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Inhaltsverzeichnis

Der Ölpreis zwischen Spekulation und Nachfrage

In den Medien ist zu lesen, dass der Ölpreis aufgrund der Unruhen in Nordafrika und den damit verbundenen Sorgen, dass es zu einem Flächenbrand kommen könnte, auf über 100 Dollar gestiegen sei. Aber ist dieser Zusammenhang wirklich der einzige Grund für den Anstieg?

Spekulationen vor dem Irak-Krieg

Dazu zunächst ein kurzer Rückblick in eine Zeit, als die Welt das letzte Mal einen Flächenbrand in der Region befürchtete: Der Irak-Krieg 2003.

Im Vorfeld des letzten Irak-Krieges führten die Sorgen der Anleger dazu, dass der Ölpreis von zuvor 55 Dollar auf 69 Dollar, also um über 25 % zulegte. Interessanterweise brach er allerding bereits wenige Tage vor dem eigentlichen Beginn des Krieges am 20.03.2003 deutlich ein, wie man im Chart erkennen kann.

Eine alte Börsenweisheit

Es ist das typische Spiel an den Börsen, das in der Weisheit „Buy the rumors, sell the facts“ (Kaufe die Gerüchte, verkaufe die Fakten) beschrieben wird. Die Sorgen im Vorfeld wurden gekauft. Als der Krieg tatsächlich auszubrechen drohte, wurde wieder verkauft.

An diesem frühen Einbruch zeigt sich dem geneigten Beobachter, dass der Kursanstieg tatsächlich weniger mit den eigentlichen Sorgen der Wirtschaft vor Versorgungsengpässen zu tun hatte, sondern dass diese Kriegs-Rally des Ölpreises hauptsächlich spekulationsgetrieben war.

Und auch das ist wiederum logisch und Grundlage der Börsen: Es wird immer auf eine Zukunft, also auf noch nicht eingetretene Ereignisse spekuliert. Die Anleger spekulierten darauf, dass sich der Ölpreis irgendwann tatsächlich aufgrund einer Störung des Angebots verteuern „könnte“. Das Maß des Anstiegs spiegelt demnach lediglich wider, für wie wahrscheinlich ein solches Szenario gehalten wird.

Unterschied zwischen Rohstoffen und Aktien

Hinzu kommt, dass die Spekulation mit Rohstoffen ein wenig anders funktioniert als mit Aktien. Bei Aktien gibt es in den meisten Fällen lediglich die Nachfrage nach Wertpapieren und die Entwicklung des Unternehmens.

Bei Rohstoffen gibt es neben der „künstlichen“ Nachfrage durch Spekulationen eine tatsächliche Nachfrage nach den Produkten selbst. Viele Spekulanten wollen das „gekaufte“ Öl überhaupt nicht abnehmen. Sie kaufen, um es später an andere, die es wirklich brauchen, teurer verkaufen zu können – ohne das Öl je zu besitzen.

Das Problem ist, dass somit zwischen Spekulation und tatsächlicher Nachfrage ein Missverhältnis entstehen kann. Da jedoch alle Käufer, die das Öl nicht selbst verbrauchen wollen, irgendwann auch wieder verkaufen müssen, kann es zu einem starken Verkaufsdruck kommen – siehe der Einbruch vor dem Irak-Krieg.

Die aktuelle Situation

Werfen wir also einen Blick auf die aktuelle Entwicklung des Ölpreises

Der Ölpreis hat sich zwischen Mai 2009 und Dezember 2010, also über eineinhalb Jahre in einer Seitwärtsbewegung (blaues Rechteck) zwischen 67,60 Dollar und 86,60 Dollar aufgehalten. Im November / Dezember 2010 ist er aus dieser Seitwärtsbewegung ausgebrochen. Und dieser Ausbruch stand eindeutig nicht in Zusammenhang mit den Unruhen. Aber durch diesen Ausbruch allein ergibt sich nach klassischer Charttechnik schon ein Kursziel von 105,6 Dollar. Die aktuelle Rally im Öl startete zudem bereits im September/Oktober 2010 ebenfalls unabhängig von den Unruhen. Beides belegt, dass die aktuelle Preisentwicklung des Öls nach diesen Vorgaben alles andere als „unnormal“ ist.

