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Inhaltsverzeichnis

Der Markt hat immer Recht. Aber welcher?

Verehrte Leserinnen und Leser,

der Mai ist gekommen und die US-Indizes sind auf neue Hochs ausgebrochen. Der DAX zog brav mit, und damit ist für Analysten ausgemacht, dass die Rally weitergeht – allen Unkenrufen, Staatsschulden, Euro-Krisen. Atomkatastrophen und nahöstlichen Revolten zum Trotz.

Schließlich hat der Markt immer Recht. Wirklich?

Wer ist „der“ Markt?

Der geneigte Beobachter fragt sich bei näherer Betrachtung nämlich, welchem Markt er glauben soll. In Europa zum Beispiel steht zwar der DAX auf einem neuen Jahreshoch, aber ATX (Österreich), SMI (Schweiz oder CAC 40 (Frankreich) hängen noch in mehr oder weniger ausgeprägten Seitwärtsbewegungen, von deren Oberkante sie teilweise noch ein gutes Stück entfernt sind. Auch der britische FTSE 100 („Footsie“) tut sich noch schwer mit dem Ausbruch.

In Europa insgesamt sieht es noch schlechter aus: Der Leitindex Euro STOXX 50 steht zwar wieder knapp oberhalb der 3.000-Punkte Marke, aber über dieses Kursniveau kam er seit Januar 2010 nicht hinaus. Der breiter gefasste STOXX 600 befindet sich zwar in einem Aufwärtstrend, ist aber von seinem Jahreshoch noch 3 % entfernt. Auf Jahressicht hat also der Anleger beim Blick auf die Märkte die Wahl zwischen bullish, neutral oder bearish (siehe Chart):

Quelle: MarketMaker

Damit ist er so schlau wie zuvor.

Uneinheitlichkeit, wohin man sieht

Denn auch jenseits der großen Börsenzentren (Tokio lassen wir mal gleich außen vor) präsentieren sich die Märkte uneinheitlich. Die Emerging Markets als gegenwärtige Konjunkturlokomotive als Gesamtheit präsentieren zwar durchaus eine akzeptable Performance in den vergangenen 12 Monaten (allerdings auf Dollarbasis!), die einzelnen Märkte selbst laufen aber durchaus genauso divergent wie in Europa (siehe Chart):

Quellen: MSCI Barra, MarketMaker

Nanu, werden Sie sich jetzt verwundert fragen, warum macht er es sich denn so schwer? Die Amis sind nach oben ausgebrochen, und das auch noch im Gleichschritt! Damit basta!

Gute Miene zum Rally-Spiel

Ja, das ist tatsächlich die vorherrschende Meinung und entsprechend gelöst scheint die Stimmung zu sein. Aber wer möchte auf dieser schönen Party schon der Spielverderber sein? Also macht man gute Miene zum Spiel, während man insgeheim vielleicht anderer Ansicht ist.

So scheint es beispielsweise als wurden den Analysten unlängst die hervorragenden Ergebnisse, welche die US-Unternehmen in der aktuellen Quartalssaison meldeten, etwas unheimlich. Jedenfalls sah man vor zwei Wochen (per 19.4.) plötzlich einen unvermittelten Einbruch bei den Gewinnschätzungen für das Gesamtjahr (siehe Grafik):

Eine gewisse Logik steckt dahinter: Schließlich steigen die Vergleichswerte, an denen sich die Unternehmen im Jahresverlauf 2011 messen lassen müssen, kräftig an, da in 2010 ja bereits exorbitant gute Gewinne erwirtschaftet wurden. Diese bzw. die daran ausgerichteten Erwartungen zu übertreffen dürfte schwer fallen. Also reduziert man vorsorglich die Schätzungen...

Vorauseilender Gehorsam oder übermäßige Unsicherheit?

Doch kaum hat der Dow Jones kurz vor Ostern ein neues Jahreshoch erreicht, springen die Schätzungen der Folgewoche (26.4.) ebenfalls auf einen neuen Höchstwert. Dabei waren die Ergebnisse beider Wochen so unterschiedlich nicht (insgesamt sind die Zahlen sogar abermals überdurchschnittlich gut). Und artig folgen ab Dienstag auch die anderen US-Indizes dem Dow auf neue Höhen...

