In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Immer mehr Fonds und Anleger vertrauen trendfolgenden Computersystemen. Dadurch entsteht ein erhöhtes Risiko. ...
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Es ist vielleicht eine der gefährlichsten Entwicklungen zurzeit. Meiner Meinung nach einer der Gründe, die tatsächlich einen Crash auch trotz der extrem niedrigen Zinsen auslösen könnten. Es ist ein Phänomen, das so typisch für die Börse ist, dass man sich wundert, warum es immer und immer wieder geschieht.

Die Herde trampelt wieder

Sobald eine Strategie funktioniert und sei sie noch so dumm, unsinnig oder sonst etwas, stürzen sich nach und nach immer mehr Börsenteilnehmer darauf, um etwas von dem scheinbar so großen Kuchen abzubekommen. Der Kater, der folgt, ist oft entsetzlich.

Der Neue Markt, als die scheinbar unbegrenzte Geldquelle der New Economy, ist vielleicht das hier in Deutschland bekannteste Beispiel. Das letzte Beispiel dieses gedankenlosen Herdentriebs mit dramatischen Folgen war aber der US-Immobilienmarkt beziehungsweise die damit verbundenen Kreditderivate, die beinahe das gesamte Finanzsystem zerlegt hätten.

Trendfolgende Computerprogramme funktionieren einfach schon zu lange

Und jetzt ist eine Entwicklung zu erkennen, die ähnlich bedenklich ist. Unlängst wurde in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (online) ein Artikel veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass sich die Fondsgesellschaft Union Investment „[…] bei wichtigen Anlageentscheidungen verstärkt auf Computer verlassen will.“ Und es geht hier um einen der ganz großen in diesem Geschäft.

Höchst interessant in diesem Zusammenhang ist eine weitere Passage in diesem Artikel. Danach kann der Fonds in schwierigen Marktphasen nur 50 Prozent des Portfolios in Aktien halten oder aber, wenn die Kurse stark steigen „mittels spezieller Derivate daran überproportional verdienen“ – kurz hier geht es um einen Leverage-Effekt (Hebeleffekt) oder einfacher ausgedrückt einer tatsächlichen Aktienquote des Fonds von über 100 Prozent!

Das Problem dabei

Kommen wir damit zum eigentlichen Problem an der Sache. Wenn der Artikel die Gegebenheiten richtig wiedergibt, und davon gehe ich aus, ist das nichts anderes als ein Trendfolgemodell. Bei starken Trends wird die Investitionsquote stark erhöht. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen und das ist auch bei Fonds nicht neu.

Nur, auf diesen Zug springen zurzeit immer mehr Fonds, computerbasierte Handelssysteme und Anleger auf. Und dafür ist dieser Artikel ein weiterer Beleg. Der Grund dafür ist nur logisch. Wir befinden uns in einer sehr, sehr langen Phase des Anstiegs. Mein hoch geschätzter Kollege Robert Rethfeld schrieb unlängst, dass der aktuelle Trend mit „44 Monaten […] ohne 10-Prozent-Korrekur im S&P 500 an die dritte Stelle der längsten Rallys der vergangenen 50 Jahre gerückt“ ist!

 

Keine Frage, in so einem Trend, wie wir ihn hier im S&P500 sehen, feiert jedes noch so einfache Trendfolgesystem sich selber.  

Die Kampfphase

Je länger ein solcher Trend besteht, desto mehr Computer, Anleger, Fonds springen auf diesen Trendfolge-Zug auf. Dann ist zum Beispiel folgendes Szenario denkbar: Nach einer Art „Kampfphase“, in der alle diese Systeme um einen guten Einstieg ringen und die Volatilität ansteigt, kommt es zu einem höchst dynamischen Anstieg. Dann würden die Systeme alle freudig aufgeregt ihre Investitionsquoten massive erhöhen –und dabei auch mit mehr oder weniger großen Hebeln arbeiten. Zu guter Letzt kann der Anstieg sehr schnell weitergehen und irrationale Züge annehmen.

Und dann geschieht das Unfassbare – das Unvorstellbare: Aus irgendeinem „Grund“ rutscht der Markt durch sich gegenseitig überbietende Verkaufsordern dramatisch ab. Die großen Fonds und kapitalkräftigen Computersysteme, die dann wahrscheinlich bis zur Halskrause investiert sind, müssen gleichzeitig raus. Die Folge: Die Computer hauen sich nun die Verkaufsorders gegenseitig um die Ohren. Gleichzeitig fehlen die Käufer. Es käme also zu crashartigen Verkäufen. Diese führen dazu, dass die Börsen dicht machen, damit Ruhe eintritt. Aber es könnte dann zu spät sein. Denn was geschieht, wenn den Verantwortlichen in dieser Situation auf einmal klar wird, welches Risiko sie in den Büchern haben? Sie müssen also verkaufen, koste es was es wolle. Und so könnten nach der Wiedereröffnung mehrere solcher Verkaufswellen auftreten.

Fazit

Noch ist es nicht so weit. Aber ich weise wie üblich frühzeitig auf solche Entwicklungen hin. Noch ist dies aber nur eines von vielen Szenarien.

Lassen Sie sich also nicht irritieren! Crashszenarien sind für den menschlichen Geist immer ein gefundenes Fressen. Der sicherheitsdenkende Mensch ist sofort in Alarmbereitschaft und der „Panik“ steht Tür und Tor offen. Meine Absicht ist es nicht, Panik zu schüren. Aber ich frage mich seit geraumer Zeit, was denn diesen Trend angesichts der hoch expansiven Geldpolitik weltweit beenden könnte. Ich sehe, dass die altbekannten Analysemethoden an diesem Trend versagen. Ich sehe, dass in den vergangen Jahren viele kritische Signale durch die Bullen einfach überrollt wurden. Und ich sehe, dass das alles noch viel weiter gehen kann. Gleichzeitig fehlte mir noch diese typische Herdenstampede. Aber als ich diesen Artikel gelesen habe, ist mir zumindest eine theoretische Möglichkeit eingefallen, um was es sich dieses Mal handeln könnte. 

Man darf, wie immer gespannt sein – sollte aber diese möglicherweise finale Aufwärtsphase auch nicht verpassen. Im morgigen Steffens Daily werden ich dann dieses Szenario mit einer alten Theorie in Verbindung bringen, die ich hier schon vor geraumer Zeit angesprochen hatte. Dann sollte das große Bild noch ein wenig klarer werden.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens


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