In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Es war klar, dass Ben Bernanke in Jackson Hole am Freitag kein QE3 ankündigen würde – es wäre die Quasi-Kapitulation der Fed gewesen. ...
Börse - Intern ist ein börsentäglicher Newsletter vom Börsenprofi Sven Weisenhaus. Sollten Sie diesen kostenlosen Newsletter noch nicht beziehen, können Sie sich → hier anmelden.


Inhaltsverzeichnis

Die Unweigerlichkeiten in einer Krise

Es war klar, dass Ben Bernanke in Jackson Hole am Freitag kein QE3 ankündigen würde – es wäre die Quasi-Kapitulation der Fed gewesen. Stattdessen reichen die Notenbanker die Aufgabe, die Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen, an die Politik weiter.  Fakt ist aber, die Wirtschaft wird sich immer nur selber aus der Misere ziehen. Die Notenbanken und zu einem gewissen Teil auch die Politik können nur einen günstigen Rahmen schaffen. Letzten Endes entscheiden dann ganz andere Faktoren, ob eine Wirtschaft wieder zu Kräften kommen kann oder nicht.

Und ich bin davon überzeugt, würde man den Einfluss der politischen Entscheidungen in Krisenzeiten auf die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung hin untersuchen, würde das Ergebnis wahrscheinlich sehr enttäuschend ausfallen.

Aus einer anderen Sichtweise

Das soll jetzt nicht heißen, dass die Politik keinen Einfluss auf die Wirtschaft hat. Sie kann natürlich vieles falsch machen: Hohe Staatsverschuldung, Verschwendung von Geldern, Misswirtschaft, Korruption, falsche Subventionen, Belastungen der Wirtschaft durch Gesetze, zu hohe Steuern, etc. Das sind alles Hebel, die sich zum Teil dramatisch auswirken. Das meine ich nicht.

Der wirtschaftliche Zyklus

Grundsätzlich bewegt sich die Wirtschaft in Zyklen, denen eine gewisse Unweigerlichkeit inne wohnt, und daran kann auch die Politik nichts ändern. 

Betrachten wir die Ereignisse, die sich seit vielen Jahrzehnten ständig wiederholen, dazu einmal aus einem makroökonomischen Blickwinkel heraus:

Vorphase eines Crashs

Nach einem langen Boom ist die Investitionsbereitschaft der Industrien wie auch der Anleger sehr hoch. Die Banken verdienen viel Geld mit Aktiengeschäften und verlieren ihre Kernaufgaben, das Einlage- und Kreditgeschäft, aus den Augen. Es ist viel Geld vorhanden, das in verschiedene Anlageformen und besonders in den Aktienmarkt fließt.

Doch irgendwann am Hoch eines Booms ist der Absatzmarkt der Industrie gesättigt. Selbst neue Märkte, wie zum Beispiel im Jahr 2000 das Internet und die Telekommunikation, werden mit neuen Firmen und Investitionskapital so lange zugepflastert, bis auch hier ein hohes Maß an Sättigung erreicht ist. Gleichzeitig fallen die Zukunftsprognose für die Unternehmen aufgrund der langen Boomphase übertrieben optimistisch aus.

Irgendwann wird ein Punkt erreicht, an dem die Unternehmen diese unrealistisch hohen Erwartungen nicht mehr erfüllen können.

Phase  1: Der Crash

Die Kurse haben in dieser Zeit ein unverhältnismäßig hohes Niveaus erreicht, welche selbst diese unrealistischen Erwartungen nicht mehr widerspiegeln. Das geschieht, weil immer noch Anleger zu Mondpreisen kaufen. Da sich also die Bewertung der Aktien weit von der Realität entfernt hat, wird sie sich irgendwann dieser Realität wieder anpassen. Das geschieht aufgrund des Blasencharakters nicht langsam, sondern meistens entsprechend nachhaltig bis dynamisch. Die Kurse fallen ins Bodenlose. Dann wandelt sich die ehemalige Gier in Angst, und es kommt in vielen Fällen zu einer Übertreibung nach unten. Durch die einbrechenden Kurse werden fast alle Wirtschaftsbereiche betroffen. Es entsteht ein perfekter großer Börsencrash.

Phase 2: Die Reaktion der Notenbanken

Auf diesen Crash reagieren die Notenbanken, in dem sie billiges Geld anbieten. Das ist auch sinnvoll, um die Folgen des Crashs abzumildern. Schließlich werden in so einem Crash Billionen „vernichtet“. Die dadurch entstehenden monetären Löcher müssen gefüllt werden.

