In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Die Wirtschaft entwickelt sich in einem Zyklus von Rezession zu Boom und wieder zur Rezession. Die Börsenkurse laufen dieser Entwicklung zumeist voraus ...
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Inhaltsverzeichnis

Hoher Ifo-Index ein Warnsignal?

Die Wirtschaft entwickelt sich in einem Zyklus von Rezession zu Boom und wieder zur Rezession. Die Börsenkurse laufen dieser Entwicklung zumeist voraus. Am oder kurz nach dem Tiefpunkt der Rezession beginnen sie bereits zu steigen, weil die Markteilnehmer darauf spekulieren, dass es besser wird. Doch genauso fallen Börsenkurse, wenn das zyklische Hoch der Wirtschaft erreicht oder überschritten ist.

Insofern ist die Meldung von gestern, dass der viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex mit einem Wert von 111,2 Punkten erneut auf ein Allzeithoch gestiegen ist, natürlich ein Warnhinweis. Die Stimmung der Wirtschaft ist so optimistisch wie noch nie zuvor. Wird es für uns Börsianer also Zeit, sich langsam von den deutschen Aktien zu trennen?

Ifo / DAX Korrelation

Werfen wir dazu einen Blick auf den letzten Boom von 2003 bis 2007, der ebenfalls durch niedrige Zinsen in Folge eines Crash entstanden ist und vergleichen die beiden Situationen:

 

In dieser Grafik sind die DAX-Rally (graue Linie) vom Tief in 2003, der 2008er Crash und die aktuelle Rally im direkten Vergleich zur Entwicklung des Ifo-Geschäftsklimaindex in dieser Zeit dargestellt.

Der Ifo-Index (rote Linie) ist dabei zusätzlich noch in seine beiden Unterindizes aufgeschlüsselt: die Einschätzung der aktuellen Lage (blaue Linie) und die Erwartung für die nächsten sechs Monate (grüne Linie).

Der typische Verlauf des Ifo-Index während einer Rally

Der typische Verlauf des Ifo-Index während einer Rally beginnt damit, dass sich nach einem Crash zunächst die Erwartung der Unternehmen verbessert. Da zu diesem Zeitpunkt die aktuelle Situation der Unternehmen, also die aktuelle Lage, meistens noch sehr schlecht ist, verändert sich dieser Teilindex hingegen kaum.

Diese verbesserte Erwartungshaltung teilen in den meisten Fällen auch die Anleger, sodass es zu einer Kurserholung an den Börsen kommt. In dieser Zeit spiegelt also die Kurserholung der Aktienmärkte lediglich die etwas verbesserte allgemeine Erwartung der Unternehmen wieder. Die Erwartungskomponente notiert in dieser Zeit logischerweise oberhalb der Einschätzung der aktuellen Lage.

Sollte die Erwartung der Unternehmer und der Anleger zutreffend sein, kommt es also tatsächlich zu einer Erholung der Wirtschaft, werden beide Unterindizes parallel ansteigen.

Der wichtige Kreuzungspunkt

Wenn sich die Wirtschaft bereits nachhaltig erholt hat, wird sich der Anstieg der Erwartungskomponente verlangsamen. Die Unternehmen haben zwar noch volle Auftragsbücher, sehen aber auch ihre Produktionsgrenzen oder andere Gefahren auf sich zukommen. Gleichzeitig steigt die Einschätzung der aktuellen Lage weiter, sodass es einen Punkt gibt, an dem sich die aktuelle Lage und die Erwartungskomponente kreuzen und anschließend die Einschätzung der aktuellen Lage dynamischer verläuft.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex steigt noch eine Weile weiter, denn die etwas schwächere Entwicklung der Erwartungskomponente wird durch die bessere Einschätzung zur aktuellen Lage überkompensiert.

Die kritische Zeit

Doch mit der Kreuzung beider Komponenten beginnt die kritische Zeit, denn die schwächere Erwartungshaltung der Unternehmen kann sich jederzeit auf die Kurse auswirken. Die Luft nach oben ist dünner geworden und viele institutionelle Anleger werden zu diesem Zeitpunkt bereits vorsichtig und nehmen erste Gewinne mit.

Allerdings entsteht in der Nähe der Tops oft ein Effekt, der diese Verkäufe überkompensiert und damit die Warnsignale verzerrt: Viele Anleger fassen nämlich nach einem Crash erst dann wieder Vertrauen in die Aktienmärkte, wenn die Kurse bereits wieder über Jahre gestiegen sind. Hier passt die alte Börsenweisheit, dass die Hausse die Hausse nährt. Man darf die Kaufkraft dieser späten Käufer nicht unterschätzen. Sie sind durchaus in der Lage, eine Rally noch eine Weile am Leben zu erhalten.