Die Unruhen in Tunesien starteten so um den 9. Januar (siehe roter Pfeil) – seitdem stieg der Ölpreis um ca. 10 % an. Allerdings ist diese Bewegung eine ganz normale Fortsetzung des Trends – mehr nicht. Es ist im besten Fall ein leichter Anstieg der Dynamik zu erkennen.

Welches Rückschlagpotenzial und welche Ziele?

Die Frage ist also, wie groß der Anteil an der aktuellen Ölpreisentwicklung ist, der mit den Unruhen zu tun hat. Das wiederum ist wichtig, um die Frage nach dem Rückschlagpotenzial zu beantworten, wenn die Unruhen schnell beendet und die Spekulationen aufgelöst werden.

Aufgrund der charttechnischen Betrachtung ist zu vermuten, dass der Anteil der Unruhen an der Preisentwicklung wahrscheinlich niedriger ist, als zurzeit in den Medien vermutet wird. Schaut man sich die Entwicklung im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg an, erkennt man, dass der damalige Einbruch den Kurs nicht einmal auf das Startniveau zurückgeführt hat. Wir können also für das Rückschlagpotenzial im Zusammenhang mit den Unruhen als untersten Wert die 90/92-Dollar-Marke benennen. Aus charttechnischer Sicht könnte es allerdings auch noch zu einem Test des Ausbruchsniveaus bei 86,60 oder 90,90 Dollar kommen.

Auf der oberen Seite ist nun nach klassischer Charttechnik - Unruhen hin oder her - die 105,6-Dollar-Marke Kursziel. Allerdings kann es sein, dass die psychologisch relevante 100-Dollar-Marke noch eine Weile die Kurse beschäftigt, das wäre nicht untypisch.

Fazit

Die aktuelle Kursentwicklung des Ölpreises ist nur in einem vergleichsweise geringen Maße den Unruhen in Nordafrika geschuldet. Die eigentliche Rally wird viel eher mit der wirtschaftlichen Erholung in den USA und der charttechnischen Situation zusammenhängen. Sollte sich die Situation in Ägypten schnell wieder beruhigen, kann es zu einem Rückschlag auf die oben genannten Marken kommen. Grundsätzlich sollte diese Rally jedoch weiter gehen – unabhängig davon, was in Nordafrika geschieht.

Worst Case Szenario

Wenn die Unruhen nun tatsächlich auf andere Länder übergreifen und sich ein Flächenbrand abzeichnet, muss die Situation natürlich neu analysiert werden. Wahrscheinlich würde sich die aktuelle Rally im Ölpreis zunächst höchst dynamisch fortsetzen. Doch dieser Anstieg wäre wieder rein spekulativer Natur, und es entstünde ein erhebliches Rückschlagpotenzial. Das gilt insbesondere dann, wenn ein derart steigender Ölpreis das Wachstum der Weltwirtschaft belasten würde. Es käme dann zu einer Divergenz zwischen spekulativ getriebenem Ölpreisanstieg und einer schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung. Mit dieser Divergenz würde sich ein hohes Crashpotenzial für den Ölpreis ergeben.

Viele Grüße

Jochen Steffens


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US-Konjunkturdaten

In den USA ist der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes auf einen Stand von 60,8 Punkten gestiegen. Das ist der höchste Stand seit Mai 2004! Analysten hatten einen Wert von 58,0 Punkten erwartet, nach 58,5 Punkten im Vormonat.

Interessant ist auch dass der Subindex der Preise von zuvor 72,5 Punkte deutlich auf nunmehr 81,5 Punkten angestiegen ist. Auch dieser Wert bestätigt damit die hier im Steffens Daily in den letzten Wochen beschriebenen Inflationsanzeichen! Das ist natürlich nicht gut, da diese Zahlen die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen der Fed erhöhen. Gerade die Preisentwicklung macht Sorgen. Die Frage ist nur, wann der Markt diese Sorge spielt. Im Moment feiert der Markt noch die besseren Zahlen und sieht offenbar die Bedrohung nicht.

Die Bauausgaben in den USA sind im Dezember den zweiten Monat in Folge saisonbereinigt um 2,5% auf ein hochgerechnetes Jahresvolumen von 787,88 Mrd. Dollar gesunken. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Anstieg um 0,1% gerechnet.


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