In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Aus dem Sitzungsprotokoll der Fed-Sitzung vom 25. bis zum 26. Januar, das gestern Abend veröffentlicht wurde, geht hervor, dass sich die Fed-Mitglieder ...
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Inhaltsverzeichnis

Fed zeigt sich optimistisch

Aus dem Sitzungsprotokoll der Fed-Sitzung vom 25. bis zum 26. Januar, das gestern Abend veröffentlicht wurde, geht hervor, dass sich die Fed-Mitglieder wieder zuversichtlicher zeigen, dass die Wirtschaftserholung sich weiter fortsetzt. So korrigierte die Fed die Konjunkturerwartungen für 2011 nach oben. Trotzdem werde sich der US-Arbeitsmarkt aber nur langsam erholen, so die US-Notenbank.

Schaut man sich die Fed-Statements und Protokolle seit der Amtseinführung Ben Bernankes an, handeln sie eher zyklisch. Das bedeutet, sie wird pessimistisch, wenn die Zahlen schlechter werden und optimistisch wenn sie besser werden. Den Protokollen fehlt aber jedwede prognostische Tendenz.

Spott und Häme

Und das ist ein wenig unverständlich. Diese Entwicklungen waren bereits im Sommer letzten Jahres zu erkennen (wie sie hier im Steffens Daily lesen konnten). Ich frage mich ernsthaft, wie es kommt, dass die Fed die Verbesserungen erst jetzt bemerkt. Man ist fast geneigt zu sagen, dass die Zuversicht der Fed beunruhigend ist. Um es überspitzt auszudrücken: Wenn selbst die Fed optimistisch ist, sollte eine schärfere Korrektur nicht weit entfernt sein. Doch genug der Häme, kommen wir zurück zur Realität:

Die Realität

Wahrscheinlicher ist, dass die Fed sich im letzten Jahr nicht allzu optimistisch zeigen wollte, um ihre massiven geldpolitischen Maßnahmen ohne größeren Widerspruch weiter fortsetzen zu können.  Denn natürlich versteht jeder, dass bei einer desolaten Wirtschaftslage derartige Maßnahmen notwendig sind. Sollte es der US-Wirtschaft jedoch deutlich besser gehen, würde die Unterstützung für die Maßnahmen der Fed schnell in sich zusammenfallen. Das Problem ist, dass die wenigsten Politiker sich intensiv mit den großen Gefahren einer Deflation in Folge einer geplatzten Immobilienblase auseinandergesetzt haben.

Die Folgen der Kreditmarktklemme

Dabei ist es ein typisches Problem. Wenn während eines Immobilienbooms, wie die USA ihn in den Jahren 2003-2007 erlebt haben, sehr viele Kredite auf überteuerte Immobilien gewährt werden, führt ein Einbruch der Immobilienpreise dazu, dass die meisten dieser Kredite nicht mehr gedeckt sind. Einfach weil ein Verkauf der Immobilie, sofern überhaupt möglich, nicht mal mehr den Wert der Kredite abdecken würde.

Diese ungedeckten Kredite liegen bei den Banken, und sie wirken wie ein schwarzes Loch auf die Geldmenge. Sie saugen Unmengen an Geld einfach auf, insbesondere dann, wenn die Kredite auch noch platzen. So entsteht ein Teufelskreis, der stark deflationäre Auswirkungen hat. Unter anderem, weil die Banken natürlich kaum noch Kredite vergeben können, da sie damit beschäftigt sind, (böse ausgedrückt) die Bilanzen halbwegs in den Griff zu kriegen.

Nur wenn die Fed also die Sogwirkung dieses Loches mit viel Geld möglichst schnell überkompensiert, hat sie eine Chance, die deflationären Folgen dieses Loches zu besiegen.

Dauert dieser Prozess zu lange, wie in den 90er Jahren nach dem Immobiliencrash in Japan, wird sich die durch die Nullzinspolitik verursachte Geldschwemme nach und nach andere Wege suchen (also zum Beispiel ins Ausland fließen), und dann wird es für eine Notenbank nahezu unmöglich, der Deflation zu entgehen. Aus dieser Erfahrung der japanischen Notenbank hat die USA gelernt und deswegen musste sie entsprechend handeln.

