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Inhaltsverzeichnis

Japan: Die Ruhe nach dem Sturm – eine Zwischenbilanz

Verehrte Leserinnen und Leser,

Japans Wirtschaft durchläuft nach der tragischen Dreifach-Katastrophe von Erdbeben, Tsunami und atomarem GAU im März eine beinahe „planmäßige“ Entwicklung.

Nach der Japan-Katastrophe: Die ersten Wochen verliefen „nach Plan“

Nach dem erwarteten drastischen Einbruch infolge der verheerenden Zerstörungen sind erste Anzeichen einer Erholung in einzelnen Branchen, z.B. der Automobil- und Elektronikindustrie, zu erkennen. Dies geschieht teilweise sogar schneller als erwartet.

Lieferengpässe in wichtigen Bereichen blieben relativ begrenzt und waren – abgesehen von einzelnen Produkten oder Komponenten, z.B. in der Elektronik – ebenfalls nur vorübergehend. Aus weltwirtschaftlicher Sicht scheint dieses entsetzliche Ereignis also beinahe glimpflich auszugehen. Die Aktienmärkte haben dies nach dem ersten starken Einbruch im März in der ihnen eigenen zynischen Weise durch steigende Kurse bereits vorweggenommen...

Japans Verantwortliche haben zudem – zumindest aus landläufiger ökonomischer Sicht – angemessen reagiert: Die Zentralbank flutete den Markt umgehend mit neuer Liquidität, die Regierung brachte milliardenschwere Wiederaufbauhilfen auf den Weg.

Dennoch keine Entwarnung!

Können wir also jetzt, wie die Medien, aus denen dieses Thema inzwischen weitgehend verschwunden ist, wieder zur Tagesordnung übergehen?

Nein, und zwar aus folgenden drei Gründen:

Erstens scheinen die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten nur schleppend anzulaufen. Von diesen wird aber der wesentliche Impuls für die japanische Wirtschaft nach dem Zusammenbruch erwartet. Davon hängt auch der Staatshaushalt ab, dem nämlich enorme Steuerausfälle drohen. Schließlich verdienen die Unternehmen derzeit nichts, während die Ausgaben (Zinsen, Gehälter usw.) für den Staat unverdrossen weiterlaufen.

Hauptproblem: Japans Schuldenmisere

Zweitens ist diese Finanzierungslücke (die wegen Abschreibungseffekten auch noch bestehen bleibt, wenn die Wirtschaft bereits wieder läuft) eine fundamentale Gefahr für den japanischen Staat. Aufgrund seiner ohnehin hohen Verschuldung (über 220 % des Bruttoinlandsprodukts; zum Vergleich: Griechenland 142 %, Deutschland 80 %, jeweils Stand 2010 lt. IWF) verfügt Japan nur über einen eng begrenzten finanziellen Spielraum.

Zwar halten bislang vor allem Japaner selbst die Staatsanleihen des Inselstaates, aber eine eventuelle Neuverschuldung ist wegen des Wiederaufbaus faktisch nur über Auslandskredite möglich. Das Ausland (in Form des IWF) hat jedoch schon signalisiert, dass es von Japan endlich wirksame Schritte zur Sanierung des (selbstverschuldeten) chronisch schwachen Haushalts erwartet. Die Regierung in Tokio denkt deshalb bereits ernsthaft über Steuererhöhungen nach – wirklich  keine Wirtschaftsförderungsmaßnahme in dieser Situation!

Die Diskrepanz zwischen Export- und Binnenwirtschaft

Drittens stellt insbesondere der Atomunfall in Fukushima eine enorme Hypothek für die Zukunft dar. Die eingangs erwähnte schnelle Erholung nach den Katastrophen betrifft im Wesentlichen nur die großen Exportbranchen. Die Binnenwirtschaft liegt immer noch brach:

Die Stromerzeugung läuft noch nicht wieder mit voller Last (die Japaner – traditionell eingefleischte Fans elektrischer Klimaanlagen – wurden aufgerufen, in den kommenden zwei heißen Monaten 15 % Strom zu sparen!), der Einzelhandel siecht dahin und wichtige Sektoren, wie die Landwirtschaft oder Fischerei, haben auf Jahre hinaus keine Aussicht auf Erholung. Gleiches könnte für den Tourismus gelten: Der Strom von Touristen aus den Nachbarländern Korea und China brach seit März um über 60 % ein...

