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Inhaltsverzeichnis

Der DAX aus ganz anderen Perspektiven

Während überall auf der Welt die Spekulanten und Trader auf das Statement der Fed heute Abend warten, bleibt etwas Zeit, noch einmal auf die „Unterbewertung“ des DAX zu sprechen zu kommen.  Ich hatte dazu bereits einen Artikel am 06.09.2011 verfasst (siehe hier: "Ist der DAX bei 5.000 Punkten unterbewertet?").

Bei dieser Betrachtung fehlt aber der Umstand, dass natürlich spätestens seit der Finanzkrise 2008 der Euro im Vergleich zu vielen anderen Währungen abwertet.

Aus einer anderen Sicht

Damit werden zum Beispiel – je nach Währung – deutsche Unternehmen aus Sicht eines außereuropäischen Anlegers immer preiswerter. Das bedeutet: Zurzeit muss man zu dem Kursverfall des DAX auch noch den entsprechenden Wertverlust des Euro hinzuziehen, um das Ausmaß wirklich beurteilen zu können.

Dabei ist natürlich auch die Frage interessant, wie sich diese Währungseffekte auf den DAX seit 1997 / 98 ausgewirkt haben. Also seit dem Zeitpunkt, als der DAX in die große Seitwärtsbewegung überging, beziehungsweise, als er das erste Mal die 5.000-Punkte-Marke überschritt, die er vor wenigen Handelstagen wieder erreicht hat.

Der DAX als Währungs-Hedge für Dollar-Anleger

Zunächst einmal drängt sich der Vergleich mit der Weltleitwährung, dem Dollar, auf.

Bei der Darstellung des DAX in Dollar ergibt sich scheinbar ein ähnliches Bild wie beim DAX in Euro. Der Index fiel knapp unter die 7.000 Dollar-Marke, die er auch schon 1998 erreicht hat.

Aus Sicht eines Anlegers im Dollarraum hat sich hier also seit 1998 auch nicht viel getan. Im Gegensatz zu Euro-Anlegern sind jedoch alle Investoren, die nicht ausgerechnet während der wenigen Monate Anfang 2000 eingestiegen sind, mehr oder weniger im Plus. Das liegt an der dramatischen Euro-Rally von 2000 bis 2008. Für Dollar-Anleger war der DAX also vor allem ab 2003 ein perfekter Währungs-Hedge.

Ab 2005 / 2006 ist der Kursverlauf sowohl in Euro als auch US-Dollar ähnlich. Allerdings zeigt sich, dass das jüngste Tief durchaus als eine Art „faires Niveau“ gelten kann (grüne Linie).

Der Schweizer Franken

Die Schweizer Notenbank hat unlängst den Schweizer Franken quasi an den Euro gekoppelt, weil er zu stark wurde. Zuvor (seit 2008) hat jedoch der Euro gegenüber dem Schweizer Franken im Tief ca. 40 % verloren. Wie sieht also der DAX aus Sicht eines Schweizer Anlegers aus?

Wir sehen hier die umgekehrte Entwicklung zum DAX in Dollar: Bis 2009, solange die Schwankungen EUR/CHF moderat waren, stimmt das Bild mit dem Euro-DAX überein. Vor allem der Anstieg ab 2010 fällt jedoch im CHF-DAX faktisch aus und das jüngste Tief unterhalb von 6.000 Punkten liegt bereits gefährlich nahe am 2009er Crash-Tief.

Obwohl also der DAX in Schweizer Franken letzten Endes ebenfalls wieder auf dem Niveau von 1997 aufgeschlagen ist, scheint aus Sicht der Schweizer der DAX aktuell unterbewertet. Im Gegensatz zum EUR- oder USD-DAX notiert er aktuell doch deutlich unter dem scheinbar „fairen Niveau“ bei rund 7.500 Punkten (grüne Linie).

Interessante Perspektive

Und, dass das Niveau vom Tief 2009 erreicht wurde ist sehr interessant. Der ZEW-Index notiert, wie gestern beschrieben, auch auf einem vergleichbar tiefen Niveau, und auch die Probleme, zum Beispiel bezüglich einer möglichen Kreditmarktklemme und einer neuerlichen Bankenkrise nach der Pleite Griechenlands sind ähnlich wie vor drei Jahren. Und so erscheint dieses Bild, also der DAX aus Sicht des Schweizer Frankens, viel realistischer, als das Bild, das der DAX in Euro zeichnet.

Auf der anderen Seite macht dieser Vergleich aber auch deutlich, dass der aktuelle Euro-Verfall im großen Kontext noch nicht wirklich dramatisch ist.

In Hinblick auf die mögliche Unterbewertung fällt auf, dass der DAX unter Herausrechnung des Euroverfalls tatsächlich wieder so „preiswert“ ist wie im Tief der Finanzkrise, als eine beachtliche Rally folgte.

DAX im Abwärtstrend

Noch krasser wird das Bild, wenn man sich den DAX „in Gold“ anschaut. Zuvor muss ich aber noch einmal erwähnen, dass sich Gold tatsächlich in einer massiven Blase befindet. Sie sollten diesen Vergleich daher nicht überbewerten! Aber den Spaß gönnen wir uns trotzdem:

In Gold umgerechnet hat der DAX gerade ein neues Tief ausgebildet und befindet sich seit 1997 nicht in einer Seitwärtsbewegung, sondern in einem langen, recht beachtlichen Abwärtstrend! Aus Sicht eines Goldanlegers ist der DAX damit so billig wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr!

Im Vergleich zum Gold dürfte der DAX damit erheblich unterbewertet sein! Eine andere Interpretation wäre, das Gold entsprechend überbewertet ist. Allerdings: Wer vor der Jahrtausendwende sein gesamtes Kapital in Gold investiert hat, wird dieses deswegen nun kaum in den DAX umschichten, obwohl es vielleicht sogar vernünftig wäre.

Fazit

Interessanterweise ist die aktuelle Euro-Schwäche trotz aller Probleme noch nicht so stark, dass im DAX je nach Währung auf lange Sicht ein erheblicher Unterschied zu erkennen ist: Der DAX befindet sich sowohl in Euro, Dollar als auch in Schweizer Franken auf einem Niveau von ca. 1997/1998. Ein Grund dafür ist die bereits erwähnte zwischenzeitliche Euro-Stärke bis 2008.

In Schweizer Franken gerechnet, befindet sich der DAX wieder nahe dem Tief des vergangenen Crashs 2008 /09. Und das passt wiederum viel besser zu der angespannten Situation in Europa als der normale DAX-Chart.

Am dramatischsten sieht die Entwicklung des DAX aus, wenn man ihn in Gold umrechnet. Hier sehen wir eine klare  Abwärtsbewegung, die aber eigentlich nur noch deutlicher macht, wie unterbewertet der DAX eigentlich ist. Schließlich boomt die deutsche Wirtschaft seit Jahren, von kleinen Ausnahmen einmal abgesehen. Daher könnte es sein, dass Aktien bald, auch im Vergleich zu Gold, die wesentlich interessantere Anlage ist. „Bald“ umfasst dabei einen Zeitraum von bis zu drei Jahren.

Aus dieser Umrechnung des DAX in andere Währungen und Gold lassen sich also einige interessante Schlüsse ziehen. Hin und wieder lohnt es sich einfach, die Perspektive zu wechseln.

Viele Grüße

Jochen Steffens


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