In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Morgen ist es wieder soweit. Es ist Juni. Und damit beginnt für die Charttechniker eine schwierige Zeit: Juni, Juli und August sind Monate, in denen ...
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Inhaltsverzeichnis

Das programmierte Chaos

Morgen ist es wieder soweit. Es ist Juni. Und damit beginnt für die Charttechniker eine schwierige Zeit:  Juni, Juli und August sind Monate, in denen sich die Fehlsignale häufen. Besonders schlimm wird es nach dem großen Juni-Verfallstag, der dieses Jahr am 17.06.2011 stattfindet.

Der wahrscheinlichste Grund für die Häufung von Fehlsignalen in dieser Zeit ist, dass die Umsätze in den Sommermonaten oft deutlich niedriger sind. Und nahezu alle charttechnischen Analysemethoden funktionieren am saubersten bei regem Handel – dann also, wenn viele Menschen aktiv das Marktgeschehen beeinflussen.

Also steigt in den folgenden drei Monaten die Gefahr, dass charttechnische Analysen höhere Fehlerquoten aufweisen. Das sollte man unbedingt bei seinen Trades beachten!

Widersprüchliche Signale im DAX

Der DAX hat heute die 7.251er Marke zurückerobert:

Eigentlich ein bullishes Zeichen. Mich beunruhigt aber, dass das Alpha-Target noch aktiv ist und dass sich eine rechte Schulter ausbilden könnte:

Sie erinnern sich an diese Prognose – nur liegt die rechte Schulter nun etwas höher, da sich eine schräge Nackenlinie ausgebildet hat (untere blaue Linie). Es ist aber nach wie vor keine Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Formation beim Bruch der Nackenlinie ist also deutlich niedriger, bei geschätzten 60-65 %. Zurzeit wäre der nächste bearishe Aspekt, wenn die blaue Nackenlinie nach unten gebrochen wird. Bullisher wird es erst, wenn dieser Eindruck einer rechten Schulter sich auflöst.

Vorsicht ist also weiterhin geboten, auch wenn das Überwinden der 7.251er Marke nach oben das Bild deutlich aufhellt.

Ein weiterer positiver Aspekt

Im DAX hat sich mit dem heutigen Gap Up (aufwärtsgerichtete Kurslücke) zudem ein sogenanntes Island-Reversal ausgebildet. Das hatte ich hier im Steffens Daily bereits viele Male besprochen. Zur Erinnerung die Kurzfassung: Ein Island-Reversal bildet sich, wenn sich durch zwei Gaps in verschiedene Richtung (Aufwärts-Gap / Abwärts-Gap) eine vom Kursverlauf abgetrennte Kursinsel bildet. Diese Kursinsel erkennt man perfekt in dem DAX-Stundenchart:

Das Kursziel aus einem solchen Island-Gap liegt bei dem Anfang der Minor-Abwärtsbewegung vor dem letzten Gap (siehe blauer Pfeil), also bei 7.410 Punkten. Würde der DAX bis dahin ansteigen, wäre auch die rechte Schulter aus dem Spiel – ein weiterer Punktsieg für die Bullen.

Eine hohe Trefferquote

Island-Reversals besonders in Tagescharts eines aktiv gehandelten Index haben eine sehr hohe Trefferquote von bis zu 90 %. Und wenn ich mich recht zurückerinnere, sind bisher alle Island-Reversals, auf die ich in den vergangenen Jahren hier im Steffens Daily hingewiesen habe, aufgegangen. Bisher scheint sich diese hohe Trefferquote  zu bestätigen.

Das Spiel mit den Wahrscheinlichkeiten

Ginge ich einfach nach meinem Gefühl, würde ich sagen, dass so langsam mal eine der hier vorgestellten Island-Reversals versagen müsste – allein um der Wahrscheinlichkeit zu genügen. Sicherlich hängt die Unruhe auch damit zusammen, dass diese etwas widersprüchlichen Analysen noch bestehen. Aber leider ist so ein Denken Unsinn. Egal wie oft diese Islands-Reversal schon eingetreten sind: Die Chance, dass auch dieses Mal das Kursziel dieses Island-Reversals erreicht wird, liegt für jede neue Formation bei ca. 90 % - obwohl …

Dazu ein kleiner Exkurs:

Diese Art des Wahrscheinlichkeitsempfindens kennt man vom Roulette. Eigentlich werden hier zwei mathematische Betrachtungsweisen vermischt:

1. Es ist beim Roulette ohne Frage weniger wahrscheinlich, dass 10 Mal hintereinander Rot fällt, als das fünf Mal hintereinander Rot fällt. Wir werden also bei einer sehr langen Betrachtung wesentlich häufiger 5er Serien als 10er Serien finden.

2. Die Wahrscheinlichkeit, das Rot fällt, beträgt jedes Mal 48,65 % (wegen der grünen Null nicht 50 %).

Aus Punkt 1 abzuleiten, dass nach einer 9er Serie Rot die Wahrscheinlichkeit für Schwarz höher ist als nach einer 4er Serie, nur weil 10er Serien deutlich weniger häufig vorkommen, als 5er Serien ist leider Unsinn. Tatsächlich bleibt sie für jeden Wurf immer gleich bei 48,65 % und das aus folgenden Grund: Weder die Kugel noch der Roulette-Kessel selbst haben ein Gedächtnis – sie wissen also nicht, wie oft zuvor welche Farbe gefallen ist. Das wäre aber eine Voraussetzung dafür, dass die Kugel nach 9 Mal rot sich irgendwie anders verhält. Da dieses Gedächtnis für den vorherigen Verlauf fehlt, bleibt die Wahrscheinlichkeit für jeden Wurf gleich hoch.

