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Inhaltsverzeichnis

Ben Bernanke hatte Recht!

Verehrte Leserinnen und Leser,

eigentlich könnte sich Ben Bernanke an die Brust schlagen und rufen: „Ich hab es euch schon immer gesagt!“. Seit Monaten wird der Fed-Chef nämlich nicht müde, die Inflation klein zu reden – wenn er denn überhaupt darauf eingeht.

Warum der Fed-Chef nicht frohlocken darf

Ließ sich dieses Thema absolut nicht vermeiden, dann verwiesen die Fed und ihr Chef stets auf die gestiegenen Rohstoffpreise als Ursache und betonten, dies sei nur ein „zeitweiliger“ Effekt. Der Einbruch der Rohstoffkurse ab Ende April muss Bernanke daher wie eine Erlösung vorgekommen sein...

Er hätte in der vergangenen Woche anlässlich zweier offizieller Auftritte Gelegenheit gehabt, eine entsprechende Spitze gegen seine Kritiker loszulassen. Diese ließ er jedoch aus, was in mehrfacher Hinsicht wahrscheinlich eine weise Entscheidung war.

Zum einen verbietet es sich einem Notenbankpräsident grundsätzlich, kurzfristige Marktschwankungen zu kommentieren – und dieser Einbruch war ja noch ganz „frisch“. Zum anderen ist er vielleicht inzwischen auch über solche kleinlichen Gesten der Genugtuung erhaben. Und drittens schließlich ist es ja womöglich nur eine vorübergehende Korrektur in einem nachhaltigen Aufwärtstrend, und jede Schadenfreude könnte sich später als verfrüht erweisen.

Dazu der folgende Chart:

Rohstoffinflation 

Quellen: MarketMaker, Thomson Reuters/Jefferies, Federal Reserve Bank

Ein mustergültiges Lehrbeispiel

Die blaue Kurve im oberen Chartteil ist der bekannte Rohstoffindex CRB, in den alle wichtigen Rohstoffe eingehen, wobei Energierohstoffe wie Öl und Gas am höchsten gewichtet sind. Die rote Kurve, die ab Ende August 2010 dem Rohstoffanstieg wie ein Schatten folgt, stellt die Inflationserwartungen der Käufer von 10jährigen US-Staatsanleihen dar. Diese wurde aus der Differenz des Nominalzinses dieser Anleihen und dem Zins der inflationsindizierten Anleihen gleicher Laufzeiten (= Realzinsen) gewonnen. Im unteren Chartteil sehen Sie den EUR/USD-Verlauf.

Der parallele Verlauf von Rohstoffindex und Inflationserwartungen könnte aus einem Ökonomielehrbuch stammen. Laut Theorie steigen nämlich die Rohstoffpreise aufgrund steigender Nachfrage (starker Konjunktur). Sie stellen zwar zunächst höhere Kosten für die Unternehmen dar, aber aufgrund der guten Wirtschaftslage sind diese in der Lage, die Aufschläge über die Preise an die Kunden weiterzugeben.

Höhere Preise bedeuten aber mittelfristig eine höhere Inflation, also werden die Inflationserwartungen, bereits vorher, sprich, mit den steigenden Rohstoffpreisen, zulegen. Und ensprechend dieser schönen Theorie sind sie nun im Zuge des jüngsten Kursrutsches an den Rohstoffmärkten

Nur die Intermarket-Betrachtung stört die Harmonie

Professor Bernanke hätte hier also nicht nur eine wunderbar praxisgerechte Grundlage für eine spannende Volkswirtschaftsvorlesung, sondern auch noch einen Beleg für die Richtigkeit seiner jüngsten Vorhersagen als Fed-Chef. Dass der Euro-Dollar-Verlauf zudem noch den Start- und bisherigen Endpunkt der Rohstoffrally markiert (Kreise) rundet die Sache im Sinne einer Intermarket-Betrachtung (Währungseinflüsse!) anscheinend nur noch ab.

Dabei weist ausgerechnet der Währungsverlauf darauf hin, dass die Fed an dieser Entwicklung ebenfalls einen großen Anteil hat. Denn während der Euro ab Anfang Oktober stagnierte und schließlich bis zum Jahresende fiel (der Dollar also stärker wurde!), stiegen die Rohstoffe munter weiter (gelbes Rechteck). Die Inflationserwartungen legten zeitweise sogar noch einmal deutlich zu (oranges Band zwischen blauer und roter Kurve)!