Die letzte Phase einer Rally

Im oben gezeigten Diagramm erkennen Sie, dass das Hoch des Ifo-Index bereits eine Weile vor dem Hoch der Aktienmärkte ausgebildet wurde (Dezember 2006 / roter Pfeil). Als bei schwächerer Erwartungshaltung auch noch die Einschätzung der aktuellen Lage keine neuen Hochs mehr ausbilden konnte, war das Top beim Ifo-Index erreicht. Aber trotzdem ging die Rallye zunächst noch höchst dynamisch weiter, während sich alle Teilkomponenten des Ifo-Index bereits in einem Abwärtstrend befanden. Die Rally wurde, wie oben beschrieben, durch das Geld weitergetrieben, das bisher an der Seitenlinie gestanden hatte und diese Warnzeichen nicht erkennt. 

Aktuelle Situation

Wie man in dem Diagramm erkennen kann, notiert  auch in der gerade laufenden Rally die Einschätzung der aktuellen Lage bereits wieder oberhalb der Erwartungskomponente. Damit sind wir im Gefahrenbereich. Noch steigen allerdings beide Werte an. Somit ist es durchaus möglich, dass wir trotz Allzeithoch in den nächsten Monaten noch weiter steigende Werte sehen. Sollte der Ifo-Index jedoch ein Top ausbilden, müssen Sie vorsichtiger werden. Zwar ist es auch in der aktuellen Rally durchaus möglich, dass die Anleger, die erst jetzt richtig einsteigen, die Rally noch eine Weile weiter treiben. Da jedoch der jüngste Crash noch nicht so lange her ist und viele Anleger dabei herbe Verluste erlitten haben, dürfte das Potenzial nicht ganz so hoch sein wie bei der vorangegangenen Rally.

Zeitliche Einordnung

Damals dauerte es vom Hoch des Ifo-Index bis zum Hoch der Aktienmärkte noch ca. sechs Monate. Nehmen wir an, dass wir in ca. zwei bis drei Monaten ein Hoch im Ifo-Index ausbilden und die Rally anschließend noch ca. vier bis fünf Monate weiterläuft, so wird es etwa ab Sommer /Herbst 2011 richtig gefährlich. Achten Sie also auf die oben beschriebenen Hinweise!

Ein letzter Hinweis

Es muss im Anschluss jedoch nicht wieder zu einem Crash kommen. Denkbar wäre auch eine längere Konsolidierungsphase, in der sich die verschiedenen Indikatoren beruhigen. Da viele Analysten zum Jahreswechsel mit ersten Zinserhöhungen in den USA rechnen, könnte diese Sorge zum externen Auslöser dieser Konsolidierung werden. Im Moment jedenfalls sendet der Ifo-Index zwar bereits erste Warnsignale, noch aber besteht durchaus weiteres Potenzial für die Märkte. Das gilt natürlich nur so lange es zu keinen weiteren externen Störeinflüssen, zum Beispiel durch die Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten, kommt.

Noch kurz zum DAX

 

Der DAX hat im Zusammenhang mit den Nachrichten über eine Eskalation in Libyen die kleine Seitwärtsrange doch nach unten verlassen und wie für diesen Fall vorhergesagt, die 7.250er Marke heute von oben getestet. Soweit ist aus Sicht der Target-Trend-Methode noch alles in Ordnung. Nun kommt es darauf an: hält diese Marke, wäre dieser Test bullish zu werten. Fällt diese Marke und wird dann auch noch der schwarz gestrichelte Aufwärtstrend gebrochen, wird es bearisher.  Das muss einfach abgewartet werden. Da der Auslöser dieses Abverkaufs wieder externer, sprich geopolitischer Natur gewesen ist, wird es natürlich schwierig, die weitere Entwicklung vorherzusagen.

 

Viele Grüße

 

Jochen Steffens


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US-Konjunkturdaten

Die Verbraucherstimmung (Conference Board) stieg auf 70,4 Punkte. Das ist ein Dreijahreshoch. Analysten hatten einen Stand von 66,0 erwartet, nach 64,8 Punkten zuvor.

Auffallend stark erhöhte sich die Erwartungskomponente von zuvor 87,3 auf nunmehr 95,1 Punkte. Der Index für die Einschätzung der gegenwärtigen Situation erhöhte sich von zuvor 31,1 auf 33,4 Punkte.

Zwar bezeichneten mehrere Analysten diesen Wert als normal, wenn Sie sich jedoch die Ausführungen zum Ifo-Index heute im Steffens Daily durchgelesen haben, werden Sie feststellen, dass nach diesen Thesen hier die Rally noch nicht ein gefährliches Niveau erreicht hat. Es fehlt hier eindeutig an der Erholung der aktuellen Situationskomponente, die immer noch auf extrem niedrigem Niveau verweilt. Von Normalität kann hier also keineswegs die Rede sein. Es ist lediglich die Erwartungskomponente, die einen Anstieg des Gesamtindex erzeugt.


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