In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Verehrte Leserinnen und Leser, als Anleger und Trader gilt es, sich ernsthafte Gedanken um die Verlustbegrenzung zu machen. Trader haben es dabei ...
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Inhaltsverzeichnis

Ein lehrreiches Beispiel

Verehrte Leserinnen und Leser,

als Anleger und Trader gilt es, sich ernsthafte Gedanken um die Verlustbegrenzung zu machen. Trader haben es dabei vergleichsweise einfach. Sie arbeiten in der Regel mit festen, unbedingten Stopps. Auch mittel- und langfristige Anleger verwenden häufig diese Methode des Stop-Loss.

Allerdings sind die entsprechenden Marken – dem längeren Zeithorizont angemessen – etwas weiter gefasst. Mitunter kommt es dann jedoch zu unliebsamen Überraschungen. Dazu ein aktuelles Beispiel aus der vergangenen Woche.

Einbruch trotz hervorragender Zahlen

Chart1 

Am Montag kam es bei einem der US-Werte aus meinem „Aktien-Perlen“ zu einem ebenso überraschenden wie kräftigen Kurseinbruch. Die Aktie verbuchte zeitweilig Verluste von bis zu 10 %, erholte sich jedoch zum Schluss der Sitzung deutlich und schloss mit $77,52 weit über Tagestief und über meinem Verkaufsbereich (eine Art mentaler Stopp).

Sie sehen bereits an der dazugehörigen Kerze sowie den dazugehörigen Umsätzen, dass hier etwas Außerordentliches vorgefallen sein muss. Was also ist geschehen?

Das Unternehmen meldete an diesem Tag seine Zahlen zum ersten Quartal. Nach allen Vergleichskriterien – bei Gewinn und Umsätzen, bezüglich der Analystenschätzungen sowie  im Vergleich zum Wettbewerb – lieferte der Vorstand herausragende Ergebnisse.

Mehr noch: Sowohl für das kommende Quartal als auch für das Gesamtjahr überzeugen die Prognosen weiterhin. Sie übertreffen sogar die Analystenschätzungen! Warum dann dieser Einbruch?

Die Panik der Trader

Echte Erklärungen sind rar. So wird z.B. auf einen Konkurrenten verwiesen, der zeitgleich eine Gewinnwarnung herausgab. Deren Ursache war jedoch ein einzelner stornierter Großauftrag der US-Regierung – kaum ein Grund für eine Sippenhaft des Wettbewerbs.

Aber es gibt einige Indizien für massive Trading-Aktivitäten. Ein Beobachter äußerte beispielsweise die Vermutung, dass „Anleger“ (also Trader) nach den vorangegangenen Veröffentlichungen der Quartalszahlen zweier anderer Konkurrenten auf noch deutlich bessere Ergebnisse bzw. Prognosen für den weiteren Jahresverlauf des betreffenden spekulierten.

Eine solche Vermutung ist anhand des Kursverlaufes und der Umsätze sehr plausibel. So kam es am 15.4. zu deutlich höheren Umsätzen in der Aktie (blaue Ellipsen). An diesem Tag veröffentlichte der erste Konkurrent seine Zahlen. Ein paar Tage später kam es zu einem Fehlsignal (grüne Kerze), auf das ich in einer Sondermeldung vom 20.4. bereits verwies. Einen Tag später gab es eine große Kurslücke nach oben.

Die hohen Umsätze vom 15.4. lassen also durchaus auf einen massiven Einstieg von Tradern schließen, die in der Folge ihre Stopps im Bereich der Kurslücke vom 21.4. platziert haben werden. Da der erste Kurs am vergangenen Montag unterhalb dieser Kurslücke lag, wurden auf einen Schlag alle Limitaufträge ausgelöst, die in diesen Bereich oder rund um die $80-Marke gelegt wurden.

Das Risiko unbedachter Stoppkurse

Da der Kurs aber bereits unter diesen Limits notierte, wurden alle diese Orders sofort unlimitierte Verkaufsaufträge! Auf dieses Risiko habe ich bereits in meiner Einführungsbroschüre zu den „Aktien-Perlen“ hingewiesen, und unter anderem damit begründet, warum ich dort keine festen Stopps nutze!

Unlimitierte Verkäufe drücken die Kurse aber weiter, vor allem wenn die Käuferseite ausgedünnt ist. Das war hier der Fall, denn ernsthafte Anleger sondieren die Lage nach solchen Veröffentlichungen zunächst und warten die ersten Kurse ab. Da diese aber einbrachen, war die Zurückhaltung natürlich verständlich!

So entwickelte sich das typische Bild einer Traderpanik (siehe 15-Minuten-Chart an diesem Tag):

Chart2 

Nachdem die allererste Verkaufswelle – ausgelöst durch das oben beschriebene Limitproblem – abebbte, reagierten irgendwann die „Spätaufsteher“, also Leute, die erst im Tagesverlauf einen kurzen Blick auf die Kurse werfen. Diese sehen die dicken roten Minuszeichen, lesen eventuell die eine oder andere Meldung, werfen aber dennoch – mangels Zeit oder Erfahrung zur besonnenen Beurteilung der Lage – ihre Aktien panisch auf den Markt. Das verursachte die zweite, größere Welle, die bis in den Nachmittag (US-Zeit) anhielt.