Aber nicht nur die Analysten sind offenbar unsicher. Auch bei den institutionellen Investoren finden wir derzeit eine auffallende Unentschlossenheit. In der diesjährigen Frühjahrsumfrage des US-Anlegermagazins „Barron’s“ unter 152 Investmentverwaltern, die soge

nannte „Big Money“-Befragung, ergab sich gegenüber den Ergebnissen vom November folgendes:

Die Investment-Profis sind zwar wie bisher mehrheitlich optimistisch für Aktien, aber der Anteil derer, die eine neutrale Haltung einnehmen, ist im vergangenen halben Jahr von 25 auf 30 % deutlich gewachsen. Sowohl das Lager der Optimisten als auch der Pessimisten schrumpfte dagegen.

Die Unsicherheit der Profis

Wer weder dafür noch dagegen ist, fühlt sich in seiner Entscheidung unsicher. Und Unsicherheit ist genau das Gefühl, dass die meisten Anleger derzeit den Märkten entgegenbringen. Sie sehen also, den Experten geht es nicht anders als uns.

Und weil das so ist, setzen sie auf „Bewährtes“, zum Beispiel große Unternehmen, mit denen man wenig falsch machen kann. Allerdings brac

hte diese Umfrage dennoch einige bemerkenswerte Punkte ans Licht.

So gibt es ein sehr klares Votum für Energieunternehmen, also z.B. Öl- und Gasförderer und fast eine genauso große Ablehnung gegenüber Versorgern. Besonders bemerkenswert ist jedoch die überwältigende Ablehnung von US-Staatsanleihen. Ganze 87 % der Befragten sind für diese Anlageklasse pessimistisch!

Nun ist es aber so: Die hohe Unsicherheit auf der einen und die klare Befürwortung oder Ablehnung bestimmter Einzelfragen bergen erhebliches Überraschungspotenzial. Wie will jemand, der erklärtermaßen den Gesamtmarkt nicht einschätzen kann, dies bei bestimmten Branchen oder Vermögensklassen besser können?

Allgemeine Unsicherheit, aber Klarheit im Detail? Das passt nicht zusammen!

Damit wage ich folgende Prognose: Im kommenden halben Jahr steht uns also vermutlich eine größere Überraschung am Aktienmarkt bevor. In welche Richtung sie geht, bleibt unklar – das signalisieren bereits die Charts (siehe oben). Die beliebten Energieunternehmen könnten dabei besonders enttäuschen (einen Vorgeschmack erleben wir derzeit z.B. bei Solarunternehmen). Und den allseits geschmähten Versorgern ist womöglich eine unvermutete Auferstehung beschieden!

Das böse Erwachen werden Anleger jedoch vermutlich am Rentenmarkt erleben. Eine so einmütige Ablehnung dieses Sektors spricht dafür, dass eine Menge Investoren einseitig positioniert sein werden. Und entsprechend groß ist dann das Überraschungspotenzial, wenn es sich Miss Börse anders überlegen sollte.

Erstaunlicherweise scheinen die Anleger zu vergessen, dass aus gerechnet auf diesem Feld mit der Fed ein Spieler mitmischt, der über nahezu unbegrenzte Mittel verfügt. Und die US- Notenbank hat in ihrer jüngsten Erklärung klar gemacht, dass sie die Liquiditätshähne noch nicht so bald zu schließen gedenkt.

Die Sommerstrategie für Privatanleger: Mit der Herde laufen und entspannen

Für Privatanleger ergibt sich damit eine recht simple Strategie: Einfach erst mal mit der Herde laufen. Wenn diese vorsichtig nach oben will, dann bleiben Sie solange ebenfalls engagiert. Seien Sie aber noch etwas vorsichtiger als die Profis und versteifen Sie sich auf keine Branche, kein Land oder keine Anlageform.

Achten Sie auf alle Anzeichen von Schwäche und reduzieren Sie Ihre Positionen dort zuerst, wo Sie zuerst eine relative Schwäche entdecken. Neuengagements brauchen Sie nicht zu überstürzen. Sammeln Sie lieber Liquidität und versuchen Sie die eine oder andere antizyklische Turnaround-Spekulation. Natürlich mit kleinen Beträgen und überschaubarem Risiko.

Auf diese Art können Sie voraussichtlich auch eines der größten Anlegerprobleme umgehen: Was mache ich mit meinen Positionen im Urlaub? Idealerweise haben Sie bis zum Sommer also Ihr Depot bereinigt und nur einige Basispositionen behalten, die eher nachkaufen als abstoßen wollen. Ein paar spekulative Investments spülen Ihnen entweder einen unerwarteten Geldsegen in die Kasse oder weitere Liquidität, mit der Sie nach den Ferien neue Chancen suchen können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen jetzt schon mal einen schönen Urlaub!

Mit besten Grüßen

Torsten Ewert


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