Hiermit sind nicht nur die Anleger gemeint, die auf einmal viel weniger Geld zur Verfügung haben, um zu konsumieren. Nein, vielmehr trifft es auch die Unternehmen, die zuvor aufgrund ihrer hohen Bewertung Kredite erhalten haben, die nun nicht mehr gerechtfertigt sind. Neue Kredite werden nicht mehr vergeben, die Investitionen sinken dramatisch mit entsprechenden Folgen für die Gesamtwirtschaft. Das führt zu Firmenpleiten, mit denen dann auch weitere Kredite und Werte „vernichtet“ werden. Wie gesagt, hier muss billiges Geld her, das einem Teil der Wirtschaft Notfallmaßahmen ermöglicht und einem anderen das Überleben sichern kann. Nur so kann eine ausufernde Kettenreaktion vermieden werden. Es ist also richtig, die Zinsen in einem Crash dramatisch zu senken. Aber, es hat halt Folgen:

Phase 3: Wohin mit dem Geld oder der Immobilienboom

Die institutionellen und privaten Anleger flüchten in dieser Zeit logischerweise aus den Aktienmärkten. Doch die Zinsen sind niedrig, Staatsanleihen machen kaum Rendite. Die durch den vorherigen Boom Rendite gewohnten Anleger suchen sich eine neue Investitionsmöglichkeit: Hier bietet sich (zum Beispiel) der Immobilienmarkt an.

So entsteht eine Immobilienblase. Da der Immobilienmarkt eine Branche ist, die in der Wirtschaft eines Landes sehr weit verzweigt ist, kann ein Boom des Immobilienmarktes zu einem starken wirtschaftlichen Aufschwung führen. Es entsteht also nach dem Crash ein neuer Boom, der allerdings, wenn man es genau betrachtet, lediglich monetär getrieben ist. Dem Immobilienmarktboom fehlt nämlich die fundamentale Grundlage (das wäre zum Beispiel bei einer stark wachsenden Bevölkerung der Fall).

Mit anderen Worten, durch die Notfallmaßnahme der Notenbanken „niedrige Zinsen“ entsteht eine neue Blase – die auch irgendwann platzen muss, weil sie sich zu weit von der fundamentalen Realität entfernt. Und zwar genauso, wie schon zuvor die Aktienmarktblase. Die Immobilien werden derart überteuert angeboten, dass irgendwann fast nur noch Spekulanten sich gegenseitig Häuser zu immer teureren Preisen verkaufen. Die Relation zur Wirklichkeit geht verloren. Auch diese Übertreibung muss logischerweise abgebaut werden und das geschieht, wie so oft bei solchen Blasen, durch einen Crash (siehe oben).

Phase 4: Der Bankencrash

Die meisten dieser Immobilien sind natürlich kreditfinanziert. Die Kredite werden über die Immobilien gesichert. Fallen nun die Immobilienpreise in einem Crash dramatisch, geht die Deckung der Kredite verloren. Die Banken haben auf einmal viele Kredite, die nicht mehr gedeckt sind. Auch Zwangsversteigerungen helfen da nicht mehr, weil die Preise ins Bodenlose fallen und die Immobilien zuvor überteuert gekauft wurden. Die Banken geraten aufgrund der vielen ungedeckten Kredite ebenfalls in Schieflage.  Es kommt zu einem Bankencrash.

Phase 5: Kreditmarktklemme und Staatspleiten

Um einen Bank-Run (wenn alle gleichzeitig ihr Geld von den Banken abheben wollen, weil sie befürchten, dass die Banken bald kein Geld mehr haben) zu verhindern, springen die Staaten ein und stützen die Banken. Das macht auch Sinn, jedes andere Szenario wäre ungleich dramatischer. Gleichzeitig leidet die Vergabe der Kredite, weil die Banken kein Risiko mehr eingehen können. Die Staaten springen auch hier ein und versuchen durch Konjunkturprogramme u.Ä. die Wirtschaft zu stützen. Das funktioniert auch zunächst, doch durch die hohen Schulden, welche die Staaten aufnehmen müssen, um diese Maßnahmen zu finanzieren, gerät die Staatschuldenproblematik auf einmal in den Fokus der Anleger. Und das hat wiederum dramatische Folgen: Die Zinsen steigen und die Gefahr von Staatspleiten wächst.  Zu diesem Zeitpunkt sind die Anleger derart verunsichert, dass sie nur noch in sichere Häfen investieren. Da der Immobilienmarkt am Boden ist, bleibt nur noch Gold. Und mit den Banken- und Staatskrisen erreicht die letzte Blase, nämlich die Goldpreisblase, ihren Höhepunkt.

Interessanterweise ist diese 5. Phase aber dann auch die letzte Phase eines Krisenzyklus. Mit einem Bankenkrise und drohenden Staatspleiten endet eine meist rund 15jährige Krise.

Die Logik der Krise

Ich habe diesen Verlauf einmal stark verkürzt und auf das Wesentliche reduziert, um deutlich zu machen, wie unweigerlich verschiedene Entwicklungen sind. Nur über diese Aufbereitung kann man erkennen, dass es tatsächlich eine gewisse Logik in dem Ablauf der Krise gibt und man sieht auch, dass wir eigentlich immer noch in der gleichen Krise sind, die im März des Jahres 2000 gestartet ist.

Natürlich sind die oben beschriebenen Phasen an die aktuelle Krise in den USA seit dem Jahr 2000 angepasst. Aber sie tauchen in verschiedenen Variationen vergleichbar immer wieder in den großen Seitwärtsbewegungen der Börsen auf.