Die Profis zeigen wo der Hammer hängt!

Inzwischen haben jedoch die Profis die Lage sondiert und ihre Entscheidung getroffen, ob die Abschläge gerechtfertigt sind oder nicht. Im letzteren Fall beginnen sie in der zweiten Sitzungshälfte mit Käufen. Diese treffen auf ein inzwischen ausgedünntes Angebot, was die Kurse steigen lässt – in diesem Fall fast bis auf den Eröffnungskurs! Typisch ist dabei übrigens auch das signifikant höhere Volumen nahe des Tagestiefs (gelbe Ellipse).

Mit einem solchen Verlauf rechnete ich übrigens bereits ca. zwei Stunden nach US-Börsenbeginn, als ich die Situation mit einem Kollegen diskutierte.

Wie geht es nun weiter?

So ärgerlich dieser Einbruch für uns nach der bisher ordentlichen Performance der Aktie auch ist – er hat langfristig einige Vorteile:

Ein reinigendes Gewitter

Zunächst hat er natürlich alle kurzfristigen Zocker herausgespült. Diese haben sich nun ordentlich die Finger verbrannt und auf absehbare Zeit auch keinen Grund mehr, mit dieser Aktie im Trüben zu fischen. Auch andere „Zittrige“, die dieses Ereignis nur von außen erlebt haben, werden zurückhaltend sein. Wer für das gestrige Phänomen keine Erklärung hat, wird vorsichtig bleiben, zumal das Chartbild natürlich nun einen deutlichen Knacks hat.

Damit bleiben die professionellen und langfristigen Anleger. Diese sollten in diesem Rückfall eine Chance erkennen, denn bei den anhaltend guten Ergebnissen ist der Wert aus fundamentaler Sicht nun erst recht einen Kauf wert.

In den Folgetagen solcher Einbrüche kann es jedoch noch einmal holprig werden. Das liegt an den „Feierabendverkäufern“, also Anlegern, die erst nach Börsenschluss reagieren können oder wollen. Diese werden erst nach und nach ihre (Verkaufs-)Orders aufgeben.

Die folgende kurzfristige Marktreaktion ist also sehr wichtig für den weiteren Verlauf: Halten sich die Kurse oder steigen sie idealerweise sogar weiter an, dann war der Einbruch ein reinigendes Gewitter für diese Aktie.

Im restlichen Wochenverlauf pendelten die Kurse zunächst in der grünen Zone, die bereits am Dienstagvormittag markiert wurde. Kommt es demnächst zum Schließen der Kurslücke oder wenigstens zu einem zielgerichteten Lauf an die $80-Marke, dann hat der Markt seine Entscheidung und den Zockern einfach eine schmerzhafte Lektion erteilt. Ein weiterer Rückfall, insbesondere unter das Tief vom Montag wäre dagegen ein deutlicher Hinweis, dass doch mehr im Busch ist. Insofern habe die Leser der „Aktien-Perlen“ nun ganz klare Handlungsrichtlinien!

Die Lehren aus diesem Fall

Ich erläutere Ihnen diesen äußerst lehrreichen Fall hier deshalb so ausführlich, damit Sie Gelegenheit haben, für Ihr Handeln die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.

ERSTENS zeigt das Beispiel eindringlich die Gefahr unüberlegter, schematischer Stopps. Im kurzfristigen Trading kommt man um sie nicht herum. Allerdings geht es dabei jedoch vor allem um Verlustbegrenzung und um kurze Trends, die man „mitnehmen“ will.

Gehen Ihre Investitionen jedoch über solche eher charttechnischen Motive hinaus, dann ist ZWEITENS eine kritische Bewertung sinnvoll, welche Märkte oder auch Einzelaktien die typischen Stopps „vertragen“ oder eben nicht. Insbesondere kleinere Aktien oder bei Tradern beliebte Werte sind mitunter anfällig für plötzliche Kursbewegungen. Das gilt für marktenge deutsche Nebenwerte ebenso wie – in diesem Fall – für einen durchaus liquiden NASDAQ-Technologietitel.

DRITTENS sollten Sie bei einem mentalen Stopp (von mir „Verkaufsbereich“ genannt) klar festlegen, wann dieser gilt (bei mir: auf Schlusskursbasis). Natürlich gehört etwas Erfahrung dazu, aber es ist auf jeden Falls ein befriedigendes und beruhigendes Zeichen, wenn der Markt – wie hier – die Relevanz des vorher gewählten Verkaufsbereiches so eindrucksvoll bestätigt.

Die Leser der „Aktien-Perlen“ jedenfalls können die weitere Entwicklung erst einmal in Ruhe abwarten, und müssen nicht in einer offensichtlichen Panik überhastet reagieren. Dasselbe wünsche ich Ihnen bei all Ihren Trades!

Mit besten Grüßen

Torsten Ewert


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