Die Bauwirtschaft spielt eine Schlüsselrolle

Genau deshalb wäre es so wichtig, dass wenigstens die Bauwirtschaft über den Wiederaufbau substanzielle Wachstumsbeiträge liefert. Derzeit ist aber noch nicht absehbar, wann dieser Impuls zündet.

Also bleibt nur die Exportwirtschaft. Allerdings blieb deren Effekt auf das japanische Wachstum nach der „verlorenen Dekade“ der 1990er Jahre auch im vergangenen Jahrzehnt begrenzt: Japan landete nur auf dem drittletzten Platz in der weltweiten Wachstumsrangliste von 2001 bis 2010 (nur Portugal und Italien wuchsen noch weniger!) – und das, obwohl während dieser Zeit z.B. Toyota zum größten Automobilhersteller der Welt aufstieg!

Zudem sind die Risiken aus dem Atomunfall auch für die Exportwirtschaft unkalkulierbar. Bereits jetzt verhängen die Nachbarländer Einfuhrrestriktionen gegen japanische Waren aus Angst vor der Strahlenbelastung. Deutschland und andere Länder kontrollieren aus Japan einlaufende Schiffe auf Radioaktivität. Käme es – aus welchen Gründen auch immer – doch noch zu einer Verschleppung der Strahlung, könnten Exportindustrie und Außenhandel ebenfalls empfindlich getroffen werden.

Japan ist kein Thema mehr – vorerst!

Sie sehen, die relative Ruhe, die sich medial über Japan gelegt hat, könnte nur vorübergehend sein. Japan ist und bleibt ein wichtiger Teil der globalen Wirtschaft, und vielfältige Verflechtungen (z.B. über die nun zunehmenden Auslandskapitalströme) könnten negative Auswirkungen an ganz anderer Stelle hervorrufen.

Ähnlich wie die Euro-Krise oder etliche Aspekte der Finanzkrise ist die Krise Japans also bestenfalls zeitweilig aus den  Schlagzeilen gerutscht. Behalten Sie also auch diesen Punkt als immer mal wiederkehrende Belastung für die Märkte im Hinterkopf!

Wie immer gibt es natürlich auch ein positives Szenario: Japan, eine führende Atomkraft-Nation und mit namhaften Herstellern (z.B. Toshiba) im eigenen Land, hat die einmalige Chance, sich erneut auf diesem Gebiet zu profilieren.

Die Chancen in der Krise

So ist es beispielsweise mit dem öffentlichkeitswirksamen „Abschalten“ eines AKWs nicht getan! Aufgrund der Vielzahl strahlender Bauteile muss ein geordneter Rückbau, also de facto eine Demontage jeder einzelnen Schraube, erfolgen. Dieser Prozess dauert Jahre oder Jahrzehnte (z.B. wie bei den AKWs in Lubmin oder Stade sowie der ehemaligen sowjetische Atom-U-Boot-Flotte in Murmansk), von der Entsorgung der strahlenden Brennstoffe oder Bauteile ganz zu schweigen.

Bisher gehören zwar deutsche Firmen zu den Führenden auf diesem Gebiet, aber die unverkrampftere Haltung der Japaner zu diesem Thema und ihr bekannter Pragmatismus dürften ihnen einen schnellen Anschluss ermöglichen.

Als Anleger finden Sie also in fast jeder Situation potenzielle Gelegenheiten – jetzt oder in Zukunft. Es lohnt sich häufig, derartige Entwicklungen frühzeitig festzuhalten, auch wenn sie wie in diesem Fall noch gar nicht „spruchreif“ sind. Wenn Sie solche Gedankenspiele abspeichern, haben Sie später im konkreten Fall immer eine Möglichkeit, darauf zurückzugreifen.

So handeln Sie als vorausschauender Anleger

Ein mediales Gewitter bringt Sie dann nicht mehr aus der Ruhe, sondern stellt bestenfalls eine Verbindung zu früheren Ideen her. Das macht dann auch Ihre Investments „planbarer“ und damit nachhaltiger. Und manch einem macht allein schon die Beschäftigung mit derartig abseitigen Themen sichtlich Spaß...

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß und Erfolg!

 

Mit besten Grüßen

Torsten Ewert


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