Alles wieder vergessen…

Ein Problem dabei ist, dass zwischen diesen Krisen und den Boom, wie hier mehrfach schon beschrieben,  meist mindestens 15-20 Jahre liegen und damit eine ganze Generation von Anlegern und Wirtschaftsjournalisten bereits ausgewechselt ist.  Und natürlich ist vieles auch immer wieder etwas anders. Und so beginnt alles immer wieder von vorne und nur Wenige erkennen die dahinter liegenden typischen Prozesse.

Aktuelle Situation

Für uns heißt das, dass wir uns mit der Bankenkrise 2008/9 und der aktuellen Staatsverschuldungskrise tatsächlich am Ende der Folgen einer dramatischen Überbewertung der Aktien im Jahre 2000 befinden. Sofern es nicht zu einem völligen Zusammenbruch kommt (und diese Gefahr ist gerade am Ende einer solchen Krisenphase durchaus gegeben) werden wir die aktuelle Krisenphase bald, also in wenigen Jahren, überwunden haben. Das ist das einzig Erfreuliche an der aktuellen Situation. Und glauben Sie mir, wenn diese nun schon 14 Jahre andauernde Seitwärtsbewegung im DAX zu Ende geht, mache ich drei Kreuze….

Hoffen wir, dass es nicht mehr allzulange dauert. Denn wenn das geschieht, wird Börse auch wieder richtig Spaß machen, allerdings nur denjenigen, die bis dahin durchgehalten haben und immer noch mitspielen. Aber so ist Miss Börse, sie belohnt immer nur diejenigen, die geduldig sind und weiterkämpfen.

Viele Grüße

Jochen Steffens


Die Börsenbriefe von Stockstreet

Die gut abgestimmte Palette unserer Börsenbriefe reicht von der Investment Strategie für langfristig orientierte Investoren, über die Aktien-Perlen und den Premium Trader, bis hin zum Allstar Trader für schnelle Gewinne. Der sehr spekulative Hebel XXL und die täglichen Chartanalysen des Target Trend Spezial runden das Angebot ab.

Testen Sie unser Angebot!


US-Konjunkturdaten

Der Case-Shiller-Hauspreisindex ist im Juni um 1,1 % gestiegen. Das ist der dritte Anstieg in Folge. Auf Jahressicht ist er allerdings um 4,5% gefallen. Analysten hatten einen Rückgang um 4,6% erwartet.

 

Das Verbrauchervertrauen des Conference Board  ist im August von 59,50 Punkten zuvor auf nunmehr 44,5 Punkte eingebrochen. Analysten hatten mit  53,00 Punkten gerechnet. Es wird vermutet, dass die Diskussion um die Schuldenobergrenze diesen starken Einbruch verursacht hat. Es ist also zu erwarten, dass sich das Bild bei den kommenden Zahlen wieder deutlich aufhellt.

Eigentlich sind solche extremen Werte für die Börse gut, schließlich reagiert die Börse antizyklisch zur Masse.


Anmeldung zum kostenlosen Newsletter "Börse - Intern"

  • Kostenloser Tagesbericht vom Börsenprofi Sven Weisenhaus.
  • Börsentäglich nach Börsenschluss direkt zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Newsletter "Börse - Intern" ab der nächsten Ausgabe.

Anmeldung zum kostenlosen Rohstoffdienst

  • Die ganze Welt der Rohstoffe in einem Newsletter.
  • Mehrmals pro Woche direkt per E-Mail kostenlosen zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Rohstoffdienst ab der nächsten Ausgabe.

Alle Börsenbriefe und Börsen-Newsletter von Stockstreet.de

  • Logo Börse-Intern
  • Logo Der Rohstoffdienst
  • Logo Premium-Trader
  • Logo Hebel-XXL
  • Logo Investment-Strategie
  • Logo Aktien-Perlen
  • Logo Allstar-Trader
  • Logo Target-Trend-Spezial

Allstar-Trader

Das erwartet Sie

Allstar-Trader Cover

Vom Traden leben!

Aktien, Rohstoffe & Devisen
erfolgreich handeln!

von Bernd Raschkowski

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Investment-Strategie

Das erwartet Sie

Investment-Strategie Cover

Ihr langfristig orientierter Börsendienst
für Vermögen und Wohlstand!

Die Strategie für Ihre Geldanlage!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Premium-Trader

Das erwartet Sie

Premium-Trader Cover

Erfolgreich Traden mit der
revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Michael Jansen

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Target-Trend-Spezial

Das erwartet Sie

Target-Trend-Spezial Cover

Tägliche Chartanalysen nach
der revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Sven Weisenhaus

Jetzt informieren und Beispiele lesen!

Aktien-Perlen

Das erwartet Sie

Aktien-Perlen Cover

Der Börsendienst für die unentdeckten
Chancen an den Börsen der Welt!

Die Spreu vom Weizen trennen!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Hebel-XXL

Das erwartet Sie

Hebel-XXL Cover

Zocken aus Leidenschaft!

Begleiten Sie uns in
das Casino der Hebelprodukte!

von Michael Jansen

Jetzt informieren und kostenlos testen!