Die Ursache hierfür war die erneute Liquiditätsschwemme, die Anfang November von der Fed beschlossen und von Dezember 2010 bis Juni 2011 umgesetzt wird. Der dahinter stehende Aufkauf von Staatsanleihen, also Gelddrucken, wurde unter der griffigen Bezeichnung „QE2“ (QE = Quantitative Easing, auf Deutsch: „mengenmäßige Verringerung“ [der Zinsen]) von Medien und Kommentatoren aufgegriffen.

Was man in den Charts nicht sieht

Diese Maßnahme wurde natürlich bereits Wochen vorher allgemein diskutiert und ab Anfang Oktober schließlich von den Märkten eingepreist, was zu den gezeigten Effekten führte. Das sind allerdings Hintergründe, die üblicherweise in Charts nicht erkennbar sind.

Der jüngste Einbruch an den Rohstoffmärkten trug vielfach chrashartige Züge, ist also kein Rückkehr zur Normalität (wie die Politik es gerne sieht), sondern der Abbau von Übertreibungen, die auch von der Fed mit ihrer Politik der Geldschwemme billigend in Kauf genommen wurden.

Insofern ist es bezeichnend, dass der stärkste Einbruch im CRB-Index (senkrechte grüne Linie) ebenfalls der Aktion einer Notenbank geschuldet ist – diesmal der EZB. Diese hat in ihrer jüngsten Sitzung am 5. Mai weder eine neue Zinserhöhung durchgeführt noch angekündigt. Ja, sie hat sogar die verschärfenden Formulierungen, mit denen sie die erste Zinserhöhung nach der Krise im April verbal vorbereitete, komplett aus ihrer Erklärung gestrichen.

Auch die EZB „manipuliert“ die Märkte

Die Interpretation der Märkte – abzulesen am drastischen Euro-Einbruch – scheint zu sein, dass die EZB weitere Zinserhöhungen erst einmal auf Eis gelegt hat. Der Nebeneffekt ist, dass dadurch die Schere zwischen den Rohstoffpreisen und den Inflationserwartungen erneut aufgeht. Es bleibt abzuwarten, von welcher Seite sich diese Schere schließt.

Da beide Trends charttechnisch noch völlig intakt sind, sollten Sie zunächst von ihrer Fortsetzung ausgehen. Zumal nun von dritter Seite die Möglichkeit der erneuten Manipulation der Rohstoffpreise nach oben droht:

Die Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten bedrohen die Existenz weiterer Staatsgebilde in der Region, z.B. in Saudi-Arabien. Die Herrscher in diesen Ländern stützen sich neben Traditionen in erste Linie auf die reichlichen Geldflüsse aus den Ölexporten. Damit finanzieren sie diverse Ausgabenprogramme und halten so durch „Brot und Spiele“ die Bevölkerung bei Laune.

Auslaufende Geschäftsmodelle im Nahen Osten

Dieses „Geschäftsmodell“ verliert zwar mehr und mehr an Attraktivität, aber Alternativen sind entweder nicht in Sicht oder unerwünscht. Die naheliegendste Option ist daher, die Sozialprogramme aufzustocken. Dazu bedarf es aber steigender Exporterlöse und nicht sinkender – z.B. durch fallende Rohstoffnotierungen.

Die OPEC als Kartell verfügt durch Förderkürzungen dazu zwar über eine Stellschraube. Diese wurde aber zuletzt immer wirkungsloser, da andere große Förderländer, z.B. Russland oder Brasilien nur allzu gern in die sich dadurch ergebenden Lücken sprangen.

Allerdings sind weitere Manipulationen denkbar. Das könnten „technische“ Probleme an wichtigen Ölfeldern sein oder sogar – als ultimative Maßnahme – die urplötzliche, überraschende Feststellung großer Förderländer, dass ihre Reserven doch nicht so groß sind, wie bislang angenommen...

Der Super-GAU des Ölmarkts

Obwohl hierüber bereits seit Jahren spekuliert wird, würde eine entsprechende offizielle Verlautbarung an den Märkten wie eine Bombe einschlagen – wäre quasi der Super-GAU des Ölgeschäfts

Und damit wäre Bernankes Lehrbeispiel endgültig Makulatur.

Mit besten Grüßen

Torsten Ewert


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