Interessanterweise führen in Casinos gerade lange ausufernde Serien dazu, dass viele ihr Geld mit dieser Art zu Denken verlieren, ohne zu begreifen, dass die Wahrscheinlichkeit sich nicht verändert – „Jetzt muss doch mal schwarz kommen…!“ Ich kann diese Art des Denkens, wie Sie oben gesehen haben, sogar in gewisser Weise nachvollziehen.

Die Börsen ticken anders

Auch an den Börsen höre ich von Traderkollegen immer wieder folgende Sätze:

Ich hab jetzt so oft hintereinander gewonnen, da muss doch bald ein Verlust kommen.

Oder häufiger: Nun habe ich so oft verloren, jetzt muss doch so langsam mal ein Gewinn kommen.

Auch hier wird ein Zusammenhang geschaffen, der nicht existiert. Die Chance für jeden neuen Trade bleibt entsprechend der Gewinnchance des Trades, egal wie viele Trades vorher aufgegangen sind oder nicht. Beeinflussen kann man höchstens welche Trades man eingeht – aber das ist ein psychologisches und damit anderes Thema.

Doch wenden wir uns den Chartformationen und damit unserem Beispiel zu:

Diese oder jene Formation hat so oft hintereinander funktioniert – die muss doch jetzt mal versagen. Tatsächlich ist dieser Satz etwas weniger Unsinn als beim Roulette – aus folgendem Grund:

Das Gedächtnis an den Börsen

Millionen von Menschen und Computer scannen den Markt nach Regelmäßigkeiten. Sobald eine solche auftaucht und in einer kürzeren oder längeren Vergangenheit zu sehr guten Ergebnissen führte, werden mit der Zeit immer mehr Menschen darauf aufmerksam.

Da die Börsen-Anleger aber anders als die Spieler beim Roulette mit ihren Einsätzen einen maßgeblichen (!) Einfluss auf das Börsengeschehen ausüben, führen lange Serien von irgendeiner Formation oder Regelmäßigkeiten tatsächlich zu einem veränderten Kauf-/Verkaufs-Verhalten und damit zu einer veränderten Wahrscheinlichkeit.

Der Unterschied ist einleuchtend:  An den Börsen hat tatsächlich eine der die Wahrscheinlichkeit bestimmenden Komponenten, in diesem Fall der Anleger, ein Gedächtnis für das was geschehen ist. Sie wissen, wie oft eine Formation funktioniert hat und verändern entsprechend ihr Verhalten und damit den weiteren Fortlauf an den Börsen. Das wirkt sich auch auf die Wahrscheinlichkeiten aus. Und das ist der Grund, warum die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten an den Börsen anders funktionieren.

Und somit ist der Satz: Das hat nun so oft funktioniert, wir müssen damit rechnen, dass es bald irgendwann nicht mehr funktioniert, gar nicht so falsch, wie es im ersten Moment scheint.

Viel interessanter wird dieser Unterschied in der Umkehrung:

Das oben Gesagte bedeutet nämlich in der Umkehrung, dass an den Börsen kein System auf Dauer (!) funktionieren kann. Eben weil auf der ganzen Welt die Anleger und von Anlegern programmierte  Computer auf der Suche nach handelbaren Regelmäßigkeiten sind. Und jede Regelmäßigkeit, die von zu vielen Anlegern erkannt wird, wird durch den immer größeren Ansturm an Anlegern, die auf eine solche Regelmäßigkeit setzen wollen, zerstört.

Das ist der Grund, warum sich die Börse jedweder Systematik entzieht – entziehen muss. Es ist nichts Magisches dabei, lediglich eine systemimmanente Logik.

Denken Sie einmal in einer stillen Stunde darüber nach – es ist ein faszinierender Gedanke über ein strukturiertes Chaos, dessen einzige Struktur es ist, sich aufgrund des kollektiven Gedächtnis einer beteiligten Masse von Anlegern immer wieder ins Chaos zu zwingen. Eine Art programmiertes Chaos also. Das hat etwas sehr Einzigartiges...

Viele philosophische Grüße

Jochen Steffens

 

P.S.: Bei Optimierungsarbeiten  an unserem Versandsystem hat sich wohl ein kleiner Fehler eingeschlichen, der dazu geführt hat, dass einige Leser des Steffens Daily sowohl die gestrige Ausgabe des Steffens Daily doppelt erhalten haben, als auch heute eine Test-Mail des Premium-Traders. Wir bitten diesen Vorfall zu entschuldigen. Der Fehler ist behoben und wir haben zusätzliche Maßnahmen eingeleitet, damit ein solcher Fehler in Zukunft nicht noch einmal auftritt. 


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US-Konjunkturdaten

In den USA hat sich das Verbrauchervertrauen des Conference Boards im Mai überraschend und deutlich eingetrübt. Der Index sank auf 60,8 Zähler, nach noch revidiert 66,0 Punkten im Vormonat. Analysten hatten hingegen mit einem Anstieg auf 66,5 Punkte gerechnet.

 

Eigentlich ist es ein gutes Zeichen. Wenn die Stimmung schlecht ist, spricht das nicht für eine Übertreibung – für sich genommen. Aus Stimmungssicht könnte die Rally also weiter gehen.

Auch die Stimmung der US-Einkaufsmanager in der Region Chicago hat sich im Mai überraschend heftig verschlechtert. Der Chicagoer-Einkaufsmanagerindex sank auf 56,6 Zähler nach zuvor 67,6 Punkten. Analysten hatten zwar mit einer Verschlechterung gerechnet, hatten jedoch einen Wert von 63,0 Punkten prognostiziert.

 

 


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