Ich könnte mir also vorstellen, dass auch die Fed bereits seit einiger Zeit optimistischer ist, aber einfach keine Wahl hatte. Sie musste die wirtschaftliche Situation in den USA schlechter reden, als es ihre Zahlen erkennen ließen, um ihre extrem expansive Geldpolitik weiter zu treiben.

Ein Zeichen

Wenn das soweit stimmt, dann muss man es als ein Zeichen werten, dass die Fed sich jetzt optimistischer zeigt. Damit bereitet sie also die Märkte höchst vorsichtig und entsprechend langsam darauf vor, irgendwann aus der Nullzinspolitik auszusteigen und die Zinsen nach und nach wieder anzuheben.

Inflation vertreibt Deflation

Das wiederum passt perfekt in das Bild, das ich Ihnen seit einigen Wochen hier aufzeige: Die US-Konjunkturdaten der letzten Wochen belegen, dass deutliche inflationäre Tendenzen in den USA zu erkennen sind. Offensichtlich sieht auch die Fed diese Entwicklung, und das wäre ein weiterer Grund, die Zinsen bald anzuheben.

Fazit

Das optimistischere Statement der Fed weist darauf hin, dass die Fed die Zinsen anheben wird. Die Anmerkung, dass sich der US-Arbeitsmarkt in diesem Jahr noch eher schwach entwickelt, ist dabei ein Hinweis darauf, dass diese Zinserhöhungen nicht so bald stattfinden werden. Und damit wird das Szenario, dass die Fed die Zinsen um den Jahreswechsel 2011 / 2012 erhöht, immer wahrscheinlicher.

Wie reagiert der Markt

Spannend wird sein, wie der Markt darauf reagiert. Auf der einen Seite ist natürlich bis zum Jahresende noch Zeit. Auf der anderen Seite nimmt die Börse Entwicklungen meist vorweg. Angesichts der sowieso überkauften Situation könnte es somit in der aktuellen Situation schwierig werden, neue Käufer zu finden. Der Markt könnte etwas Zeit brauchen, sich an diese neuen Aussagen der Fed zu gewöhnen. Zudem verunsichern natürlich auch die Aufstände in Libyen sicherlich. Eine Konsolidierung ist aber sowieso, wie gestern bereits geschrieben, überfällig.

Kein TriStar-Top

Und damit ein kurzer Rückblick. Das gestern beschriebene TriStar-Top hat sich zum Glück nicht ausgebildet, es kam auch nicht zu einem Island-Reversal. Dafür eröffnete der DAX zu hoch. Damit sinken die Gefahren für eine stärkere Konsolidierung. Trotzdem setzten sich die Warnzeichen zunächst durch: Nach den Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe, die schlechter als erwartet ausgefallen sind, rutschte der Markt deutlicher ins Minus (zu den Erstanträgen mehr unten in den US-Konjunkturdaten). Aber wie in starken Trends üblich, kann der Markt auch jederzeit wieder nach oben ausbrechen!

Viele Grüße

 

Jochen Steffens


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US-Konjunkturdaten

Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe ist um 25.000 auf 410.000 gestiegen. Analysten hatten lediglich einen Anstieg um 17.000 vorhergesagt. Trotzdem sank der Vierwochendurchschnitt weiter.

Der Index der Frühindikatoren für die Entwicklung der US-Wirtschaft stieg im Januar um 0,1% auf einen Stand von 112,3 Punkte. Analysten hatten mit einer stärkeren Zunahme um 0,3% gerechnet.

Damit deutet er weiterhin auf ein Wachstum der US-Wirtschaft hin.

Die Verbraucherpreise stiegen im Januar um 0,4%. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Anstieg von 0,3% gerechnet.

Man erkennt, dass der Index nun deutlich die Hochs aus 2007 überwunden hat. Insoweit sind die Deflationssorgen erst einmal vom Tisch. Das aktuelle Theme ist: Inflation.

Der Philly-Fed-Index ist im Februar mit einem Wert von 35,9 Punkten auf den höchsten Stand seit Januar 2004 geklettert. Analysten hatten für Februar einen Indexstand von plus 20,5 erwartet. Auch hier zeigt sich, dass die Fed allen Grund hat, optimistischer zu sein.

Das lässt den Schluss zu, dass auch noch die ISM-Indizes weiter ansteigen werden. Das wiederum könnte im Vorfeld der Veröffentlichung dieser Zahlen den Markt stützen.


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