyismus, politischer Einflussnahme, z.B. Subventionen, oder ähnlichen Eingriffen „von oben“. Aber in fast jedem Markt, der nicht nahezu idealtypisch frei oder effizient ist, gibt es Verzerrungen durch entsprechend mächtige Interessengruppen.

Der klassische Fall ist der monopolistische oder oligopolistische Markt. Wer im Sommer Post von seinem Gasversorger bekommen hat, in der – trotz historisch niedriger Preise für Gas auf den internationalen Märkten – Gaspreiserhöhungen für Endverbraucher angekündigt wurden, weiß wovon ich rede.

Unter monopolistischer Preismacht leiden nicht nur Verbraucher

Aber eine solche Preismacht gibt es nicht nur gegenüber dem „wehrlosen“ Verbraucher, sondern auch im Geschäftsleben, wenn bestimmte Branchen oder Konzerne einen Markt dominieren. Jahrzehntelang war z.B. die Pharmabranche davon geprägt. Im Handel dagegen diktieren die Einkaufsorganisationen der Discounter die Preise gegenüber den Lieferanten. In bestimmten Segmenten ist auch der Rohstoffmarkt von solchen Konstellationen betroffen, und dazu gehört auch die Stahlherstellung.

Wer je in einem Stahlwerk war oder an die Geschichte des US Steel, des größten Stahlkonzerns der USA denkt (in seinen Glanzzeiten war das Unternehmen das größte der Welt, damit natürlich auch der weltweit größte Stahlproduzent, beherrschte zwei Drittel des US-Stahlmarktes und wurde zur Zielscheibe von Antitrust-Gesetzen), vermag sich kaum vorzustellen, dass Stahlhersteller in einer ähnlichen Situation sind wie wir Verbraucher gegenüber den Stromkonzernen!

Dennoch: Der heute weltgrößte Stahlkonzern, ArcelorMittal, produziert gerade einmal 6 % der weltweiten Stahlmenge (2006 waren es noch fast 10 %). Selbst die 50 größten Stahlhersteller der Welt kommen zusammen nur auf 50 bis 60 Prozent der Weltproduktion.

Die Stahlbranche ist also extrem zersplittert. Da haben es die großen Rohstofflieferanten leicht, die Preise zu diktieren: Die drei größten Eisenerzförderer der Welt, Vale (Brasilien), Rio Tinto (Australien) und BHP Billiton (Großbritannien) sind nämlich zusammen für etwa 25 % der Gesamtproduktion und ca. 90 % des weltweiten Exports verantwortlich!

Der Profit geht an die Rohstoffunternehmen

Eisenerzpreise 

Quellen: Steel Business Briefing, eigene Recherchen

Dementsprechend gelang es den Lieferanten in den vergangenen Jahren, deutliche Preiserhöhungen durchzusetzen (siehe Chart oben). Das schafften die Stahlkocher gegenüber ihren Kunden, z.B. der ebenfalls mächtigen Autoindustrie, nur unzureichend. Folglich erodierten ihre Margen (was natürlich durch die ebenfalls drastisch gestiegenen Energiepreise noch verstärkt wurde), während die Profite der Rohstoffkonzerne kräftig stiegen (siehe folgende Grafik).

Gewinne Stahlherstellung 

Quelle: McKinsey

Hinzu kommen erhebliche Überkapazitäten, die während des vorherigen Booms 2007 / 08 aufgebaut wurden und nun zusätzlich auf die Preise drücken. Auch China als mittlerweile größter Stahlverbraucher hat in den vergangenen Jahrzehnten gigantische Kapazitäten, hauptsächlich für die Eigenversorgung, aber inzwischen auch für den Export, aufgebaut.

Obwohl also nach wie vor gigantische Mengen Stahl benötigt und produziert werden (die Weltstahlproduktion stieg von 2000 bis 2010 trotz zweier Krisen und Rezessionen um sage und schreibe 80 %!), fristen die Aktien von Stahlherstellern an den Börsen derzeit ein Mauerblümchendasein.

Es gibt bessere Alternativen zu Stahlaktien

Während Stahlaktien jahrelang im Gleichschritt mit der Branche marschierten und in Boomzeiten auch mal eine Outperformance zeigten, ist damit seit Mitte 2010 vorläufig Schluss (siehe folgender Chart). Aktien von Stahlherstellern gehören zu den wenigen, die inzwischen sogar ihre Tiefs von 2009 unterschritten...

Stahl vs. Rohstoffe 

Quelle: MarketMaker

Und solange Preisdruck und Überkapazitäten in der Stahlbranche herrschen und die Hersteller keine Gegenmittel finden, wird sich also die Underperformance des Sektors fortsetzen. Als Anleger sollten Sie daher auf andere Rohstoffwerte setzen, ein Direktinvestment in Rohstoffe (z.B. über spezielle Fonds) erwägen oder gleich auf die Schwellenländer setzen, da diese die Nachfrage weiterhin anheizen.

Speziell bei Aktien der Emerging Markets scheint ein  lukrativer Einstiegszeitpunkt greifbar, sind doch auch dort die Kurse zuletzt deutlich zurückgekommen. Und wie gesagt, die Rohstoffpreisentwicklung – nicht nur bei Stahl – legt nahe, dass der Aufschwung in den aufstrebenden Volkswirtschaften weiter geht...

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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